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Mein bester Freund ist depressiv

17. Juli 2016 um 10:56

Hallo liebe Gemeinde,
Aufgrund meines Anliegens habe ich eigens mir für diese Frage einen Account angelegt, da es mich wirklich sehr beschäftigt und traurig macht.

Unzwar habe ich (w/23) seit ewigen Zeiten starken Kontakt zu meinem besten Freund (m/24), den ich während des Abiturs vor 5 Jahren kennen gelernt habe. Er ist ein super netter Typ, legt all seine Energie in das Wohlergehen von anderen und ist bereit für seine Freunde einziges zu opfern.

Er hatte für ungefähr 2 Jahre eine feste Beziehung mit einer Frau, die einfach nur schlimm war. Kontrollzwang, Eifersucht etc. , also kurz gefasst: psychisch krank. Er hat sich jedoch niemals von ihr trennen wollen, da er jahrelang das Gute in ihr sah, doch nachdem so nach 2 1/2 Jahren Beziehung schließlich (angeblich wegen ihm, aber genau weiß ich es auch nicht) einen Selbstmordversuch unternahm, beendete er die Beziehung und lebte dann ein Jahr allein. In diesem Jahr wurde unser Kontakt wieder intensiver und wir trafen uns sehr oft. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich keinerlei romantische Gefühle für ihn empfinde, sondern ihn wirklich nur als besten Freund sehe.

Vor circa 10 Monaten lernte er an seiner Uni K. kennen, eine hübsche und super nette Biologiestudentin um die 20. Da unser Kontakt immernoch vorhanden war bekam auch ich mit, das die beiden sich in dieser Zeit oft unterhielten und auch so viel gemeinsam unternommen. Er war unglaublich glücklich und hoffte, mit ihr seine verschwendete Vergangenheit wieder einholen zu können. Aus eigener Sicht kann ich wirklich sagen, dass die beiden perfekt zueinander passten und auch ich mir eine sehr lange Beziehung zwischen den beiden vorstellen konnte.

6 Monate waren die beiden glücklich ein Paar, bis sie im April völlig überraschend bei einem schlimmen Chemie Unfall bei einem Experiment im Rahmen des Studiums ums Leben kam.

Er war selbstverständlich am Boden zerstört und zog sich für Monate völlig aus unserem Freundeskreis zurück, reagierte nicht auf Narchichten oder Telefonanrufe, auch zur Uni kam er nicht mehr. Mehrmals sind wir auch an seiner Wohnung gewesen, doch er öffnete nie, auch wenn durch das Fenster (trotz immer geschlossenen Rolladen) immer Licht in allen Räumen sichtbar war.
Es Brach mir das Herz zu wissen, dass er so unglücklich ist.

Vor ungefähr zwei Wochen schrieb er mir dann völlig aus dem Nichts eine lange Narchicht auf Facebook, in der er mehr Mals erwähnte, das er nicht mehr leben wollte und das er die Person, die ihm am wichtigsten war verloren hatte. Er bat mir ein Treffen in seiner Wohnung an und so fuhr ich, ohne auf seine Narchicht zu antworten zu ihm.
Er öffnete diesmal bereits beim ersten Klingeln und ich muss sagen, es hat mich geschockt zu sehen, dass ein ehemals so glücklicher Mensch so am Boden zerstört sein kann, dass er seine komplette Ausstrahlung verliert. Wir haben uns nur kurz unterhalten, etwa eine Stunde , und so richtig konnte ich aus unserem Gespräch nicht wirklich etwas mitnehmen.
Seine Wohnung sah auch total schlimm aus, überall standen noch Bilder von den beiden, ihre Sachen waren auch alle noch da, genauso wie das gemeinsame Hintergrundbild am Computer, etc.

Nun ist meine Frage, hat jemand von euch schon einmal etwas ähnliches durchgemacht , bzw. kann mir Tipps geben wie man jemandem aus so einem emotionalen Tief befreien kann? Es tut mir einfach weh ihn so zu sehen und ich möchte ihm helfen so gut es geht.

Danke für euren Rat,
T.

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