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Leben in einer Familie voller Leid

1. Februar 2017 um 23:06 Letzte Antwort: 2. Februar 2017 um 23:01

Hey ihre lieben, ich weiß, es passt hier nicht ganz hin, aber vielleicht ließt es sich ja einer durch, was ich mir von der seele zu reden habe. Denn ich weiß nicht mit wem ich darüber reden kann...

Also wie der Titel schon aussagt, geht es um meine Familie. Eine alles in einem totunglückliche Familie. Zum Hintergrund: Meine Eltern sind vietnamesen. Ihre Familien in der Heimat waren sehr arm, und sie wollten hier einfach etwas aufbauen, ihr traum war es einmal selbstständig zu sein.
Anfangs waren sie gastarbeiter, haben in Fabriken gearbeitet. Zu der zeit haben sie sich kennen gelernt. Ein paar jahre später hatten sie genug geld, um ihren eigenen laden zu eröffnen und sich selbstständig zu machen, ein traum ging in erfüllung. leider blieb der große erfolg aus ... der laden lief nie wirklich gut und so mussten sie ihn wieder verkaufen und für andere vietnamesen arbeiten. bis heute. zu ihrer familie in Vietnam besteht nur noch wenig kontakt.

Und nun zu dem familienverhältnis: Ich glaube meine eltern sind nur zusammengeblieben weil sie zuerst meine schwester, dann mich bekommen haben.. ( wobei meine mutter meinen vater schon sehr geliebt hat, glaube ich) Seit ich denken kann, habe ich noch nie erlebt wie sie zärtlichkeiten ausgetauscht haben oder gezeigt haben dass sie sich lieben. meine mutter war immer sehr abhängig von meinem vater. Man muss dazu sagen, dass meine mutter zwar ein guter, aber auch manchmal ein sehr unmöglicher mensch ( was sich denke ich erst entwickelt hat ) sie hat ihr leben eigentlich aufgegeben, lebt mit einem mann zusammen der sie sind liebt( dazu kommen fieste beleidigungen, demütigungen, mehrfaches fremdgehen), desweiteren hat sie sich nie in die deutsche gesellschaft integriert, sprich sehr schlecht deutsch, kann weder alleine zum arzt noch irgendwohin gehen, weil sie kaum etwas versteht. Ich weiß, dass sie sich elend fühlt, und das seit mehr als 20 jahren und ich weiß, dass ihre seele leidet. Sie wurde sehr sehr oft verletzt und gedemütigt, obwohl sie nie jmd. etwas getan hat. Sie ist die liebevollste und fürsorglichste mutter und will nur das beste für uns.  Leider etwas überfürsorglich, weshalb meine schwester und ich uns zu sehr eingeengt fühlten und früh auszogen. Ich weiß, dass sie das auch sehr verletzt hat, da sie nur das beste wollte und nicht verstand, warum wir das nicht wollten.

Mein Vater: wie gesagt lag der traum meines vaters von selbstständigkeit und einem eigenen laden in trümmern.. Seitdem ist er sehr frustriert, trinkt viel.. er hat meine mutter auch mehrmals betrogen, sie vor verwandten und freunden bloßgestellt und gedemütigt ( ihr gesagt: sie kann nix, sie ist nix, dass er es hasst bei ihr bleiben zu müssen, etc.) . meine mutter hält es bis heute aus, weil sie keine andere möglichkeit sieht. mein vater war auch immer ein guter vater, er kümmerte sich trotz seines frustes immer um die familie und tat viel für meine mutter. Er weiß dass er fehler gemacht hat und er liebt uns, trotzdem weiß ich, dass er am liebsten einfach abhauen würde. er bleibt aber weil er sich verantwortlich fühlt. Ich weiß auch dass viele sachen, die er tut, einfach nur aus frust sind und er kein schlechter mensch ist. Ich weiß auch dass meine mutter ihn psychisch auch kaputt gemacht hat mit ihrer art und er seit über 20 jahren unter ihren vorwürfen leidet.

Da meine eltern auch nicht so viele freunde haben, sind sie irgendwie gezwungen, auf einander zu hocken. Alles was sie machen ist arbeiten gehen ( 12 Stunden an 6 tagen) und nach hause gehen, sich anzuschweigen oder zu streiten. Meine mutter weint sehr oft, es ist ein sehr verzweifeltes weinen, aus tiefstem schmerz. ich versuche sie dann zu trösten, ihr zu sagen was für ein toller mensch sie ist und dass ich sie liebe. aber sie ist eine gebrochene frau, sie sagt immer, sie hat nie glück in ihrem leben erfahren, außer bei der geburt von mir und meiner schwester. Dass sie nichts hat, außer uns. (Wir sind beide ausgezogen, versuchen aber so oft wie möglich nach hause zu kommen)

Ich weiß das beide leiden und ich weiß nicht wie ich ihnen helfen kann.. Ich selber bin dadurch, dass ich schon sehr früh diese Verhältnisse mitbekommen habe auch etwas geschädigt, war lange depressiv, mein herz blutet wenn ich an meine eltern denke. Es war immer schwer, glücklich zu sein mit dem wissen.

Hat jmd ähnliches erlebt oder einen rat? Wie es meinen eltern und mir evtl. besser gehen könnte?
Ich bin für alles dankbar. Danke allen die es sich durchgelesen haben
Liebe grüße und gute nacht.
 

