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Mein Leben zieht an mir vorüber...

3. Januar 2016 um 12:57

Hallo ihr lieben,

Es ist schon eine zeitlang her, dass ich euch geschrieben habe. Vl helfen euch meine anderen Beiträge bzw Kommentare zu gewissen Themen weiter damit ihr meine Probleme oder besser gesagt meine "Sichtweise" verstehen könnt.

Also wo fang ich an? Die Trennung meiner Jugendliebe (wobei ich nicht mal richtig beantworten kann ob es liebe, Gewohnheit oder einfach Familienersatz war) liegt nun knapp zwei Jahre zurück. Und ich denke trotzdem nach wie vor täglich darüber nach ob es ein Fehler war oder nicht. Ob ich sowas je wieder finden werde.

Früher war ich dauerdown. Fast täglich geweint aber da haben meine familiären Probleme leider auch eine Rolle gespielt. Ich bin heute der festen Überzeugung dass ich schon im Anfangsstadium einer Depression war.
Mein Leben hat sich von grundauf komplett verändert. Ich habe bei null angefangen mit Wohnung und Freundeskreis da natürlich alle bei ihm geblieben sind. Umso schwerer fällt es mir manchmal mich zu öffnen bin oft in Gedanken wenn ich dann Pärchen sehe mit denen ich befreundet bin und deren Beziehung beobachten kann. Es sind natürlich einige paralleln und man zieht Vergleiche aber sie sind nach wie vor zam. Und dann beginnt man sich die Frage zu stellen hat man zu wenig gekämpft? Hat man zu hohe Ansprüche? Warum sind gewisse Dinge für andere so normal und für mich war es ein Trennungsgrund?

Wie geht es mir heute? Aus familiärer Sicht lief es nie besser und ich bin gott dafür dankbar. Aber aus der anderen Sicht tu ich mir nach wie vor schwer mich selbst zu finden. Ich hatte so eine feste Vorstellung von meinem Leben und habe es mir so einfach vorgestellt mit ehe und Kinder, dass ich jetzt einfach nur noch Panik vom Leben selbst bekomme und von der Einsamkeit. Ich konnte mit meinem ex offen über alles reden er hat sich immer die zeit genommen mir zuzuhören ja wenn nötig auch zwei Stunden über belanglose ängste mit mir geredet und sie mir genommen. Jetzt da er nicht mehr da ist muss ich selbst damit klar kommen. Ich rede natürlich mit Freunden darüber aber es ist nicht vergleichbar keiner schafft es so gut wie er mich so zu beruhigen.

Ich habe wirklich null Selbstbewusstsein und meine Eltern haben in der Erziehung einige Fehler gemacht. Bsp ich fühle mich null selbstständig. Die einfachsten Dinge sind eine überwindung oder Qual für mich. Vor neuem habe ich immer so eine angst.

Ich merke wie bei allen das leben voran geht. Dank Facebook ist man natürlich immer up to date -_- und ich? Ich schaffe es nicht mal einen Haushalt zu schmeißen und ich meine das wirklich so. Ich bin eine totale niete was das betrifft. Es kostet mich soviel Kraft und überwindung (das kann echt nicht mehr normal sein). Ich habe es nie gelernt - soviel zu unselbsstandig erzogen. Klar weiß ich wie man putzt und wie man was bedient aber ich bin auch so extrem langsam und habe null Struktur. Mein ex war was Haushalt betrifft wirklich ein traummann. Er hat den kompletten Haushalt geschmissen. Er war innerhalb von 2 std fertig wo ich 7-8 std gebraucht habe. Oder mehrere Tage. Und er war natürlich angenervt aber oft wenn er merkte mir geht es psychisch wieder nicht so gut hat er gemeint leg dich hin süße ich mach das schon. Oder er hatte dann Momente wo er es einfach nicht verstanden hat warum mir so grundlegende Dinge so schwer fallen. Regelmäßig kochen oder Lebensmittel einkaufen...Was für andere normal war war für mich als ob keine Ahnung ich kann es nicht beschreiben.

