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Mann sucht Hilfe - Frau als Kind missbraucht

9. Februar 2016 um 18:41

Ich liebe meine Frau. Aber ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Sie wurde als Kind in ihrer Familie sexuell missbraucht. Der Missbrauch wurde verschwiegen, auch ihre Eltern haben ihr nicht geholfen. Auch konnte sie als Kind mit niemandem darüber sprechen, es gab keine Hilfe.

Mir hat sie es recht früh erzählt und ich dachte, dass Liebe alle Wunden heilen kann und wir glücklich werden können. Auch habe ich versucht, ihr immer beizustehen, ihr zu sagen, dass sie keine Schuld trifft. Doch irgendwie habe ich es nie schaffen können, ihr wirklich zu helfen.

Der Missbrauch wirkt sich stark auf unsere Beziehung aus. Ich wünsche mir Kinder, sie auch. Aber sie schafft es nur 1-2 Mal pro Jahr, Sex mit mir zu haben. Und das hat bisher leider nicht gereicht. Kinder werden wir wohl nicht bekommen, was mich sehr traurig macht. Auch in anderen Gebieten hat sie Probleme. Sie arbeitet zum Beispiel nicht, vernachlässigt ihre Freunde, vermeidet soziale Kontakte, hat depressive Phasen, verletzt sich selbst, ist mir gegenüber ausfallend.

Ich kann alle ihre Probleme verstehen, habe in all den Jahren viel gelesen, versuche, ihr zu helfen - aber ich kann jetzt nicht mehr. Ich vermisse ein normales gesellschaftliches Leben, ein erfülltes Sexleben. Ich habe solche Schuldgefühle wegen dieser Gedanken, fühle mich als ein Egoist.

Aber im letzten Jahr ist es so geworden, dass auch ich immer mehr ihre Verhaltensweisen annehme. Früher war ich ein offener Mensch mit großem Bekanntenkreis, jetzt ziehe ich mich zurück. Ich war immer ein sexuell sehr aktiver Mann und jetzt eben 1-2 Mal pro Jahr. Ich war immer sehr, sehr fleißig, inzwischen kann ich mich nicht mehr zur Arbeit aufraffen.

Ich habe in der Vergangenheit viel probiert, aber ich bin dankbar für jeden kleinen Tipp oder Hinweis, für jede Idee, was ich noch machen könnte. Wie ich meiner Fau helfen könnte.

Danke.

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11. Februar 2016 um 16:55

Klingt nach "Borderline"
Ich kann Dich da sehr gut verstehen und Eure Situation absolut nachvollziehen, da ich sehr Ähnliches mit meiner Frau erlebt habe.

Die Verhaltensweisen Deiner Frau erkenne ich direkt wieder. Ich vermute, dass Deine Frau eine bestimmte psychische Erkrankung hat, welche "Borderline" genannt wird. Ich empfehle Dir, dies mal zu googeln, das ist sehr aufschlussreich.

Eine Borderline-Erkrankung sollte professionell durch entsprechende Therapeuten behandelt werden. Wichtig hierbei ist, dass Deine Frau selbst erkennen muss, dass sie Hilfe benötigt und diese dann auch annimmt. Eine solche Therapie ist sowohl für die Betroffene, als auch die unmittelbar Angehörigen eine schwere Zeit, hierbei ist sehr viel Geduld und Unterstützung durch Dich erforderlich.

Bei meiner Frau ist es nach mehreren Therapie-Jahren nunmehr so, dass sie als geheilt gilt und wir zwischenzeitlich zwei süsse Mädchen haben. Also Ende gut, alles gut.

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11. Februar 2016 um 22:51

Hallo
Ich finde das du ein sehr rücksichtsvoller Mensch bist.. Und nun aber zu dem Punkt angelangt bist, der für dich unerträglich zu sein scheint bzw leidest du sehr unter der Situation.
Hast du schon mal ein ausführliches Gespräch mit deiner Frau geführt bzw ihr deine Gefühle geschildert? Denn wenn ihr Leid schon so groß ist u es dich auch noch in Mitleidenschaft zieht, wäre eine Therapie doch sehr angebracht für sie. Sodass sie den Missbrauch verarbeiten kann bzw lernt damit besser umzugehen. Und auch um eure Beziehung zu retten.
Hast du ihr schon mal dem Vorschlag zu einer Therapie gemacht?
Ich wünsche euch viel Kraft und Geduld, das ihr eine Lösung findet, u nicht aufgebt.
Lg

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12. Februar 2016 um 8:26

Das klingt nach co abhängigkeit.
Also benötigt ihr beide Hilfe! Wenn du also deine Hilfebedürftigkeit anerkennst und auch du Dir professionelle Hilfe besorgst kannst du ihr damit am ehesten helfen. Sie wird dadurch den Ernst der Lage erkennen und selber unter Handlungszwang stehen. Andernfalls geht ihr beide zu Grunde.