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2. Februar 2017 um 15:32

danke für deine super allgemeine, standart heul-nicht-rum kritik wenn du wüsstest, wie schlimm es zuhause war, dann könntest du evtl auch verstehen, dass ich ausgezogen bin, weil ich es nicht mehr ausgehalten hab und abstand brauchte vllt ist es egoistisch, keine ahnung aber ich kann ja auch nicht mein leben lang zuhause wohnen bleiben.

außerdem ging es mir nie darum, dass meine eltern aus vietnam kommen, es gibt auch durchaus viele vietnamesen die glücklich sind hier.

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2. Februar 2017 um 19:36

Ich würde meinen Eltern raten sich zu trennen. Man hat nur das eine Leben! Und sie haben schon Jahre "verschwendet" bzw. In ihrem Unglück verharrt. Natürlich heisst eine Trennung nicht, dass es danach für den einzelnen besser wird. Aber wird es im schlimmsten Fall schlechter? Ich denke nicht wirklich. Anders. Aber bei einer Trennung ist keiner der beiden gebunden und kann neue Wege einschlagen. Nach der Verzweiflung folgt auch oft eine neue Energie für das neue Leben. Schritt für Schritt kann z.b. deine Mutter  (vielleicht mit eurer Hilfe) an Sprachkursen teilnehmen oder anderweitig wieder ein qualitativeres Leben führen. Dann wird sie sich auch nicht mehr so an ihre Kinder binden!

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2. Februar 2017 um 19:57

Liebe Fleurspring,

Ich finde es keineswegs egoistisch, dass du und deine Schwester ausgezogen seid.
Ich habe ein Jahr aus mehreren Gründen einen Therapeuten besucht, mit dem ich u.a. auch Probleme mit meinen Eltern besprochen habe. 
Er sagte mir, dass Kinder nicht verantwortlich sind für das Glück ihrer Eltern. Ein Kind sollte im Optimalfall immer bei seinen Eltern nach Hilfe fragen und Trost können (In deinem und meinem Fall ist es wahrscheinlich schwierig, aber darum geht's nicht). Er sagte mir, dass das umgekehrt aber nicht sein dürfte. Hier kommt halt die Schwierigkeit, dass deine Eltern beide niemand anderen zum Reden haben, aber trotzdem darfst du nicht all ihre Last auf dich nehmen. Es ist zwar unendlich schwierig und es sind ja deine Eltern, aber sonst zerbricht man selber an ihren Problemen. Vielleicht kannst du dich innerlich davon etwas distanzieren, was nicht heißt, dass man sie seltener besuchen gehen sollte. 
Klar ist das ein bekanntes Problem und Thema @datruhrjebiet , aber man kann hier nicht von Übertreibung sprechen, denn das kann man nie! Eindrücke sind immer persönlich und subjektiv. Und ich glaube auch nicht, dass das etwas an der Situation geändert hätte, wenn du dort wohnen geblieben wärst. Irgendwann wird es für jeden früher oder später Zeit auszuziehen. Und es mag hart klingen, aber wie gesagt: Kinder sind nicht für das Glück ihrer Mütter/Väter verantwortlich. Es sind erwachsene Menschen, die ihr Leben alleine entscheiden können sollten...

Viel Glück und Kraft weiterhin!

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2. Februar 2017 um 22:50

na klar kann ich verstehen, warum sie frustriert sind, wegen der harten arbeit und wegen allem anderen. ich habe ja auch nie gefragt, warum meine eltern so sind wie sie sind, sondern kann es alles nachvollziehen.
aber so wie du schreibst glaube ich nicht, dass du verstehst was es heißt, depressive eltern zu haben... zumindest wüsstest du dann wie sehr sowas wehtut

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2. Februar 2017 um 23:01
In Antwort auf sfsp

Ich würde meinen Eltern raten sich zu trennen. Man hat nur das eine Leben! Und sie haben schon Jahre "verschwendet" bzw. In ihrem Unglück verharrt. Natürlich heisst eine Trennung nicht, dass es danach für den einzelnen besser wird. Aber wird es im schlimmsten Fall schlechter? Ich denke nicht wirklich. Anders. Aber bei einer Trennung ist keiner der beiden gebunden und kann neue Wege einschlagen. Nach der Verzweiflung folgt auch oft eine neue Energie für das neue Leben. Schritt für Schritt kann z.b. deine Mutter  (vielleicht mit eurer Hilfe) an Sprachkursen teilnehmen oder anderweitig wieder ein qualitativeres Leben führen. Dann wird sie sich auch nicht mehr so an ihre Kinder binden!

hey danke für deine antwort leider rate ich das meinen eltern schon seit vielen jahren.. doch meine mutter will das nicht und mein vater fühlt sich eben verantwortlich. ich versuche es manchmal schön zu reden, indem ich sage, naja so haben die zwei wenigstens sich und sind nicht alleine.
einen sprachkurs habe ich auch schon mit meiner mutter gemacht, jedoch hat meine mutter so wenig selbstvertrauen, dass sie immer schnell aufgegeben hat und deswegen nicht so viel bei rumkam und auch generell hat sie einfach kein selbstwertgefühl/selbstvertrauen um irgendwas neues anzufangen und bindet sich genau wie du sagst, an ihre kinder ...

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