Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Mein Freund will stark sein und zeigt keine Emotionen. Wie unterstütze ich ihn dabei?

Letzte Nachricht: 1. Mai um 17:04
K
katyhd
19.04.22 um 7:32

Hallo,


eigentlich ist bei dem Titel schon alles gesagt Werde aber nochmal tiefer gehen.
Wir sind bei Mitte 40ig. Mein Freund ist ein herzensguter, treuer und humorvoller Mensch. Ich weiß und spüre auch das er mich liebt und das er es mit mir ernst meint. Jedoch gibt es auch die andere Seite von ihm, er ist gefühlskalt, kann keine Schwäche zulassen oder zeigen. Zeigt sich gerne als Macho. Er kann sich auch nicht entschuldigen, immer sind die anderen Schuld oder die Umstände. Er mag es bequem und mag natürlich auch keine Veränderungen in seinem Leben. Genau so wenn wir über Kompromisse reden, ich gebe meist nach, weil es entweder sonst eskaliert oder er blockt irgendwann ab. Das ist schon sehr anstrengend. Ich weiß, dass ich da auch meinen Teil dazu beitrage , im negativen Sinne. Ich bin zu gutmütig, möchte keinen Streit und gebe deswegen auch schnell nach oder sage sogar gar nichts. Frauen bzw. ich bin ja eher so erzogen worden zu helfen (Helfersyndrom) Aber damit tu ich meinem Freund und der Beziehung keinen gefallen.

Er hat zwei ältere Schwestern, er war der langersehnte Junge endlich, und wurde von seiner Mutter total verwöhnt , ihm wurde alles durchgelassen (somit hat er auch keine Grenzen gezeigt bekommen) Seine Mutter hat ihm auch mit weit über 20 seine Wäsche noch hingelegt.

Es ist der Klassiker. Männer müssen stark sein, dürfen nicht weinen, Gefühle zeigen oder zu beschreiben ist den Frauen vorbehalten. Das macht mich mit unter auch wütend, dass es diese Rollenverteilung immer noch gibt. Wir sind Menschen , egal ob Frau oder Mann, jeder ist mal stark, mal schwach. Evolutionär war es ja früher so, als Jäger und Sammler musste man stark sein , hart formuliert: Die Jammerlappen sind wohl irgendwann ausgestorben und die Machos haben überlebt. Heute sollte es doch anders sein?!

Ich wünsche mir eine tiefe Beziehung ( ok, aufpassen bei der Partnerwahl ) Eine Trennung kommt für mich aber nicht infrage. Also nun die Fragen und die Fakten....

Ich sollte öfters meine Grenzen und Haltung wahren, auch wenn er dann rum bockt , standhaft bleiben! Woran liegt es bei mir , wahrscheinlich die Angst vor Ablehnung?!
Ihm nicht alles durchgehen lassen. Und ihm vertrauen geben, aber kein Druck machen, dass es nicht schlimm ist sich zu öffnen.

Ich möchte halt auch nicht die Frau sein, die immer herummeckert. Räume deine Sachen weg, mache mehr sauber und hänge nicht immer am PC. Ich weiß, die „ich“-Botschaften sind da gefragt.

Ok, das war's erstmal. Welchen Rat könnt ihr mir geben? Wie geht ihr damit um? Und wie kann ich mir treu sein, ohne mich zu verbiegen?

Schöne grüße

 

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K
knuddeljenny
20.04.22 um 8:30

Ich habe zwar keine Lösung, aber ich teile mit Dir einige Ansichten.

Fehler eingestehen können bedarf es viel Mut, Reife, gutes Selbstbewusstsein, Übung  und Selbstrefektion.

"Starke Männer weinen nicht" oder "Indianer kennen kein Schmerz" ... sind eine Ursache für posttraumatische Belastungsstörungen. 

Ich nehme mal an, dass er auch nicht zum Psychologen gehen würde, weil er ja nicht verrückt ist bzw. werden will? (Das ist so ein Generationen-Probleme)

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K
katyhd
20.04.22 um 9:04
In Antwort auf knuddeljenny

Ich habe zwar keine Lösung, aber ich teile mit Dir einige Ansichten.

