Anzeige

Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Meine Freundin ritzt sich sehr schlimm

Letzte Nachricht: 10. August 2012 um 11:25
I
ikena_12080113
08.08.12 um 9:35

Hallo, ich bin neu hier und mache sowas zum ersten Mal...

Ich bin seit 4 Monaten mit einem wunderhübschen Mädchen zusammen und wir haben uns wirklich sehr lieb, das ist nicht normal). Wir verbringen jede freie Minute zusammen. Ich hab in der letzten Zeit viel für sie getan und war immer für sie da und musste einiges einstecken.
Sie erzählte mir damals schon, dass sie nicht so gut mit ihren Eltern ist und von den noch nie wirklich Liebe bekommen hat und daraufhin hat sie mir ihren Arm gezeigt, alles voller Narben...Sie ist 18!!!

Naja jetzt war ich für sie da und sie meint selber zu mir immer ich sei der Mensch von dem sie alles bekommt was sie nie hatte, grenzenlose Liebe! Dieses Mädchen hat das Borderline Syndrom...Ich streite mich sehr oft mit ihr, fast täglich und werde selber langsam Nervenkrank, weil ich in meiner Vergangenheit selber viel durch gemacht hab mit schlechten Frauen...Meine Freundin ist krank eifersüchtig und denkt ich würde jede Frau hinterhergucken und beleidigt die Leute, mit den ich früher was hatte. Ich hab ihr noch nie das Gefühl gegeben sie müsste Eifersüchtig sein. Jeder kennt mich und weiß das ich nie was machen würde was einen anderen Menschen verletzt!

Ich hab keine Freunde mehr, verbringe kaum Zeit mit meiner Familie und trotzdem ist sie Krank-Eifersüchtig.
Ich hab mal angedeutet das ich mich trenne wenn das so weiter geht und sie ist ins Badezimmer und ich hatte ein komisches Gefühl, als ich bat die Tür auf zumachen war sie Blutüberströmt... WAS SOLL ICH MACHEN ICH KANN SO NICHT MEHR, ich verliere mein verstand mein Job einfach alles...

Mehr lesen

A
an0N_1189750099z
08.08.12 um 10:11

Es gibt nur zwei Möglichkeiten
-1- Sie lernt mit ihren Gefühlen zu leben und umzugehen

-2- Sie kann keine Beziehung führen

bei -1- ist es nicht immer leicht, weder für sie noch für ihren Partner und es kommt nicht jeder mit uns Grenzgängern klar, aber es ist ganz ohne Zweifel möglich - und zwar so, dass beide glücklich sind.

Wenn Sie Grenzgänger ist (Borderline ist auch gern mal eine Fehldiagnose) dann ist das, was Du erlebst, möglicher Weise bzw. sehr wahrscheinlich "nur" die sichtbare Folge davon, dass sie gerade in ihren eigenen Gefühlen ertrinkt. Das hat mit Dir wenig zu tun, daher kannst Du auch wenig machen, um daran etwas zu ändern. Woran sich das jetzt entzündet - sei es Eifersucht oder was auch immer, ist ebenso irrelevant. Bei mir ist es am wahrscheinlichsten das Gefühl zu eng gebunden zu sein - das genaue Gegenteil.

Ich befürchte, sie weiß einfach selbst zu wenig über sich, ihre Gefühle und ihre Psyche.
Du siehst nur die Folgen, das sind keine Ursachen.
Soweit ich dazu nach den paar Sätzen was sagen kann:
Sie fühlt sich gerade wie ein in die Enge getriebenes, verletztes Tier voller Angst und Schmerz - und genau so reagiert sie auch. Sie beißt einfach alles in Reichweite, egal wer es ist, warum derjenige da ist und was derjenige tut.

Sie kann aber lernen, das abzufangen bevor es eskaliert und sie kann lernen, recht schnell und ohne große Blessuren für alle Beteiligten da wieder herauszufinden, selbst wenn es eskaliert ist. Aber sie muß es eben lernen.

