Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Lebenspartner verloren

Lebenspartner verloren

11. Juni 2009 um 15:31 Letzte Antwort: 22. April 2010 um 11:26

Hallo zusammen

Ich habe lange nach einer Seite gesucht, wo ich das Gefühl habe, es geht anderen genauso wie mir. Mir ist etwas ganz schlimmes passiert, was ich bis jetzt noch nicht verstehen kann. Ich stelle dauernd die Frage, die hier wohl jeden quält, Warum nur mein geliebter Schatz!?

Am 25.05.09 ist mein Lebenspartner gestorben. Er war grade mal 25 Jahre alt. Wir waren vor grade mal 6 Monaten zusammen gezogen. Am 25.05 war der Tag für ihn gekommen, aber warum so früh! Er hatte doch noch so viel vor, wir wollten heiraten und später auch mal Kinder bekommen. Wir hatten noch solche Pläne. Er war Student und hätte nächstes Semester sein Diplom in der Tasche gehabt und hat sich schon total drauf gefreut. Er hat sein ganzes Leben gut im Griff gehabt, hatte keine Geldsorgen...garnichts. Wir waren einfach nur glücklich.
Das er krank war wusste ich, er hatte Herzrhythmusstörungen, aber alle Ärzte meinten, das wäre etwas, was man gut behandeln kann und er bräuchte sich keine Sorgen machen. Naja, vielleicht haben wir uns beide zu wenig Sorgen gemacht. Am Montag den 25.05 kamen wir vom Einkaufen, er setzte sich auf die Sofalehne und sagte noch:"Bianca, mein Herz" Dann fiel er in sich zusammen. Als ich ihn umdrehte war er schon ganz blau im Gesicht und lag komatös am Boden. Er war so hilflos... Ich fühlte keinen Pulsschlag und auch die Atmung war nicht mehr vorhanden. Ich rief einen Notarzt und fing mit der reanimation an. Da ich dies erst noch gelernt hatte, weil ich ne Ausbildung im Krankenhaus machte. Ich bin froh, dass er nach ein paar mal drücken wieder kam. Aber seine Augen wanderten nur nach rechts und links, er schaute mich, auch nach Aufforderung nicht mehr an. Ständig dachte ich, dass er es schaffen wird, da er noch so jung ist. Der Notarzt kam und stellte Kammerflimmern fest und schickte mich aus dem Raum. Nach einer für mich gefühlten Ewigkeit kam der Notarzt und sagte es sehe sehr schlecht aus und sie würden ihn weiter reanimieren und jetzt ins Krankenhaus fahren. Ich durfte nicht einmal mit in den Krankenwagen! Ich wäre gerne bei ihm gewesen...
Nach ca. 90 Minuten wurde mir gesagt, dass mein Freund es nicht geschafft hätte und das sie nicht feststellen könnten was mit ihm passiert war. Die Todesursache weiß ich bis heute nicht. Ich wollte ihn nicht in seiner Ruhe stören und habe gesagt, dass ich keine Autopsie möchte.
Der Verlust meines Freundes ist sehr schlimm für mich. Er war meine große Liebe und jetzt hat ihn das Schicksal eingeholt und ihn mir weggenommen. Ich mache mir tausend Vorwürfe, ob ich alles richtig gemacht habe. Ich hätte so gerne noch einmal 5 Minuten mit ihm, um ihm zu sagen, wie sehr ich ihn liebe. Das konnte ich an dem Montag nämlich nicht. Wir waren total unter Stress. Ich ärger mich, dass ich mir für einen Kuss nicht mal ein paar Minuten Zeit genommen habe, denn jetzt ist es zu spät.
Ich vermisse ihn sooo sehr, warum grade er? warum kein Krebskranker, der nur auf die Erlösung wartet, weil er solche Schmerzen hat??? Das Leben ist unfair und ich weiß nicht, ob ich mein Leben ohne ihn bewältigen werde, denn er war es, der mir den Zuspruch zugesprochen hat, den ich brauchte.
Was soll ich denn jetzt machen? Seine Eltern haben mir alles weggenommen! habe nur noch ein paar Dinge von ihm, der Rest wird von der Mutter bei Ebay verkauft. Mir tut es so weh zu sehen, wie seine Kleidung und Erinnerungen verkauft werden!

