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Läßt dieser Schmerz irgendwann nach ?

15. September 2011 um 15:52

diese Frage stelle ich mir.


Ich habe meine Mutter vor 5 Wochen völlig überraschend und unerwartet verloren.

Sie starb zu Hause im Alter von 64 Jahren, wenige Tage vor Ihrem 65.ten Geburtstag.
Wir hatten 20 Minuten vor Ihrem Tod noch rumgeblödelt, dass wir morgen aufräumen und Fensterputzen wollten.

Sie legte sich danach auf die Couch und rief wenige Minuten später, dass sie keine Luft bekomme, dass waren auch letztlich Ihre letzten Worte. Danach röchelte sich nur noch 2 mal tief.
Reanimation fast sofort und Notarzt innerhalb von 10 Minuten konnten nichts mehr bewirken. Sie verstarb den Sekundentod, in Folge eines akuten Herzinfarktes.

Meine Mutter hatte nie irgendwelche Erkrankungen, nie Schmerzen, nahm keine Tabletten oder sonstiges.

Sie war eine so lebenlustige Frau, gutmütig, sehr kommunikativ und in unseres Umgebung sehr beliebt ( darauf zielte sie aber selbst nie ab, sie hatte einfach einen sehr sympathischen Charakter den viele schätzen )

Mir geht es einigermaßen, am Anfang war das noch viel schlimmer, trotzdem weine ich jeden Tag bitterliche Tränen.

Ich habe seit meiner Geburt zu Hause gewohnt und bin jetzt 25 Jahre alt. Meine Mutter und ich hatten ein so inniges Verhältniss ( Wie hatten uns jeden Tag mindestens einmal im Arm und waren viel zusammen ) mir fehlt diese Wärme und die Lustigkeit, wir hatten beide den gleichen "blöden" Humor
und haben jeden Tag miteinander lachen können.

Natürlich gab es auch hin und wieder Streit, aber wir konnten uns immer die Meinung sagen ohne das jemand böse war.

Viele Freunde trösten mich damit, dass meine Mutter niemals leiden musste und das es für Sie ein sehr schöner Tod war, ich hätte meine Mutter aber gerne noch JAHRE länger erlebt.

Der Haushalt mit meinem Vater verändert sich schon sehr. Meine Mutter hat sich immer darum gekümmert, dass es wohnlich ist und man sich einfach wohlfühlt.

Diese gesamte Veränderung und meine Trauer die machen meine Seele im Moment kaputt, ich existiere im Moment einfach nur, außer dem Gefühl der Trauer empfinde ich aber nichts mehr im Leben

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17. September 2011 um 6:36

Es tut mir sehr leid
5 Wochen sind keine Zeit, du mußt dir Zeit für die Trauer
geben. Früher gab es das Trauerjahr und das hat durchaus seine Berechtigung. Deine Mutter hatte einen schönen Tod und mußte nicht leiden, nur euch blieb keine Zeit für Abschied. Du kannst nun alles in ihrem Sinne weitermachen, das ist das größte GEschenk, das du ihr machen kannst.
Und du darfst zutief dankbar sein, so eine Mutter gehabt zu haben. Es gibt auch Trauergruppen, oder im Internet sehr gute Trauerforen. Schreibe nieder was dich bewegt. Deine Mutter ist nur auf der anderen Seite des Vorhanges. Und der größte Liebesdienst ist, wenn es bei dir gut weitergeht.
Gruß Melike

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14. Oktober 2011 um 1:16

Schmerz
Hey...

Ich bin auch 25, wie du und mein Vater ist letzten Donnerstag gestorben, mit 74...
Ich habe mich diese Woche ein wenig schlau gemacht, was Trauerarbeit angeht.. und habe gelesen, dass es 3-5 JAHRE dauert, bis die Trauerarbeit abgeschlossen ist.
Eine Freundin von mir hat mit 18 ihren Vater verloren und erzählte mir, dass sie nach 4 Jahren aufhörte, deswegen zu weinen.
IRGENDWANN wird der Schmerz nachlassen, aber das wird wohl sehr, sehr viel Zeit brauchen.

[Trauerphasen:
Erste Phase
Nicht-Wahrhaben-Wollen: Der Verlust wird verleugnet, der oder die Trauernde fühlt sich zumeist empfindungslos und ist oft starr vor Entsetzen: Es darf nicht wahr sein, ich werde erwachen, das ist nur ein böser Traum! Die erste Phase ist meist kurz, sie dauert ein paar Tage bis wenige Wochen.

