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Leer fühlen

27. Juli 2015 um 23:21 Letzte Antwort: 3. August 2015 um 3:00

Hey vielleicht kennt es einer von euch. Ich fühle mich manchmal leer, als würde etwas fehlen.
Als ich noch ganz klein war hat mein Vater sich selbst umgebracht. Ich denke, dass ich es damals noch nicht verstanden habe. Mittlerweile bin ich 18 und stell mir immer öfter fragen was wäre wenn er noch da wäre. Ich vermisse ihn ganz doll. Seit etwa 3 Jahren mach ich mir die Gedanken. Damals habe ich mich angefangen zu ritzen, weil mein Leben einfach keinen Sinn mehr hatte wirklich. In der Schule wurde ich auch immer schlechter bis ich schließlich sitzen geblieben bin. Vor paar Monaten, an meinem 18. Geburtstag, ist dann auch noch mein Opa gestorben. Es war zwar vorauszusehen, trotzdem standen wir uns sehr nah und er war der einzige männliche Verwandte den ich noch wirklich hatte. Ich habe zwar ein Stiefvater, auch schon seit ich denken kann, trotzdem ist es einfach nicht dasselbe. Manchmal wenn ich mit Freunden unterwegs bin, werde ich plötzlich total traurig ohne erkennbaren Grund, als würde ich etwas vermissen. Neulich war ich auf einer Abschiedsfeier von einem guten Freund und war eine Freundin von mir die gerade aus dem Ausland wiedergekommen ist und als sie angefangen hat zu erzählen hätte ich fast angefangen zu weinen. Es hat sich total schlimm angefühlt. Ich denke öfter darüber nach einfach abzuhauen und weg.
Es fühlt sich immer an als würde etwas fehlen, aber ich weiß einfach nicht was...
Ich hoffe ihr könnt mir helfen

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28. Juli 2015 um 11:57

Hi
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Gefühl davon kommt, dass du dich vielleicht nicht richtig von ihnen verabschieden konntest. So etwas kann einen wirklich mitnehmen, da man irgendwie einen Abschluss/Abschied braucht, um einen Todesfall wirklich zu verarbeiten.

Was dir fehlt kann ich dir natürlich nicht sagen. Ich würde dir aber raten, zu einem Psychologen zu gehen um dem auf den Grund zu gehen.

Ich wünsche dir alles Liebe

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3. August 2015 um 3:00

Liebe liesi!
Zum Tod Deines Vaters kann ich nichts sagen, weil ich die näheren Umstände nicht kenne. Es mag sich vielleicht seltsam anhören, aber, das Sterben ist ein völlig normaler Vorgang. Wir wissen, dass der Tod zum Leben gehört, nur wollen wir das nicht wahrhaben, wir verdrängen den Tod. Würden wir uns (ich sehe mich hier als Ausnahme), mit dem Tod näher befassen, über ihn sprechen, nicht ständig tabuisieren, würde vieles leichter fallen. Viele Menschen haben Angst vor dem Tod. Das kann so weit führen, dass sie auch Angst vor dem Leben haben, weil sie an nicht anderes mehr denken können. Diese Angst kann man aber nur dann besiegen, wenn man bereit ist, sich ihr zu stellen. Wenn Du vor ihr wegläufst, wird sie Dich, mit absoluter Sicherheit, einholen und immer mächtiger werden. Wenn Du aber über sie sprichst, wird sie immer kleiner werden, weil es die Angst nicht mag, wenn man über sie spricht. Kommen dann noch Schuldgefühle hinzu, verstärkt das die Trauer und die Leere umso mehr. Im Grunde empfindet jeder Mensch die Welt so, als würde es sie ohne ihn gar nicht geben. Die Leere, die Du empfindest, kannst Du nur mit Leben füllen, was nichts anderes heißt, als glücklich zu sein, sein Glück zu finden und das Leben leben - aber ohne Angst. Das Leben hat gewiss einen Sinn, aber nach diesem Sinn musst Du suchen: Hätte das Leben keinen Sinn, dann würden wir auch nicht leben. Du sollst Freude am Leben haben, denn das ist ein Leben, das das Leben so lebenswert macht!

Viel Glück!

lib

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