Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Meine beste Freundin kommt nicht richitg mit meinen Depressionen klar

22. September um 22:13 Letzte Antwort: 28. September um 23:18

Heyy
ich weiß gar nicht so richtig wo ich anfangen soll...ich bin jetzt seit fast 5 Jahren mit meiner Freundin befreundet und in all den Jahren haben wir uns nie wirklich gestritten. Wir sind in vielen Dingen ziemlich Gegensätzlich - sie ist sehr laut, extrovertiert, mag es zu reden, ist direkt und ist ziemlich neugierig und ungeduldig, ich bin eher still, sehr introvertiert, rede nicht viel und halte mich meistens zurück. Selbst in gesprächen mit ihr kommentiere ich meist nur während sie erzählt. Ich bin halt sehr schlecht was worte angeht (kann meistens auch nicht gut mit gefühlen/emotionen umgehen). 
Eine Sache die nicht viele Leute wissen ist, dass ziemlich große Selbstzweifel hat und auch generell sehr unsicher ist (auch wenn ihr selbst das manchmal gar nicht bewusst ist). Ich versuche dann immer so gut wie es geht ihr zu sagen dass das nicht stimmt, aber wie schon erwähnt kann ich solche dinge einfach nicht.

Ihr müsst wissen, dass ich jetzt schon einige Jahre an Depressionen leide. Das weiß sie auch als einer der wenigen. Meine Depressiven Episoden sind kürzer als bei den meisten, kommen dafür meist heftiger und in (mehr oder weniger) kurzen Abständen. Ich rede während dieser Zeit fast gar nicht mehr, antworte nicht auf Nachrichten und schotte mich komplett ab. An vielen Tagen fällt es mir schwer überhaupt aus dem Bett zu kommen. Obwohl es jetzt schon mehrfach aufgetreten ist fragt sie mich jedesmal ob es an ihr liegt und ob sie was falsch gemacht hat. Ich habe wirklich  schon merhfach versucht ihr dass zu erkären und verstehe auch, dass es besodners Nahestehenden sehr schwer fällt, aber ich weiß nicht was ich noch machen soll...

Ganz genrell glaube ich, dass sie nicht so richtig verstanden hat was Depressionen wirklich sind (jedesmal wenn wieder in eine depressive Episode kommt, glaubt sie zu wissen wodurch diese ausgelöst wurde auch wenn es gar keinen auslöser gab und immer wieder drückt sie sprüche die eine Depression als Krankheit klein machen und mich teilweise ziemlich treffen) versteht mich nicht falsch, ich will mich hier nicht selbstbemittleiden und ich liebe meine betse Freundin über alles, nur manchmal weiß ich genauso wenig wie ich mit ihr umgehen soll, wie sie mit mir. 
Erst gerade hatte ich wieder eine schlimmere Phase und sie hat mich per WhatsApp gefragt ob sie was falsch gemacht hätte und ich weiß einfach nicht mehr was ich ihr sagen soll...
ich habe das gefühl wir haben uns in der letzten zeit ziemlich distanziert. Sie hat besinders in letzter Zeit viele neue Kontakte geschlossen, von denen ich zwar die meisten kenne aber keinen wirklichen draht zu ihnen habe...

habt ihr vielleicht Tipps, Erfahrungen mit solchen Situationen oder ein Idee wie ich sie darauf ansprechen kann?

Danke schonmal im vorraus...

Mehr lesen

26. September um 19:39

Wenn du ihr vielleicht ein kleines Buch über das Krankheitsbild besorgst? Das sie es sich einfach ebsser vorstellen kann ohne dass sie sich dann sowas zu Herzen nimmt?

Wenn du nicht anwortest könnte sie dir ja statt dessen in den Tagen (Wochen?) dann immer wieder eine Nachricht schreiben, dass sie an dich denkt. Dann kann sie auch aktiv was tun.

