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Mein Mann wird sterben

10. September 2012 um 12:17 Letzte Antwort: 1. Dezember 2013 um 21:42

Hallo,

ich wollte hier ein paar Zeilen niederschreiben, in der Hoffnung villeicht jemanden zu finden der ähnliches erlebt hat.

Mein Mann ist 27 Jahre alt und hat zum 3 mal akute Leukämie. Die Ärzte können Ihn nicht mehr helfen, lediglich können Sie mit Medikamenten versuchen seine zeit noch zu verlängern. Seit langen versuche ich irgendwie damit klar zu kommen zu wissen das mein geliebter Ehemann irgenwann nicht mehr da sein wird. Das ich nicht mit Ihn alt werden werde. Es macht mich an manchen Tagen so traurig nicht zu wissen wie viel zeit wir noch haben, wann dieser Tag sein wird und wie wir damit umgehen sollen. Wie ich den Gedanken ertragen soll Ihn nie wieder zu sehen.

Gibt es villeicht jemanden der auch seinen Partner verlohren hat und mir sagen kann wie er diese Zeit verkraftet hat und wie er heute lebt?

Liebe Grüße und danke für eure antworten.

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18. September 2012 um 13:30

Oh man...
Ich habe meine Partnerin nach fast 10 Jahren Beziehung 2002 durch die Folgen eines Zervixkarzinoms verloren und es bis heute nicht wirklich verarbeitet.

Ich trauere zwar nicht mehr jeden Tag aber Heiterkeit & Frohsinn, wie ich es früher kannte, gibt es kaum noch.
Ich habe 2 Therapien hinter mich gebracht, doch geholfen hat es wenig bis kaum etwas, vielleicht, weil ich erst spät damit begonnen habe.

Über die Jahre ist der Schmerz über den Verlust zwar weniger geworden, aber völlig frei war und bin ich davon nie.
Wenn ich in den Spiegel schaue, nehme ich mich nur als Schatten meiner selbst verglichen mit der Zeit vor ihrem Tod wahr - es beschleicht mich sehr häufig das Gefühl, nur noch ein halber Mensch zu sein.

Vier Jahre nach ihrem Tod habe ich noch mal probiert, eine Beziehung zu führen, doch nach etwa 4 Monaten habe ich es aufgegeben, da ich mich nicht gut dabei gefühlt habe.

Ich habe es dann noch zwei, dreimal versucht, jedesmal mit dem gleichen Ergebnis, so das ich mich vor vier Jahren von dem Gedanken an eine funktionierende Beziehung verabschiedet habe, da es mich mehr zermürbt als das es mir Freude & Glück gibt.

Inzwischen habe ich mich mit der Situation irgendwie arrangiert und stecke meine Energie in die Arbeit, was zumindest da gute Früchte trägt.

Wenn ich mal wieder schwermütig werde, denke ich einfach an die wunderbaren Jahre, welche mir mit ihr vergönnt waren und daran, daß manch anderen Menschen vielleicht nicht mal ein glückliches Jahr vergönnt war - inzwischen sehe ich die Liebe zwischen Mann & Frau als ein Luxusgut, auf das niemand ein verbrieftes Recht hat.

Ist vielleicht ein wenig schräg, doch mir hilft das irgendwie, nicht vollends auf der Strecke zu bleiben ^^

Ich vermute, wenn man von Haus aus kein Einzelgänger ist (so wie ich), können neben einer Trauerbewältigungstherapie vor allem ein guter Freundeskreis hilfreich sein, dieses Ereignis zu verarbeiten - auf jeden Fall war es in meiner Situation hilfreich, eine Arbeit zu haben, welche mich erfüllt, statt irgendeinem ungeliebten Knechtjob

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft & die richtigen Menschen um Dich herum, die Dir in dieser Zeit Halt&Kraft geben können.

Liebe Grüße

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8. Februar 2013 um 12:56

Ehemann verstorben
HALLO
wollte mal Nachfragen wie es bei Euch weitergegangen ist? Mein Mann ich auch vor 5 Wochen gestorben und ich suche jemanden mitdem ich mich etwas austauschen kann. Würde mich freuen wenn du zurückschreibst.

lg Corina

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1. Dezember 2013 um 21:42

Liebe Lotta

dein Beitrag ist ja nun schon etwas älter...aber er hat mich sehr berührt...denn auch ich habe meinen Mann vor 6 Jahren verloren.

Ich möchte Dir und Allen anderen hier gerne sagen:

Es war der unfassbarste und schmerzlichste Moment in meinem Leben...die Zeit stand lange still, bis ich es begreifen konnte...ich fühlte mich so abgeschnitten von der Welt und dem Leben um mich herum...
Es tut heute immer noch weh, aber der Schmerz hat sich verändert, auch wenn er unterschwellig immer noch da ist und es Tage gibt, an denen es mich besonders schmerzlich überkommt,gibt es mittlerweile ein Leben für mich ohne ihn, in dem ich wieder nach vorne schauen und meinen eigenen Weg gehen kann, ohne jeden Tag das Gefühl zu haben daran zu zerbrechen...
Es brauch viel Zeit und viele Tiefpunkte, dunkle Tage und schmerzliche Einsamkeit die man durchleben muss, aber ich möchte allen, die da durch müssen sagen: es kommen wieder Tage mit Licht!
Gebt der Trauer, Schmerz und all den anderen Gefühlen Raum und Zeit...habt Geduld mit euch und vertraut ein wenig darauf, dass es besser werden wird...wenn auch nie mehr so wie es war...das müssen wir irgendwie akzeptieren...

Ich weiss was es bedeutet, einen geliebten Menschen zu verlieren und wie viel Überwindung es manchmal kostet jeden neuen Tag anzugehen und ich wünsche Allen hier von Herzen alles Gute & vorallem viel Kraft!

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