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Langsam in die einsamkeit gerutscht (freunde finden mitte 30)

4. August 2006 um 22:27

hallo,

ich weiß nicht, ob das nun das richtige forum ist. aber ich versuche es mal.

wie schon im titel steht, bin ich so langsam dabei, in die einsamkeit abzugleiten. bin vor ca. 20 jahren vom land aufgebrochen und lebe nun ca. 16 jahre in der großstadt. anfangs als junge erwanchene bin ich viel weggegangen und habe einige leute kennengelernt. aber ich kann mich erinnern, daß ich auch damals schon viele momente hatte, wo ich mich sehr einsam gefühlt habe. dann bin ich einfach z.b. s-bahn gefahren, also irgendwie losgegangen und habe mich bewegt.

inzwischen sind die freundschaften, die ich damals geschlossen habe, aus den unterschiedlichsten gründen vorbei, die meisten irgendwo weit weggezogen und mit den jahren auseinandergegangen.
solange ich studiert habe und eine arbeit hatte, ist mir das auch nicht so doll aufgefallen, da ich immer beschäftigt war und auch dort viel umgang mit menschen hatte (sozialarbeit).

nun, seit gut einem jahr arbeite ich freiberuflich und bin daher meistens allein zuhaus, da ich viel am schreibtisch sitzen muß. und jetzt erst fällt mir so richtig auf, daß ich langsam dabei bin zu vereinsamen.

habe in den letzten jahren einige versuche gemacht, wieder neue freundschaften zu schließnen, auch z.b. einen neuen partner zu finden. aber irgendwie bleibt das alles sehr oberflächlich und bricht meistens schnell wieder auseinander. ich fühle mich immer unwohler damit. habe zwar einen recht starken charakter. aber so langsam schafft dieses einzelkämpfertum sogar mich.
da ich entweder nur sehr wenig verdiene im sozialbereich oder zwischenzeitlich auf alg2 lebe, kann ich auch kaum weggehen, abends z.b. da bleibt einfach nichts für übrig. männer, die ich kennenlerne, z.b. auf anzeige, ziehen sich zurück, wenn sie von der arbeitslosigkeit hören usw. ich kann das lebensniveau der anderen nicht teilen, obwohl ichs liebend gern würde. versuche trotzdem, meine mittellosigkeit zu managen und mir meinen anteil an lebensqualität zu holen (mein luxus ist das internet, das ich mir leiste).
am meisten nervt mich auch die herablassende behandlung dann, obwohl ich gar nichts dafür kann, daß ich arbeitslos bin. denn 1. habe ich immer gearbeitet, auch wenn ich arbeitslos gemeldet war, und wenn es ehrenamtlich war, und 2. ist allgemein bekannt wie schlecht es auf dem arbeitsmarkt aussieht, u.a. auch im sozialbereich. trotzdem ist es immer noch ein großer makel anscheinend.

also letztendlich: ich würde mich gerne einmal mit anderen austauschen, was man denn noch tun kann. ich kann doch nicht mit mitte dreißig schon so leben wie das klischeebild eine alte frau? und noch dazu für den rest meines lebens... irgendwie muß es doch da lösungsmöglichkeiten geben. oder nicht? würde mich gerne mit anderen in ähnlichen lagen austauschen.

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4. August 2006 um 23:43

Hallo Glückskäferchen,
ich frage mich immer, ob es nur in Deutschland so schwer ist, Leute kennen zu lernen. Wenn ich dann mit meinem türk. Mann im Urlaub bin, erfahre ich, dass es nicht so sein muss. Die Leute dort gehen viel unkomplizierter und unbefangener aufeinander zu, auch wenn ich die älteren, nuschelnden, nudelrunden und buntgemusterten Frauen manchmal nur mangelhaft verstehe... Sie sind so herzlich, eine Tante von meinem Mann knutscht mich schmatzend ab, obwohl sie mich kaum kennt... Ich meine, dass die Menschen in Deutschland mir oft zu reserviert sind; vielleicht suchen sie jemanden, von dessen Bekanntschaft sie etwas haben, und nehmen den Menschen ihnen gegenüber nicht einfach so, wie er ist?
Ich kann mir vorstellen, dass dich herablassende Behandlung stört, verletzt - da steckt nicht viel Einfühlungsvermögen und Mitgefühl dahinter, nicht wahr? Was würden diese Leute sagen (können), wenn sehr viel mehr Menschen in einer Lage wie du wären? So wie in südamerikanischen Ländern, in Ländern, wo ganz andere Lebensmuster vorherrschen, wie in Indien, Afrika, wo die Menschen nicht über ihren Job definiert werden? Was sind das für Männer, die sich zurückziehen, wenn sie von deiner Arbeitslosigkeit hören? Die sind wohl nicht bereit, Probleme mit dir zu teilen? (und darauf kommt es doch an in einer Beziehung, dass man in "guten und in schlechten Zeiten" zueinander hält!) Ich habe persönlich den Eindruck, dass die Beziehungen der Menschen in unserer Kultur oberflächlicher, konsumbezogener/spaßorientierter geworden sind - wenn jemand nicht genug Unterhaltung liefert, wird er abserviert... Das kann jeden treffen. - Was kannst du tun? Du tust ja schon viel, wenn du ehrenamtlich tätig bist, du zeigst damit, dass dir die Menschen nicht egal sind. Ist schon eine Frechheit und traurig zugleich, wenn sogar im Sozialbereich Arbeitslosigkeit ein Makel ist! Ich kenne dein Problem aus eigener Erfahrung nur zu gut, ich hänge oft zwischen den Stühlen mit meiner binationalen Ehe - obwohl, eigentlich hat nur die deutsche Seite Probleme damit, die andere nicht...
Was kannst du tun? Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich vielleicht Hausaufgaben-/Nachmittagsbetreuung für ausländische Kinder machen. Kinder sind eine Bereicherung und unvoreingenommen. Gibt es bei dir im Ort ein Mütterzentrum, wie bei mir? In solchen Institutionen werden manchmal Lehrkräfte gesucht, und es ist dort immer was los.
Ich wünsch dir was, Meerblau

