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Leben / Tod / Familie

14. Juni um 14:49

Hallo zusammen, ich entschuldige mich schonmal im Voraus falls das hier ein etwas längerer Text werden sollte es geht hierbei einfach um dieses „von der Seele schreiben“ aber vlt. ist ja doch jemand unter den Lesern der meine Gedanken teilt und vlt. sogar selber so etwas durchlebt oder so etwas durchlebt hat. 

In meinem Freundeskreis hat zwar jeder ein offenes Ohr für mich aber keiner von Ihnen kann wirklich verstehen wie es ist so leben zu müssen und in so jungen Jahren damit umgehen zu müssen. Einige meiner Freunde sind so alt wie ich oder sogar älter und kamen mit dem Thema Tod noch nie in Berührung. Das finde ich auch schön keine Frage doch bei mir ist es leider anders.  



Jetzt zu der eigentlichen Geschichte ich (w) 21 Jahre habe einen Cousin der inzwischen 31 Jahre ist und seit 2 Jahren im Rollstuhl sitzt. Als er noch kleiner war wurde festgestellt das er eine unheilbare Krankheit hat namens ALS (Nerven- und Muskelkrankheit), damals hatte er eine Lebenserwartung von 16 allerhöchstens 18 Jahren. Heute ist er 31 Jahre und hat sich bis hier hin durchgekämpft und durchgebissen, weil er sehen wollte wie ich groß werde und er wollte die Chance haben mich richtig kennenzulernen, man kann eigentlich sagen er, sein Bruder und ich sind Geschwister. Wir sind sehr eng aufgewachsen und ich bin der Mensch der ich heute bin mit all meinen Macken, Fehlern und Werten durch meine beiden „Brüder“ (Cousins). Allerdings waren seine Worte damals, sobald er durchgehend im Rollstuhl sitzt gibt er auf, weil er nicht möchte das ich ihn so sehe. Ich soll ihn besser in Erinnerung haben. Ich kann ihn vollkommen verstehen, jeden einzelnen Gedanken und ich wünsche mir für Ihn einfach nur das er glücklich ist und nicht leiden muss was allerdings er nur im Tod bekommen wird. Mit dem Gedanken habe ich mich abgefunden, dass er sein Kampf eingestellt hat und ich wünsche es ihm auch das er von all seinem Leid und seinen Schmerzen befreit wird. Ich habe in meinen 21 Jahren schon einige Verluste hinnehmen müssen und es gibt viele Gräber die ich besuche, dass Thema Tod gehörte leider schon sehr früh zu meinem Leben, genau genommen schon mit 13 musste ich den ersten Verlust verkraften. Mit dem ersten Verlust hat meine Mum das Gespräch mit mir gesucht und mir alles erklärt bzgl. meinem Cousin und mir all meine Fragen beantwortet die ich hatte. Seit diesem Tag an Lebe ich jeden Tag mit der Angst und dem Gefühl das in jeder Sekunde ein Anruf kommen könnte das alles vorbei ist und er nicht mehr lebt. Ich versuche ihn so oft wie es nur möglich ist zu sehen und Erinnerungen zu schaffen ich genieße jeden Moment und jeden Augenblick mit ihm. Allerdings gibt es Momente wo ich mich in den schlaf weine, weil ich seine Bilder, Sprüche und Nachrichten lese und diese einfach nur weh tun den gerade hier merke ich das er am Ende ist und leidet. Auch wenn es sich vlt. für manche bescheuert und eiskalt anhört wünsche ich meinem Cousin den Tod, dass er einfach glücklich wird und nicht mehr leiden muss den sein Leben ist geprägt von Schmerzen, er kann kaum etwas alleine machen und ist in jeder Sekunde bei jeder Kleinigkeit auf Hilfe angewiesen. Jeder Mensch hat gute und schlechte Tage. Wenn es mir schlecht geht schreibe ich gerne meine Gedanken und Gefühle von der Seele so wie jetzt aber hin und wieder tut es auch unheimlich gut alles an einen gegenüber los zu werden, allerdings kann hier keiner meiner Freunde verstehen wie es mir geht wie es ist jeden Tag so leben zu müssen und bei einem Handy klingeln in Panik zu geraten, wenn auf dem Display ein Name meiner Familie auftaucht. 

Einige meiner Freunde bewundern mich. Ich lebe jeden Tag mit der Angst das ein Anruf kommen könnte das mein Cousin Tod ist, ich habe schon sehr viele Menschen zu Grabe tragen müssen und einige Schicksalsschläge einstecken müssen aber trotzdem habe ich nie aufgehört zu lachen und glücklich zu sein. Egal wie schlecht es mir geht ich laufe immer mit einem lachen im Gesicht durch die Gegend, egal wie es mir geht ich habe immer ein offenes Ohr für meine Freunde und stehen ihnen immer zur Seite auch wenn es bedeutet meine Probleme für einige zeit beiseite zu schieben.


