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Mein Mitbewohner

14. Januar 2015 um 18:44

Hallo ihr Lieben,

ich lese schon lange hier mit und hab mich jetzt vor ner Weile angemeldet, weil ich schon länger ein Problem habe: meinen Mitbewohner. Das wird jetzt ein längerer Text, sorry dafür!

Ich wohne mit drei Jungs zusammen. Zwei davon studieren wie ich. Der dritte im Bunde macht nichts. Absolut nichts. Und das seit über 8 Jahren. Er hat damals Biologie auf Diplom studiert und auch sehr gut abgeschlossen.

Jaund nun ist er 37, fast 38, sitzt den ganzen Tag daheim rum, kriegt von seinen Eltern immer noch sein Studententaschengeld von 650Euro, wovon die Miete und Krankenversicherung gezahlt wird und der Rest geht für Essen, Kippen und Alkohol drauf.

Seine Eltern sind inzwischen Anfang 60 und arbeiten letztendlich nur noch für ihn. Jetzt kam die Krebserkrankung der Mutter hinzu, weswegen er in letzter Zeit immer wieder öfter heimfährt allerdings zum Wochenende wieder herkommt, um ja keine Party zu verpassen.

Der Typ ist weder beim Arbeitsamt gemeldet (zwecks Rentenversicherung), noch hat er irgendeinen Nebenjob (wie z.B. ich und ein Mitbewohner neben dem Studium).
Klar, könnte ich jetzt sagen hat mich nicht zu interessieren, es ist sein Leben. Aber irgendwie kann ich das nicht (Stichwort: Helfersyndrom). Noch dazu sind wir eigentlich alle ganz gut befreundet auch mit den Nachbar-WGs. Wir sitzen viel zusammen und reden. Wir bieten ihm jede Form von Hilfe an. Er nimmt nichts davon an oder weicht aus. Inzwischen versuchen wir gar nicht mehr irgendwas zu sagen, denn er hat immer eine Ausrede. Nebenjob an der Tanke direkt nebenan unter seinem Niveau. Jobsuche im November bringt nichts, vor Weihnachten gäbe es kaum Jobs. Zum Arbeitsamt, damit wenigstens der Staat bzw. die Gesellschaft für seine Rente einzahlt die wollen dann irgendwas von ihm. Zu einer psychologischen Beratungsstelle er ist doch nicht krank!
Wir haben es also eigentlich aufgegeben. Das Problem ist: Er spricht es immer von sich aus an. Er weiß ganz genau was seine Situation ist, spielt sie halt runter und macht sich sogar darüber lustig.

Es ist inzwischen sogar so weit, dass es mich nervt, wenn ich um 17Uhr von der Uni komm und 2 Stunden später wieder arbeiten muss und er grad erst aufgestanden ist und dann meint: Ich bin voll kaputt gestern zu viel gesoffen! Es nervt mich, wenn ich mal vom Job erzähl und er dann meint Als ich gearbeitet habe und er von seinem letzten Job mit 17 erzählt, wo er ab und zu im Sportheim seines Dorfes ausgeholfen hat. Es nervt ich mich, wenn er sagt Wenn ich mal groß bin, will ich auch mal Kinder/ein Haus/.

Es ist eigentlich ein lieber, intelligenter Typ aber ich komm mit dieser Lebensweise immer weniger zurecht. Ich lass sowas an mich ran, mir ist es wichtig, dass es meinen Mitmenschen gut geht und helfe, wo es nur geht. Aber im Moment sieht es eher so aus, als ob er in 20 Jahren noch in diesem WG-Zimmer wohnen wird.

Was meint ihr? Soll ich einfach wirklich knallhart abschließen mit dem Thema oder gibt es irgendeine Möglichkeit ihm zu helfen, dass er sein Leben mal auf die Reihe kriegt?

Liebe Grüße

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14. Januar 2015 um 18:49

Edit:
Ich hatte den Text bei Word vorgeschrieben - leider sind jetzt einige Satzzeichen nicht kopiert worden und das Lesen ist an manchen Stellen etwas schwieriger. Aber anscheinend kann ich den Beitrag weder editieren noch löschen & neu schreiben

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14. Januar 2015 um 19:29

Depression?
Mein erster Gedanke: ist der faul. Mein zweiter: warum ist er so faul/lethargisch? Ist es eher eine Art Antriebsstörung? Depressionen?