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6. August 2006 um 2:11
In Antwort auf carmel_12869507

Hallo Glückskäferchen,
ich frage mich immer, ob es nur in Deutschland so schwer ist, Leute kennen zu lernen. Wenn ich dann mit meinem türk. Mann im Urlaub bin, erfahre ich, dass es nicht so sein muss. Die Leute dort gehen viel unkomplizierter und unbefangener aufeinander zu, auch wenn ich die älteren, nuschelnden, nudelrunden und buntgemusterten Frauen manchmal nur mangelhaft verstehe... Sie sind so herzlich, eine Tante von meinem Mann knutscht mich schmatzend ab, obwohl sie mich kaum kennt... Ich meine, dass die Menschen in Deutschland mir oft zu reserviert sind; vielleicht suchen sie jemanden, von dessen Bekanntschaft sie etwas haben, und nehmen den Menschen ihnen gegenüber nicht einfach so, wie er ist?
Ich kann mir vorstellen, dass dich herablassende Behandlung stört, verletzt - da steckt nicht viel Einfühlungsvermögen und Mitgefühl dahinter, nicht wahr? Was würden diese Leute sagen (können), wenn sehr viel mehr Menschen in einer Lage wie du wären? So wie in südamerikanischen Ländern, in Ländern, wo ganz andere Lebensmuster vorherrschen, wie in Indien, Afrika, wo die Menschen nicht über ihren Job definiert werden? Was sind das für Männer, die sich zurückziehen, wenn sie von deiner Arbeitslosigkeit hören? Die sind wohl nicht bereit, Probleme mit dir zu teilen? (und darauf kommt es doch an in einer Beziehung, dass man in "guten und in schlechten Zeiten" zueinander hält!) Ich habe persönlich den Eindruck, dass die Beziehungen der Menschen in unserer Kultur oberflächlicher, konsumbezogener/spaßorientierter geworden sind - wenn jemand nicht genug Unterhaltung liefert, wird er abserviert... Das kann jeden treffen. - Was kannst du tun? Du tust ja schon viel, wenn du ehrenamtlich tätig bist, du zeigst damit, dass dir die Menschen nicht egal sind. Ist schon eine Frechheit und traurig zugleich, wenn sogar im Sozialbereich Arbeitslosigkeit ein Makel ist! Ich kenne dein Problem aus eigener Erfahrung nur zu gut, ich hänge oft zwischen den Stühlen mit meiner binationalen Ehe - obwohl, eigentlich hat nur die deutsche Seite Probleme damit, die andere nicht...
Was kannst du tun? Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich vielleicht Hausaufgaben-/Nachmittagsbetreuung für ausländische Kinder machen. Kinder sind eine Bereicherung und unvoreingenommen. Gibt es bei dir im Ort ein Mütterzentrum, wie bei mir? In solchen Institutionen werden manchmal Lehrkräfte gesucht, und es ist dort immer was los.
Ich wünsch dir was, Meerblau

Antwort
hallo meerblau,

ich wollt dir auf deine antwort eine privatnachricht (pn) schicken. aber irgendwie funktioniert das nicht. die nachricht wird nie abgeschickt. hast du den empfang von pn blockiert vielleicht?

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6. August 2006 um 10:11
In Antwort auf maren_12252916

Antwort
hallo meerblau,

ich wollt dir auf deine antwort eine privatnachricht (pn) schicken. aber irgendwie funktioniert das nicht. die nachricht wird nie abgeschickt. hast du den empfang von pn blockiert vielleicht?

Moin, Glückskäferchen,
nein, hab schon schon welche bekommen - müsste eigentlich klappen. Ich habe zwar inzwischen Antivir installiert, weil das Laptop bei jedem Einschalten mault, dass es Angst vor Viren hat, aber soweit ich mich erinnere, klappts mit den PN am PC auch... Versuchs doch noch mal, ansonsten denken wir uns eine andere Lösung aus?