Fehler eingestehen können bedarf es viel Mut, Reife, gutes Selbstbewusstsein, Übung  und Selbstrefektion.

"Starke Männer weinen nicht" oder "Indianer kennen kein Schmerz" ... sind eine Ursache für posttraumatische Belastungsstörungen. 

Ich nehme mal an, dass er auch nicht zum Psychologen gehen würde, weil er ja nicht verrückt ist bzw. werden will? (Das ist so ein Generationen-Probleme)

Hallo Knuddeljenny,

danke für deine Antwort.
Ja, richtig, er würde nie zum Psycholgen gehen. Ich hatte es ihm schon vorgeschlagen. Ich war auch schon beim Psychologen und habe noch jemanden der mich professionell unterstützt.

Von seiner Schwester habe ich auch erfahren, das er nicht geweint hat als seine Mutter verstorben ist, nicht im Krankenhaus und auch nicht bei der Beerdigung. Sie standen sich ja sehr nah, er hat die letzten Jahre bis zu ihrem Tod im selben Haus gewohnt.

Wir sind ja jetzt 7 Monate zusammen. An Weihnachten und an seinem Geburtstag habe ich ihm sehr persönliche Sachen geschenkt. Ich schreibe gerne persönliche Texte . Das habe ich schon für meine Familie gemacht, bei allen kamen Freudetränen und die Texte sind eingerahmt und hängen in den jeweiligen Wohnungen. Mein Freund hatte ein halbe Träne verdrückt und war doch sichtlich gerührt, hat es aber gleich wieder abgetan.

Dann gibt es noch ein kleines Problem. Er redet ständig schlecht über die Arbeit, die Gesellschaft und über die Autofahrer. Daran merke ich ja das er all seine unerdrückte Wut auf andere projiziert. Ich sagte ihm das ich es immer abbekomme und die Stimmung wird dadurch schlecht. Ich komme zu ihm in die Wohnung, da begrüßt man ja sich tauscht freundliche Worte aus . Doch er motzt gleich herum...puh..mega Stimmungkiller. Seine erklären dazu ist, das es ja nichts mit mir zu tun hat ,er würde es doch nur mir erzählen. Alleine dieser feine unterschied , merkt er nicht das er da die Stimmung killt. Ich ertappe mich dann das ich meine positive Erlebnisse nicht mit ihm teilen möchte, er findet immer was negativ daran. All seine Gefühle unterdrückt er ....die Negativen kommen dann so raus.

ok. Ich werde sehen, wie es weiter geht.
Liebe grüße

 

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K
knuddeljenny
20.04.22 um 9:29

Hat er ein Hobby bzw. treibt er Sport? Vielleicht braucht er ein Ventil um Druck ab zu lassen.

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katyhd
20.04.22 um 10:57
In Antwort auf knuddeljenny

Hat er ein Hobby bzw. treibt er Sport? Vielleicht braucht er ein Ventil um Druck ab zu lassen.

Die einzigen Hobbys sind Computerspiele und an seinem Auto rumschrauben und Freizeitsparks. Ich schlage meist andere Sachen vor, da zieht er ab und zu mit. Sport macht er keinen, durch seine Arbeit ist er schon ausgelastet. Ich gehe ab und zu joggen, da kommt er auch mal mit oder wenn es jetzt wärmer wird möchte häufiger ins Freibad gehen, ich glaube da würde er auch mitgehen. Einen Freundeskreis hat er auch nicht, nur halt seine Schwestter und mich. Ich habe langjährige Freunde, die ich regelmäsig sehe , da werde ich ihn auch mal mitnehmen. Mit ein paar Arbeitskollegen habe wir auch privat Kontakt.

