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Liebe Freundschaft und Bindungsangst

7. November 2011 um 11:29

Liebe Mitleser und Mitleserinnen,
ich (45) und nennen wir sie einmal Sue (37).
Seit über zweieinhalb Jahren wache ich mit liebenden Gedanken an Sue Frau auf und beende den Tag mit Gedanken an sie.

Zu unserer Geschichte, ich hoffe auf viele Statements von euch.

Im Winter 2009 lernten wir uns über ein Internetportal kennen.
Sie hatte eine gescheiterte schwierige Beziehung hinter sich und ich eine gescheiterte Ehe. Unsere Trennungen lagen bereits einige Monate zurück.
Nach wenigen Wochen des Email-Austauschs und etlichen Telefonaten trafen wir uns schließlich zum ersten Mal. Sehr unkompliziert, da wie in der selben Stadt wohnen. Alles nahm seinen sehr schönen Lauf der gemeinsamen Annäherungen und nach etlichen "Kennenlern-Dates" hatte ich eine Freundin.
Bis hier alles noch ganz prima und ein phantastisches Gefühl einen Menschen im Leben gefunden zu haben, der so wunderbar gleich tickt wie man selbst. Bis zum Mai 09 hatten wir eine wunderbare ausgelassene Zeit, bis sie sich schließlich zurück zog.
Der Kontakt brach bis auf einige Mails oder Anrufe völlig ab. Sue hatte sich wieder ihrem ExFreund zugewandt und ich mich meinerseits kurzzeitig auf eine andere Frau eingelassen.
Trotz allem begann ich meine Tage damit an Sue zu denken und beendete sie damit. Meine Gedanken waren immer nur bei dieser Frau. Die kurze Beziehung zu diese anderen Frau beendete ich sehr bald wieder.
Bis August sahen Sue und ich uns nicht mehr, dann einige gemeinsame Unternehmungen und wieder Pause bis Oktober.
Es begann eine sehr intensive Zeit, wir telefonierten nahezu täglich und sahen uns mehrmals die Woche.

Dieser Zustand dauert bis heute an.
Da ich ein sehr authentischer Mensch bin, der seine Gefühle mitteilt, weiß Sue seit dem Frühjahr 2009 über meine Liebe zu ihr.
Seit Herbst 2009 weiß ich aber auch über ihre Bindungsängste und Verlustängste und die daher rührende eingeschränkte Fähigkeit sich "einzulassen".
Jeder Annäherung folgt bald darauf eine Flucht und Sue empfindet meine Erwartungshaltung als Druck (obwohl ich dieses Thema niemals von mir aus anspreche).

Wie ihr aus meinen Worten vielleicht heraus lesen könnt, gehen wir mir diesem Thema relativ offen um.
Allerdings kennt Sue mein eindeutiges JA und ich kenne ihr ebenso eindeutiges JEIN (der Titel selbigen Buches was sie gerade liest.
Im Sommer diesen Jahres habe wir sehr offen darüber gesprochen, dass wir nach allen Maßstäben der Liebe zusammen gehören, bis zur darauf folgenden Flucht von Sue.

Zu uns:
Uns verbindet VIEL. Der gleiche Humor, viele aber nicht alle, gemeinsame Interessen. Würde ich ihr Klamotten oder einen neuen Duft aussuchen, läge ich zu 100% richtig und umgekehrt ist es genau so. etc.pp.
Esoteriker würden es als Seelenverwandtschaft bezeichnen.
Meine Freunde sagen: renn weg und meine Freundinnen bewundern mich für meine Geduld.
Ihre Freundinnen sagen: Er tut dir gut, er ist das Beste was Dir passieren konnte.
Sie sagt: Jein.
Ich sage: Ich liebe sie mehr als ich sie brauche.

Wir sind beide (bitte nicht als arrogant auffassen) recht attraktiv. Es fällt weder Sue noch mir schwer Menschen anderen Geschlechts kennen zu lernen. Über die Zeit hat Sue einige Männer kennen gelernt und sich gelegentlich auch mit ihnen getroffen, bis das "Vergleichen" mit mir anfing. (das ist aus dem Mund von Sue)
Traf oder treffe ich mich mit anderen Frauen, achte ich sehr darauf, dass sie nie und nimmer potenzielle Partnerinnen sind. Meine Freundinnen kennen die Geschichte von mir und Sue seit dem ersten Gespräch.

Bitte, vor allem liebe Mitleserinnen denen es ähnlich geht (Männer sind ja oft wie Sue), versucht mir eine Antwort zu geben. Ist das so etwas wie bei "Harry&Sally" oder "1000 mal berührt....".
Soll ich gehen? Soll ich bleiben? Ich hab noch gefühlte 1000 Jahre Zeit zu warten. Ich bin 45 Jahre alt und so unglaublich froh noch solch intensive Liebe zu empfinden.

Liebe Grüße
Cuba166

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13. November 2011 um 13:14

Als
Erstes: Mein Beileid - echte Zwickmühle

Ich kenne natürlich nicht eure Beziehung zueinander, aber beim lesen kam mir da so ein Gedanke: Könnte es sein, dass du sie sehr idealisierst?
Bitte verstehe das nicht falsch, ich meine das absolut nicht böse und ich könnte ja auch total falsch liegen. Insgeheim jagen wir ja (fast) alle dem "Harry&Sally" Bild nach und oftmals denkt man sich : "Wenn nur dieser eine Umstand nicht wäre, dann wäre alles perfekt..". Ich denke, aus diesem Grund scheitern Fernbeziehungen auch so wahnsinnig oft, wenn man sich dann endlich zum zusammenziehen überwindet. Man idealisiert den Partner so extrem und meine alles wäre perfekt, außer eben die Entfernung.

So ähnlich kam es mir eben auch bei deinen Text vor, wenn sie nur keine Bindungsangst hätte, dann...

Sollte mein Gedanke dazu Schwachsinn sein - vergiss es einfach
Solltest du bei objektiver Beobachtung tatsächlich feststellen, dass es weit mehr Gründe gebe, die dagegensprechen als ihr "Jein" (zB dass es langweilig sein könnte, weil ihr so viele Gemeinsamkeiten habt oder es sonst größere charakterliche Differenzen gibt, Wertvorstellungen, Lebenseinstellungen etc.) solltest du versuchen, auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen und dir überlegen, ob es das wert ist eine offensichtlich tolle Freundschaft zu opfern usw.

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