Zweite Phase
Aufbrechende Emotionen: In der zweiten Phase werden durcheinander Trauer, Wut, Freude, Zorn, Angstgefühle und Ruhelosigkeit erlebt, die oft auch mit Schlafstörungen verbunden sind. Eventuell setzt die Suche nach einem oder mehreren Schuldigen ein (beispielsweise Ärzte, Pflegepersonal). Der konkrete Verlauf der Phase hängt stark davon ab, wie die Beziehung zwischen den Hinterbliebenen und dem Verlorenen war, ob zum Beispiel Probleme noch besprochen werden konnten oder ob viel offen geblieben ist. Starke Schuldgefühle im Zusammenhang mit den Beziehungserfahrungen können bewirken, dass man auf dieser Stufe stehenbleibt. Das Erleben und Zulassen aggressiver Gefühle hilft dem Trauernden dabei, nicht in Depressionen zu versinken. Weil in unserer Gesellschaft Selbstbeherrschung ein hoher Wert ist und abhängig von familiären und gesellschaftlichen Prägungen sogar die Tendenz bestehen kann, Trauer ganz zu verdrängen, bestehen oft große Schwierigkeiten, diese Phase zu bewältigen. Indem die adäquaten Emotionen auch tatsächlich erlebt und zugelassen werden, kann die nächste Trauerphase erreicht werden.

Dritte Phase
Suchen, finden, sich trennen: In der dritten Trauerphase wird der Verlorene unbewusst oder bewusst gesucht meistens, wo er im gemeinsamen Leben anzutreffen war (in Zimmern, Landschaften, auf Fotos, auch in Träumen oder Phantasien ). Mit der Wirklichkeit konfrontiert, muss der oder die Trauernde immer wieder lernen, dass sich die Verbindung drastisch verändert hat.
Der Verlorene wird bestenfalls zu einem inneren Begleiter, mit dem man durch inneren Dialog eine Beziehung entwickeln kann. Im schlechteren Fall lebt der Trauernde eine Art Pseudoleben mit dem Verlorenen, nichts darf sich ändern, der Trauernde entfremdet sich dem Leben und den Lebenden. Wenn der Verlorene aber zu einer inneren Person wird, die sich weiterentwickeln und verändern kann, wird die nächste Phase der Trauerarbeit erreicht. Besonders hilfreich erweist sich, wenn in dieser Phase des Suchens, des Findens und des Sich-Trennens auch noch ungelöste Probleme mit der verlorenen Person aufgearbeitet werden können. Bisweilen kommt es in der dritten Phase auch zu Wutausbrüchen.

Vierte Phase
Neuer Selbst- und Weltbezug: In der vierten Phase ist der Verlust soweit akzeptiert, dass der verlorene Mensch zu einer inneren Figur geworden ist. Lebensmöglichkeiten, die durch die Beziehung erreicht wurden und die zuvor nur innerhalb der Beziehung möglich gewesen sind, können nun zum Teil zu eigenen Möglichkeiten werden.
Neue Beziehungen, neue Rollen, neue Verhaltensmöglichkeiten, neue Lebensstile können möglich werden. Dass jede Beziehung vergänglich ist, dass alles Einlassen auf das Leben an den Tod grenzt, wird als Erfahrung integrierbar. Idealerweise kann man sich dann trotz dieses Wissens auf neue Bindungen einlassen, weil man weiß, dass Verluste zu ertragen zwar schwer, aber möglich ist und auch neues Leben in sich birgt.]

Traurige grüße,

sadpussycat

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19. Oktober 2011 um 19:24

MEIN BEILEID
Hallo, erstmal mein herzliches Beilleid.
ZU DEM THEMA: Wann vergeht der Schmerz:
gar nicht. Ich habe selber, eine ähnliche, nicht ganz so schlimme Situation durch. IRgentwann erinnert du dich wieder an alles. SCHLIMM! Mein Leben ist versaut.
Mach es besser!!! LEBE DEIN LEBEN!!! alles wird wiedeer gut.
VIEL GLÜCK

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6. November 2011 um 0:40

Es braucht seine Zeit...
Zuerst möcht ich dir sagen dass mir das mit deiner Mutter leid tut.

Ich glaube dass du nach den 5 Wochen noch nicht mal richtig angefangen hast zu trauern weil du noch geschockt bist und "funktionieren"musst. Wahrscheinlich hast du auch noch viel zu tun um alles zu regeln. Die richtige, heftige und bewusste Trauer kommt erst später.
Eine richtige Zeitangabe kann man für die Trauer auch nicht machen weil jeder anders trauert.Ich weiß nur dass es gute Tage und schlechte Tage gibt.
Ich weiß das weil ich selbst meinen Vater vor einem Jahr verloren habe. Er war erst 44 Jahre alt, war zwar ein Risikopatient aber trotzdem war sein Tod ziemlich plötzlich.Er ist einfach so umgefallen und war tot. Für mich ist es wirklich ein Trost dass es so schnell ging, denn ein Verwandter hatte Krebs und ich habe mitbekommen wie lange er leiden musste.

Ich denke der Schmerz hört niemals auf, aber man lernt damit zu leben und umzugehen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft !

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