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Lauf ich in eine Depression (oder bin schon drin)?

9. Januar 2011 um 23:03

Hallo

Schon seit längerer Zeit (mehrere Jahre) hab ich das Gefühl mich im Kreis zu drehen und nicht weiter zu kommen. Ich habe Phasen wo mich mein Job dermassen aufregt, dass ich am liebsten davon laufen würde. Die Kündigung hab ich seit ca. einem Jahr in meinem PC! Dazwischen gibt's dann immer mal wieder Zeiten wo ich's aber gerne mache. Ich hab mich auch schon auf andere Stellen beworben und hatte dann jeweils totale Panik, dass die mich nehmen könnten! Ich war also total erleichtert, wenn sie mir abgesagt haben. Inzwischen bin ich soweit, dass ich mich nicht mal mehr bewerben tu. Das letzte inserat hab ich ausgedruckt und dann auf meinem Schreibtisch rumliegen lassen, weil ich mich nicht getraut hab mich zu bewerben. Immer wenn ich es machen wollte kamen die Gedanken wie "was sollen die denn mit dir die finden 100 bessere, das kannst du gar nicht und jene Vorraussetzung erfüllst du nicht". Ich habe starke Schlafstörungen bekommen, konnte nicht einschlafen, bin mehrmals wieder aufgewacht und konnte dann jeweils nicht mehr einschlafen. Manchmal kam ich so auf gerade mal 2 Stunden Schlaf und das so lange, bis die Bewerbungsfrist abgelaufen war und ich nicht mehr hin und her überlegen musste, ob ich denn soll oder nicht. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich überhaupt keine Ahnung habe was ich gerne machen möchte, mich interessiert irgendwie nichts richtig. Heute finde ich die oder jene Weiterbildung vielleicht noch toll und eine Woche später würd ich mir lieber nen Zahn ziehen lassen! Berufsberatung hat mir in dem Sinn auch nicht weitergeholfen.

Wohne auch mit meinen 28 Jahren immer noch bei meinen Eltern. Als ich letztes Jahr mit dem Gedanken gespielt hab mir eine eigene Wohnung zu nehmen, hatte ich das gleiche Problem wie oben beschrieben! Ich hatte dann immer Angst, dass ich das nicht aushalten würde, weil ich dann immer alleine dort wäre. Von den wenigen Freunden die ich hatte, hab ich mit fast keinem mehr Kontakt. Ich tu auch alles um sie möglichst nicht zu sehen/treffen, weil ich mich davor fürchte mich mit ihnen zu unterhalten, da ich nichts zu erzählen habe. Auf der anderen Seite mach ich mich aber dann auch wieder fertig, weil ich keine Gelegenheit anpacke. Spätestens wenn meine Eltern in ein Heim müssen oder sterben, muss ich ja alleine klar kommen, aber ich habe totale Angst davor alleine zu sein.

Sind das Depressionen oder normale "Erwachsenwerdenprobleme"? Danke für's zuhören!

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10. Januar 2011 um 8:37

Hallo meli,
du zeigst schon auffällige Symptome, die behandelt werden sollten. Ich würde dir daher empfehlen, einen Facharzt für Psychiatrie aufzusuchen, der die genaue Diagnose stellen und prüfen wird, ob für dich eine medikamentöse Behandlung angezeigt ist. Der Psychiater wird dich möglicherweise auch auf eine Psychotherapie ansprechen.Du solltest professionelle Hilfe zulassen, da sich dein Krankheitsbild nicht von allein verbessern wird.

LG Nus

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13. Januar 2011 um 5:50

Liebe Meli!
Dein Text hat mich sehr berührt, weil man so deutlich heraushört wie unglücklich du bist, das tut mir total leid!
Ich denke, du solltest dich auf jeden Fall psychologisch beraten lassen (z.B. Beratungstelle der Caritas oder direkt beim Tharapeuten), denn "normale Erwachsenenprobleme" sind das nicht! Wobei es sich mehr nach einer Angststörung als nach Depressionen anhört...
Ich kann dir das total nachempfinden - mit meinem Job bin ich zwar eingermaßen zufrieden, aber wenn ich vor gut 5 Jahren meinen Partner nicht gefunden hätte, würd ich auch noch bei meinen Eltern wohnen weil ich es allein nicht aushalte, hab immer total Angst verlassen zu werden!
Hast du dir irgendwann mal einen "Lebensplan" für dich entworfen? Lieblingsjob, Partner, Karriere, Familie? Wo hast duc dich gesehen mit 28? Was wünschst du dir am Meisten für dein Leben? Was fehlt dir?
Was auch wichtig ist, dass du an deinem Selbstbewusstsein arbeitest! Das hilft sehr um leichter Entscheidungen treffen und mit sich selbst zurecht kommen zu können.
Ich wünsch dir alles, alles Gute!!!

