Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Vergewaltigung und sexueller Missbrauch

Mein Bruder - bitte um Einschätzungen

10. April 2014 um 21:05 Letzte Antwort: 22. April 2014 um 15:03

Guten Abend zusammen,

Ich brauche bitte eine ehrliche Einschätzung von "unbeteiligten" Leuten zu dem, was mir in meiner Kindheit/Jugend passiert ist. Ich bin jedem sehr dankbar, der mir dazu seine Meinung sagen möchte und für das Lesen des langen Textes.

Also: ich hatte ein schwieriges Elternhaus (Alkohol). Wohl deshalb hatte ich als Kind auch ein sehr enges Verhältnis zu meinem 5 Jahre älteren Bruder.
Als ich ungefähr 11 oder 12 war hat es angefangen, dass ich öfters mit meinem Bruder im Bett lag und wir uns gegenseitig den Rücken massiert und gekrault haben - einvernehmlich.
Irgendwann hat mein Bruder dann aber nicht mehr nur meine Rückseite, sondern auch meine Vorderseite massiert und gestreichelt - sprich: meine Brüste. Und ob das so wirklich einvernehmlich war bin ich mir nicht sicher.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich es rein körperlich nie unangenehm fand. Und er hat mich auch nie aufgefordert ihn irgendwo anders anzufassen.
Trotzdem war mir klar, dass das etwas verbotenes war, was wir da machen. Und ich bin eben 5 Jahre jünger und war glaub ich als Kind emotional ziemlich abhängig von meinem Bruder.
Einerseits ist ja nun nicht wirklich was "Schlimmes" passiert (ich habe eine Freundin, die als Kind vom Vater missbraucht wurde - das spielt nun echt in einer anderen Liga!!!), aber andererseits finde ich es auch nicht ok, was da gelaufen ist. Von "normal" mal ganz zu schweigen.

Die Frage ist: Was haltet ihr davon?

Ich habe zu meiner Familie keinen Kontakt mehr: meine Eltern sind inzwischen tot und mit meinem Bruder möchte ich aus vielen Gründen nichts zu tun haben. Nun habe ich aber ein Kind bekommen. Eigentlich möchte ich, dass die Kleine mal ihre Verwandten (es gibt Cousinen und Cousins) kennenlernt, aber das Verhältnis zu meinem Bruder ist halt irgendwie ungeklärt.
Mir darüber klar zu werden, wie ich zu dieser Geschichte stehe, wäre ein Puzzlestück, um mehr Klarheit in dieses Verhältnis zu kriegen.
Vielen Dank.

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11. April 2014 um 22:22

Dein Bruder
war zu der Zeit auch noch ein Kind. Möglicherweise war ihm nicht bewusst was er bei dir auslöst. Hast du mal mit ihm darüber gesprochen? Für den Kontakt mit deiner Tochter ist es auch wichtig zu wissen, wie dein Bruder jetzt als Erwachsener ist.

Ich hab eine Freundin, die in einer Pflegefamilie aufwuchs. Ihr Stiefbruder und sie haben mit Doktorspielen angefangen - einvernehmlich. Später hat er sie gezwungen und erpresst. Er hat auch noch vor sechs Jahren - da war er längst erwachsen, sie auch - sie angerufen und als Schlampe beschimpft. Sie wollte ihn immer als Bruder sehen. Er wollte bei ihr landen.

Mittlerweile hat er eine Freundin und einen Hund - beide tun ihm gut. Er hat sich geändert und sie hat es tatsächlich geschafft ihm zu verzeihen. Jetzt haben sie ein entspanntes, ja freundschaftliches Verhältnis zueinander.

Du siehst: reden hilft. Verzeihen auch. Nur muss der andere die Vergebung auch wirklich wert sein und deine Grenzen sind das Wichtigste. Ich wünsch dir viel Glück, dass eure Familienzusammenführung klappt.

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13. April 2014 um 1:38

Wie gesagt...
du schätzt es selbst nicht als schlimm ein. Im Endeffekt kann es gut sein dass er keine sexuellen hinter Gedanken dabei hatte.
und wenn wäre das nicht unnormal für ein Kind in der Pubertät.

Aus unsere Stadt gab es jemanden der sich im 2. Weltkrieg mit seiner Familie verstecken musste, wären dieser zeit schlief er mit seiner Schwester einvernehmlich. Was ihn beiden bis heute manchmal peinlich ist aber sie haben anscheinend ein gutes Verhältnis.

Ich glaube die Umwelt hat damit mehr Probleme als die beiden , zumindest hier.

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22. April 2014 um 12:18
In Antwort auf

Dein Bruder
war zu der Zeit auch noch ein Kind. Möglicherweise war ihm nicht bewusst was er bei dir auslöst. Hast du mal mit ihm darüber gesprochen? Für den Kontakt mit deiner Tochter ist es auch wichtig zu wissen, wie dein Bruder jetzt als Erwachsener ist.

Ich hab eine Freundin, die in einer Pflegefamilie aufwuchs. Ihr Stiefbruder und sie haben mit Doktorspielen angefangen - einvernehmlich. Später hat er sie gezwungen und erpresst. Er hat auch noch vor sechs Jahren - da war er längst erwachsen, sie auch - sie angerufen und als Schlampe beschimpft. Sie wollte ihn immer als Bruder sehen. Er wollte bei ihr landen.

Mittlerweile hat er eine Freundin und einen Hund - beide tun ihm gut. Er hat sich geändert und sie hat es tatsächlich geschafft ihm zu verzeihen. Jetzt haben sie ein entspanntes, ja freundschaftliches Verhältnis zueinander.

Du siehst: reden hilft. Verzeihen auch. Nur muss der andere die Vergebung auch wirklich wert sein und deine Grenzen sind das Wichtigste. Ich wünsch dir viel Glück, dass eure Familienzusammenführung klappt.

Danke...
...für eure Antworten.
Das mit dem Reden finde ich zwar schwierig, aber wahrscheinlich führt wohl früher oder später kein Weg daran vorbei, wenn ich den Kontakt irgendwann wieder aufnehmen will.
Aber meine Tochter ist erst 7 Monate alt - so hab ich zum Glück nch ein bisschen Zeit bis dahin.
Vielen Dank nochmal und alles Gute!

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22. April 2014 um 15:03
In Antwort auf

Danke...
...für eure Antworten.
Das mit dem Reden finde ich zwar schwierig, aber wahrscheinlich führt wohl früher oder später kein Weg daran vorbei, wenn ich den Kontakt irgendwann wieder aufnehmen will.
Aber meine Tochter ist erst 7 Monate alt - so hab ich zum Glück nch ein bisschen Zeit bis dahin.
Vielen Dank nochmal und alles Gute!

Gerne!
Auch dir viel Glück und alles Gute! Vielleicht magst du dich ja wieder melden wenn ihr geredet habt und kurz mitteilen wie es weiter ging.

Alles Liebe. Lg, Christine

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