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Mein Absturz als Warnung

11. April 2016 um 3:09

Hier versuche ich mal meine Geschichte zu erzählen, um andere zu helfen nicht meine Fehler zu gehen..

Im Grunde war ich immer ein fröhliches, aufgewecktes Kind. Obwohl ich meinen Vater niemals kennen gelernt habe, meine Mutter haute mit mir ab von ihm als ich 3 Monate alt war. Der Grund? Er arbeitete nicht, nahm Drogen und ging anscheinend nicht liebevoll mit uns um.
Wir zogen nach Köln, dort lernte meine Mutter Freunde kennen, die für mich meine Familie waren. Sie taten alles für mich, verwöhnten mich von Kopf bis Fuß, bis meine Mutter ihren neuen Freund kennen lernte - ich war ca. 5 Jahre alt.
Also zogen wir zu ihm, weg von dem Umfeld das ich bis jetzt kannte bzw liebte.
Ich weiß noch ganz genau wie meine Mutter sagte "ich will dass du jetzt Norbert Papa nennst und nicht mehr die anderen als deine Familie ansiehst".
So musste ich mit ihm leben. Damals ging es auch noch gut.. Sie wurde noch 2 mal schwanger und ich bekam 2 Schwestern.
Als ich 9 war, zogen wir nach Nürnberg. Nochmal weg von allem was ich kannte. Die Schule wurde schwerer und somit wurde es auch schwerer mit dem neuen "Vater" zu leben... Schlechte Noten ergaben Schläge, immer härtere Maßnahmen..
Jedoch habe ich es aufs Gymnasium geschafft.. Aber in der 5. Klasse sah ich keinen anderen Weg als schlechte Noten zu verschweigen, in der 6. Klasse begann ich Unterschriften zu fälschen.
Geschlagen und gedemütigt wurde ich auch in der Öffentlichkeit von dem Mann, meine Mutter sagte nie was, entweder weil sie sich nicht traute oder weil sie nicht konnte..
Irgendwann sagte meine Mutter, der Mann wolle mich adoptieren. Was sollte ich auch mit 11 Jahren ca. sagen? Ich musste es akzeptieren, ich hatte Angst was sonst wäre.. Obwohl ich es nie wirklich wollte..
Oft würde ich gefragt von dem Mann warum ich so gut lügen konnte.. Dabei war er es, der mich dazu brachte..

Mit den Jahren wurde das Verhältnis immer schlimmer, auch schulisch kam ich nur knapp in die nächsten Jahre.. Die Pubertät hat nicht zum Besserwn geführt..

Ich war nie diejenige die rauchen wollte, trinken oder Drogen nehmen wollte.. Eher war ich das graue Mäuschen, obwohl ich wirklich sagen muss dass ich keineswegs schlecht aussehe.
Mit 16 ging ich das erste mal weg, rauchte ab und zu... Dann wurde es immer häufiger, rauchte selbst in der Schule.. Dann lernte ich meine erste große Liebe kennen.
Das Verhältnis zu Hause verschlechtere sich weiter.. Ich zog halbwegs zu meinem Freund und seiner Familie, da es immer mehr eskalierte.
Ich schwänzte immer mehr die Schule, bekam mehr und mehr Verweise. Aber was soll man mit den Lehrern schon reden? Denen geht es nur um Leistung.
Ich entwickelte mich immer mehr zu einem anderen Menschen, fing das kiffen an.
Nach 14 Monaten ging meine Beziehung zu Ende, ich hatte ihn betrogen. Mir wurde immer mehr alles egal.
Durch die Trennung wurde ich wieder "geweckt". Versuchte mich wieder zu ändern, distanzierte mich immer mehr von falschen Freunden.
Verfiel jedoch in eine Depression, da es zu Hause wieder schlimmer wurde und es alles zu viel wurde für mich.
Manchmal frage ich mich wie ich so viele Lügen ertragen konnte.. Mittlerweile habe ich auch einen Bruder bekommen. Ich liebe meine Geschwister und hoff für sie, dass sie niemals das mitmachen müssen, wie ich es tun musste..
Weihnachten 2015 lieferte ich mich selbst in eine psychiatrische Anstalt ein. Meine "Eltern" glaubten nicht dass ich wirklich krank war, warfen mir vor es sei eine Ausrede gewesen, ein Fluchtweg von meinen Problemen.
Nach der Klinik ging es mir ein Stück weit besser... Aber dies hielt nicht lang an. Dieses Jahr wäre mein Abitur gewesen.. Ich glaubte daran dass ich es schaffe, aber in einem Haus, wo niemand an dich glaubt und dir deine Eltern sagen "du schaffst es niemals" ist es schwierig.. Ich geriet in ein anderes Umfeld und in meiner Lage war es zu leicht zu Drogen zu greifen..

Mittlerweile hab ich jedes Wochenende zu MDMA gegriffen. Glücklich sein kann ich nur noch mit chemischen Drogen. Schule hab ich jetzt abgebrochen und zu Hause würde ich rausgeworfen, obwohl die "Eltern" nie etwas von den Drogen wussten. Gott sei dank.

Leute, ich weiß nicht weiter, ich kann auch nur raten, lasst die Finger von Drogen; selbst wenn es nicht die härtesten sind. Die Nachwirkungen kommen erst viel später und Depressionen sind kein leichtes Thema.

Euch ist erst alles egal, wie mir. Nun weine ich jede Sekunde.
Übrigens, ich bin ein Mädchen falls es nicht rauskam

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