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11. Februar 2007 um 15:49

Einsmakeit
Auch ich kann Dich gut verstehen.
Ich gehe zwar arbeiten, und habe eine 5 jährige Tochter, aber trotzdem fühle ich mich sehr alleine.
Am schlimmsten sind die Wochenenden und die Abende.
Schwierig ist es auch über das Internet jemanden kennenzulernen. In den kostenlosen Singlebörsen habe ich bisher leider nur sehr schlechte Erfahrungen gemacht.
Da ich auch noch seit Jahren an Depressionen leide, kommt der ganze Zustand noch erschwerend dazu.

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16. September 2011 um 19:49

Hallo
und fon wo kommst du denn eigendlich?wieso treffen wir uns nicht alle mal ?bin manchmal auch sehr allein,aber wann immer ich einen Babysitter habe 1 mal pro monat gehe ich sofort aus.bin 30 jahre jung wohne im Kanton Zürich weiblich alleinerziehend.Frauen und Männer die in der Nähe wohnen können mich gerne kontaktieren.Wenn Ihr lust habt neue Leute kennenzulernen.So schwer ist das gar nicht,glaubts mir.barbarala@yahoo.com.Liebe grüsse

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28. November 2017 um 21:56
In Antwort auf maren_12252916

hallo,

ich weiß nicht, ob das nun das richtige forum ist. aber ich versuche es mal.

wie schon im titel steht, bin ich so langsam dabei, in die einsamkeit abzugleiten. bin vor ca. 20 jahren vom land aufgebrochen und lebe nun ca. 16 jahre in der großstadt. anfangs als junge erwanchene bin ich viel weggegangen und habe einige leute kennengelernt. aber ich kann mich erinnern, daß ich auch damals schon viele momente hatte, wo ich mich sehr einsam gefühlt habe. dann bin ich einfach z.b. s-bahn gefahren, also irgendwie losgegangen und habe mich bewegt.

inzwischen sind die freundschaften, die ich damals geschlossen habe, aus den unterschiedlichsten gründen vorbei, die meisten irgendwo weit weggezogen und mit den jahren auseinandergegangen.
solange ich studiert habe und eine arbeit hatte, ist mir das auch nicht so doll aufgefallen, da ich immer beschäftigt war und auch dort viel umgang mit menschen hatte (sozialarbeit).

nun, seit gut einem jahr arbeite ich freiberuflich und bin daher meistens allein zuhaus, da ich viel am schreibtisch sitzen muß. und jetzt erst fällt mir so richtig auf, daß ich langsam dabei bin zu vereinsamen.

habe in den letzten jahren einige versuche gemacht, wieder neue freundschaften zu schließnen, auch z.b. einen neuen partner zu finden. aber irgendwie bleibt das alles sehr oberflächlich und bricht meistens schnell wieder auseinander. ich fühle mich immer unwohler damit. habe zwar einen recht starken charakter. aber so langsam schafft dieses einzelkämpfertum sogar mich.
da ich entweder nur sehr wenig verdiene im sozialbereich oder zwischenzeitlich auf alg2 lebe, kann ich auch kaum weggehen, abends z.b. da bleibt einfach nichts für übrig. männer, die ich kennenlerne, z.b. auf anzeige, ziehen sich zurück, wenn sie von der arbeitslosigkeit hören usw. ich kann das lebensniveau der anderen nicht teilen, obwohl ichs liebend gern würde. versuche trotzdem, meine mittellosigkeit zu managen und mir meinen anteil an lebensqualität zu holen (mein luxus ist das internet, das ich mir leiste).
am meisten nervt mich auch die herablassende behandlung dann, obwohl ich gar nichts dafür kann, daß ich arbeitslos bin. denn 1. habe ich immer gearbeitet, auch wenn ich arbeitslos gemeldet war, und wenn es ehrenamtlich war, und 2. ist allgemein bekannt wie schlecht es auf dem arbeitsmarkt aussieht, u.a. auch im sozialbereich. trotzdem ist es immer noch ein großer makel anscheinend.

also letztendlich: ich würde mich gerne einmal mit anderen austauschen, was man denn noch tun kann. ich kann doch nicht mit mitte dreißig schon so leben wie das klischeebild eine alte frau? und noch dazu für den rest meines lebens... irgendwie muß es doch da lösungsmöglichkeiten geben. oder nicht? würde mich gerne mit anderen in ähnlichen lagen austauschen.

Hey,
was ist aus dir geworden? Lag

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28. November 2017 um 23:24

Liebes Glückskäferchen!

Ich war auch mal in die Großstadt gezogen, kannte mich nirgends aus usw. Obwohl ich relativ gut verdiente (weit über dem Durchschnitt), zog es mich wieder nachhause.  Ich hielt es exakt vier Monate aus, dann brach ich ab. Ich bin, seit etwa 10 Jahren, ebenfalls Freiberufler, und froh, dass mich meine ehemaligen Freunde mich nicht mehr besuchen kommen. Gegen Brieffreundschaften habe ich allerdings nichts. Wenn Du willst, kannst Du mir ja mal unter PN schreiben. Nein, bei mir gibt`s keine "schwarze Liste!"

Liebe Grüße,

der alte lib

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