Meine Freunde können mir zwar nicht wirklich helfen wenn sie mit mir reden aber dafür haben sie eine andere möglichkeit gefunden. Wir gehen gemeinsam alle sehr oft feiern (ich trinke kein alkohol und nehme keine drogen) und ich kann voller Stolz sagen die beste Droge die es weit und breit gibt sind meine Freunde. Das sind abende an denen alle Handys wegkommen und ausgeschaltet werden und wir einfach das hier und jetzt genießen und einfach unser Leben leben.  





So jetzt habe ich genug geschrieben und euch „voll geheult“ aber ich merke wie es mir schon ein Stück besser geht.

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17. Juni um 1:58

Liebste Citigirl19,

ich kann dich nur zu gut verstehen, denn auch mein Leben war seit frühester Kindheit geprägt von Verlusten, Ängsten, vielen Gedanken  und Tod.
Ich kenne das, auch zu zittern, wenn das Handy klingelt..

Du bist ein unbeschreiblich mitfühlender Mensch.
Eine Eigenschaft, die leider wenige haben.
Auch eine Stärke, die kaum jemand hat.
(Viele verstehen das eben nicht.)

Keineswegs ist es einfach, zu leben.
Oft versteht man den Sinn nicht.

Dein Cousin, der Dir extrem wichtig ist, lebt inzwischen über 12 Jahre entgegen seiner Prognose! Das ist sein eigener Lebenswille!
Betrachte doch mal dieses Wunder.

Du bist ein sehr kostbarer Mensch.
Bitte bleib so, wie Du bist!




 

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19. Juni um 0:18
In Antwort auf citiygirl19

Hallo zusammen, ich entschuldige mich schonmal im Voraus falls das hier ein etwas längerer Text werden sollte es geht hierbei einfach um dieses „von der Seele schreiben“ aber vlt. ist ja doch jemand unter den Lesern der meine Gedanken teilt und vlt. sogar selber so etwas durchlebt oder so etwas durchlebt hat. 

In meinem Freundeskreis hat zwar jeder ein offenes Ohr für mich aber keiner von Ihnen kann wirklich verstehen wie es ist so leben zu müssen und in so jungen Jahren damit umgehen zu müssen. Einige meiner Freunde sind so alt wie ich oder sogar älter und kamen mit dem Thema Tod noch nie in Berührung. Das finde ich auch schön keine Frage doch bei mir ist es leider anders.  



Jetzt zu der eigentlichen Geschichte ich (w) 21 Jahre habe einen Cousin der inzwischen 31 Jahre ist und seit 2 Jahren im Rollstuhl sitzt. Als er noch kleiner war wurde festgestellt das er eine unheilbare Krankheit hat namens ALS (Nerven- und Muskelkrankheit), damals hatte er eine Lebenserwartung von 16 allerhöchstens 18 Jahren. Heute ist er 31 Jahre und hat sich bis hier hin durchgekämpft und durchgebissen, weil er sehen wollte wie ich groß werde und er wollte die Chance haben mich richtig kennenzulernen, man kann eigentlich sagen er, sein Bruder und ich sind Geschwister. Wir sind sehr eng aufgewachsen und ich bin der Mensch der ich heute bin mit all meinen Macken, Fehlern und Werten durch meine beiden „Brüder“ (Cousins). Allerdings waren seine Worte damals, sobald er durchgehend im Rollstuhl sitzt gibt er auf, weil er nicht möchte das ich ihn so sehe. Ich soll ihn besser in Erinnerung haben. Ich kann ihn vollkommen verstehen, jeden einzelnen Gedanken und ich wünsche mir für Ihn einfach nur das er glücklich ist und nicht leiden muss was allerdings er nur im Tod bekommen wird. Mit dem Gedanken habe ich mich abgefunden, dass er sein Kampf eingestellt hat und ich wünsche es ihm auch das er von all seinem Leid und seinen Schmerzen befreit wird. Ich habe in meinen 21 Jahren schon einige Verluste hinnehmen müssen und es gibt viele Gräber die ich besuche, dass Thema Tod gehörte leider schon sehr früh zu meinem Leben, genau genommen schon mit 13 musste ich den ersten Verlust verkraften. Mit dem ersten Verlust hat meine Mum das Gespräch mit mir gesucht und mir alles erklärt bzgl. meinem Cousin und mir all meine Fragen beantwortet die ich hatte. Seit diesem Tag an Lebe ich jeden Tag mit der Angst und dem Gefühl das in jeder Sekunde ein Anruf kommen könnte das alles vorbei ist und er nicht mehr lebt. Ich versuche ihn so oft wie es nur möglich ist zu sehen und Erinnerungen zu schaffen ich genieße jeden Moment und jeden Augenblick mit ihm. Allerdings gibt es Momente wo ich mich in den schlaf weine, weil ich seine Bilder, Sprüche und Nachrichten lese und diese einfach nur weh tun den gerade hier merke ich das er am Ende ist und leidet. Auch wenn es sich vlt. für manche bescheuert und eiskalt anhört wünsche ich meinem Cousin den Tod, dass er einfach glücklich wird und nicht mehr leiden muss den sein Leben ist geprägt von Schmerzen, er kann kaum etwas alleine machen und ist in jeder Sekunde bei jeder Kleinigkeit auf Hilfe angewiesen. Jeder Mensch hat gute und schlechte Tage. Wenn es mir schlecht geht schreibe ich gerne meine Gedanken und Gefühle von der Seele so wie jetzt aber hin und wieder tut es auch unheimlich gut alles an einen gegenüber los zu werden, allerdings kann hier keiner meiner Freunde verstehen wie es mir geht wie es ist jeden Tag so leben zu müssen und bei einem Handy klingeln in Panik zu geraten, wenn auf dem Display ein Name meiner Familie auftaucht. 