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25. Februar 2016 um 19:36
In Antwort auf silviemmm

Das klingt nach co abhängigkeit.
Also benötigt ihr beide Hilfe! Wenn du also deine Hilfebedürftigkeit anerkennst und auch du Dir professionelle Hilfe besorgst kannst du ihr damit am ehesten helfen. Sie wird dadurch den Ernst der Lage erkennen und selber unter Handlungszwang stehen. Andernfalls geht ihr beide zu Grunde.

Danke.
Ich will auch eine Therapie für mich machen. Allerdings weigert sich meine Frau vehement. Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir gemeinsam eine Therapie machen oder dass wir gemeinsam anfangen. Aber vielleicht hast Du recht und ich sollte wirklich allein beginnen und sehen, was sie macht.

Dank Dir!

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25. Februar 2016 um 19:39
In Antwort auf amigita12

Hallo
Ich finde das du ein sehr rücksichtsvoller Mensch bist.. Und nun aber zu dem Punkt angelangt bist, der für dich unerträglich zu sein scheint bzw leidest du sehr unter der Situation.
Hast du schon mal ein ausführliches Gespräch mit deiner Frau geführt bzw ihr deine Gefühle geschildert? Denn wenn ihr Leid schon so groß ist u es dich auch noch in Mitleidenschaft zieht, wäre eine Therapie doch sehr angebracht für sie. Sodass sie den Missbrauch verarbeiten kann bzw lernt damit besser umzugehen. Und auch um eure Beziehung zu retten.
Hast du ihr schon mal dem Vorschlag zu einer Therapie gemacht?
Ich wünsche euch viel Kraft und Geduld, das ihr eine Lösung findet, u nicht aufgebt.
Lg

Danke.
Danke für Deiner Worte. Leider weigert sie sich beständig und ich kann sie ja nicht zwingen. Natürlich sprechen wir viel. Aber zu Veränderungen kommt es dadurch nicht. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie ich mit ihr sprechen soll. Ein Therapeut weiß da sicher besser Bescheid, welchen Weg man wählen sollte.

LG

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25. Februar 2016 um 19:41
In Antwort auf khaless11

Klingt nach "Borderline"
Ich kann Dich da sehr gut verstehen und Eure Situation absolut nachvollziehen, da ich sehr Ähnliches mit meiner Frau erlebt habe.

Die Verhaltensweisen Deiner Frau erkenne ich direkt wieder. Ich vermute, dass Deine Frau eine bestimmte psychische Erkrankung hat, welche "Borderline" genannt wird. Ich empfehle Dir, dies mal zu googeln, das ist sehr aufschlussreich.

Eine Borderline-Erkrankung sollte professionell durch entsprechende Therapeuten behandelt werden. Wichtig hierbei ist, dass Deine Frau selbst erkennen muss, dass sie Hilfe benötigt und diese dann auch annimmt. Eine solche Therapie ist sowohl für die Betroffene, als auch die unmittelbar Angehörigen eine schwere Zeit, hierbei ist sehr viel Geduld und Unterstützung durch Dich erforderlich.

Bei meiner Frau ist es nach mehreren Therapie-Jahren nunmehr so, dass sie als geheilt gilt und wir zwischenzeitlich zwei süsse Mädchen haben. Also Ende gut, alles gut.

Auch Dir danke ich.
Ich freue mich, dass es bei Euch gut gelaufen ist. Das gibt mir Kraft und Zuversicht.

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25. Februar 2016 um 19:46

Stehe nicht für TV oder Radio zur Verfügung.
Gleich mehrere Journalisten haben diesen Post zum Anlass genommen, mich anzuschreiben und zu überreden, im Fernsehen oder Radio über unsere Situation zu sprechen. Ob unsere Geschichte so ungewöhnlich ist?