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15. Januar 2011 um 17:52
In Antwort auf lana_12178626

Liebe Meli!
Dein Text hat mich sehr berührt, weil man so deutlich heraushört wie unglücklich du bist, das tut mir total leid!
Ich denke, du solltest dich auf jeden Fall psychologisch beraten lassen (z.B. Beratungstelle der Caritas oder direkt beim Tharapeuten), denn "normale Erwachsenenprobleme" sind das nicht! Wobei es sich mehr nach einer Angststörung als nach Depressionen anhört...
Ich kann dir das total nachempfinden - mit meinem Job bin ich zwar eingermaßen zufrieden, aber wenn ich vor gut 5 Jahren meinen Partner nicht gefunden hätte, würd ich auch noch bei meinen Eltern wohnen weil ich es allein nicht aushalte, hab immer total Angst verlassen zu werden!
Hast du dir irgendwann mal einen "Lebensplan" für dich entworfen? Lieblingsjob, Partner, Karriere, Familie? Wo hast duc dich gesehen mit 28? Was wünschst du dir am Meisten für dein Leben? Was fehlt dir?
Was auch wichtig ist, dass du an deinem Selbstbewusstsein arbeitest! Das hilft sehr um leichter Entscheidungen treffen und mit sich selbst zurecht kommen zu können.
Ich wünsch dir alles, alles Gute!!!

Lebensplan
Hi Hannah

Danke erstmal an dich und Nus für eure Antworten. Ich hatte eigentlich schon eine Antwort geschrieben, aber irgendwie ist da wohl was schief gelaufen? Hoffe nicht, dass ich's jetzt doppelt drin hab...

Also nochmal von vorne... Mein Job ist ja nicht soooooooooo schlecht, aber ich trete einfach auf der Stelle.

Einen Lebensplan? Sowas hab ich nicht... Erst war ich halt in der Schule, da reiht sich ein Jahr ans nächste, ganz automatisch, musst du dir keine Gedanken drüber machen und dann irgendwann ist damit Schluss und du solltest jetzt wissen, wie du dein Leben weiterführen willst. Natürlich erst mal ne Ausbildung, aber welche? Da fingen damals bei mir die Probleme an. Bin gefühlte 100mal zur Berufsberatung gegangen. Die hätten mich am liebsten weiter zur Schule geschickt, aber das wollte ich dann nicht. Dann hiess es, dann soll ich eine Ausbildung im Büro machen, weil es eine gute Basis sei und ich so später leichter wechseln könnte, wenn ich dann mal wüsste wohin es gehen soll. Und dabei ist es bis heute eigentlich geblieben... An meinem jetztigen Arbeitsplatz könnte ich vermutlich bis zur Pensionierung bleiben, aber das kann's nicht gewesen sein!

Ich habe immer alle beneidet, die einen Traumjob hatten, weil sie bei Durststrecken in der Schule oder Ausbildung jeweils wussten, wozu das alles auf sich nehmen und sich wieder motivieren konnten!

Das mit der Familienplanung ist halt so ne Sache... Das läuft nicht wie beim Einkaufen "Bananen, Zucker, den Mann für's Leben...." Wie soll ich das planen, wenn ich alleine bin? Mit 17/18 hab ich natürlich schon auch mit dem Gedanken gespielt, ich könnte mit 28/30 Mutter sein... Aber mich irgendwo "gesehen" hab ich nicht... Vor 5 jahren hab ich mich auch nicht mehr an meinem jetztigen Arbeitsplatz gesehen, aber trotzdem bin ich heute noch immer dort...

Was ich mir wünsche für mein Leben? Keine Ahnung... Na glücklich zu sein! Aber selbst wenn jetzt eine Fee bei mir klingeln würde, die mir dazu 3 Wünsche erfüllt, ich hätte keine Ahnung was ich brauchen würde, um glücklich zu sein...

Ich wünsche dir eine gute Zeit!
Meli

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15. Januar 2011 um 22:54
In Antwort auf chris_12528772

Lebensplan
Hi Hannah

Danke erstmal an dich und Nus für eure Antworten. Ich hatte eigentlich schon eine Antwort geschrieben, aber irgendwie ist da wohl was schief gelaufen? Hoffe nicht, dass ich's jetzt doppelt drin hab...