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S
sisteronthefly
20.04.22 um 17:27

Hallo,

du könntest mit ihm eine Vereinbarung treffen, die Arbeit gemeinsam zu erledigen. Überlegt euch einen festen Tag, an dem ihr Hausarbeit macht.  Stell eine Wäschekiste auf und strukturiert eure gemeinsame Zeit. Überlegt euch, wozu ihr Lust habt. Besuch auf dem Wochenmarkt mit anschließendem gemeinsamen Kochen einmal in der Woche. Eine Freizeitbeschäftigung, die euch beiden Freude bereitet. Was könnte es für Möglichkeiten geben? 

Ich-Botschaften sind nie verkehrt aber du darfst gerne sagen, wenn dir etwas nicht passt oder gegen den Strich geht. Ich bin kein Freund von Gesprächen, in denen es um Schuldfragen geht. Das sind häufig Gespräche, die wenig zielführend sind und die Verteidigung des eigenen Terrains bezwecken. Bleibt man in so einem Verteidigungsmodus gibt es keine Entwicklung auf partnerschaftlicher Basis. Die Kommunikation bei euch beiden setzt besser an euren Wünschen und Vorstellungen an. Hierbei sind Ich-Botschaften perfekt geeignet. Du kannst Verständnis signalisieren wenn dein Wunsch bei ihm Widerwillen auslöst. Vielleicht antwortet er dir, dass er die Wohnung gar nicht unordentlich empfindet?! 

Sind die Machos wirklich die harten Kerle? Ich glaube dahinter steckt vielmehr eine Fassade, die Schwächen verdeckt. Wenn du dich verbiegen musst, um mit ihm zu leben bist du nicht authentisch. Das ist auch der Fall, wenn du deine Meinung nicht klar vertrittst oder einknickst, sobald Gegenwind aufkommt. Wenn du alles durchgehen lässt vernachlässigst du deine eigenen Bedürfnisse und bist somit viel weniger ausgeglichen in deiner Partnerschaft. Den Partner zu verstehen fällt dadurch auch viel schwerer und richtig zuhören bzw. hinhören gelingt kaum. 

LG Sis

 

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nice-to-be-here
nice-to-be-here
20.04.22 um 17:45
In Antwort auf katyhd

Hallo,


eigentlich ist bei dem Titel schon alles gesagt Werde aber nochmal tiefer gehen.
Wir sind bei Mitte 40ig. Mein Freund ist ein herzensguter, treuer und humorvoller Mensch. Ich weiß und spüre auch das er mich liebt und das er es mit mir ernst meint. Jedoch gibt es auch die andere Seite von ihm, er ist gefühlskalt, kann keine Schwäche zulassen oder zeigen. Zeigt sich gerne als Macho. Er kann sich auch nicht entschuldigen, immer sind die anderen Schuld oder die Umstände. Er mag es bequem und mag natürlich auch keine Veränderungen in seinem Leben. Genau so wenn wir über Kompromisse reden, ich gebe meist nach, weil es entweder sonst eskaliert oder er blockt irgendwann ab. Das ist schon sehr anstrengend. Ich weiß, dass ich da auch meinen Teil dazu beitrage , im negativen Sinne. Ich bin zu gutmütig, möchte keinen Streit und gebe deswegen auch schnell nach oder sage sogar gar nichts. Frauen bzw. ich bin ja eher so erzogen worden zu helfen (Helfersyndrom) Aber damit tu ich meinem Freund und der Beziehung keinen gefallen.

Er hat zwei ältere Schwestern, er war der langersehnte Junge endlich, und wurde von seiner Mutter total verwöhnt , ihm wurde alles durchgelassen (somit hat er auch keine Grenzen gezeigt bekommen) Seine Mutter hat ihm auch mit weit über 20 seine Wäsche noch hingelegt.

Es ist der Klassiker. Männer müssen stark sein, dürfen nicht weinen, Gefühle zeigen oder zu beschreiben ist den Frauen vorbehalten. Das macht mich mit unter auch wütend, dass es diese Rollenverteilung immer noch gibt. Wir sind Menschen , egal ob Frau oder Mann, jeder ist mal stark, mal schwach. Evolutionär war es ja früher so, als Jäger und Sammler musste man stark sein , hart formuliert: Die Jammerlappen sind wohl irgendwann ausgestorben und die Machos haben überlebt. Heute sollte es doch anders sein?!

