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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Meine Frau denkt sie" macht alles falsch"...Bez.Fr

Letzte Nachricht: 17. März 2010 um 10:23
B
brutus_12297053
16.03.10 um 18:48

Hallo,

meine Frau,eine eigentlich eine unkopmlizierte Frau,die schnell mit kleinigkeiten zufrieden gestell werden kann.
Nun bei uns das Problem,dass meine Frau heute einen kleinen "Zusammenbruch" und total geweint hatte und ich damit nicht umzugehen weiß und daher mal einen Rat benötige
.Im Gespräch mit ihr meinte sie,dass sie im Moment das Gefühl hat, alles falsch zu machen.Sei es Familiär,Beziehungstechnisch oder auch im Umgang mit unserem Kind.

Auslöser der heutigen sache war eigentlich das thema "SEX" was aber dazu führte, dass auch andere Sachen wie Freundschaften angesprochen wurden.

Meine Frau geht in 2 Schichten arbeiten (Vormittags oder Nachmittags 8 h) wenn sie Vormittags arbeitet,kann und unternehmen wir mit ihr soweit es zu gelassen wird bzw möglich ist viel mit ihr und auch den Kindern.Abreitet sie Nachmittags,dann schläft sie Vormittags bis sie sich Arbeitsfertig machen muss.Daher ist dann ebend nicht viel mit ihr anzufangen (Arbeiten). Dadurch das ich Hausmann bin und so zur Zeit mehr mit unserer Tochter zusammen bin,sie dadurch auch eine andere Bindung zu ihr hat (tochter) fühlt sich meine Frau oft durch mich Kitisiert. Andererseits kann sie(laut Aussage meiner Frau) auch nicht wirklich die Liebe ,die sie empfindet nicht ausdrücken,da sie es aus ihrer Kindheit nicht kennen lernte.Somit habe ich oft das Problem, dass sie nichts machen würde, wenn ich nicht die initiative übernehmen würde. (Um auf das Thema Sex zurück zukommen)

Was kann ich nun tun, um ihr klar zusammen, dass sie das Gefühl "ALLES FALSCH ZU MACHEN" zunehmen?Wäre eine Therapie evtl. notwendig?(Ambulant) Muss sie das für sich auch eifach nur "überwinden"?

Hiiiiiiilfe

Alles etwas verworren,ich kann es aber nicht anders beschreiben

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U
ume_12553983
17.03.10 um 10:23


Was du schilderst, klingt für mich nach mehreren (möglichen) Ursachen des Ausbruchs, den du erlebst hast. Ich versuche es mal aufzulisten, auch wenn die einzelnen Punkte natürlich etwas miteinander zu tun haben und nicht getrennt betrachtet werden können.

1. Euer Rollenbild ist verdreht. Du bist Hausmann und deine Frau verdient das Geld. Was heut zu Tage für einige Paare schon normal ist, ist für andere noch extrem schwer. Manchmal leidet der Mann eher darunter, dass er eben nicht der Versorger ist, manchmal ist es auch die Frau, die das Gefühl hat, ihrer Hauptaufgabe als Hausfrau und Mutter nicht nachzukommen, manchmal sind es auch beide, die leiden. Deine Frau scheint ein schlechtes Gewissen zu haben, weil sie sich aufgrund der Arbeit nicht gut genug um ihre Ehe und ihr Kind kümmern kann. Uns Frauen ist es ja irgendwie in die Wiege gelegt (ob nun biologisch oder sozial-geprägt, darüber streitet man sich ja), für Haus und Familie zu sorgen und wenn man das nicht kann, kämpft man schon mit einem schlechten Gewissen. Es wird sehr schwer werden, deiner Frau dieses Gefühl zu nehmen. Es kommt ganz tief von innen und ist wahrscheinlich sogar eine Art Grundbedürfnis. Ich kann gut verstehen, dass sie diese Situation sehr belastet. Es passt auch gut zu ihrer Aussage, dass sie das Gefühl hat, etwas nicht gut genug zu machen.