Bitte helft mir, wenn ihr könnt

Lg
Bianca

Mehr lesen

11. Juni 2009 um 17:59

Liebe Bianca
ich denke es gibt Themen da fehlem einem die Worte...ich habe letztes Jahr zwei geliebte Menschen verloren...wichtig ist das Du mit jemand reden kannst und zwar nicht nur einmal sondern immer und immer wieder!!!
Als mir das passiert war ist gleichzeitig etwas sehr anderes trauriges passiert...die meisten Menschen in meinem Umfeld konnten nicht mit der Situation umgehen und anstatt mir beizustehen haben sie den Kontakt abgebrochen...da fragt man sich was waren all die Jahre freundschaft wert?
Das andere ist Menschen vergessen einfach gerne oder sie sprechen das unangenehme nicht mehr an fazit ist heute fragt mich keiner mehr wie es mir geht....nur wenn ich aktiv darüber anfange zu reden hört mir jemand zu...

Hast Du Menschen die Dir helfen?
Das Du ihn vermisst das wird noch lange so sein da will ich Dir nix vormachen...Die Frage nach dem Warum bleibt ebenfalls lange da...auch die Phase von Trauer Wut und man kann es nicht fassen bleibt lang...bei mir ist es jetzt 7 Monate her und bei weitem nicht ausgestanden...
ich will Dir damit keine Angst machen wirklich nicht....evtl ist es gut das Du Dir außer Deine Freunde und Bekannte Eltern etc noch außenstehende Hilfe holst...Die kann man immer zulabern und sie müssen einem noch und nochmal zuhören!!
Es gibt Trauerbewältigungsgruppen oder auch Psychologen...gerade im Trauerfall ist das eine Ausnahme!!! Es wird sehr diskret behandelt und Du mußt nicht zum Dauertheraphiehocker mutieren es gibt um das unausprechliche das einen jeden Tag das Herz zerreist begreifen zu können...überleg Dir das doch mal
Mich hat damals sogar meine hausärtztin angesprochen ob ich Hilfe brauche...Du erhälst Hilfe bei deiner Krankenkasse die haben Adressen von Psychologen oder aber auch vom Deutschen Ärzteverband etc.
Ich selbst hab auch gerade einen Artikel gepostet...ich suche außer der klassischen Theraphie eine Selbsthilfegruppe hier bin ich leider noch nicht fündig geworden

Es ist glaube ich besonders wichtig das Du auch jemand hast der Dir hilft gerade weil seine Eltern ganz anderes reagieren als man es hoffen würde. Ich denke sie sind mit Ihrer Trauer total überfordert! Bezieh das blos nicht auf Dich die Erinnerungen an ihn werden sowieso immer in Deinem Herzen sein und such dir Menschen die Dir halt geben

Gefällt mir
11. Juni 2009 um 19:22
In Antwort auf ionela_12918249

Liebe Bianca
ich denke es gibt Themen da fehlem einem die Worte...ich habe letztes Jahr zwei geliebte Menschen verloren...wichtig ist das Du mit jemand reden kannst und zwar nicht nur einmal sondern immer und immer wieder!!!
Als mir das passiert war ist gleichzeitig etwas sehr anderes trauriges passiert...die meisten Menschen in meinem Umfeld konnten nicht mit der Situation umgehen und anstatt mir beizustehen haben sie den Kontakt abgebrochen...da fragt man sich was waren all die Jahre freundschaft wert?
Das andere ist Menschen vergessen einfach gerne oder sie sprechen das unangenehme nicht mehr an fazit ist heute fragt mich keiner mehr wie es mir geht....nur wenn ich aktiv darüber anfange zu reden hört mir jemand zu...

Hast Du Menschen die Dir helfen?
Das Du ihn vermisst das wird noch lange so sein da will ich Dir nix vormachen...Die Frage nach dem Warum bleibt ebenfalls lange da...auch die Phase von Trauer Wut und man kann es nicht fassen bleibt lang...bei mir ist es jetzt 7 Monate her und bei weitem nicht ausgestanden...
ich will Dir damit keine Angst machen wirklich nicht....evtl ist es gut das Du Dir außer Deine Freunde und Bekannte Eltern etc noch außenstehende Hilfe holst...Die kann man immer zulabern und sie müssen einem noch und nochmal zuhören!!
Es gibt Trauerbewältigungsgruppen oder auch Psychologen...gerade im Trauerfall ist das eine Ausnahme!!! Es wird sehr diskret behandelt und Du mußt nicht zum Dauertheraphiehocker mutieren es gibt um das unausprechliche das einen jeden Tag das Herz zerreist begreifen zu können...überleg Dir das doch mal
Mich hat damals sogar meine hausärtztin angesprochen ob ich Hilfe brauche...Du erhälst Hilfe bei deiner Krankenkasse die haben Adressen von Psychologen oder aber auch vom Deutschen Ärzteverband etc.
Ich selbst hab auch gerade einen Artikel gepostet...ich suche außer der klassischen Theraphie eine Selbsthilfegruppe hier bin ich leider noch nicht fündig geworden

