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Meine Kinder und der Tod

21. Januar 2007 um 11:19

Hallo,

am Donnerstag den 18.1. ist der Opa meiner Kinder (9+15)nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Im Mai 2006 auf der Konfirmation meines Sohnes war er noch topfit. Dann kam
der Husten. Diagnose: Lungenkrebs

Mein Ex-Mann, Sohn vom Opa, und ich sind seit 7 Jahren geschieden. Verstehen uns aber
sehr gut. Die Kinder waren regelmäßig bei ihm und seinen Eltern.


Opa war immer der Ansprechpartner für meinen großen Sohn. Seit Donnerstag schläft
er bei Oma, um einfach bei ihr zu sein.

Der Kleine hat es wohl noch nicht realisiert.

Auch ich habe Opa Jupp sehr geschätzt und gern gehabt. Trotz
unserer Trennung zwischen seinen Sohn und mir, blieb das Verhältnis
bis heute so.

Bei dem Gedanken, das Opa nicht mehr für die Kinder da ist, zerbricht
mir das Herz.

Wie kann ich meinen Kindern helfen, mit diesem Schmerz umzugehen?

Ich habe Angst, dass sich mein großer noch mehr einigelt. Er hat ja seinen
besten Freund verloren.

Dienstag ist die Beerdigung. Ich habe Angst davor. Angst davor meine
Kinder an seinem Grab stehen zu sehen.

Auch weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Wo gehöre ich hin?
Für die Verwandten bin ich doch nur die Exfrau.

Wie verhalte ich mich richtig? Wie überbringe ich Opa den letzten Gruss?

Wer geht mit wem zum Grab?

Mein Ex, die Oma, die Enkelkinder und ich?

Mein Ex, die Oma, die Enkelkinder und seine Freundin?

Mein Ex, seine Freundin, mein Freund die Kinder und ich?

Oder nur die Kinder und ich?

Gibt es dafür Regeln?

Wie würdet ihr es tun?


Eure Majalein

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21. Januar 2007 um 16:08

Liebe maja
Das ist sehr tragisch, vor allem da deine KInder so ein gutes Verhältnis zu ihrem Opa hatten
Als mein Opa satrb war ich schon 21, mein jüngster Bruder aber erst 13. Wir hatten auch alle ein sehr gutes Verhältnis zu ihm.

Da du und dein Ex-Mann euch immer noch gut versteht, dürfte die Situation am Grab keine große Sache sein. Du musst ja nicht genau neben deinem Ex stehen, sondern die Kinder dazwischen, ich denke das ist o.k..

Und "nur" die Ex-frau bist du sicher nicht, schließlich warst du ja mal die Schwiegertochter.

Vllt. kannst du ja schon vorher ( leichernhalle) oder etawas später, wenn die mesiten schon weg sind, den letzten Gruss überbringen, wenn du dich so sicherer fühlst.

Ich wünsche dir und deinen Kindern alles gute.

So far

jouli

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7. Februar 2007 um 15:30

Ich würde
in einer solchen Situation einfach mit der Oma darüber reden.
Im Endeffekt sollte es in ihrem Sinne sein und da deine Kinder ihre Enkelkinder sind und ihr euch nahesteht, wird sie euch auch dabei haben wollen.

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10. Februar 2007 um 18:49

Dialog ist wichtig
Hallo.
Das ist sicherlich eine schwere Situation, aber ich würde mit den Kindern darüber reden. Sie sollten sich mit der Tatsache des Todes konfrontieren und vielleicht auch mit der Oma über den Opa reden. Reden, reden, reden, dass hilft ungemein. Es ist nicht gut, wenn sie alles in sich reinfressen, da kommt das Einigeln wohl automatisch.
Der gegenseitige Austausch ist wichtig, um den Tod begreifbarer zu machen. Die Zeit macht den Schmerz oder Verlust erträglicher. Gerade für Kinder ist das wichtig.
Ansonsten würde ich mit den Kindern bei der Beerdigung als Mutter auftreten, nicht als Ex oder so, sondern einfach als die Mutter der Kinder, die ihren Opa verloren haben.
Viel Kraft dabei!

