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Mausgrau? Staubgrau? Aschgrau?

2. August 2016 um 22:25

Hallo Community,

vom geschlecht her bin ich ziemlich falsch, aber vielleicht gibt es ja jemanden der ebenfalls eine solche, nunja hoffen wir es ist eine, "Phase" durch macht.
Ich komme aus dem Rheinland, bin 25 Jahre alt, habe Abitur gemacht und bin jetzt nach meiner Ausbildung zum Fachinformatiker seit nunmehr 2,5 Jahren berufstätig.
Beruflich bin ich deutschlandweit unterwegs, zur Zeit eher im Norden und habe eine anspruchsvolle Tätigkeit.
Ich wohne alleine, gehe gerne zum Sport (wenn ich denn mal zuhause bin) und bin seit Jahren bei den Pfadfindern.

"Ja, was erzählt der mir denn jetzt sowas?" - Nunja augenscheinlich Funktioniert alles.

Leider tut es das in meinem Kopf schon seit einiger Zeit nicht mehr so wie es "normal" wäre.
Initialer Auslöser war das plötzliche Ende meiner Beziehung welche nicht so lange ging, aber ich trotzdem viele Hoffnungen hereingesteckt habe. Das war im Januar.
Der gemeinsame Urlaub - "Wir können ja als Freunde zusammenfahren" - wurde von mir storniert.

In der ersten Zeit war es natürlich Liebeskummer, wobei ich sie niemals zurück haben wollte. Aber da waren auch Dinge in meinem Kopf die tiefer gingen und sich gegen mich selbst richten.
Ich möchte einfach nicht mehr Leben. Ich habe - wie man so schön sagt - einfach keinen Bock mehr. Wozu auch? Es gibt in meinem Kopf nichts wofür man Kämpfen könnte.
Alles ist Grau, jedes Vorhaben wird von mir in kleine durchführbare Häppchen zerhackt, Analysiert und mit einem knallharten Risikomanagement versehen.
Ich empfinde keine Freude oder Zuneigung zu irgendwem.
Mein größter Wunsch ist es einfach nur noch, nicht mehr aufzuwachen - oder besser noch mein Leben jemandem zu geben, der damit noch irgendetwas anfangen kann.
Ich habe seit fast 3 Monaten eine Geliebte, die weiß von meinem "Problemchen" und Verhält sich mir gegenüber wirklich gut, ich empfinde nichts für sie. Mir wäre es
quasi gleichgültig, wenn sie nicht mehr "da" wäre.

Seit April bin ich in psyschologischer Betreuung. Ich weiß noch nicht, ob es mir wirklich hilft und ob es besser wird, aber "schön mal über alles geredet zu haben..."
Seit 2 Wochen nehme ich Johanniskraut ein und beruhige mich damit - was meist ganz gut hilft.
Im September habe ich einen Termin bei einem psychiater, wo sich entscheidet wie das weitergeht.

Ich bin jetzt nicht "akkut" Selbstmordgefährdet und warte auf den nächsten Zug oder sowas, aber ich mache mir halt schon gedanken über solche Dinge. Wo, Wie und Wann am besten...

Kennt ihr soetwas auch? Wie habt ihr euren Kampf gegen das Monster "Depression" gemeistert? Wie lange habt ihr dafür gebraucht? Was habt ihr dagegen unternommen?

Wenn mir eins noch bleibt, dann ist es immernoch die Fähigkeit entschlossen zu handeln und dabei auch gegen mich selbst zu Arbeiten.

Viele Grüße,

NopeCat

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3. August 2016 um 9:46

Du hast noch mehr, was Dir hilft...
Analytik, Mustersuche, Logik.

Da kann ich Dir ein Muster geben
Verhaltenstherapie in Ultra-Kurz-Fassung:
Stell Dir ein Dreieck vor. Die Eckpunkte sind: Verhalten - Gedanken - Emotion.
Jedes der 3 beeinflusst die beiden anderen. (klar oder braucht mehr Erklärung?) - damit hat man auch für jeden der 3 Punkte 2 Punkte, wo man an den Variablen drehen kann, um das Ergebnis zu ändern.