Ich wünsche mir eine tiefe Beziehung ( ok, aufpassen bei der Partnerwahl ) Eine Trennung kommt für mich aber nicht infrage. Also nun die Fragen und die Fakten....

Ich sollte öfters meine Grenzen und Haltung wahren, auch wenn er dann rum bockt , standhaft bleiben! Woran liegt es bei mir , wahrscheinlich die Angst vor Ablehnung?!
Ihm nicht alles durchgehen lassen. Und ihm vertrauen geben, aber kein Druck machen, dass es nicht schlimm ist sich zu öffnen.

Ich möchte halt auch nicht die Frau sein, die immer herummeckert. Räume deine Sachen weg, mache mehr sauber und hänge nicht immer am PC. Ich weiß, die „ich“-Botschaften sind da gefragt.

Ok, das war's erstmal. Welchen Rat könnt ihr mir geben? Wie geht ihr damit um? Und wie kann ich mir treu sein, ohne mich zu verbiegen?

Schöne grüße

 

Einen Menschen mittleren Alters kann man nicht ändern. Akzeptiere ihn wie er ist und liebe ihn mit all seinen Macken.
Unternimm die Sachen, die dir Spaß machen und er keine Lust dazu hat, mit anderen Menschen, z. B. mit Freundinnen.
Lass den Haushalt einfach mal liegen. Es muss doch nicht immer alles sauber und aufgeräumt sein.
Wenn er anfängt über die Arbeit zu meckern, dann hör einfach nicht zu. Sag ihm, dass es dich nicht interessiert und mach einen Spaziergang, oder schalte den Fernseher ein. Das lenkt ab.

Unternehmt Sachen zusammen, die euch beide Spaß machen und genießt diese Momente.

Viele Grüße 

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S
sisteronthefly
20.04.22 um 17:46
In Antwort auf katyhd

Hallo Knuddeljenny,

danke für deine Antwort.
Ja, richtig, er würde nie zum Psycholgen gehen. Ich hatte es ihm schon vorgeschlagen. Ich war auch schon beim Psychologen und habe noch jemanden der mich professionell unterstützt.

Von seiner Schwester habe ich auch erfahren, das er nicht geweint hat als seine Mutter verstorben ist, nicht im Krankenhaus und auch nicht bei der Beerdigung. Sie standen sich ja sehr nah, er hat die letzten Jahre bis zu ihrem Tod im selben Haus gewohnt.

Wir sind ja jetzt 7 Monate zusammen. An Weihnachten und an seinem Geburtstag habe ich ihm sehr persönliche Sachen geschenkt. Ich schreibe gerne persönliche Texte . Das habe ich schon für meine Familie gemacht, bei allen kamen Freudetränen und die Texte sind eingerahmt und hängen in den jeweiligen Wohnungen. Mein Freund hatte ein halbe Träne verdrückt und war doch sichtlich gerührt, hat es aber gleich wieder abgetan.

Dann gibt es noch ein kleines Problem. Er redet ständig schlecht über die Arbeit, die Gesellschaft und über die Autofahrer. Daran merke ich ja das er all seine unerdrückte Wut auf andere projiziert. Ich sagte ihm das ich es immer abbekomme und die Stimmung wird dadurch schlecht. Ich komme zu ihm in die Wohnung, da begrüßt man ja sich tauscht freundliche Worte aus . Doch er motzt gleich herum...puh..mega Stimmungkiller. Seine erklären dazu ist, das es ja nichts mit mir zu tun hat ,er würde es doch nur mir erzählen. Alleine dieser feine unterschied , merkt er nicht das er da die Stimmung killt. Ich ertappe mich dann das ich meine positive Erlebnisse nicht mit ihm teilen möchte, er findet immer was negativ daran. All seine Gefühle unterdrückt er ....die Negativen kommen dann so raus.

ok. Ich werde sehen, wie es weiter geht.
Liebe grüße

 

Hallo,

manchmal, wenn Menschen Trauer nicht verarbeitet haben und der Schock über den erlittenen Verlust tief sitzt, wird jede Konfrontation mit Emotionen potenziell gefährlich erlebt. Auch wenn man es vielleicht nicht benennen kann, entziehen diese Menschen sich sofort um die Kontrolle nicht zu verlieren. 