Ich war einfach komplett überfordert mit allem. Aus dem Kinderzimmer in eine eigene Wohnung. Nie einen Finger gerührt und plötzlich? Und jetzt wo ich alleine lebe und eigentlich mir erhofft habe dadurch selbstständiger zu werden und stärke aufzubauen habe ich das Gefühl ich bin noch schlimmer geworden weil er einfach nicht mehr da ist der mich anspornt.

Meine Stärke war das finanzielle und die Ordnung ansich. Wie zb Versicherungen, Dokumente etc wo was in der Wohnung ist. Er meinte immer ob ich gar nicht realisiere wie gut wir uns ergänzen? Aber ich wollte es nicht wahrnehmen.

Bei mir musste alles perfekt sein und ich habe mich selbst immer so unter Druck gesetzt gefühlt weil ich das Gefühl hatte ich hab im leben nichts erreicht. Andere verreisen, haben Hobbys, haben eine Familie gegründet, ihre Mädelsclique, mit denen sie immer wieder was unternehmen, beruflich vorangekommen. Ich fühle mich wie ein alien. Ich habe von so vielen Dingen keine Ahnung. Nicht mal den Führerschein und keine Ahnung ob ich mir das zutraue...Urlaub online buchen? Ich bekomme schon Panik dass ich was falsch mache und mach es dann lieber gar nicht. Eine Kreditkarte anschaffen? Na nie weil ich Angst habe ich könnte sie nicht richtig "bedienen". Mit technischen Dingen kenn ich mich absolut nicht aus.
Wie soll ich es beschreiben wie ich mich fühle? Es fällt mir schwer aus meiner Haut zu gehen. Habe das Gefühl ich sei innerlich irgendwie tot und habe kein bauchgefühl. Die Gelassenheit im leben fehlt mir. Was andere in ihrer Jugend erreicht bzw gemacht haben habe ich mehr oder weniger ausgelassen. Als Kind schon war ich immer extrem übersensibel und ängstlich. Wie soll ich mein Leben so fortführen? Bin total Entscheidungsunfähig...nehme ich die Versicherung oder die? Zieh ich mit ihm zam oder nicht? Bleib ich mit ihm zam oder nicht? Nehme ich die Küche oder die? Welchen handybetreiber nehme ich? Und wenn sich im Nachhinein etwas heraus stellt bin ich so wütend auf mich selbst warum ich mich das oder jenes entschieden habe. Fühl mich irgendwie "stehen geblieben" diese ganzen neuwertigen Sachen von Handy etc sind einfach nicht meine Welt. Aktuelle Filme im Kino. Als ob ich wirklich komplett aus der Reihe tanzen würde im Vergleich zu anderen in meinem Alter. Ich rede soooo viel mit anderen Menschen und hoffe immer im Unterbewusstsein jmd kann mir die Entscheidung abnehmen aber das kann keiner und keiner kann mir die Garantie geben aber genau das stört mich Ich bin so ein Sicherheitsmensch. Aber das leben besteht nun mal aus Risikos und ich kann keine eingehen. Außer das zusammen ziehen mit ihm und die Trennung. Wow! Und genau die Dinge befassen mich heute noch. Ich habe das Gefühl ein anderer Kerl wird mit mir gar nicht zurecht kommen und meine noch größere angst eigentlich is ob ich es gebacken bekommen würde Mutter zu sein. Diese Verantwortung zu tragen. Ich schaff es jetzt nicht mal mit Haushalt geschweige denn dann.