So wie Du die Situation gerade beschreibst, kann man Dir eigentlich nur eines raten: Sie muß ins Krankenhaus. Wenn sie das noch nie gemacht hat und noch nicht mal weiß, was sie tun muß und wie, braucht sie Hilfe, wenn es soweit eskaliert ist.

Gefällt mir

A
an0N_1189750099z
08.08.12 um 11:48

P.S.
Kann mir jemand erklären, warum Selbstverletzung so oft als "ritzen" bezeichnet wird?

Das ist schon ziemlich verharmlosend für etwas, was Wunden hinterlässt, die oft genäht werden müssen / sollten, fast immer aber Narben bilden.
Wie passt so ein Wort zu "blutüberströmt"?
Nehmt Ihr es nicht ernst? Wollt Ihr es nicht ernst nehmen? Scheut Ihr Euch davor, Worte zu verwenden, die dem etwas angemessener sind weil Euch die Vorstellung, sich selbst zu verletzen so fremd ist?

Unter "ritzen" verstehe ich einen kleinen Kratzer. Weniger als ein Millimeterchen breit und grad eben für 2-3 Tage sichtbar - wenn man hinschaut. Das sind die Spuren, die auf meiner Haut zurückbleiben, wenn ich mich unbewußt kratze, ohne es auch nur wahrzunehmen, weil ich die Kontrolle verloren habe. Kommt selten vor und hinterläßt keine Narben und nichts, was ernsthaft blutet - damit auch das Verlangen nicht befriedigt.
Wenn ich mich verletze, um die einen oder anderen Dämonen zu verdrängen, dann fällt das wesentlich deutlicher aus.

Gefällt mir

I
ikena_12080113
08.08.12 um 13:21
In Antwort auf an0N_1189750099z

P.S.
Kann mir jemand erklären, warum Selbstverletzung so oft als "ritzen" bezeichnet wird?

Das ist schon ziemlich verharmlosend für etwas, was Wunden hinterlässt, die oft genäht werden müssen / sollten, fast immer aber Narben bilden.
Wie passt so ein Wort zu "blutüberströmt"?
Nehmt Ihr es nicht ernst? Wollt Ihr es nicht ernst nehmen? Scheut Ihr Euch davor, Worte zu verwenden, die dem etwas angemessener sind weil Euch die Vorstellung, sich selbst zu verletzen so fremd ist?

Unter "ritzen" verstehe ich einen kleinen Kratzer. Weniger als ein Millimeterchen breit und grad eben für 2-3 Tage sichtbar - wenn man hinschaut. Das sind die Spuren, die auf meiner Haut zurückbleiben, wenn ich mich unbewußt kratze, ohne es auch nur wahrzunehmen, weil ich die Kontrolle verloren habe. Kommt selten vor und hinterläßt keine Narben und nichts, was ernsthaft blutet - damit auch das Verlangen nicht befriedigt.
Wenn ich mich verletze, um die einen oder anderen Dämonen zu verdrängen, dann fällt das wesentlich deutlicher aus.

Sorry
Tut mir leid, genau deswegen bin ich hier...ich kenne mich damit nicht aus und deswegen Frage ich aber gut das werde ich jetzt sein lassen! Danke trotzdem

Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

Anzeige
A
an0N_1189750099z
08.08.12 um 14:05
In Antwort auf ikena_12080113

Sorry
Tut mir leid, genau deswegen bin ich hier...ich kenne mich damit nicht aus und deswegen Frage ich aber gut das werde ich jetzt sein lassen! Danke trotzdem

Ich habe auch nur gefragt
Eben weil Du Dich nicht auskennst.

Über das Thema Selbstverletzung als Betroffener zu sprechen ist oft eine Gratwanderung auf sehr dünnem Eis.
Ein einziges falsches Wort kann den Gesprächspartner (oder einen Leser in einem Forum) die Beherrschung kosten. Das ist leider überhaupt nicht übertrieben sondern für alle Betroffenen die noch nicht oder gerade nicht über genügend Kontrolle verfügen, manchmal böse Realität.
Deswegen gibt es starke und penibel einzuhaltende Tabus, wenn wir uns untereinander unterhalten.