Das wäre nicht schlimm. Das ist richtig. Aber für manche geht das eben nicht so einfach. Ich vermute jetzt eigentlich, dass dein Freund den Tod der Mutter nicht verarbeiten konnte. Auch die angestaute Wut passt m.E. sehr gut dazu. Wohin soll er mit seiner Wut, wenn er niemand anderen hat als dich. Es ist nicht in Ordnung für dich, dass sehe ich. Allerdings könntest du versuchen, dass dir seine Emotionen nicht nicht den Tag vermiesen. Und Wut ist eine enorm starke Emotion und sie zeigt eigentlich auch seine Frustration und unterdrückte Gefühle. 

Wir unterdrücken eigentlich immer negative Gefühle. Sie wollen ja bei ihm heraus, nur wäre es besser, wenn dies kontrolliert geschehen würde und nicht unbedingt bei dir. Der Tod der Mutter könnte für ihn ein Trauma sein oder zumindest eine Situation, die seine Gefühlsebene völlig überfordert und die Anpassung, sowie die Akzeptanz ihres Todes verhindern. 

LG sis

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K
katyhd
20.04.22 um 18:45
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

du könntest mit ihm eine Vereinbarung treffen, die Arbeit gemeinsam zu erledigen. Überlegt euch einen festen Tag, an dem ihr Hausarbeit macht.  Stell eine Wäschekiste auf und strukturiert eure gemeinsame Zeit. Überlegt euch, wozu ihr Lust habt. Besuch auf dem Wochenmarkt mit anschließendem gemeinsamen Kochen einmal in der Woche. Eine Freizeitbeschäftigung, die euch beiden Freude bereitet. Was könnte es für Möglichkeiten geben? 

Ich-Botschaften sind nie verkehrt aber du darfst gerne sagen, wenn dir etwas nicht passt oder gegen den Strich geht. Ich bin kein Freund von Gesprächen, in denen es um Schuldfragen geht. Das sind häufig Gespräche, die wenig zielführend sind und die Verteidigung des eigenen Terrains bezwecken. Bleibt man in so einem Verteidigungsmodus gibt es keine Entwicklung auf partnerschaftlicher Basis. Die Kommunikation bei euch beiden setzt besser an euren Wünschen und Vorstellungen an. Hierbei sind Ich-Botschaften perfekt geeignet. Du kannst Verständnis signalisieren wenn dein Wunsch bei ihm Widerwillen auslöst. Vielleicht antwortet er dir, dass er die Wohnung gar nicht unordentlich empfindet?! 

Sind die Machos wirklich die harten Kerle? Ich glaube dahinter steckt vielmehr eine Fassade, die Schwächen verdeckt. Wenn du dich verbiegen musst, um mit ihm zu leben bist du nicht authentisch. Das ist auch der Fall, wenn du deine Meinung nicht klar vertrittst oder einknickst, sobald Gegenwind aufkommt. Wenn du alles durchgehen lässt vernachlässigst du deine eigenen Bedürfnisse und bist somit viel weniger ausgeglichen in deiner Partnerschaft. Den Partner zu verstehen fällt dadurch auch viel schwerer und richtig zuhören bzw. hinhören gelingt kaum. 

LG Sis

 

Danke, das sind sehr gute Tipps dabei. Es ist so, das wir ja noch nicht zusammen wohnen. Da er die größere Wohnung hat, bin ich die meiste Zeit bei ihm, auch mal mehrere Tage hinter einander. Es fühlt sich schon wie ein zusammen leben an. Da er halt gerne am Computer spielt, kommt die Hausarbeit etwas zu kurz. Ich schaue selber nicht so gerne TV. Habe aber einige Sachen dabei ( Bücher, Maluntensilien und Laptop) mit denen ich mich beschäftigen kann. Ich mache bei ihm sauber, habe ihn auch gefragt, das es keine Grenzüberschreitung gibt. Wie schon erwähnt, er ist faul was die Hausarbeit betrifft. Er hilft mir dann irgendwann dabei,aber halt erst wenn ich damit anfange...Wenn wir irgendwann in der gemeinsamen Wohnung leben, habe ich es schon gesagt, das wir einen Putzplan machen.