Mein ex hatte so ein Allgemeinwissen und war auch wirklich sehr realistisch in vielen Dingen. Ich bin scheinbar eine kleine Träumerin. Dachte Wohnung, Beziehung, zusammenhalt und schon kann man eine Familie gründen. Ich weiß die einfachsten Dinge nicht. Geschichtlich, politisch überhaupt! Ich fühle mich einfach dumm und ich will zwanghaft mir wissen aneignen aber ich scheitere. War in der schule schon so. Habe mir irrsinnig schwer getan beim lernen mit den Fremdwörtern. Bei meiner Familie begrenzen sich die Gespräche auf ein Minimum. Bei anderen Familien findet eine richtige Kommunikation statt es wird über Gott und die Welt geredet. Andere studieren. Keine Ahnung jeder hat für sich etwas im leben gefunden und gemacht. Und ich? Ich lauf nur weg und spaziere ängstlich durchs Leben. Das kann es doch nicht sein! Ich will dieses bauchgefühl was ich seit über 10 Jahren mit mir trage endlich los werden. Das leben genießen. Wir haben doch nur ein leben.

Aber womit fang ich an? Bsp andere sind als Single ständig Party machen und "holen nach" was sie verpasst haben. Früher als ich fort war hab ich definitiv mehr genossen. Ich wusste er is in meinem Leben ich muss mir um nichts sorgen machen. Jetzt? Ich bin fort und realisiere was für Affen herum laufen und ob man sich je wieder auf was einlassen kann. Vl is ehe und Kinder auch gar nichts für mich? Was wenn ich mal ein Kind hab und absolut nicht damit zurecht komme? Ich kann es ja nicht verstoßen? Wie weiß ich wer der richtige Mann für eine Familienplanung is?

Merkt ihr wie anstrengend ich bin? Ich habe immer wieder solche Phasen im leben aber die angst ständig. Das hält doch kein Kerl aus! Bin ich ein hoffnungsloser Fall? Viele sagen mir sowas wie mich haben sie echt nicht kennen gelernt jmd der sich so viel Kopf über unnötiges zeug macht aber ich kann es nicht abschaffen. Jedes Selbsthilfebuch hilft mir nicht. Therapeuten war ich auch schon aber war mit ihr nicht zufrieden immer nur "mhmmm und was ist nun ihr nächster Schritt?" ich bin erst 26 und schon komplett überfordert mit dem Leben wie wird das wenn ich älter bin und die richtigen Dinge auf mich zukommen? Mein ex meinte (auch zum Entschluss wegen der trennung) du gibst immer auf anstatt zu kämpfen...und ich habe aus Angst Schluss gemacht und er hat die Kraft nicht mehr immer die positive Energie einzubringen in die Beziehung. Und nun ist er seit nem Jahr in einer neuen Beziehung und ich auf Status quo.

Er meinte du merkst gar nicht wie du aus der Masse hervor stichst. Das durfte ich mir mittlerweile von vielen anderen auch anhören. Freunde, Familie anderen Männern aber dennoch habe ich zb nichts hinbekommen mit anderer Beziehung etc. Eine kurze Affäre und er meinte nur ich bin total kühl. Ständig in Gedanken. Und mein ex hat immer wieder betont wie besonders ich bin und hat dennoch keine ehe gewollt und is nun in einer neuen Beziehung? Keine Ahnung offensichtlich vergraule ich jeden durch meine Art. Auch wo ich Freundschaften aufbaue werde ich enttäuscht und es entwickelt sich nur zu einer oberflächlichen Freundschaft oder man macht was man entschuldigt sich dafür und auf einen wird dennoch gepfiffen wo andere sagen wegen sowas würden sie sich nie entschuldigen.

Ich fühle mich einfach einsam und verloren. Jeder hat seit Jahren seinen fixen Freundeskreis. Und ich stoße einfach immer nur dazu. So ein bisschen wie das fünfte Rad am Wagen.

Ok das ist jetzt echt lange geworden ^^ und mein Wirrwarr im Kopf is noch lange nicht zu Ende geschrieben aber ich setze nun lieber einen Punkt.

Freu mich schon auf eure Antworten bzw Denkanstöße...

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