Es ist glaube ich besonders wichtig das Du auch jemand hast der Dir hilft gerade weil seine Eltern ganz anderes reagieren als man es hoffen würde. Ich denke sie sind mit Ihrer Trauer total überfordert! Bezieh das blos nicht auf Dich die Erinnerungen an ihn werden sowieso immer in Deinem Herzen sein und such dir Menschen die Dir halt geben

Danke für deine Antwort
Also ich muss sagen, Unterstützung hab ich genug. Meine Mutter hat sofort gesagt, dass ich wieder in mein Jugendzimmer einziehen kann und lebe nun wieder bei meinen Eltern. Ist für eine fast 20 Jährige vielleicht komisch, aber ich weiß das meine Familie zu mir steht und weiß das ich hier gut aufgehoben bin. In die gemeinsame Wohnung konnte ich nicht mehr. 1.Ich habe meinen Freund immer da liegen sehen, wo es passiert ist. 2.Mein Ausbildungsgehalt reicht nicht um die Wohnung halten zu können. Bin total froh, dass ich wieder so lieb aufgenommen wurde.
Einen Thermin beim Psychologen habe ich schon, gehe ich nächste Woche Freitag hin, hoffe der kann mir helfen. Ich habe nie gedacht, dass ich mal solche Hilfe in Anspruch nehmen werde, aber besser ist es.

lg Bianca

Gefällt mir
12. Juni 2009 um 1:28

Liebe Bianca!
Mein aufrichtiges Beileid zu deinem schweren Verlust.
Ich bin zwar nicht besonders gut in solchen Dingen, aber dein Beitrag hat mich so sehr berührt, dass ich dir einfach antworten muss. Zunächst einmal die Frage, ob du alles richtig gemacht hast: Ja! Es gibt leider Schicksalsschläge, auf die wir keinen Einfluss haben und so war es auch in diesem Fall. Alles, was du für deinen Freund hättest tun können, hast du getan: Du warst bei ihm. Mach dir bitte keine Vorwürfe, dass ihr euch zu wenig Sorgen gemacht habt. Ihr habt euer gemeinsames Leben auf die Beine gestellt und euch auf die Zukunft vorbereitet. Ihr hättet die letzten Monate vor Kummer und Sorgen immer mehr kaputt gehen können, aber ihr habt das Leben genossen. Es ist sehr schwer, jemanden gehen zu lassen, aber du hattest das unendliche Glück, seine Zeit teilen zu dürfen. Du hast ihn begleitet und glücklich gemacht und das ist unendlich kostbar. Er wird immer bei dir sein und er wird dich immer lieben. Das einzige, was du jetzt für dich tun kannst, ist: Lass es raus! Unterdrücke nichts. Es wird ein harter und auch langer Weg, aber eines Tages wirst du feststellen, dass jedes Weinen in einem Lächeln endet. Du wirst es schaffen, dich aus der Ohnmacht zu befreien und du wirst gelernt haben, dass du auch nach seinem Tod ein Leben führst, dass er ewig begleiten wird.
Es freut mich sehr, dass du jetzt Halt und Unterstützung erfährst. Deine Familie, aber auch die professionelle Hilfe solltest du unbedingt in Anspruch nehmen. Scheu bitte nicht davor, jederzeit deine Gefühle mit zu teilen, wenn dich etwas bewegt. Es ist wichtig, dass du dich damit auseinander setzt. Du wirst nicht vergessen, aber du wirst damit leben können. Trauerbewältigung bedeutet nicht, dass jemand besonderes aus dem Alltag verdrängt wird!
Ich wünsche dir sehr viel Kraft!
VLG

Gefällt mir
1. August 2009 um 18:11

Hallo Bianca
zuerst möchte auch ich dir mein Beileid aussprechen.
Vielleicht hilft es dir auf irgendeine Art und Weise wenn ich dir meine Geschichte erzähle.

