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Lebensangst - wie nehme ich den Druck raus?

25. Juli 2008 um 20:10

Ein herzliches Hallo an Alle!
Ich bin auf der Suche nach Rat. Ich habe eine sehr lange psychische Erkrankung hinter mir. Seit ich mich erinnern kann beherrschen mich Ängste, die sogar bis zum totalen Zusammenbruch geführt haben. Nun habe ich 4 Klinik-Aufenthalte und eine ambulante Therapie hinter mir. Heute bin ich für meine Verhältnisse "gesund", ich lebe ein fast normales Leben obwohl ich immer noch meine Einschränkungen habe. Ich kann nur wenige Sachen ohne Anspannung tun und bin nicht ganz frei und ungezwungen auch wenn ich was tue was mir sehr viel Spaß macht. Das mag sich für gesunde Menschen noch schlimm anhören aber für mich ist es so schon ein Segen im Gegensatz zu dem was war. Ich war jetzt ein ganzes Jahr noch krank geschrieben und nun möchte ich endlich mein Abi fertig machen das ich angefangen hatte. Ich spüre aber sofort, sobald ich jetzt weiß ich muss etwas tun, unheimliche Panik und Machtlosigkeit in mir. Ich bekomme große Angst zu wissen, wenn ich leben will muss ich Arbeiten, etwas dafür tun und in mir bricht fast alles zusammen vor Angst den Druck nicht standhalten zu können. Das Jahr hat mich sehr beruhigt, weil keiner was von mir wollte aber irgendwann ist das ja vorbei. Ich möchte so gerne raus, leben, spüren, arbeiten, beschäftigt sein, einfach nur ausgefüllt sein- aber da ist etwas das mich fast unfähig macht. Warum habe ich so große Angst vor diesem "MÜSSEN" - irgendwie müssen wir ja! Ich habe Angst wieder zurück zu fallen - jetzt habe ich meine Lebenskraft wieder fast zurück, aber der Gedanke das Leben nicht leben zu können oder zu dürfen - lähmt mich. Der Gedanke abhängig zu sein von einem Arbeitgeber oder von einer Stelle die mir mein Geld zahlt ist ganz schlimm weil ich Angst habe dem nicht gerecht zu werden. Was, wenn ich nicht belastbar genug bin - was ich ja nicht bin - und ich es nicht schaffe? Was kann ich tun um diese Angst, die mir auch kein Psychologe bis jetzt nehmen konnte, in den Griff zu bekommen - oder besser gesagt wie gestalte ich mir den Gedanken UND die Tatsache das wir unserer Leben leben müssen und dafür zu sorgen haben, mit weniger Druck. Ich hätte gern einen Plan B - damit der Druck in mir geringer wird. Ich weiß, es ist bestimmt schwer nachzuvollziehen solche massiven Ängste in der Richtung zu haben - aber ich wünsche mir so sehr irgendwo eine kleine Anleitung zu bekommen um diese Machtlosigkeiten zumindest annähernd in eine gesunde Bahn zu lenken.
Danke für Eure Zeit und Euren Rat im Voraus.

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27. Juli 2008 um 11:00

Wenn ich
einen Rat hätte, würde ich ihn an dieser Stelle posten. Leider kann ich nur sagen, dass es mir ganz genauso geht - nur dass meine "Auszeit" länger war. Ich bin dabei, mit therapeutischer Hilfe ins Leben zurückzufinden, aber angesichts des Drucks (den ich mir selbst auch mache), würde ich fast lieber die Symptome behalten...

Was mir manchmal ein bisschen hilft, ist die Vorstellung, dass es eigentlich nichts gibt, was wir im Leben erreichen müssen. Theoretisch könnten wir weitermachen wie bisher - krank oder wenigstens krank geschrieben. Ist finanziell nicht so toll, aber machbar. Hinter dem Druck steckt m.E. die Idee, völlig gesund zu sein bzw. die Maßstäbe völlig Gesunder anzulegen. Und das kann nicht funktionieren. Andererseits zieht es mich zumindest runter, mich als "psychisch behindert" zu betrachten und somit geringere Anforderungen an mich selbst zu stellen.

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