Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Mein Papa ist plötzlich verstorben

Letzte Nachricht: 18. März 2008 um 8:53
A
an0N_1214105099z
17.03.08 um 15:10

hallo zusammen.
Ich bin 22 und vor genau 14 tagen wurde mein Vater für hirntod erklärt.
Er hatte vor 3 wochen einen zunächsst harmlosen sturz beim farradfahren, dessen nachfolge aber ein schwerer schlaganfall war. Ich habe ihn morgens vor seinem bett gefunden und dann den notarzt gerufen. er gehörte zu keinerlei risikokategorien, war schlank, Nichtraucher , ernährte sich meist gesund und triebe täglich mindestens zwei stunden sport. Die ärzte meinten er ist einfach der größte pechvogel der welt.
Er wurde dann in eine spezialklinik geflogen und dort wurde ihm der kopf geöffnet um den druck zu reduzieren. die op verlief soweit gut und nach 1 1/2 tagen machten die ärzte uns (meiner ma, meinem bruder und mir) hoffnung das sie ihn aus dem künstl. koma holen könnten aber schon am folgetag wurde alles schlimmer. der druck wurde immer größer und man sagte uns wir müssen mit seinem tod rechnen. am 3.wurde er endgültig für hirntod erklärt.
Mir selber geh es zur zeit gut, eigentlich zu gut. ich verstehe gerde selbst nicht was ich denke.
Aber am meisten mache ich mir sorgen um meine Mutter, die beiden waren seit meine ma teenager ist zusammen. Für sie muss alles so grausam sein. ich wohne seit einigen jahren studienbedingt nicht mehr zuhause war aber die letzten 3 wochen bei meiner familie. aber sie scheint das alles so gut zu packen, aber ich habe angst das sie alles verdrängt. Ich will ihr irgendwie helfen.
Kann es denn sein das es uns alle kaum trifft. ?
Wir haben unseren Vater wahnsinnig geliebt, und auch wenn er leben würde würde ich über ihn sagen er war ein wundervoller vater. Liebevoll und ausgeglichen. Ja, er hatte ein schönes Leben, und sein tod war zumindest nicht mit schmerzen für ihn verbunden (wegen koma, und morphium) aber mir kommt alles so locker vor, wir 3 trauer kaum, natürlich heulen wir ab und an, aber wenn wir über ihn reden dann immer mit einem lächeln auf den lippen.
Ich habe das gefühl die leute um uns herum trauer viel mehr. Ich kann über alles reden ohne mich schlimm zu fühlen, da ist kein schmerz. nur ganz selten. MOmentan vermisse ich ihn einfach, aber mir kommt alles immernoch so unwirklich vor, ich träume oft von ihm und men erster gedanka morgens ist immer, dein vater ist tod. aber trotzdem versteh ich es immer noch nicht.

Ich würde gerne besser mit der situation umgehen könne, ich bin sonst ein so gefühlsbetoneter mensch, aber momentan fühl ich manchmal einfach gar nichts.
Ich weiß nicht ob diese beitrag einen sinn erfüllt, denn ich kann ja über alles reden, aber vielleicht hat ja jemand erfahrung wie es weitergeht, wie ich meiner mutter helfen kann.....
danke fürs lesen

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I
iris_12527557
18.03.08 um 8:53

Einen Teil kannst du nachlesen,
in dem Beitrag von heute, wo die Oma vor 7 Jahren gestorben ist. Die Trauer verläuft in verschiedenen Phasen und ihr habt den Tod noch garnicht realisiert , ihr seid quasi noch in einem Schockzustand. Es gibt auch keine Vorschrift, in welchem Maß man traurig zu sein hat. Und jeder Mensch ist anders und hat sich auch in anderer Weise mit dem Tod auseinander-
gesetzt. Manche können ihn sehr gut annehmen, als etwas das zum Leben gehört. Manche glauben an Reinkarnation und haben damit auch eine andere Einstellung zum Tod. Bei dir überwiegt
im Moment so eine Art dankbare Zustimmung zu etwas Unabänderlichem. Ob das so bleibt, weiß
ich nicht. Was ich dir rate und mit auf den Weg geben kann. Lebe jeden Tag bewußt. Und entscheide an dem neuen Tag, was dann zu tun ist. Es kann sein, dass dich die Trauer noch
heftig übermannt, muß aber nicht sein. Es gibt Trauergruppen (evtl. auch für deine Mutter) es gibt im Internet einiges, schau einfach mal nach. Zwei Seiten kann ich dir empfehlen.
www.verwitwet.de (gilt für alle Trauernden)
www.elternlos. de. Was ich dir auch empfehlen
kann ist einen Brief an deinen Vater zu schreiben, ihm zu sagen, wie dankbar du bist, so einen wundervollen Vater gehabt zu haben. Was er dich gelernt hat, was er dir mitgegeben hat für dein Leben. Vielleicht wird sich auf
diesem Weg dein "Schockzustand" etwas lösen.
Ihr müsst auf jeden Fall keine Erwartungen erfüllen. "Bei Trauer hat das so und so zu sein." Es gibt niemals etwas allgemein Gültiges. Es tut mir sehr leid, was bei euch
passiert ist, freue mich aber sehr für dich,dass du so einen wundervollen Vater und
Vorbild hattest. Das ist ein schönes Erbe, das schönste, dass es überhaupt gibt.
Ich umarme dich.
Lieben Gruß
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