Ein Punkt, den ich sehr, sehr wichtig finde und der da fehlt ist die Wahrnehmung. Heisst im Klartext: vor allem Filter und Interpretation.
Was auch immer an Eindrücken Du gerade hast, trifft erst einmal da drauf. Mach Dir mal spaßeshalber die Mühe, das mal bewusst zu "tracen". Der ganze Kram IST nicht grau. Sondern das, was nach Filter und Interpretation bei Dir dann schlussendlich *ankommt* - DAS ist grau. Das ist ein riesen Unterschied. Filter und Modifikationen kann man rekonfigurieren

Ich kenne Dich nicht und ich bin auch kein Doc - also kann ich ich im Grunde nur raten - mit bissl Erfahrungsmodifikator...
Diese emotionale Leere ist oft das psychische Äquivalent von einem "Buffer overflow". Was macht man dagegen? Nun, reboot und dann die einzelnen Module one by one zuschalten und gucken, was davon zu viel Last erzeugt - und dass dann umschreiben.
Du schreibst z.B. "anspruchsvolle Tätigkeit, in ganz Deutschland unterwegs" - klingt toll. Aber passt das auch zu Dir oder bist Du eigentlich mehr Nerd und Kellerkind, was vor sich hinwerkeln möchte, statt anspruchsvoll unterwegs zu sein?
Du schreibst von Sport und Pfadfindern. Nice. - Aber für Dich auch? Oder bist Du mehr bei den Pfandfindern, weil Du da halt quasi schon immer warst und nicht, weil Du das noch machen möchtest?
Usw.
Als Referenzpunkt aber am besten auf die Zeit vor dem Ende der Beziehung zurückrollen, Deine jetzige Sichtweise taugt zur Bewertung nicht (pardon, aber ich denke, Du weisst, was ich meine )

Du schreibst, dass Du viele Hoffnungen in die Beziehung gesteckt hattest - nun, geplatzte Hoffnungen, geplatzte Träume, geplatzte Wünsche verursachen viel tiefere Wunden, als Liebeskummer es je könnte - und ich vermute mal, das ist bei Dir passiert. Es ist nicht die Hoffnung auf etwas, was Du mit dieser Person erleben wolltest, implodiert, sondern die Hoffnung auf dieses "ETWAS" allgemein - kann das sein? Was war das ETWAS (musst Du nicht mir antworten, geht mich nix an - ist als Denkanstoss gemeint). Was wolltest Du denn mit einer Beziehung erreichen, was Du ohne nicht glaubst zu können? Was hast Du in die Beziehung *hineinprojiziert* (!) ? - und warum?

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3. August 2016 um 22:54

Danke...
... für deine schnelle und umfangreiche Antwort!

Das mit dem Filter sehe ich genauso. Ich weiß, dass mein Umfeld nicht nur "Grau" ist sondern sogar ziemlich facettenreich! Ich scheitere nur gerade an der praktischen Umsetzung für mich.
Ich werde das trotzdem mal festhalten und die Mundwinkel mal in Richtung Sonne festtackern

Nunja, mein größtes Modul ist zur Zeit: Arbeit. Wenn ich unterwegs bin und das sind so 75% der Zeit im Monat, komme ich bei kaum einer Woche unter 55 Stunden.
Ich versuche da halt einfach das Beste daraus zu machen, unternehme Abends noch was (teilweise mit Kollegen).
Das es so für mich nicht weitergeht ist mir schon klar. Ich will und ich merke auch das es mich fachlich weiterbringt, aber ich kann nicht.
Ich habe mir, aufgrund von Fortbildungsverträgen, eine Frist bis Jahresende gesetzt. Passt auch ganz gut, weil noch ca. 25 Urlaubstage auf mich warten!
Wo es dann beruflich hingeht weiß ich noch nicht, bin aber schon in Gesprächen.

Sport befreit mich und lässt mich wieder klar Denken, ohne das wäre ich wirklich aufgeschmissen, also behalten!
Die Pfadfinderei betreibe ich seit ziemlich genau 18 Jahren und es ist einfach das Beste was einem passieren kann. Der Umgang mit Kindern macht mir (meistens zumindest) Spass und eine Wanderfahrt ist zwar ziemlich anstrengend, aber wirklich gut!
Also das sind eher so Komponenten die alles zusammenhalten!
Das meine jetzige Sichtweise nichts Wert ist habe ich selbst gemerkt, weswegen ich auch in Therapie bin ohne das jemand aus meinem Umfeld vorher etwas mitbekommen hat!

