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Magersucht zurück bzw. evtl. Rückfall

9. Juni 2017 um 1:40 Letzte Antwort: 17. Juni 2017 um 20:26

Ich bin eigentlich eher ein stiller Mitleser, hab mich aber nun aus mehreren Gründen doch dazu entschlossen, einen neuen Thread zu eröffnen, weil ich mir sicher bin, dass das leider nicht nur mich betrifft.
Wie schon im Titel erkennbar, litt ich etwa 2-3Jahre an Magersucht verbunden mit großem Selbsthass. Durch meinen Auszug und mein Studium verbesserte sich jedoch mein Essverhalten enorm im positiven Sinne, wenn man das so sehen will. Ich nahm zu, genoss das Leben wieder mehr und hab es tatsächlich geschafft auch mit und vor Freunden zu essen (was für jeden Esssgestörten die Hölle ist).
Langsam entwickelte ich wieder eine "normales" Essverhalten. Begann auch durch meinen Partner meinen Körper wieder mehr wertzuschätzen....
Was blieb, war der Perfektionismus und damit auch der Hang zum Hungern in stressigen Situationen. Aber ich hatte es irgendwie unter Kontrolle..
Neuerdings jedoch schleicht sich das Ganze wieder ganz langsam ein wie mir scheint. Ich wiege mich wieder regelmäßig(2x am Tag), teile bewusst/unbewusst das Essen wieder in zwei konsequent schwarz und weiße Bereiche und gerate zunehmend auch wieder in den Strudel der Selbstkritik...
ich denke, dass sich hier der/die Ein oder Andere wieder findet..   ich erkenne zwar,dass das alles wieder langsam aus dem Ruder läuft, aber andererseits ist der Sog und der Wunsch  nach dieser Sicherheit, die dieMagersucht mit sich bringt und die vermeintliche Perfektion immernoch so groß...
An alle Mitbetroffenen, wie handhabt Ihr Rückfälle, wie motiviert ihr euch auf Kurs zu bleiben?

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9. Juni 2017 um 21:36
In Antwort auf nordlys7

Ich bin eigentlich eher ein stiller Mitleser, hab mich aber nun aus mehreren Gründen doch dazu entschlossen, einen neuen Thread zu eröffnen, weil ich mir sicher bin, dass das leider nicht nur mich betrifft.
Wie schon im Titel erkennbar, litt ich etwa 2-3Jahre an Magersucht verbunden mit großem Selbsthass. Durch meinen Auszug und mein Studium verbesserte sich jedoch mein Essverhalten enorm im positiven Sinne, wenn man das so sehen will. Ich nahm zu, genoss das Leben wieder mehr und hab es tatsächlich geschafft auch mit und vor Freunden zu essen (was für jeden Esssgestörten die Hölle ist).
Langsam entwickelte ich wieder eine "normales" Essverhalten. Begann auch durch meinen Partner meinen Körper wieder mehr wertzuschätzen....
Was blieb, war der Perfektionismus und damit auch der Hang zum Hungern in stressigen Situationen. Aber ich hatte es irgendwie unter Kontrolle..
Neuerdings jedoch schleicht sich das Ganze wieder ganz langsam ein wie mir scheint. Ich wiege mich wieder regelmäßig(2x am Tag), teile bewusst/unbewusst das Essen wieder in zwei konsequent schwarz und weiße Bereiche und gerate zunehmend auch wieder in den Strudel der Selbstkritik...
ich denke, dass sich hier der/die Ein oder Andere wieder findet..   ich erkenne zwar,dass das alles wieder langsam aus dem Ruder läuft, aber andererseits ist der Sog und der Wunsch  nach dieser Sicherheit, die dieMagersucht mit sich bringt und die vermeintliche Perfektion immernoch so groß...
An alle Mitbetroffenen, wie handhabt Ihr Rückfälle, wie motiviert ihr euch auf Kurs zu bleiben?

Hallo Nordlys,

gut, dass du so offen bist. Ich war selbst 10 Jahre lang betroffen und möchte dir Hoffnung senden. EIne vollständige Genesung ist möglich! 
Um anderen zu helfen, habe ich einen Blog und einen Onlinekurs ins Leben gerufen. Darin steckt mein Herzblut und ich konnte schon vielen damit helfen.

Schau doch mal rein: www.recoverybuddy.de/blog

Fühl dich gedrückt!

 

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11. Juni 2017 um 19:04

Hallo Gedichtesammlung,
danke für die nette Antwort. Ja, leider ist es ein sehr langer Kampf. Und ich hatte im letzten Sommer zum ersten Mal das Gefühl, es wirklich geschafft zu haben. Essen und all die damit verbundenen schönen Dinge im Leben haben mir wieder mehr Spaß gemacht.
Aber momentan überrollt mich die Krankheit wieder. Und es ist so erschreckend wie schnell diese Gedanken zurückkehren. 
Mir fehlt die Sicherheit die mir Ana gegeben hat, diese unerbittliche Stärke durchzuhalten selbst wenn man sich krampfhaft am Geländer festhalten muss um überhaupt noch die Treppe hinauf zu kommen. Diese fast schon krankhafte Willensstärke war leider absolutes Futter für meinen Perfektionismus. 
 

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11. Juni 2017 um 19:43

Hallo Gedichtesammlung,
na ja ich sehe es eher als eine Art Rückfall. Optisch sieht man es ja (noch ) nicht wirklich. Ich liege im unteren Bereich des Normalgewichts was ich eigentlich bis dato gut akzeptieren konnte. Ja ich studiere noch und kann es mir aktuell zeitlich nicht leisten mich irgendwo behandeln zu lassen. Ich denke dass das auch gar nicht so einfach ist, da ich ja physisch offiziell nicht mehr krank bin. 
Den Tipp mit den Vor und Nachteilen finde ich übrigens goldrichtig. Ich war damals so schwach und war in einer Spirale aus Hungern, Fasten und Lügen gefangen. 
Ich will und kann es auch meinem Partner nicht antun. Wenn nicht für mich, muss ich dieses Mal für ihn kämpfen. 
Ganz liebe Grüße ❤️

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17. Juni 2017 um 20:26

Hey, ich war auch mal in diesem Strudel, habe mich aber nach etwa drei Jahren stationär behandeln lassen (für einen Monat) und hab dann ca 4 Jahre gebraucht, um vollstandig zu genesen. Das ist nun 6 Jahre her mit den Zwangsgedanken und ich furchte keinen Rückfall mehr. Es gab verschiedene Dinge, die mir geholfen haben:
als ich noch so furchtbar dünn war, aß ich aus Trotz, wenn die Zwänge im Kopf kamen. Mit meinen engsten Personen ging ich offen mit dem Thema um und bei neuen verbarg ich es, auch, um mir eine neue Chance zu geben. Ich hab, als ich nicht mehr zu dünn war, mit Sport begonnen. Das benötigt schlichtweg Kalorien. Und ich habe beschlossen, das Leben ab jetzt ubd für immer zu genießen.
noch ein Schlüsselerlebnis spielte eine großes Rolle: in der Klinik war eine Patientin, bei der ich glaube, dass sie an der Magersucht gestorben ist. Das hat bei mir früher Verzweiflung hervorgerufen. Heute bin ich mir einfach nur sicher, dass es das nicht wert ist.

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