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Mein Vater

3. November 2008 um 0:38

Ich sitz hier gerade in seinem Zimmer-unverändert-an seinem Schreibtisch.auf seinem Stuhl.an seine Computer.tippe auf seiner Tastatur!
Es ist Ende Dezember ein Jahr her, dass ich ihn verloren habe!Ich war 16 als er sterben musste, mein Zwillingbruder(seltsamerweise) auch und meiner kleiner Bruder gerade 10!Nicht gerade ein Alter in dem man normalerweise seine Eltern verliert!Meine Papa hatte Krebs.Ein halbes Jahr nach Diagnose war er schon tot!
Es gibt Momente, da kann ich es immer noch nicht ganz glauben!Da hab ich das Gefühl gleich geht die Türe auf und er spaziert hier hinein!wie immer!lachend, fröhlich, einfach er!Aber ich weiß, dass das nie wieder sein wird!
Vor eine Woche ist unser Opa gestorben, sein Papa, genau wie er am 26.!
Ich bin nicht unebdingt sehr gläubig, aber ich weiß, dass mein Papi jetzt nicht mehr alleine ist!!!
Irgendwie ist seit seinem Tod alles so anders, und genau deshalb ist es so unebgreiflich, dass sich die Erde weiter dreht!
Ich hab meinem Vater so geliebt!Hatte nie wirklich Streit mit ihm!
Ich schreibe das hier alles einfach weil es so gut tut einfach nur mal über ihn zu reden, ihn ein Stück wieder lebendig zu machen!Aber auch um all denen, die selbst ein Elternteil oder überhaupt einen geliebten Menschen verlieren mussten, Mut zu machen!Mut dafür zu seinen Gefühlen, seiner Trauer zu stehen!Aber ihnen gleichzeitig sagen, dass sie Kraft brauchen werden!Man braucht viel Kraft, aber es wird besser!langsam zwar nur, aber es wird!Man muss weiterdenken, auch wenn genau das in einer solchen Situation so verdammt schwierig ist!
Man muss aber auch die Momente der Verzweiflung zulassen!Nicht immer den Starken/die Starke spielen!Die Momente der Schwäche gehören dazu, das ganze zu verarbeiten!
Ich hab auch Momente in denen ich nicht weiß, wie ich mein Leben,das noch zum größten Teil vor mir liegt,ohne ihn durchhalten soll!Aber er ist ja immer da, bei mir, bei uns allen!!
Ungefähr 3 Monate nach seinem Tod, habe ich angefangen zu begreifen!Da ist auch der Text entstanden den ich hier nun noch dalassen will!

Mein Vater

Ein Mann, ein Mann der es verdient hätte 100 Jahre alt zu werden. Nicht nur ein Mann, nein mein Vater. Er hat gehofft, genau wie ich. Ich hatte immer Hoffnung. Bis zu dem Tag als ich in seine Augen blickte und gesehen habe, dass er nicht mehr hoffte. Eine Woche vor seinem Tod. Bis dahin hat er gekämpft meine Papa, mein Held. Vielleicht sagt ihr jetzt er hätte den Helden gespielt, für uns, seine Familie, die er liebt. Sicher er hätte uns nicht verletzten wollen. Aber ich weiß, dass er gehofft hat. Bis zum Schluss. Mein Vater war Optimist, genau wie ich es bin. Warum darf er es nicht mehr sein, wo er es doch so sehr verdient hätte?? Er wollte doch leben! Er wollte nichts mehr als das. Hatte so große Angst vor dem Tod. Davor uns verlassen zu müssen. Ich weiß nicht, was in ihm vorging aber ich weiß, dass er nie aufgehört hat das Leben zu lieben. Er hat es so sehr geliebt und trotzdem durfte er es nicht lange leben. Sogar als er krank war, sehr krank war, hat er in die Zukunft geblickt. Hat sich mit größter Freude Gedanken über unsere Zukunft gemacht. War stolz auf uns. Hat über unsere, unsere und seine Zukunft geredet. Er hat es nicht gewollt und genau deswegen hat er es auch geschafft bis zum Ende nicht daran zu glauben. An den Tod. Wie sehr ich dieses Wort hasse. Tod. Tot. Tod. Tot, töter, am tötesten, was für ein Wortspiel. Hätte mir einer gesagt ich werde mit 16 meinen Vater verlieren, ich hätte es nicht geglaubt. So ein Mann kann nicht einfach weg sein, einfach so, von heute auf morgen. Er ist weg, aber doch da. Irgendwo ganz tief in uns drin. Dort wird er immer sein. Der tollste Vater der Welt. Der Mann der verzweifelt geliebt hat. Ja, er war ein Stück des Himmels. Das war er. Ich warte so oft darauf, dass ich aufwache, aus einem bösen Traum. Ihn in den Arm nehme und ihm von meinem Albtraum erzähle. Aber dieser Albtraum ist Wirklichkeit. Bittere Realität . Er hat den Raum mit Sonne geflutet. Jetzt kann er nur noch unsere Herzen mit Sonne fluten. Mit Sonne, Sonne, die er so geliebt hat. Im Sommer da saßen wir noch zusammen in der Sonne und redeten über solche Banalitäten, dass ich jetzt fast drüber lachen könnte. Die Sonne, bald ist sie wieder da, bald ist es ein Jahr her, dass wir noch zusammen lachen konnten. Aus den Freudentränen wurden Tränen der Angst, der Verzweiflung, der Liebe. Jetzt sind es Tränen der Trauer. Manchmal vermiss ich ihn so, dass ich glaube es wäre schöner bei ihm zu sein. Selbst tot zu sein. Ihn in die Arme zu nehmen und ihm zu sagen wie sehr ich ihn liebe. Mich mit ihm in die Sonne zu setzen. Das Leben ist aber hier. Hier, wo ich noch viele Menschen habe, die ich auch liebe, die mich lieben. Ich weiß, dass er auf uns wartet. So lange bist wir wieder zusammen sind. Bis der Weg uns zu ihm führt. So lange noch. Das Leben ist nicht fair. Ich geh hier nicht weg, hab die Frist verlängert, ich habe ihn sicher in meiner Seele und trag ihn bei mir bis der Vorhang fällt!