Nunja ich habe, wie du vielleicht schon gemerkt hast, ein "Kopfproblem". Das macht natürlich auch vor Kennenlern Situationen nicht halt. Ich bleibe dort sehr in der Deckung und Warte bis ich ein Gefühl der "Sicherheit" habe.
Wenn diese Schwelle erstmal überwunden ist, ist alles gut und herzlichkeit und fürsorglichkeit stellt sich ein. Bis dahin ist der Weg für viele einfach zu weit.
Umsomehr freut man sich, wenn es jemand geschafft hat und das konnte sie sehr gut.
Ich habe mich Wohlgefühlt, dachte das wäre jemand wo es gut funktioniert. Ich hatte Gefühle und wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass es ein "Nee Sorry irgendwie ja doch eigentlich nicht" einfach so ausgesprochen wird.

Ich habe vorallem Sicherheit gefühlt, komplette Ablenkung von anderen Dingen, keine (gut sagen wir kaum) Analyse von "Dingen". Ich war Naiv, das gefiehl mir.
Das klingt vielleicht total profan, aber das schaffen nur wenige mit mir. Ich bin niemand der über Nachbarsgartenzaun linst, wenn du verstehst was ich meine für mich hatte das ganze weder ein Preisschild noch ein Verfallsdatum!
Für mich fühlt es sich so an, als gebe es für mich keinen Weg nach draußen. Ich verstehe nicht wieso es Menschen geben könnte ich mich mögen oder gar Lieben können. Ich verstehe nicht, wieso man mit mir
gerne Zeit verbringen möchte oder sowas. Auch wenn ich weiß, dass es vielleicht gar nicht so ist...

Wieso muss das sein? Ich bin einfach nur Gefangen in meinem eigenen Kopf.

Viele Grüße,
NopeCat

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4. August 2016 um 3:59

Kein Mensch wird gezwungen,.
sein Leben zu leben. Was Du brauchst, ist kein Psychologe. Such` einen guten Neurologen auf und lass` dir ein gutes Mittel gegen Depressionen verschreiben, wenn der Arzt der Meinung ist, dass Du an solchen leidest. Johanniskraut wirkt nicht, es ist zu schwach. Genauso gut könntest Du Baldrian nehmen oder an Deinem Daumen lutschen. Viele Menschen glauben ja, dass Im Reich der Schatten und der Dunkelheit die ewige Ruhe liegt, wo es keine Schmerzen mehr gibt und alles gut ist. Ich würd`s Dir gerne sagen, aber ich war noch nie tot. Kurz davor, ja. Aber auf der Intensiv war es derart laut, dass man gar nicht sterben KONNTE! Ich lebe noch und hole alles raus, was drin ist.

Liebe Grüße,


lib

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4. August 2016 um 3:59

Kein Mensch wird gezwungen,.
sein Leben zu leben. Was Du brauchst, ist kein Psychologe. Such` einen guten Neurologen auf und lass` dir ein gutes Mittel gegen Depressionen verschreiben, wenn der Arzt der Meinung ist, dass Du an solchen leidest. Johanniskraut wirkt nicht, es ist zu schwach. Genauso gut könntest Du Baldrian nehmen oder an Deinem Daumen lutschen. Viele Menschen glauben ja, dass Im Reich der Schatten und der Dunkelheit die ewige Ruhe liegt, wo es keine Schmerzen mehr gibt und alles gut ist. Ich würd`s Dir gerne sagen, aber ich war noch nie tot. Kurz davor, ja. Aber auf der Intensiv war es derart laut, dass man gar nicht sterben KONNTE! Ich lebe noch und hole alles raus, was drin ist.

Liebe Grüße,


lib

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4. August 2016 um 4:02
In Antwort auf lightinblack

Kein Mensch wird gezwungen,.
sein Leben zu leben. Was Du brauchst, ist kein Psychologe. Such` einen guten Neurologen auf und lass` dir ein gutes Mittel gegen Depressionen verschreiben, wenn der Arzt der Meinung ist, dass Du an solchen leidest. Johanniskraut wirkt nicht, es ist zu schwach. Genauso gut könntest Du Baldrian nehmen oder an Deinem Daumen lutschen. Viele Menschen glauben ja, dass Im Reich der Schatten und der Dunkelheit die ewige Ruhe liegt, wo es keine Schmerzen mehr gibt und alles gut ist. Ich würd`s Dir gerne sagen, aber ich war noch nie tot. Kurz davor, ja. Aber auf der Intensiv war es derart laut, dass man gar nicht sterben KONNTE! Ich lebe noch und hole alles raus, was drin ist.

Liebe Grüße,


lib

Verdammter PC!
Am liebsten würde ich ihn zum Fenster rauswerfen.


lib

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