2. Deine Frau könnte einem Burn-Out nahe stehen. Sie scheint mit ihren Kräften am Ende zu sein, was auch logisch ist, wenn sie viel arbeitet und zu Hause unter emotionalem Stress steht (siehe Punkt 1). Wenn man arbeitet, braucht man immer einen Ausgleich, einen gefühlsmäßigen Ausgleich. Einen Ort, an dem man eben nicht unter Druck steht (wie auf der Arbeit), sondern an dem man ausspannen und sich gehen lassen kann (normal zu Hause, im Kreis der Familie). Wenn sie sich aber so einen Druck macht, bloß immer alles richtig zu machen, fehlt dieser Ausgleich und sie verliert immer mehr Kraft. Daraus resultiert ein Teufelskreis aus Kraftverlust -> weniger Leistung -> Enttäuschung von sich selbst -> sich wieder Stress machen -> Kraftverlust -> .... usw. Bis es irgendwann "knallt".

3. Deine Frau hat nie gelernt, richtig ihre Gefühle zu zeigen. Das ist wirklich etwas, was man lernen muss, meistens im Kindesalter von den Eltern. Wenn es das aber nicht so gab, wenn Eltern und Kind sich nie gesagt haben, wie es ihnen geht, dann fehlt das später im Erwachsenenalter. Manche wurden ja sogar dazu erzogen, bloß keine Gefühle zu zeigen (Schwäche!), bei denen ist es besonders schwer, meistens trifft das Männer. Das Lerne kann man aber nachholen! Es ist im Erwachsenenalter immer viel schwerer so etwas zu lernen, aber es geht.

Diese drei Punkte sehe ich als eventuelle Ursachen eurer Situation.
Lösungswege gäbe es sicherlich mehrere. Ihr könnt versuchen, es selbst zu schaffen. Das geht nur mit viel viel reden. Ihr könntet z.B. einführen, euch einmal am Tag 10 Minuten Zeit zu nehmen, um über eure Gefühle zu sprechen, egal was an dem Tag war und wie überflüssig man es in diesem Moment findet. Einfach erzählen, wie ihr euch heute gefühlt habt. Z.B. "heute Nachmittag war ich sehr erschöpft, weil wir gestern Abend so lange wach waren" oder "heute Vormittag habe ich mich gefreut, weil ich ein Lob vom Chef bekommen habe". Diese scheinbar banalen Schilderungen von Gefühlen (es handelt sich ja nicht um Erzählungen, was war, sondern um das, was man in DIESEN Momenten GEFÜHLT hat!) lösen ja zwangsweise Reaktionen aus, es kann also ein Gespräch über GEFÜHLE entstehen. So kann man das Reden darüber erlernen und es fällt einem vielleicht mit der Zeit nicht mehr so schwer, über unangenehme Gefühle zu reden. So redet sie vielleicht viel eher mit dir als dann, wenn sich schon wieder alles angestaut hat.

Ihr könntet natürlich auch eine Therapie versuchen, wobei ich euch hier eher eine Paartherapie empfehlen würde. Ich sehe das Problem wie gesagt nicht nur bei ihr, sondern bei euch (als Gefüge Familie). Es gibt ja viele Therapeuten, die gleichzeitig auch Familien- oder Paartherapie anbieten, ich denke, das wäre das Richtige für euch. Du solltest auf jeden Fall in die Therapie einbezogen werden und eventuell auch euer Kind. Und wenn es der Therapeut für richtig hält, kann deine Frau ja auch einige Sitzungen alleine abhalten. Das wird dann individuell entschieden.
Du darfst aber auf keinen Fall denken "SIE macht eine Therapie und alles ist super". Nein, da müssen alle an einem Strang ziehen und ihr müsst auch außerhalb der Therapieräume viel darüber sprechen, dann kann es klappen.

Das ist schon ein ziemlicher Brocken und ich würde euch dringend anraten, eine Lösung ernsthaft anzugehen. Wenn die Mutter unglücklich ist, geht das schnell aufs Kind und den Mann über und macht am Ende alle unglücklich. So leben manche Paare dann Jahr um Jahr und am Ende kommt die Reue, nur ist es dann oft zu spät.

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