Ich glaube dahinter steckt vielmehr eine Fassade, die Schwächen verdeckt. Ja, das unterschreibe ich!!

Auch der dritte Absatz von dir, mit dem Authentisch sein, leider auch...Da liegen meine Schwäche. Werde es herzigen

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K
katyhd
20.04.22 um 18:51
In Antwort auf nice-to-be-here

Einen Menschen mittleren Alters kann man nicht ändern. Akzeptiere ihn wie er ist und liebe ihn mit all seinen Macken.
Unternimm die Sachen, die dir Spaß machen und er keine Lust dazu hat, mit anderen Menschen, z. B. mit Freundinnen.
Lass den Haushalt einfach mal liegen. Es muss doch nicht immer alles sauber und aufgeräumt sein.
Wenn er anfängt über die Arbeit zu meckern, dann hör einfach nicht zu. Sag ihm, dass es dich nicht interessiert und mach einen Spaziergang, oder schalte den Fernseher ein. Das lenkt ab.

Unternehmt Sachen zusammen, die euch beide Spaß machen und genießt diese Momente.

Viele Grüße 

Hallo,

Ja, ich merke das ich mich meist auf die negativen Dinge konzentriere. Das war auch schon in meinen vergangenen Beziehungen so. Er hat aber auch gute Eigenschaften, die ich an ihm auch liebe ,sonst wäre ich ja auch nicht mit ihm zusammen.

Danke für deine Antwort.
Schöne grüße

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knuddeljenny
20.04.22 um 19:04

Wenn du sagst, er macht ab und zu Sport und auf der Arbeit hat er auch Bewegung, überlege doch mal, ob ihn das Gegenteil Spaß macht ( Angeln, Jagen, Schach ).

Was ich auch glaube, dass er noch eine andere Person als Kumpel*in/Vertrauter braucht. Wenn er ein Vereinsmensch wäre, dann wäre es bedeuten einfacher.

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katyhd
20.04.22 um 19:05
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo,

manchmal, wenn Menschen Trauer nicht verarbeitet haben und der Schock über den erlittenen Verlust tief sitzt, wird jede Konfrontation mit Emotionen potenziell gefährlich erlebt. Auch wenn man es vielleicht nicht benennen kann, entziehen diese Menschen sich sofort um die Kontrolle nicht zu verlieren. 

Das wäre nicht schlimm. Das ist richtig. Aber für manche geht das eben nicht so einfach. Ich vermute jetzt eigentlich, dass dein Freund den Tod der Mutter nicht verarbeiten konnte. Auch die angestaute Wut passt m.E. sehr gut dazu. Wohin soll er mit seiner Wut, wenn er niemand anderen hat als dich. Es ist nicht in Ordnung für dich, dass sehe ich. Allerdings könntest du versuchen, dass dir seine Emotionen nicht nicht den Tag vermiesen. Und Wut ist eine enorm starke Emotion und sie zeigt eigentlich auch seine Frustration und unterdrückte Gefühle. 

Wir unterdrücken eigentlich immer negative Gefühle. Sie wollen ja bei ihm heraus, nur wäre es besser, wenn dies kontrolliert geschehen würde und nicht unbedingt bei dir. Der Tod der Mutter könnte für ihn ein Trauma sein oder zumindest eine Situation, die seine Gefühlsebene völlig überfordert und die Anpassung, sowie die Akzeptanz ihres Todes verhindern. 