Einige meiner Freunde bewundern mich. Ich lebe jeden Tag mit der Angst das ein Anruf kommen könnte das mein Cousin Tod ist, ich habe schon sehr viele Menschen zu Grabe tragen müssen und einige Schicksalsschläge einstecken müssen aber trotzdem habe ich nie aufgehört zu lachen und glücklich zu sein. Egal wie schlecht es mir geht ich laufe immer mit einem lachen im Gesicht durch die Gegend, egal wie es mir geht ich habe immer ein offenes Ohr für meine Freunde und stehen ihnen immer zur Seite auch wenn es bedeutet meine Probleme für einige zeit beiseite zu schieben.


Meine Freunde können mir zwar nicht wirklich helfen wenn sie mit mir reden aber dafür haben sie eine andere möglichkeit gefunden. Wir gehen gemeinsam alle sehr oft feiern (ich trinke kein alkohol und nehme keine drogen) und ich kann voller Stolz sagen die beste Droge die es weit und breit gibt sind meine Freunde. Das sind abende an denen alle Handys wegkommen und ausgeschaltet werden und wir einfach das hier und jetzt genießen und einfach unser Leben leben.  





So jetzt habe ich genug geschrieben und euch „voll geheult“ aber ich merke wie es mir schon ein Stück besser geht.

Liebes citygirl,

hast du denn schon einmal mit deinem Cousin darüber gesprochen? Ich denke, du solltest ihm erzählen, wie du dich fühlst. Dass er dir wahnsinnig fehlen würde, wenn er sterben würde. Sag ihm auch, dass es für dich total unwichtig ist, dass er im Rollstuhl sitzt. Er ist dein Cousin und du liebst ihn, wie er ist.

Vielleicht braucht er diese Worte, um dennoch weiterzukämpfen. ALS ist eine schlimme Krankheit, aber schau, wie lange Stephen Hawkins damit gelebt hat und was er alles trotz ALS geleistet hat! Er sagte: "Auch wenn ich mich nicht bewegen kann und ich durch einen Computer sprechen muss, in meinem Kopf bin ich frei."

Das ist Stephen Hawkings letzte Botschaft - er war immer positiv. Vielleicht gibt sie deinem Cousin Mut.

Ich denke auch, dass du deine Gefühle nicht verstecken solltest. Wenn du traurig bist, dann ist das so. Du musst deine Probleme nicht zur Seite schieben. Du bist für sie da und sie werden für dich dasein. Das ist Freundschaft!

LG
Elisabeth

https://www.youtube.com/watch?time_continue=81&v=ZrVVvXOIwQc

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25. Juni um 15:58

Der Tod ist eine der wichtigsten Fragen, die jeder Mensch für sich klären muss. Wer dann die Angst vor dem Tod abgelegt hat, der kann erst richtig leben! Ob man für sich an mehrere Leben glaubt oder nur das Eine, das ist höchstpersönlich zu beantworten und schliesslich und endlich egal, weil es darum geht, keine Angst zu haben. Wenn man mit den Menschen über Ihre Ängste spricht, kommt es bei einem langen und tiefgründigen Gespräch irgendwann zum Thema: der Tod. Der ach so gerechte Tod, der uns alle einholt und niemanden im Stich lässt.

Dass Dein Cousin so eine schwere Krankheit hat, tut mir leid. Dass er früher nicht kämpfen wollte, war aus der damaligen Optik heraus gesagt. Er überlebte seine Prognose, früh zu sterben, deutlich. Und der Tod kann, wie Du geschrieben hast, eine Erlösung sein.

Als an mehrere Leben glaubenden Mensch ist es für mich einfacher, den Tod zu mögen. Es geht ja weiter, so mein Trost. Und das ist meine Gesinnung dazu. Aber ich bin Freigeist und nicht religiös.

Auf Schweizerdeutsch gibt es ein schönes Lied dazu, dr Schacherseppli. Das sang meine Grossmutter lauthals und weinend und ich fand das extrem schön als Kind. 

Zum Tod gibt es viele Geschichten und die Auseinandersetzung mit demselben rate ich jedem Menschen dringend an. Wer keine Angst hat vor dem Tod, der ist bereit zu leben!

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