Falls sich noch mehr Journalisten bemühen sollten: Ich stehe für keine Aufnahmen zur Verfügung, meine Frau schon gar nicht. Und nein: Euch geht es nichts ums Helfen oder eine seriöse Berichterstattung, sondern ums Ausschlachten eines Schicksals.

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26. Februar 2016 um 1:42

Schwierig
War sie denn schon in Therapie? Wenn ja, wann das letzte mal? Finde es schwierig wenn es sich dauerhaft auf die Sexualität auswirkt, da wirst du ja Co- krank.
Bei Sex sollten klare Absprachen erfolgen können, ansonsten zerbricht es oder es geht nur mit erheblichem Leiden weiter. Kinder machen das nicht unbedingt besser, auch stellt sich die Frage, ob sie die Mutterrolle in ihrem Zustand überhaupt geregelt bekommt....

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26. Februar 2016 um 18:46
In Antwort auf jomeby

Danke.
Ich will auch eine Therapie für mich machen. Allerdings weigert sich meine Frau vehement. Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir gemeinsam eine Therapie machen oder dass wir gemeinsam anfangen. Aber vielleicht hast Du recht und ich sollte wirklich allein beginnen und sehen, was sie macht.

Dank Dir!

Das wäre nicht der richtige Weg
Also aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen, dass primär nicht du in Therapie musst, sondern in erster Linie deine Frau. Wie es der Vorredner schon sagt, scheinst du ein sehr rücksichtsvoller Mensch zu sein. Das kann dir aber auch zum Verhängnis werden. Deine Frau umgeht eine Therapie, die sie dringend braucht und versucht sich irgendwie durch dich zu Therapieren. Das würde gipfeln, wenn du in Therapie gehst, statt sie. Natürlich, es empfiehlt sich das so oder so für dich in dieser Stiuation, aber das ändert nichts daran, dass sie es braucht. Das wird dir aber jeder anständige Therapeut auch sagen. Ich würde mich auch nicht auf den faulen Kompromiss einlassen, in Paartherapie zu gehen. Sie hat die Sache erstmal allein aufzuarbeiten. Ich muss es so hart sagen, aber manchmal braucht es einen Plan B und eine Forderung wird nötig, manchmal auch eine Trennung, bevor der andere versteht, dass es so nicht weiter geht. Viele bewegen sich erst dann dort hin, wenn sie merken, dass alles verloren geht. Vorschlag, du könntest mit gutem Beispiel voran gehen, in Therapie gehen, aber es mit der Forderung (Ultimatum) verbinden, das sie es bis dann und dann ebenso tut, ansonsten Trennungsmöglichkeit in den Raum stellen, verbunden mit dem Hinweis, dass du sie liebst es aber anders nicht mehr kannst. Binde ihre Familie mit ein, sowie deine, sofern das möglich ist. Zu dem Vergewaltiger und der Mutter, die das vielleicht geduldet hat, sollte kein Einbezug stattfinden. Interessant wäre auch zu erfahren, wie das Verhältnis dort ist. Oftmals ist das ja erheblich gestört, lebt der Täter noch mit der Mutter? Gibt es Geschwister?

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1. März 2016 um 19:59

Hoffe, ich kann dir helfen
hallo,
ich dachte schon, der text kommt von meinem mann.
wir haben gerade auch das problem.

toll, dass du zu ihr stehst, aber hat sie sich hilfe geholt ?
ich arbeite meine geschichte gerade auf, sie liegt 40 jahre zurück. es hat unsere ehe und die beziehung zu meinen kindern stark belastet und ich wusste nicht mal vom zusammenhang.
jetzt bin ich in therapie, und habe auch das gefühl, da ist jemand, den ich dafür bezahle (krankenkasse), damit ich ihn 50 min vollquatschen darf, ohne das gefühl zu haben, ich belästige jemanden mit meinen problemen. ich darf einfach ungeniert reden und weinen. bei meinem mann, der sich immer alles anhört, habe ich manchmal das gefühl, er kann es nicht mehr.
daher der rat mit der therapie. die werden fürs zuhören bezahlt. mir hat auch singen sehr geholfen, oder im auto bis zur schmerzgrenze musik anmachen. da konnte ich dem schmerz freien lauf lassen.
wenn man das thema nicht mehr in der partnerschaft breittritt, sondern einen neuen ort dafür gefunden hat, hilft das manchmal.
viel glück

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Weiß nicht mhr weiter
Von: sonadoraa
neu
1. März 2016 um 19:10

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