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Kur statt Therapie bei Depression

4. Januar 2012 um 9:45

Zuerst einmal Hallo und guten Tag alle

Mein Name ist Inge und ich leide seit Ewigkeiten unter Depressionen gepaart mit einem Suchtproblem ( Alkohol Cannabis ).
Vor 15 Monaten bin ich in der geschlossenen Psychiatrie gewesen weil ich einen Suizidversuch hatte. Dort war ich nur ganz kurz und bin im Anschluss auf eine offene Station zur Therapie. Da ich dachte mir gehts ja wieder gut, habe ich nach 10 Tagen abgebrochen.
Danach habe ich in einer Tagesklinik eine 6 -wöchige Therapie gemacht und bin auf Medikamente gegen Depris eingestellt worden.
Zwischenzeitlich ging es mir recht gut, doch jetzt der totale Rückfall in allen Bereichen.
Ich trinke und konsumiere wieder zuviel und ich sitze wieder genau so gelähmt wie früher zuhause rum und bin nicht in der Lage die kleinsten Dinge zu verrichten.
Mittlerweile gibt mir mein Körper schon Signale in Form von diversen Krankheiten.

Eigentlich dachte ich der Therapiekram läge hinter mir...aber vor 10 Tagen habe ich mir das erste Mal in meinem Leben ( bin 47 ) mit der Rasierklinge an den Armen rumgeschnibbelt. DAS war dann auch für mich ein Alarmsignal das ich dachte "bis hier hin und nicht weiter".
Bin bereit mich nochmal in professionelle Hände zu geben aber der Weg einen geeigneten Platz zu finden ist - gerade für jemanden mit Depressionen . mehr als steinig.

Gestern bekam ich von einer sehr netten Dame aus einer Klinik den Rat doch mal eine Kur zu beantragen. Das wäre in Anbetracht der Tatsache das ich nicht soooo viel trinke doch eine perfekte Lösung um mal zur Ruhe zu kommen .

Hat hier irgendjemand Erfahrungen wie man wo eine Kur beantragen kann und wo gute Kliniken sind?
Bin für jeden Rat dankbar.
Euch allen einen schönen Tag
Gruss Inge

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11. Januar 2012 um 10:58

Nur Du kannst Dich ändern - Jetzt
Hallo, ich habe mal eine Kur in Bad Grönenbach gemacht.
Mein Fazit aus meiner ganzen Depessionsgeschichte:

- Helfen kannst Du dir nur selbst, indem Du dir Deiner eigenen Verhaltensmuster bewusst wirst

- Dazu kann Dich ein geeigneter Therapeut begleiten, die Arbeit dazu must Du selbst vornehmen

- Situationen die nicht gut für Dich sind kannst Du verlassen, ändern oder akzeptieren das Du momentan nichts dagegen unternimmst

- Du kannst Dir das Leben von der Einstellung her schön oder eben auch schlecht denken - Es ist Deine Entscheidung!

- Niemand anderes ist Schuld das es Dir schlecht geht, egal was Dir passiert ist

- Du kannst Dich und deine Eistellung zum Leben ändern - sonst nichts und niemenden

- Lerne Deinen Körper und deine Gefühle wahrzunehmen, aber nicht zu bewerten- dann werden die negativen Gefühle auch wieder weiterziehen

- Alle Süchte, in welcher Form auch immer sind in wirklichkeit Sehnsüchte Dich selbst zu finden - und Du wirst nie Erfüllung in ihnen finden

- Dein Selbstwert sollte von Dir Selbst und dem liebevollen Verhalten zu Dir selber gespeist werden und nie durch andere Menschen oder Sachen. Z.B. der Kaufsüchtige der immer etwas braucht, um seine innere Leere zu Füllen. Aber das ist nur eine vorgetäuschte kurzfristige Erfüllung.

Also einen Kurantrag gibt es über Deinen Hausarzt. Er gibt Dir ein Formular mit einer Diagnose die Du dann widerrum zu Deiner Krankenkasse sendest. Diese schickt Dir dann denn Antrag zur Kur. Dabei wird auch entschieden ob, die deutsche Rentenversicherung (du bist Arbeitnehmer) oder die Krankenkasse die Kur bezahlt. Einen abgelehnten Antrag kannst Du widersprechen - beim 2-ten mal geht es meist durch.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute

Sonja

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13. Januar 2012 um 9:21

Wie wahr wie wahr
Liebe Sonja,

Du hast sehr schöne und vor allem sehr wahre Worte von dir gegeben.

Ich weiß exakt wovon du sprichst wenn ich deinen Beitrag lese. Doch es gehört ja genau zum Krankheitsbild diese Dinge sprich Lethargie, Traurigkeit, Energielosigkeit bis hin zur Lähmung...zu erkennen, zu sehen, zu wissen was los ist, aber den Punkt zum anfassen, sprich "Jetzt nimm es in die Hand und beweg dich" nicht zu finden.
DAS ist das was eine Therapie von Nöten macht bei Depressionen.
Und das ist ja das grausame an dieser Erkrankung. In meinem Fall - ich weiß GENAU was zu tun ist um aus diesem Loch raus zu kommen - aber jeder Versuch sich "freizustrampeln" endet in einer Erschöpfung.

Es ist alles Kopfsache!
Ich weiß!
3 simple Buchstaben ... TUN !
Es einfach tun.
Egal um was es geht....tu es einfach.
Nicht nachdenken, lächeln und tun.

Nur, wenn das mal so einfach wäre. Bei mir ist dann halt auch der Kampf nicht in die Kneipe zu gehen und meine "strahlende Fassade" auf zu setzen. Sondern mich meinen Problemen zu stellen und meine Freizeit um zu gestalten.

Ich wüsste - bzw. weiß - genau wo ich anpacken müsste. Aber diese Lähmung ist einfach an manchen Tagen übermenschlich.
Dennoch deine Worte klingen mir nach und beschäftigen mich immer noch. Vielen lieben Dank für die Zeit die du dir für diesen Beitrag genommen hast.

Und die virtuelle Kraft die du gesendet hast ist zum teil auch angekommen.
Von Herzen danke
Inge

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