LG sis

Hallo Sis,

Das sehe ich auch so. Nur er sieht oder spürt es halt nicht. In den diversen Situationen ,wenn er z.b. den vorraus fahrenden Autofahrer anmotzt, das er seine Wut auf andere abläd. Er hat darauf hin immer irgendwelche Erklärungen und fühlt sich gleich von mir angegriffen. Mittlerweie sage ich halt nichts, versuche mich emotional eher aus der Sache rauszuhalten. Ich arbeite da auch an meinem Selbstwert, hoffe das ich in der zukunft standhaft bleibe und bei Gegenwind nicht gleich einknicke.

Ich weiß gar nicht genau wann die Mutter gestorben ist, das könnte so 5 Jahre her sein. Sein Vater ist gestorben als er 14 Jahre war.
 
Ich werde ihm bzw. uns auch Zeit zu geben. Wir lernen uns ja erst jetzt so richtig kennen. Am Anfang hatten wir beide das selbe gedacht,das es mit uns nicht von dauer ist. Aber wir haben daran gearbeitet und sind beide gewillt das es funktioniert. Aber unter dem Ansatz, das ich mir halt nicht alles bieten lassen soll....weil dann ist es ja für ihn einfacher und ich werde immer unzufriedener ,weil meine Bedürfnisse nicht gesehen werden.

Danke für deine Antwort.
Liebe grüße Kathy

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K
katyhd
20.04.22 um 19:42
In Antwort auf knuddeljenny

Wenn du sagst, er macht ab und zu Sport und auf der Arbeit hat er auch Bewegung, überlege doch mal, ob ihn das Gegenteil Spaß macht ( Angeln, Jagen, Schach ).

Was ich auch glaube, dass er noch eine andere Person als Kumpel*in/Vertrauter braucht. Wenn er ein Vereinsmensch wäre, dann wäre es bedeuten einfacher.

Hm, da bin ich mir nicht sicher, ob er auf ein neues Hobby lust hat. Er zockt halt gerne am PC, da ist der ausgleich zum Sport und der Arbeit. Ja, ein guter Kumpel braucht er. Ich hab es versucht mit den Arbeitskollegen da was anzuleihern, ist noch nicht so ganz fruchtend. Denke aber eher das er jemanden neutrales braucht. Weil die männlichen Arbeitskollegen sind genau so schlecht auf die Arbeit zu sprechen, das würde ihn nur noch bestärken in seiner negativität.

Er ist ein gemütlicher Mensch. Möchte lieber zuhause sein( das ist sicherer/ Komforzone), deswegen ist ein Verein leider auch nichts für ihn.
Ich gehe sehr gerne tanzen, in 2 Wochen ist wieder eine Party, es gehen sehr viele Leute mit auch welche die er kennt. Die letzten male hatte er immer wieder ausreden, diesemal aber nicht ...er kommt mit

Da ich ein sehr engen Freundeskreis habe, hoffe ich das man mal gemeinsam etwas unternimmt, von einer sehr guten Freundin der Ehemann ist sehr klar und neutral, vielleicht freunden die sich etwas an, das wäre toll.

Liebe grüße

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miss.verstaendnis
miss.verstaendnis
01.05.22 um 17:04

Sorry, aber Du erdrückst mich allein beim Lesen schon.... Du schenkst einem Mann einen "persönlichen Text" zu Weihnachten und wunderst Dich warum er nicht weint vor Freude? Mir wäre das an seiner Stelle auch einfach mega unangenehm sowas zu bekommen. Am besten wenns dann auch noch vorgelesen wird. 
Er lässt negative Gefühle bei Dir raus über nervende Autofahrer und die Arbeit? Bedeutet für mich dass er Dir mitteilen will was ihn so beschäftigt - ist für mich sehr positiv. Und warum erzählst Du dann danach nicht Deine positiven Erlebnisse? Damit würdest Du die Stimmung wieder in eine bessere Richtung bewegen. Stattdessen schmollst Du und machst es Dir selbst schwer. Er ist in seiner Wohnung unordentlich und faul? Dann lass es doch einfach liegen anstatt ihm jetzt schon mit nem Putzplan zu drohen wenn ihr mal zusammenziehen solltet. Da bekommt Mann gleich Lust auf mehr....

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