Morgen ist die Beerdigung von meinem Opa.Am gleichen Friedhof!Ich hab Angst, Angst alles nochmal durchstehe zu müssen!Es wird mich bestimmt so viel an seine Beerdigung erinnern,aber ich schaff das!!!
Ich wünsche allen hier, die mit einem Verlust zu kämpfen haben viel viel Kraft, Hoffnung und vor allem die Gabe nie aufzuhören das Leben zu leben und genießen!!!


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3. November 2008 um 15:03

Deine Weitsicht, deine Kraft, dein Mut, deine Liebe
haben mich zu Tränen gerührt. Du bist eine wunderbare junge Frau und dein Vater ist mit Sicherheit stolz auf dich. Du weiß ja selbst. Die Toten sind nicht tot, sie sind nur auf der anderen Seite des Vorhangs in einer anderen Realität als unserer. Und das mit dem 26. das ist doch ein Zeichen. Schön, dass du so einen Vater hattest und er so eine wundervolle Tochter. Gib es weiter, das ist das Beste , was du tun kannst.
Alles Liebe für dich
Melike

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5. November 2008 um 12:54

Ich habe vor ...
4 jahren meinen vater verloren, zu diesem zeitpunkt war ich gerade einmal 12. er fiel vor 6 jahren ins koma. wachte niewieder auf. zu dieser zeit spielte ich immer die rolle der starken, kleinen tochter. doch innerlich zerriss es mich, ihn dort so liegen zu sehen, angeschlossen an sämtlichen maschinen, all die schläuche und zu wissen ich werde niewieder seine stimmt hören. es tat so unendlich weh. ich konnte nichts für ihn tun, nur am bett sitzen und seine hand halten. ich weinte nie vor ihm, nicht einmal vor meiner mutter, vor niemanden, immer nur alleine für mich. der tag der mein leben letztenendes komplett veränderte werde ich wohl nie vergessen, die nachricht traf mich wie ein schlag ins gesicht. in der klinik belebten sie ihn immer wieder neu, ich konnte es nicht sehen, dennoch tat es mir weh, ich fühlte mich wie an seiner stelle, ich wusste er will nicht mehr. er will dort hin wo er glücklich sein kann und das ist nicht hier. ich wurde in das zimmer geholt, dort lag er, weiß, eiskalt und ohne zu atmen, er war tot. ich brach innerlich zusammen. die letzten 24 monate konnte ich zwar auch nicht mit ihm reden, doch er war immer noch da, hier bei mir, ich konnte ihn anfassen und manchmal hatte ich das gefühl er konnte mich hören, doch jetzt ist er weg, einfach weg und das für immer. was mich zudem noch sehr hart traf ist das mein opa genau eine woche vor ihm starb. seid dem sind jetzt 4 jahre vergangen und langsam komme ich aus meiner schockphase raus und gegreife es wird ihn hier niewieder geben. ich merke dass mir die männliche bezugsperson fehlt, dass ich ihn sosehr vermisse. als das ganze passiert ist musste ich lernen selbstständig zu werden, ich musste früher auf eigenen beinen stehen und schneller erwachsen werden, ich bin 17 und ich merke dass ich ganz andere ansichten vom leben habe als andere in meinem alter, was es aber auch nicht immer leicht macht. es ist für mich nicht leicht darüber zu reden, doch manchmal tut es gut mit jmd zu reden der das gleiche durchgemacht hat wie man selbst, denn aussenstehende können es nicht nachempfinden. seid 2 jahren bin ich nun mit meinem freund zusammen und ich merke immer mehr wie sehr mir mein dad fehlt. ich möchte ihn so oft einfach nur um rat fragen, um seine hilfe bitten. in letzter zeit habe ich das gefühl dass das geschehene sich immer mehr auf mich auswirkt, auf mich und mein leben. ich habe verlustsängste, habe angst jmd zu nahe zu kommen aus angst ihn verlieren zu können.
trotzalledem kann ich sagen ich bin stolz auf ihn, er hatte damals sosehr gekämpft, gekämpft um das leben und ich bewundere ihn sosehr.

