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Mein Leben ist die reinste Hölle

4. November 2014 um 13:33

Hallo,

ich suche dringend Rat und ein bisschen Zuspruch, denn ich bin an einem Punkt an dem ich einfach nicht mehr weiter weiß. Mein Leben ist für mich fast unerträglich und ich finde trotz bereits zwei Therapien und einem stationären Aufenthalt einfach nicht aus meiner Traurigkeit und Einsamkeit heraus.

Als ich sieben war ist meine Mutter damals verstorben und ich hatte nur noch meinen Vater der oft aggressiv war, gestresst von der Arbeit, überfordert und nur geschrien und geschlagen hat. So etwas wie ein behütetes Elternhaus habe ich nie erlebt und seither plagen mich starke Minderwertigkeitsgefühle und die Sehnsucht nach einer Bezugsperson die mich liebt wie ich bin und der ich vertrauen kann. Ich habe früh versucht mir das durch Beziehungen zu ersetzen was aber entweder daran gescheitert ist, dass ich mich gegenüber meinem Partner so minderwertig gefühlt habe dass ich mich in den Beziehungen unmöglich und auch aggressiv verhalten habe oder daran dass ich mir Partner gesucht habe die genauso stimmungsschwankend und teilweise abweisend waren wie mein Vater. Dass ich das alte Drama meiner Kindheit immer wieder wiederhole in meinen jetzigen Beziehungen habe ich dank der Therapie bereits erkannt aber ich habe nicht das Gefühl dass sich durch diese Erkenntnis etwas nennenswertes in mir verändert hat. Nach wie vor leide ich darunter dass mich die Männer mit denen ich eine Beziehung eingehe nach wenigen Monaten zurückweisen und mich nicht mehr in ihrem Leben haben wollen. Das liegt an mir aber auch an ihnen. Für mich ist dieses Weggestoßenwerden und Nichtgeliebtwerden einfach so unerträglich, meine Gedanken schwirren tagein tagaus nur um diese Gefühle bis ich selbst nicht mehr kann und automatisch beginne sie zu verdrängen. In den letzten Wochen habe ich mich dadurch gefühlt wie in einer Wolke, ich habe eigentlich nichts mehr gefühlt, nur so eine nervöse Anspannung in mir die es mir fast unmöglich gemacht hat zur Ruhe zu kommen. Ständig musste ich mich beschäftigen und war rastlos. Seit ein paar Tagen sind nun die Gefühle wieder mehr an der Oberfläche und ich bin einfach nur völlig gelähmt vor Schmerz. Ich vernachlässige alle meine Verpflichtungen weil ich keine Energie dafür finde in die Uni zu gehen und meine Arbeiten zu erledigen. Ein bisschen habe ich das Gefühl dass das dennoch der gesündere Weg ist weil ich wenigstens etwas fühle aber es geht auf Kosten meiner Ausbildung und meiner beruflichen Zukunft weil ich wie ein Trauerkloß im Bett liege und mich kaum bewegen kann. Ich habe das Bedürfnis in diesem Leid zu baden, es zu fühlen und zuzulassen aber ob mich das wirklich weiterbringt und mir hilft weiß ich nicht. Ich habe viel mehr das Gefühl dass es mir noch mehr schadet weil sich Freunde zunehmend abwenden und viele meine Traurigkeit auch einfach nicht verstehen können. Ich gehe fleißig in die Therapie, lese sehr viel über das Thema Trauma und Neurose etc aber mir erscheint es so hoffnungslos im Moment... Es ist wie ein Teufelskreis: beschäftige ich mich mit den Gefühlen und lasse sie zu, bin ich total gelähmt und todtraurig, verdränge ich sie schiebe ich das Problem nur auf und komme kein Stück weiter. Wer kennt diese Gefühle auch? Wie habt ihr geschafft aus so einer Situation herauszufinden? Hat jemand ein paar aufbauende Gedanken für mich?

Ich danke euch! Kristin

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