Manche von uns verwenden deshalb Umschreibungen, "harmlose" Worte wie beispielsweise manchmal auch "Ritzen" - möglicher Weise hast Du das daher?
Das mit den sprachlichen Tabus kannst Du nicht wissen, das ist mir klar. Also woher kommt es dann? Das war meine Frage. Kein Grund sich zu entschuldigen, dann habe ich das wohl zu hart formuliert.

Das gilt nicht direkt Dir, Du warst einfach nur der, der das als x-ter verwendet hat und ich dann doch mal gefragt habe, dieses Wort irritiert mich jedes Mal, wenn ich es lese.

Für meine geschätzte Familie ist Depression "Ich bin auch manchmal traurig, deswegen mache ich aber nicht so ein Theater und lasse mich so gehen"
eine Panikstörung ist "Man muss sich nur einmal überwinden, dann, weiß man, dass einem nichts passiert"
und Selbstverletzung "Du bist schön blöd, dass Du sowas machst, Du willst Dich nur hervortun und Aufmerksamkeit erreichen"
In allen 3 Punkten so weit daneben, wie nur möglich.
Aber etwas ähnliches macht fast jeder von uns durch. In einer Phase, wo man erst einmal damit klar kommen muss, akzeptieren und lernen muss, sich oft völlig neu definieren muss, in so einer Zeit ist das wirklich übel.

Es ist mein persönlicher Kreuzzug, dafür zu streiten, dass ein wenig mehr Information und bewusste Auseinandersetzung ein paar Vorurteile ersetzen. Ich selbst kann das machen, weil ich inzwischen damit klar komme. Aber wenn nur ein einziger "Neuling" auf etwas mehr Verständnis trifft, war es einen Kreuzzug wert

Gefällt mir

R
rika_11868864
10.08.12 um 11:21
In Antwort auf an0N_1189750099z

P.S.
Kann mir jemand erklären, warum Selbstverletzung so oft als "ritzen" bezeichnet wird?

Das ist schon ziemlich verharmlosend für etwas, was Wunden hinterlässt, die oft genäht werden müssen / sollten, fast immer aber Narben bilden.
Wie passt so ein Wort zu "blutüberströmt"?
Nehmt Ihr es nicht ernst? Wollt Ihr es nicht ernst nehmen? Scheut Ihr Euch davor, Worte zu verwenden, die dem etwas angemessener sind weil Euch die Vorstellung, sich selbst zu verletzen so fremd ist?

Unter "ritzen" verstehe ich einen kleinen Kratzer. Weniger als ein Millimeterchen breit und grad eben für 2-3 Tage sichtbar - wenn man hinschaut. Das sind die Spuren, die auf meiner Haut zurückbleiben, wenn ich mich unbewußt kratze, ohne es auch nur wahrzunehmen, weil ich die Kontrolle verloren habe. Kommt selten vor und hinterläßt keine Narben und nichts, was ernsthaft blutet - damit auch das Verlangen nicht befriedigt.
Wenn ich mich verletze, um die einen oder anderen Dämonen zu verdrängen, dann fällt das wesentlich deutlicher aus.

Ist halt...
... n Szenebegriff, was soll man dazu sagen? Die Medien haben es geprägt und fertig.
Durfte mir auch schon "Schlitzerin" anhören.
Sollen sie es doch nennen wie sie wollen, interessiert mich nicht.

Gefällt mir

R
rika_11868864
10.08.12 um 11:25
In Antwort auf rika_11868864

Ist halt...
... n Szenebegriff, was soll man dazu sagen? Die Medien haben es geprägt und fertig.
Durfte mir auch schon "Schlitzerin" anhören.
Sollen sie es doch nennen wie sie wollen, interessiert mich nicht.

Ich...
... finds scheisse, dass man seine Beiträge nicht löschen kann, denn ich hab eben erst deine Antwort unten gelesen. Sorry.

Gefällt mir

Anzeige