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20. Februar 2007 um 22:29

Kinder und der Tod
Ich denke das Du die Beerdigung gut überstanden hast auch nach allen Zweifeln und Ängste die Du davor hattest. Es ist schwer in einer solchen Situation das `
"Richtige" zu tun aber egal wie es ist, es gäb die Kinder nicht ohne Dich und egal wie es ist ich gehe nach wie vor davon aus das alles bestens gelaufen ist den in dem Moment der Abschiednahme wird es eigentlich zur Nebensache wer mit wem geht...auch streitigkeiten sollten an diesem Tag in Vergessenheit geraten .
So jetzt zu Deinen Kindern. Kinder im Alter von 9 bis 12Jahren trauern anders als ältere Kinder. Kinder von neun Jahren wissen was der Zeitbegriff Tod bedeutet. Sie sehen den Tod als unannehmbar an. Sie machen sich sorgen darum was sich für Sie durch den Tod ändern wird und versuchen auch indirekt die Aufgaben des verstorbenen zu übernehmen manchmal durch dumme Sprüche von uns Erwachsenen wie Du musst jetzt auf die Oma aufpassen...die Kinder sind der Anforderung nicht gewachsen und überfordert. Es ist auch wichtig das die Kinder die Gefühle von Wut und Trauer leben dürfen.
Kinder ab 12 Jahren reagieren ähnlich Sie verstehen jedoch wa der Tod bedeutet und daß sie auch einmal sterben werden. Sie sind meist verschlossener und neigen dazu sich zurück zu ziehen. Zudem haben Sie in der Zeit eigene Probleme sich von dem Elternhaus zu lösen. Wie sich der Verlust äußern kann:
Schuldgefühle, Angst das ein Elternteil auch sterben könnte, Wut verlassen worden zu sein, Angst selber zu sterben, Angst vor dem einschlafen Angst in der Dunkelheit, Konzentrationsschwäche, Anfällig für Erkältungskrankheiten, Eßstörungen.
Es gibt hierzu einen ganz tollen Film von der Sendung mit der Maus wo erklärt wird was eine Bestattung bedeutet, was dabei passiert. Allein die Vorstellung von Kindern kann manchmal schlimmer sein als die Realität. Zuhören und viel viel reden.
Ich möchte hierzu nicht nur Psychologisches sagen sondern auch etwas persönliches von mir erzählen. Mein Sohn besucht die 4. Klasse einer Grundschule, mein Freund hat ein Bestattungsunternehmen, er hatte eine Trauerfeier und ich hatte zu der Zeit das Telefon, da ich mich als Elternfeuerwehr habe eintragen lassen, d.h. ein Lehrer wird krank, ein Elternteil betreut in dieser Zeit die Klasse. An diesem Morgen hatte ich das Telefon und dann kam der Anruf ob ich die dritte " Stunde" Unterricht machen könnte.Ja sagte ich ohne an das Telefon zu denken. Wie es der Zufall wollte klingelte es bald darauf, ich sagte zu den Kindern Sie sollen bitte ganz leise sein, es könnte sein das eine sehr traurige Person am telefon ist und das ich es Ihnen gleich erklären würde. Das tat ich nach meinem Anruf auch . Wir haben auf Grund der vielen Fragen das Matheblatt zur Seite gelgegt,und über das Thema sterben und den Tod und Beerdigung gesprochen. Ein Kind sagte meine Oma wohnt jetzt in einer Kaffeedose, wie die da wohl rein gepasst hat ??? Ich glaub die ist da gar nicht drin. Ein anderes Mädche sagte daraufhin, da kommen die bösen rein die werden verbrannt wie die Hexen . Es gab noch mehr fälschliche Behauptungen zum Thema Tod. Wir redeten eine ganze Stunde über dieses Thema und ich dachte die ganze Zeit nur, Hilfe was dazu wohl die Eltern sagen. Also habe ich der Klassenlehrerin den "Vorfall" geschildert und Sie sagte es wäre völlig okay, Beim nächsten Elternabend bedankte sich öffentliche ein Mutter bei mir so offen über dieses Thema gesprochen zu haben und dann kamen viele Mütter die sagten das Ihr Kind die Stunde ganz toll fand. Das Thema Tod ist in unserer gesellschaft ein absolutes Tabu und man weiß nicht wie soll ich mich jetzt verhalten...einfach natürlich, mit Trauer, Wut, weinen, verzweifelt sein, und nach einer gewissen Zeit, auch wenn es schon nach einer geraumen Zeit auch wieder das Recht auf Lachen und glücklich sein !!! Und auch hierbei sollte es egak sein was die Nachbarn denken ob Sie der Meinung sind es sei zu früh...nur weil ich lache und nach Glück suche,was ich brauch um zu "überleben" heißt es nicht das ich den Anderen nicht vermisse oder ich nicht an Ihn denke. Zum Thema Kinder und Tod fällt mir zu meinem Sohm auch noch etwas ein, ich habe Ihn immer mal wieder mit zum Krematorium genommen um noch Unterlagen ab zu geben und sagte immer warte schnell hier im Auto, ich bin gleich wieder da. Eines Tages fragte Ihn ein Mitarbeiter vom Krematorium warum er immer im Auto sitzen bleibt, daraufhin bestand er darauf mit rein zu gehen, ich war auf eine schlaflose Nacht gefasst. Wir haben ca. 1 Stunde dort verbracht und mein Sohn hat sich alles zeigen lassen, was nicht heißt das er in den Brennofen geschaut hat, da dies in Deutschland verboten ist. Aber er hat die Asche gesehen, den Sarg wie er in den Ofen fährt, die künstlichen Hüftgelenke welche übrig bleiben...als wir raus gingen sagte er zu mir und warum musste ich immer im Auto sitzen bleiben, das war total interresant. Sollte ich Ihm jetzt sagen das der Tod ein großes Geheimnis ist ??? Sollte ich sagen, Mama macht immer geheime Sachen??? Nein, wir sind seitdem ehrlich und offen und hatten noch nie eine schlaflose Nacht.
Die Phantasie der Kinder ist meist schlimmer als die Realität. Was vielen Kindern hilft ist ein Bild malen welches mit in den Sarg gelegt wird, oder ein Brief,oder ein Kuscheltier... bitte seid ehrlich und selbst wenn es für Euch schmerzhaft ist die ungenierten Fragewn der Kinder zu beantworten, tut es, den Ihr helft Ihnen damit, versucht nicht aus dem Tod ein Tabuthema zu machen, den das macht es gruselig. Dinge die wir kennen und die wir als normal ansehen; und der Tod gehört zum Leben dazu auch wenn er manchmal Ungerecht erscheint; vor denen haben wir keine Angst und unsere Kinder auch nicht.


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