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Leben gerät aus den Fugen (sorry lang)

15. Juli 2010 um 23:16

Ich habe momentan das Gefühl, dass mein Leben nicht glücklich und zufriedenstellend verläuft. Ganz im Gegenteil, ich bin total unglücklich und unzufrieden

Das Ganze hat so angefangen. Ich bin direkt nach dem Abi von zu Hause ausgezogen in eine andere Stadt zum studieren.
Ehrlich gesagt wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich was ich beruflich machen will, ich wollte einfach weg von zu Hause und dachte das Studium wird sicherlich ganz cool. Meine Eltern hatten nämlich ziemlich viel Stress und haben immer gestritten, ich konnte mir das wirklich nicht mehr antun.
So also weggezogen. Eine gute Freundin ist auch dort hingezogen und in die selbe Uni gegangen.
Ziemlich schnell haben wir noch ne gute Freundin und einen guten Freund gefunden, die auch im Studentenwohnheim gewohnt haben. Dort hab ich auch meinen Freund kennengelernt. Da hatte ich schon rege Probleme, da mein Freund früher eher ein Aufreißer war und ich das gar nicht toll fand. (Aber egal, tut jetzt nichts zur Sache^^). Wir haben uns alle super verstanden und uns wirklich jeden Tag gesehen, obs Tv schauen, Unternehmungen, kochen, aufm Balkon sitzen, einkaufen, wirklich alles. Da hat man schon andere Freundschaften vernachlässigt, weil das einfach die besten Freunde waren und auch direkt dort gewohnt haben.
Das Studium lief so lala, ich hatte zuerst meine Uniclique, die in meinen Vorlesungen waren, dann sind aber welche gegangen und das lief das auseinander, ja die anderen waren alle schon in Grüppchen, was solls. Das Studium hat mir auch keinen Spaß gemacht, es war einfach nicht das richtige, ich habs dann auch schleifen lassen und immer Ausreden gesucht, wie ach im ersten Semester macht ja eh keiner was etc pp.
Ja irgendwann muss man aus dem Wohnheim auch mal ausziehen.
Mein Freund wollte mit mir zusammen ziehen, die zwei Mädels mussten auch ausziehen, ich fands toll eine 4Wg zu machen, ging aber nicht, weil der eine Freund eines Mädels meinen Freund nicht leiden konnte und er ab und an mal zu Besuch kommt also getrennt.
Mein Freund und ich sind 8min vom Wohnheim weggezogen, die zwei Mädels 10-15min vom Wohnheim in die andere Richtung, also wohnen knapp 25min auseinander.
Das ist jetzt ein halbes Jahr her und ich seh meine Freunde fast gar nicht mehr, das macht mich so unglücklich.
Der Freund, der noch im Wohnheim wohnt, meldet sich gar nicht mehr, außer er will irgendwas. Früher war er jeden Tag bei mir. Immer wenn ich ihn frag, ist ihm das zu weit, er hat nicht immer Geld aufm Handy, um anzurufen, ob jemand da ist etc. Wenn er mal da ist, ist er immer total hektisch und will am liebsten direkt wieder weg. Bin echt schon wütend, aber auch traurig, dass er immer nur anruft, wenn er was geborgt braucht.
Ja die anderen zwei Mädels melden sich auch so gut wie gar nicht mehr. Hab das Gefühl, dass die zwei ja jetzt sich haben. Ist denen wohl zu umständlich mich jedes mal zu fragen, weil ich ja immer 25min brauchen würde, um da zu sein. Die fahren allein die Stadt etc., fragen nur noch selten. Ich kann das ja verstehen, aber das ist so arg ist.
Ich sitzte wirklich zu Hause und bin deprimiert und weiß einfach nichts mit mir anzufangen, ich langweile mich zu Tode.
Das Studium werde ich jetzt aufhören, ich kann einfach nicht mehr, ich bin eh nicht weit gekommen. Werde jetzt nächsten Monat eine Ausbildung anfangen, da hab ich auch schon etwas Bammel vor, weils was ganz neues ist. Jeden Tag 8 Stunden, wird schon ziemlich hart. Außerdem habe ich Angst auch dort zu versagen bzw zu merken, dass es nichts für mich ist.
Dann werde ich wohl noch weniger mit denen zu tun haben.
Mein Freund schreibt momentan seine Bachelorarbeit und ist den ganzen Tag zu Hause, das nervt mich manchmal auch sehr. Ich hätte manchmal gern etwas Ruhe, aber wenn ich allein bin, bin ich meist direkt sehr deprimiert (sehr widersprüchlich).
Evtl. macht er dann noch seinen Master, dann muss er ein halbes Jahr ins Ausland, ich weiß gar nicht was ich dann machen soll, dann würde ich mich total allein fühlen.

