Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Kranke Psyche und Umgang damit...

18. Juli 2005 um 20:30 Letzte Antwort: 20. Juli 2005 um 9:44

Hallo zusammen,

mich würde eure Meinung interessieren. Meine Mutter ist psychisch krank, vor ca. 30 Jahren bekam sie Magersucht und ist fast daran gestorben. Sie hatte sich kurzfristig noch mal davon erholt, aber ein paar Jahre später wurde sie rückfällig (Magersucht bzw. Bulimie) und bis heute (über 60 Jahre) ist sie ein Strich in der Landschaft. Natürlich leiden ihre Organe durch die Mangelernährung, sie ist auch leicht anfällig für Erkältungen u.a. und ihr Geist hat m.E. auch ganz schön gelitten.

Jedenfalls hat meine Mutter ihre eigene Welt kreiert, mit der Realität kommt sie nicht zurecht. Schlimm ist, dass sie z.B. für mich ebenfalls einen Platz in ihrer Welt hat, sie versucht immer noch, mich in die von ihr gewünschte Rolle zu pressen.

Reden oder auch Schweigen (Übergehen) hilft nicht, sie versucht es immer wieder, inzwischen sogar, dass sie - und nun leider auch mein Vater - ganz "komisch" sind.

Wenn sie dann anruft, höre ich nur Vorhaltungen und "beste Ratschläge": Wie lange wir schon nichts von einander gehört haben, dass sie längst tot sein könnte...
Oder sie schreibt mir per Mail, 1 Woche bevor wir uns treffen wollen (wir wohnen 300 km auseinander), dass wir uns unsere "Pflichtbesuche" doch schenken sollen, da dies nur zu Stress und Aggressionen führt. Und im gleichen Atemzug kommt der Vorwurf, dass ich ihr das Enkelkind vorenthalte.

Es war schon immer so, ein Wegstossen und wenn ich dann auch weggeblieben bin, nur Vorwürfe - also egal, wie ich es gemacht habe, war es falsch. Mir tut dies weh, ich finde es auch schade, dass sie meinen Mann so ausgrenzen und ich finde es auch schade, dass wir uns nicht ab und zu sehen können, ohne dass sie den Anspruch hat, die Tochter hat zumindest alle 2 Wochen bei Mami zu sein, aber bitte, ohne Mami zu stören...

Was haltet ihr davon??? Bitte um eure Meinungen, liebe Grüße, Sophistox

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19. Juli 2005 um 9:38

Hallo,
Deine Mutter ist, wie Du ja selbst sagst, psychisch krank und daraus kann man ihr keinen Vorwurf machen. Ich denke ihr kann einfach nur ein Fachmann (Arzt) helfen. Natürlich verstehe ich, daß Du unter der Situation sehr leidest.. ging mir wohl genau so. Wahrscheinlich kannst Du mit ihr über einen Arzt oder so nicht reden, aber viel.mit Deinem Vater. Versuchs doch einfach nochmal. Alles Gute für Dich

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19. Juli 2005 um 10:41

Wie Du selber schreibst,
ist Deine Mam krank, und man kann ihr keinen Vorwurf machen.Vor 30Jahren hat man noch nicht erkannt, das die Magersucht, ein Hilferuf ist.
Jetzt hat sie ihre eigene _Welt, und Du mußt Dich mit dem was sie gibt zufrieden sein.Sie kann nichts dafür, klar erwartet sie das Du immer da bist, wenn sie das will, klar erwartet sie, das Du sie nicht störst, in ihrer Welt hast Du eigentlich überhaup keinen Platz.
Ich nehme an, das Du auch so zurecht gekommen bist, also, versuche Deine Mam so zu nehmen wie es ist, und Dir wünsche ich nur das allerbeste, aber Gott Lob, hast Du einen Mann und ein Kind.
Liebe Grüße und lass Dich mal ganz lieb ans Herz drücken........

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19. Juli 2005 um 20:00
In Antwort auf

Wie Du selber schreibst,
ist Deine Mam krank, und man kann ihr keinen Vorwurf machen.Vor 30Jahren hat man noch nicht erkannt, das die Magersucht, ein Hilferuf ist.
Jetzt hat sie ihre eigene _Welt, und Du mußt Dich mit dem was sie gibt zufrieden sein.Sie kann nichts dafür, klar erwartet sie das Du immer da bist, wenn sie das will, klar erwartet sie, das Du sie nicht störst, in ihrer Welt hast Du eigentlich überhaup keinen Platz.
Ich nehme an, das Du auch so zurecht gekommen bist, also, versuche Deine Mam so zu nehmen wie es ist, und Dir wünsche ich nur das allerbeste, aber Gott Lob, hast Du einen Mann und ein Kind.
Liebe Grüße und lass Dich mal ganz lieb ans Herz drücken........

Danke für die Beiträge,
ich weiß, dass Magersucht eine Krankheit ist, ein Hilferuf und eine Verweigerung vor etwas (wovor auch immer, ich weiß es bei ihr nicht genau, ich denke, sie schiebt Gründe vor, die es nicht wirklich waren) - aber ich bin nicht diejenige, die sie da heraus holen kann. Sie hatte mit Selbstmord gedroht u.a. als ich 20 war, dass war schon hart, so etwas kann dich ebenfalls zerstören, wenn du nicht stark genug bist.

Du hast recht, in ihrer Welt ist überhaupt kein Platz für mich. Trotzdem frage ich mich, warum sie dann ab und zu doch einen Platz dort für mich sucht?

Und zu meinem Vater: Bisher hat er immer ganz gut den "Spagat" zwischen uns Kindern und ihr hin bekommen, inzwischen werden es 2 Fronten: Meine Eltern gegen mein Männe und Kind... Ist echt schade, aber irgendwie bin ich auch gerade erleichtert, dass sie nun von sich aus "Funkstille" möchten, denn es ist schon belastend.

Meine Mutter war auch schon bei verschiedenen Ärzten, bei Kuren und in der Psychatrie, doch sie war stets der Meinung, da gehöre sie nicht hin. Soweit ich weiß, ist sie schon seit Jahren nicht mehr in Behandlung. Wenn sie es nicht selber will - wie kann man ihr da helfen?

War schön, von euch zu hören, Sophistox

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20. Juli 2005 um 9:44

Na
wie gut, dass ich dich nicht wörtlich nehme, ansonsten müsste ich annehmen du wärest brutal......

jeder hat ein recht auf eigenes leben, man ist niemandes eigentum. den richtigen abstand muss man schon selber aufbauen, wenn das gegenüber nicht in der lage dazu ist.

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