wünsch euch allen weiterhin viel glück und hört nicht auf zu kämpfen, sei es auch noch so hart!

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6. November 2008 um 19:22
In Antwort auf lady1373

Ich habe vor ...
4 jahren meinen vater verloren, zu diesem zeitpunkt war ich gerade einmal 12. er fiel vor 6 jahren ins koma. wachte niewieder auf. zu dieser zeit spielte ich immer die rolle der starken, kleinen tochter. doch innerlich zerriss es mich, ihn dort so liegen zu sehen, angeschlossen an sämtlichen maschinen, all die schläuche und zu wissen ich werde niewieder seine stimmt hören. es tat so unendlich weh. ich konnte nichts für ihn tun, nur am bett sitzen und seine hand halten. ich weinte nie vor ihm, nicht einmal vor meiner mutter, vor niemanden, immer nur alleine für mich. der tag der mein leben letztenendes komplett veränderte werde ich wohl nie vergessen, die nachricht traf mich wie ein schlag ins gesicht. in der klinik belebten sie ihn immer wieder neu, ich konnte es nicht sehen, dennoch tat es mir weh, ich fühlte mich wie an seiner stelle, ich wusste er will nicht mehr. er will dort hin wo er glücklich sein kann und das ist nicht hier. ich wurde in das zimmer geholt, dort lag er, weiß, eiskalt und ohne zu atmen, er war tot. ich brach innerlich zusammen. die letzten 24 monate konnte ich zwar auch nicht mit ihm reden, doch er war immer noch da, hier bei mir, ich konnte ihn anfassen und manchmal hatte ich das gefühl er konnte mich hören, doch jetzt ist er weg, einfach weg und das für immer. was mich zudem noch sehr hart traf ist das mein opa genau eine woche vor ihm starb. seid dem sind jetzt 4 jahre vergangen und langsam komme ich aus meiner schockphase raus und gegreife es wird ihn hier niewieder geben. ich merke dass mir die männliche bezugsperson fehlt, dass ich ihn sosehr vermisse. als das ganze passiert ist musste ich lernen selbstständig zu werden, ich musste früher auf eigenen beinen stehen und schneller erwachsen werden, ich bin 17 und ich merke dass ich ganz andere ansichten vom leben habe als andere in meinem alter, was es aber auch nicht immer leicht macht. es ist für mich nicht leicht darüber zu reden, doch manchmal tut es gut mit jmd zu reden der das gleiche durchgemacht hat wie man selbst, denn aussenstehende können es nicht nachempfinden. seid 2 jahren bin ich nun mit meinem freund zusammen und ich merke immer mehr wie sehr mir mein dad fehlt. ich möchte ihn so oft einfach nur um rat fragen, um seine hilfe bitten. in letzter zeit habe ich das gefühl dass das geschehene sich immer mehr auf mich auswirkt, auf mich und mein leben. ich habe verlustsängste, habe angst jmd zu nahe zu kommen aus angst ihn verlieren zu können.
trotzalledem kann ich sagen ich bin stolz auf ihn, er hatte damals sosehr gekämpft, gekämpft um das leben und ich bewundere ihn sosehr.

wünsch euch allen weiterhin viel glück und hört nicht auf zu kämpfen, sei es auch noch so hart!

@lady1373
das Schicksal, so schwer wie es auch ist, ist die einzige Möglichkeit gut weiterzuleben.
Auch dein Vater wird stolz auf dich sein. Vielleicht ist es aber wirklich gut, wenn du mit
jemand mal ausführlich über deine Verlustängste redest, damit dich dieses Thema nicht
später überrollt. Verlustängste sind etwas sehr heftiges und Prägendes.
Gruß Melike

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12. November 2008 um 21:27

Toll ...
Hallo pumbaaa1 !!!

Ich habe auch erst letzten Monat meinen Papa verloren.

Hier findest Du meine Geschichte: http://forum.gofeminin.de/forum/perteenfant/__f499_perteenfant-Papa-gestor ben.html

In dem was Du geschrieben hast, finde ich mich genauso wieder.

Du kannst Dich gerne bei mir wieder melden, wenn Du jemand zum austauschen brauchst.

Viele Grüße
Melanie

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