Das ganze macht mich so traurig, unglücklich, aber irgendwie auch wütend, dass sie sich einfach nicht mehr melden.

Ich weiß, dass ich irgendwas machen sollte, in einen Verein etc. Aber momentan ist das Geld etwas knapp.
Wollte mit meinem Freund auch immer schon einen Tanzkurs machen, aber ich glaub wirklich Lust hat er auch nicht. Meistens hängt es an der Umsetzung.

Ich hab mich wirklich gefragt, ob ich nicht mal einen Psychologen aufsuchen wollte, weil ich schon dachte, dass ich Depressionen hab.

Dauernd hab ich Angst zu versagen. Meine Eltern sind in Trennung, das macht mir sehr schwer zu schaffen, dann das mit dem Studium und der Ausbildung, ich habe Angst, dass nicht zu schaffen, dem Druck nicht standzuhalten bzw nicht zu wissen, was ich ihm Leben will, ich hab Angst einsam zu sein, ohne Freunde dazustehen und Angst, wenn mein Freund ins Ausland geht, wirklich total einsam zu sein.

Das ist doch echt zum kotzen dauernd Angst haben zu müssen, oder?

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16. Juli 2010 um 11:46

Selber Initiative ergreifen
Ich kenne das sehr gut. Ich habe mein Studium damals auch abgebrochen nach dem ersten Semester. Ich hatte danach so starke Versagensängste, hab ich heut noch manchmal. Dann war ich selber von mir enttäuscht und und und...
Jetzt stehe ich vorm Bachlor Abschluss, hab noch eine Klausur und komme nicht "ausm Arsch" genug zu lernen, gleichzeitig schieb ich aber auch immer mehr Panik es nicht zu bestehen (also auch ein Widerspruch)... ICh glaube aber das ist normal, denn man erwartet immer von sich selber, dass man alles mit einmal packt, wie andere auch und man will ja auch die Eltern usw nicht enttäuschen. Aber jetzt im nachhinein, hab ich das damals richtig gemacht und man würde nur sich selbst enttäuschen, wenn man alles so weiter macht obwohl man unglücklich ist...
Also kann ich dir da nur raten, lass dich auf deine Ausbildung ein, versuche nicht drüber nachzudenken was du alles falsch machen kannst, sondern denke dir wie toll es ist neue Leute kennenzulernen, überhaupt dazu zulernen, deine Fähigkeiten zu verbessern. Wenn dir das Studium nicht lag, dann spricht das doch auch für eine Ausbildung, da die ja sehr praktisch sind und vllt findest du da eher die Erfüllung.

Zu dem Thema mit deinen Freunden muss ich sagen, du schreibst nie das du dich bei ihnen meldest, nur das sie sich immer seltener bei dir melden?!?!?! Wenn dem so ist kannst du es nicht ändern, jedoch muss die Initiative gleichauf von dir ausgehen. Also wenn du mehr mit ihnen unternehmen willst musst du investieren, auch wenn du das Gefühl hast sie würden es nicht tun. Vllt merken sie es gar nicht. Wenn du dich meldest und nach Unternehmungen fragst, sagen sie bestimmt öfter mal ja gerne als wenn du nur auf sie wartest.
Also melde dich öfter bei ihnen wenn dir danach ist, anstatt zu hause in Wut und Selbstmitleid zu verfallen. Wenn das dann keinen Sinn macht, dann habt ihr euch vllt einfach nur in verschiedene Richtungen entwickelt.

