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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Mein bester Freund ist gestorben - und ich habe Zweifel

Letzte Nachricht: 8. Dezember 2006 um 1:38
D
delwyn_11901599
07.12.06 um 18:24

Hallo Ihr!

Ich habe seit 13 Jahren einen besten Freund. Wir lernten uns arbeitsmäßig kennen (arbeiten aber nicht in derselben Firma) und es entwickelte sich eine richtig knisternde Freundschaft. Ich war in ihn verliebt, aber er hatte eine Freundin und wollte auch bei ihr bleiben - jedenfalls stand immer, wenn ich ihn besuchte, ein riesen Foto von ihr rum und auf dem Computer lief riesengroß der Bildschirmschoner: Alles Liebe von Deiner S. Er machte bei mir zwar mal einen Annäherungsversuch, aber mit dem Bild von seiner Freundin vor der Nase lief bei mir nichts. Leider war ich damals zu feige, das ganze anzusprechen. Also wurde es mit uns nichts und ich sah mich anderweitig um. Inzwischen habe ich Familie mit einem anderen Mann.

Dann zog ich aus der Stadt weg, aber wir blieben per Brief, Mail und Telefon in reger Verbindung. Wir schienen unsere Gedanken lesen zu können, wußten, was wir fühlen, wie der andere reagiert - echt irre. Aber unsere Lebensziele drifteten auseinander. Ich wollte Familie mit Kindern, er nicht. Das war wohl ein weiterer Grund, warum es nichts wurde.

Jetzt ist er plötzlich vor einem halben Jahr gestorben. Für mich war das ein totaler Schock, den ich immer noch nicht überwunden habe. Er ist permanent anwesend und ich muss ständig an ihn denken. Der Hammer ist, dass mich seine Mutter anrief (von der ich dachte, sie weiß nichts von mir) und mir erzählte, dass er immer von mir geschwärmt hat und wie toll er mich fand und das es doch schön gewesen wäre und das mit von wegen er wollte keine Kinder sei eine Schutzbehauptung gewesen.

Offensichtlich war erst ich verliebt und dann er. Oder er war total verklemmt. Oder er hatte tatsächlich Angst vor einer festen Bindung. wie auch immer frage ich mich nun (so was Bescheuertes), was denn geworden wäre, hätten wir miteinander geschlafen. Ich dachte immer, ich kann das noch irgendwann mal nachholen. Jetzt ist es vorbei.

Eigentlich wollte ich es immer nicht, weil ich fürchtete, etwas Schönes (Freundschaft) zu zerstören, wenn wir uns zu nahe kommen. Aber ich glaube jetzt, dass war nur eine Ausrede, weil ich zu feige war oder Angst vor den Folgen hatte.

Alles Denken nutzt jetzt nicht mehr viel, ich denke wirklich daran, wenn mir sowas nochmal passiert und es knistert, dann werde ich wohl keinen Rückzieher machen, sondern die Sache offen ansprechen. Wir haben uns zwar gesagt, dass wir uns sehr mögen, aber na ja - die Gefühle waren ja wohl doch wesentlich stärker, sonst würde ich jetzt wohl nicht so leiden.

Auf jeden Fall bin ich dankbar für die schöne Zeit und die vielen netten Erlebnisse. Das ist - glaub ich - nicht unbedingt selbstverständlich.

Danke fürs Zuhören - ich mußte das einfach mal loswerden.
Gruß Krabbe

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E
ekua_12050364
08.12.06 um 1:38

Das ist traurig
das ist so traurig, was dir da passiert ist. es ist wie in einem schlechten film, den man nicht wahr haben möchte...

so wie der erste beitrag denke ich auch: angemessen trauern...

du hast schöne erinnerungen an ihn. und das soll so bleiben... vielleicht war es gut, dass du einen so tollen menschen kennen lernen konntest. das schicksal hat es möglicherweise gut mit dir gemeint, dass ihr nie zusammen gekommen seid. dann würdest du nach seinem tod noch wesentlich mehr leiden...

herzliches beileid. ich wünsche dir für die zukunft alles erdenklich gute...

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