Oder kriegst du es zumindest hin, einen bestimmten Smily zu schicken, wenn du in so einer Phase bist? Geht es dir morgens oder abends mal ein bissl besser? Oder liegst du eh nachts wach? Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dich zu einem verabredeten Lebenszeichen aufzuraffen?

Gefällt mir
27. September um 20:14

Depressionen sind oft bei introvertierten und Verkopften Menschen zu finden. 

Viele berichten in den Gesprächen auch von der Angst was falsches Sagen zu können. Diese Angst nimmt stetig zu und führt letztlich zu einem Sozialen Ausschluss. Der dann spätestens ein bis 2 Jahre später zu einer Sozialphobie umschwabt. Was Kontraproduktiv ist da sie durch Soziale Ausgrenzung das Bedürfnis der Kommunikation nicht mehr nachgehen. Die Kommunikation Offen und ehrlich ist aber oft ausschlaggebend für eine Kurative Wirkung wer viel verheimlicht und zurückhält oder auch verleumdnet zieht sich meist selber runter. Er verschlimmert seine Depressivenphasen. 

Um also effektiv an Depressionen zu arbeiten Bedarf es offener und ehrlicher Aussprache. Antidepressiva verlieren über längeren Zeitraum auch an Wirkung und müssen höher dosiert werden was sich letztendlich auch negativ auf das Körperliche befinden schlagen kann die meisten bekommen früher oder später Nebenwirkungen grade nach Dosen Anpassungen. 

Umso stärker eine Emotionale Bindung zu einem Menschen umso heftiger die auswirkungen der verleumdung oder des verheimlichen. 

Oft mals sind es auch Elterlichebindungen 
Wo schon in Erziehungs wegen das Verheimlichen oder nicht aussprechen der eigenen Gedanken Emotionen und Gefühle den Grundstein einer späteren Depression legen. Das Bedürfnis nach offenen Gesprächen ist aber bei vielen anders. 
Ein sehr empfindsamer Mensch leidet meist schon sehr früh wenn im Umfeld kaum offene und ehrliche Personen sind denen man sich anvertrauen kann. 

Irgendwann kommt auch kein Psychiater mehr zu den Personen durch da oft emotionale Bindungen verteidigt werden selbst über den Tod hinaus. Weil es vielen schwer fällt sich einzugestehen das Eltern auch Menschen sind die Fehler machen. 

Wer schonmal so ein Verteidigen  im Therapie Gespräch erlebt hatt weiß wovon ich spreche. 
Da ist oft der Punkt wo nur noch der Patient selbst weiter kommt. 

Wenn der Psychologe überhaupt soweit kommt

Gefällt mir
28. September um 23:18

Hi Jasmin,

sich Hilfe oder Rat zu holen, bedeutet dass man bereit ist etwas zu verändern und nach vorne schaut.

Persönlich denke ich, du kannst ihr erstmal danken, dass sie versucht mit deiner Situation umzugehen und dies immer und immer wieder. Etwas unglücklich und aus ihrer fehlenden Erfahrung heraus auch etwas unangebracht (jedoch würde ich darauf nicht rumreiten).

Beschreib ihr mal, wie sich für dich die Depression anfühlt und wie sich dein Alltag dann gestaltet. 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich Depression wie folgt anfühlt:
- innere Unruhe 
- eine Art Lampenfieber (Angst/Aufregung vor etwas definiert oder undefiniert)
- Liebeskummer
- Trauer (Verlustangst)
- Existenzangst 
- Gedanken kreisen 

Alle negativen Gefühle sind meist durch irrationalen Gedanken begründet, die später aus objektiver Reflekion keinen Sinn ergeben.

Beschreibt ihr, dass man antriebslos ist und den ganzen Tag im Bett liegt. 

Ich nehme an, Sie hat noch keine Depression gehabt. Wenn ja kann Sie, dass nicht nachvollziehen. 

Bitte sie dich zu verstehen, dir auch Auszeiten zu geben und dass sie dich regelmäßig kontaktiert oder besucht.

Viele Erfolg und Grüße 
cil

Gefällt mir