Er scheint sein Leben vor sich her zu schieben... "wenn ich mal groß bin"... Wann wär denn das?
Im Endeffekt kannst du ihm nicht helfen. Das müsste er selbst. Denn dieses "mitzerren" saugt nur unnötig Energie aus dir.

Womöglich würde es ihm helfen, wenn man ihm sein "Taschengeld" streicht...

Beteiligt er sich wenigstens im Haushalt?

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15. Januar 2015 um 14:29

Er ist Erwachsen,
es geht dich einfach nichts an, was er aus seinem Leben macht, wenn er sich so wohl fühlt ist es doch ok.
Ich weiß, das du der Meinung bist, das er anderen auf der Tasche ligt, aber wir haben hier halt eine recht hohe Arbeitslosigkeit (wobei es hier in der BRD auf Grund des Demografischen Faktors immer weniger Menschen gibt, die die Statistik beeinflussen). Es wird nie für alle Menschen Arbeit geben und um Ehrlich zu sein bin ich Menschen wie deinem Mitbewohner dankbar ... vielleicht hätte ich ja sonst keine Arbeit? Also ich arbeite gerne und es wäre schade wenn jemand der nicht arbeiten will mir meinen Job wegnehmen würde. (Bildlich gesprochen )

Also können wir beide doch froh sein, wenn er mit der Situation zu frieden ist.
Und im Prinzip hat er sogar recht, es gibt hier nur sehr sehr wenige Jobs für Intelligente Menschen.

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15. Januar 2015 um 14:42
In Antwort auf cicero_12745294

Depression?
Mein erster Gedanke: ist der faul. Mein zweiter: warum ist er so faul/lethargisch? Ist es eher eine Art Antriebsstörung? Depressionen?

Er scheint sein Leben vor sich her zu schieben... "wenn ich mal groß bin"... Wann wär denn das?
Im Endeffekt kannst du ihm nicht helfen. Das müsste er selbst. Denn dieses "mitzerren" saugt nur unnötig Energie aus dir.

Womöglich würde es ihm helfen, wenn man ihm sein "Taschengeld" streicht...

Beteiligt er sich wenigstens im Haushalt?

Depression!
An eine Depression habe ich auch schon gedacht. Da hab ich auch schon mal mit ihm drüber geredet. Er meinte nur "Was? Ich will mich doch nicht umbringen!" Aber eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass er zumindest an einer leichten Depression leidet.

Am Haushalt beteiligen tut er sich nicht wirklich. Er wischt mal aus schlechtem Gewissen, weil er sieht, dass ich das Bad geputzt habe. Aber wie gesagt - von sich aus macht er sehr, sehr wenig. Die anderen Jungs allerdings auch. Der Unterschied zu denen ist: Er mags eigentlich ordentlicher, sauberer während es den anderen zwei relativ egal ist.

Er steht halt erst gegen 16/17/18Uhr auf, gegen 20Uhr kommen oft die Nachbarn rüber, wir trinken zusammen ein, zwei Bier oder Tee etc. Dann ziehen wir uns spätestens gegen Mitternacht zurück. Er ist entweder die ganze Nacht bis 6 morgens wach und schaut Filme etc. oder er geht noch in die Kneipe und kommt teilweise erst gegen 8 heim, wenn ich schon wieder am aufstehen und gehen bin.

Geld streichen hatten wir auch schon überlegt. Also dass wir mit den Eltern reden, dass sie ihm ankündigen sollen ihm jeden Monat 20 Euro weniger überweisen, damit er merkt, dass es immer knapper wird.
Wir wollen aber auch nicht hinter seinem Rücken mit ihnen reden, weil er wahrscheinlich sehr, sehr beleidigt wäre. Er wäre stinksauer, dass wir so sehr in seine Privatsphäre eingreifen. Ich trau mich das grad einfach noch nicht.

Wahrscheinlich sollte ich mich da echt nicht weiter drum kümmern, aber es fällt mir sehr schwer dabei zuzusehen wie ein Mensch sein Leben immer weiter und weiter versaut.

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15. Januar 2015 um 20:16

Hm...
Ich an deiner Stelle wäre schon längst durchgedreht... macht den ganzen Tag nichts und macht dann auch im Haushalt kaum was... Was ihr definitiv machen könnt, ist, dahingehend strenger zu werden. Er muss auch seine Leistung bringen, er hat ja von euch am meisten Zeit.

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