Auch ich habe letztes Jahr, um genau zu sein am 20.08.08, meinen Verlobten verloren.
Er ist zu seinen Eltern nach Russland gefahren und ich mit einigen Freunden nach Teneriffa...noch am Abend davor hatte ich mit ihm telefoniert und alles schien normal und super zu sein. Wir wollten im November heiraten, waren auch dementsprechend wegen den Vorbereitungen angespannt....einen Tag später kam der Anruf.....mein Verlobter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen...ich wollte es nicht glauben....nciht er...die verarschen mich...bestimmt hat er einfach Angst vor der ganzen Hochzeit-Geschichte...kalte Füsse bekommen und so....ich rief auf sein Handy an...keiner ging ran...ich rief bei ihm daheim an...seine Mutter ging aufgelöst ans Telefon..ich schrie sie an wieso sie bei dem Spiel mitmache...realisiert habe ich es erst als ich an seinem Grab stand und versucht habe ihn da herauszuholen...ich schrie , ich schlug, ich grub....Er war, nein er ist, der Mann meines Lebens....aber ich weiss, dass er nicht wollen würde dass ich untergehe...ich werde nie über den Verlust hinweg kommen...aber ich muss versuchen damit zu leben....ich weiss es kommt der tag da sehe ich ihn wieder...und ich glaube daran dass er immer bei mir ist.....ich kann ihn spüren...ich rieche ihn immer noch....

Dir wünsche ich ganz viel Kraft und Zuversicht...auch wenn dies in solchen Situationen ziemlich schwer ist....Aber ich weiss was du durchmachst....und vielleicht hilft es dir einfach zu wissen du bist nicht alleine auf dieser Welt....

Gefällt mir
29. September 2009 um 21:47


lass deine trauer zu. jede wellen nach unten bringt dich wieder weiter in richtung land.......du hast jetzt eine wunde, unsagbar tief, du denkst du überlebst das nicht.......aber aus jeder wunde wird eine narbe, aber die wird dir immer bleiben. akzeptiere den weg des schicksals....SEIN weg war hier zu ende...........denk voller dankbarkeit an die zeit, die du mit ihm teilen durfest........sprich mit ihm, er ist dir noch sehr nah.....lass seine seele los, das ist ein harter weg.........du fühlst dich wie verbrannte erde, aber natürlicherweise werden auch hier irgendwann mal wieder blumen blühen.........deine seele wird an dem ganzen reifen und dich stark machen.......du wirst ihm immer in liebe verbunden bleiben......
hab meine mutter im alter von 8, meinen vater im alter von 10 jahren verloren. mein mann, meine große liebe, starb vor elf jahren ( die kids waren 1 und 4)........ich verstehe dein leid und deinen schmerz..........

Gefällt mir
22. April 2010 um 11:26

Ich habe meine große Liebe verloren
Am Sonntag den 18.04.10 habe ich meinen geliebten Lebensgefährten verloren. Ich habe ihn tot gefunden und komme jetzt nicht mehr klar. In den ersten beiden Nächten stand er bei mir am Bett und wollte mich holen.Ich kann aber nicht mit ihm gehen, weil ich für die Kinder hier bleiben muß, sonst würde ich gehen.Das Leben hat ohne Ihn doch keinen Sinn mehr . Ich weiß auch garnicht, wie ich damit umgehen soll da ich Ihn nicht beerdigen kann.Seine Eltern wollen Ihn in seiner Heimat beisetzen. ( 700 kilometer Entfernung.) Seine Eltern haben mir alles weggenommen.Seine Kleidung darf ich behalten. Und ich bin nicht in der Lage seine getragene Wäsche zu waschen.Die Kinder leiden sehr und für sie muß ich stark sein.Wie soll ich trauern wenn ich für mich keinen Ort zum trauern habe , keinen Friedhof wo ich an Ihn denken kann. Ich habe Ihn so sehr geliebt und kann ohne Ihn nicht leben. Es ist alles so leer, so still.Warum hat man als" nur" Lebengefährtin keine Rechte? Warum muß ich Ihn gehen lassen?Hätte ich seinen Tot verhindern können?Wie soll es ohne Ihn nur weitergehen? Mir ist eines so klar: " Liebe ist das kostbarste Gut was es auf dieser Welt gibt : Und diesen Gut soll man hegen und pflegen, man soll jeden Tag leben als sei es der letzte.Ich habe Ihn so sehr geliet und liebe Ihn noch immer für den Rest meines Lebens.

Gefällt mir
Diskussionen dieses Nutzers