Ich denke, du musst nicht zum Psychologen. Es hört sich nach einer typischen Überbelastung an und vielen Dingen, die auf dich einprasseln und dir zu schaffen machen. Also versuche irgendwo anzufangen etwas zu ändern, damit langsam wieder positives geschieht, dann sind die negativen Dinge, die du vllt nicht ändern kannst viel leichter zu ertragen!

Viel Erfolg!

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16. Juli 2010 um 12:45
In Antwort auf sfsp

Selber Initiative ergreifen
Ich kenne das sehr gut. Ich habe mein Studium damals auch abgebrochen nach dem ersten Semester. Ich hatte danach so starke Versagensängste, hab ich heut noch manchmal. Dann war ich selber von mir enttäuscht und und und...
Jetzt stehe ich vorm Bachlor Abschluss, hab noch eine Klausur und komme nicht "ausm Arsch" genug zu lernen, gleichzeitig schieb ich aber auch immer mehr Panik es nicht zu bestehen (also auch ein Widerspruch)... ICh glaube aber das ist normal, denn man erwartet immer von sich selber, dass man alles mit einmal packt, wie andere auch und man will ja auch die Eltern usw nicht enttäuschen. Aber jetzt im nachhinein, hab ich das damals richtig gemacht und man würde nur sich selbst enttäuschen, wenn man alles so weiter macht obwohl man unglücklich ist...
Also kann ich dir da nur raten, lass dich auf deine Ausbildung ein, versuche nicht drüber nachzudenken was du alles falsch machen kannst, sondern denke dir wie toll es ist neue Leute kennenzulernen, überhaupt dazu zulernen, deine Fähigkeiten zu verbessern. Wenn dir das Studium nicht lag, dann spricht das doch auch für eine Ausbildung, da die ja sehr praktisch sind und vllt findest du da eher die Erfüllung.

Zu dem Thema mit deinen Freunden muss ich sagen, du schreibst nie das du dich bei ihnen meldest, nur das sie sich immer seltener bei dir melden?!?!?! Wenn dem so ist kannst du es nicht ändern, jedoch muss die Initiative gleichauf von dir ausgehen. Also wenn du mehr mit ihnen unternehmen willst musst du investieren, auch wenn du das Gefühl hast sie würden es nicht tun. Vllt merken sie es gar nicht. Wenn du dich meldest und nach Unternehmungen fragst, sagen sie bestimmt öfter mal ja gerne als wenn du nur auf sie wartest.
Also melde dich öfter bei ihnen wenn dir danach ist, anstatt zu hause in Wut und Selbstmitleid zu verfallen. Wenn das dann keinen Sinn macht, dann habt ihr euch vllt einfach nur in verschiedene Richtungen entwickelt.

Ich denke, du musst nicht zum Psychologen. Es hört sich nach einer typischen Überbelastung an und vielen Dingen, die auf dich einprasseln und dir zu schaffen machen. Also versuche irgendwo anzufangen etwas zu ändern, damit langsam wieder positives geschieht, dann sind die negativen Dinge, die du vllt nicht ändern kannst viel leichter zu ertragen!

Viel Erfolg!

Danke für deine Antwort
Hat mir schon geholfen, dass es nicht nur mir so geht danke

Ja doch ich melde mich bei ihnen, ob wir ins Kino gehen, was sie am Wochenende machen etc, aber meist dauert die Antwort erstmal 1-2 Tage (keine Ahnung, ob sie dann immer erst abklären was der jeweils andere macht) und das nervt mich dann schon wieder oder es kommt ja keine Ahnung, waren aber im Enddefekt in der Stadt.

Ich weiß selbst, dass sie es nicht böse meinen, aber es nervt einfach, wenn man spaßeshalber mal sagt, ihr könnt euch mal öfter melden, lachen sie immer nur, als wenn man einen Witz gemacht hat.

Ich werde aber jetzt versuchen über die positiven Sachen der Ausbildung zu denken, danke.

Viel Glück bei der letzten Klausur

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