Also nochmal von vorne... Mein Job ist ja nicht soooooooooo schlecht, aber ich trete einfach auf der Stelle.

Einen Lebensplan? Sowas hab ich nicht... Erst war ich halt in der Schule, da reiht sich ein Jahr ans nächste, ganz automatisch, musst du dir keine Gedanken drüber machen und dann irgendwann ist damit Schluss und du solltest jetzt wissen, wie du dein Leben weiterführen willst. Natürlich erst mal ne Ausbildung, aber welche? Da fingen damals bei mir die Probleme an. Bin gefühlte 100mal zur Berufsberatung gegangen. Die hätten mich am liebsten weiter zur Schule geschickt, aber das wollte ich dann nicht. Dann hiess es, dann soll ich eine Ausbildung im Büro machen, weil es eine gute Basis sei und ich so später leichter wechseln könnte, wenn ich dann mal wüsste wohin es gehen soll. Und dabei ist es bis heute eigentlich geblieben... An meinem jetztigen Arbeitsplatz könnte ich vermutlich bis zur Pensionierung bleiben, aber das kann's nicht gewesen sein!

Ich habe immer alle beneidet, die einen Traumjob hatten, weil sie bei Durststrecken in der Schule oder Ausbildung jeweils wussten, wozu das alles auf sich nehmen und sich wieder motivieren konnten!

Das mit der Familienplanung ist halt so ne Sache... Das läuft nicht wie beim Einkaufen "Bananen, Zucker, den Mann für's Leben...." Wie soll ich das planen, wenn ich alleine bin? Mit 17/18 hab ich natürlich schon auch mit dem Gedanken gespielt, ich könnte mit 28/30 Mutter sein... Aber mich irgendwo "gesehen" hab ich nicht... Vor 5 jahren hab ich mich auch nicht mehr an meinem jetztigen Arbeitsplatz gesehen, aber trotzdem bin ich heute noch immer dort...

Was ich mir wünsche für mein Leben? Keine Ahnung... Na glücklich zu sein! Aber selbst wenn jetzt eine Fee bei mir klingeln würde, die mir dazu 3 Wünsche erfüllt, ich hätte keine Ahnung was ich brauchen würde, um glücklich zu sein...

Ich wünsche dir eine gute Zeit!
Meli

Hey Meli!
Ich habe das mit dem Lebensplan deshalb gefragt, weil es einfacher ist zu entscheiden was man will wenn man eine ungefähre Vorstellung hat wie das eigene Leben so aussehen soll, was man sich wünscht - finde ich jedenfalls.
Ich wusste nach der Schule auch nicht so recht, was ich machen soll. Eigentlich wollte ich studieren, Psychologie oder Medizin. Dann hab ich mich zunächst dafür entschieden ein Praktikum im Krankenhaus entschieden, daraus wurde dann ne Ausbildung zur Krankenschwester und dabei bin ich nun geblieben... Ich musste mir zwar öfters anhören:willst du denn nicht noch mehr aus dir machen, studieren? Aber ich habe mir für mein Leben nicht Karriere vorgestellt, sondern einen Job, mit dem ich zufrieden bin, der einigermaßen sicher ist und mir erlaubt, meine Familie zu gründen und für sie da zu sein. Meine Schwester dagegen studiert, reist um die Welt - reizvoll, aber nicht "meins".
Und das ist glaub ich wichtig, herauszufinden was "deins" ist, natürlich muss es im Rahmen der Möglichkeiten liegen. Dem dann zu folgen und es verwirklichen, das könnte eine Möglichkeit sein um glücklich zu werden.
Wenn es dir so schwer fällt für dich zu sehen was du dir wünschst und was du brauchst - könntest du dir ein Coaching vorstellen?
Ich weiß, dass es sowas gibt, wo jemand einem zur Seite steht um eigene Ziele und Wünsche herauszufinden und einen Weg dorthin zu suchen... Wie eine Art Therapie, nur etwas praxisbezogener.
Und wenn man mit sich im Reinen ist, kann man sich auch für andere öffnen, Beziehungen eingehen.
Wie ist es denn bei dir bezüglich Partnerschaften?

Alles Liebe,
Hannah

P.S.: Wenn dir das lieber ist, können wir auch per PN schreiben...

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