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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Körperdysmorphe Störung, Dysmorphophobie

Letzte Nachricht: 26. Oktober um 10:56
S
sonnenlicht
23.10.22 um 19:10

Hallo zusammen,

eigentlich bin ich in solchen Foren immer nur stille Mitleserin. 

Zu mir: Ich bin 27 Jahre, weiblich und habe eine körperdysmorphe Störung.

Schon mit 20 Jahren hat alles begonnen..

Ich ging zum Friseur und war danach total unzufrieden. Ich habe Haare bis über die Brust und lasse sie mir immer bis kurz oberhalb der Brust abschneiden. Die Friseurin hat es genauso geschnitten wie ich es wollte doch es gefiel mir nicht, weil ich sie zu "buschig" fand. Ich ging am selben Tag nochmal zu einem anderen Friseur um sie irgendwie anders hinzubekommem. Der verschlimmerte es nur noch. Ich habe tagelange geweint, lag nur noch im Bett und wollte von der ganzen Welt nichts mehr wissen. Nach einer Woche ging es für mich in den Strandurlaub. An meinen Lieblingsort. Ich konnte es nicht genießen und hatte nur meine Haare im Kopf. 

Als die Haare wieder dieses abgeschnittene Stück nachgewachsen waren ging ich nochmals zu einem anderen Friseur. Es wurde besser. Auch die nächsten 2 - 3 mal war wieder alles in Ordnung. Sie wurden immer gleich geschnitten. Nur auf einmal fielen sie nach dem nächsten Termin anders als sonst. War deprimiert aber es war einigermaßen ok. So ging das danm 2 - 3 Jahre. Deprimiert aber ok.. gefallen haben sie mir nie so richtig aber es ging.

Nun seit 2 Jahren ist es jedes mal eine totale Katastrophe. Nach jedem Friseurbesuch wird genauestens jedes Haar geprüft ob es denn genauso lang ist wie das auf der anderen Seite. Ist die eine Seite mehr ausgedünnt als die andere. Es werden Fotos von hinten und seitlich gemacht. Ich tue den ganzen Tag nichts anderes als vor dem Spiegel zu stehen und zu kontrollieren, Fotos machen und jedes mal bin ich total gefrustet und fange an zu weinen. Nachts kann ich nicht schlafen, totale innere Unruhe, Appetitlosigkeit etc. Nach dem der Friseurtermin wieder einige Wochen vorbei ist wird es leichter.. ich hoffe darauf, dass beim nächsten Mal das Ergebnis so ist wie ich es mir wünsche und jedes mal werde ich wieder enttäuscht.. ich war letztes Jahr schon 7 Wochen krankgeschrieben, habe eine Therapie begonnen (die ich aber abgebrochen habe, da mir die Therapeutin leider in Bezug auf die Krankheit nicht helfen konnte) und nehme Citalopram..

Ich erwarte hier keine Mitleid oder sonstiges. Vielleicht gibt es hier ja jemanden den es genauso geht wie mir oder hat jemand Tipps wie man mit sowas am besten umgeht. 

LG Sonnenlicht

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S
sisteronthefly
26.10.22 um 10:56

Hallo,

ich kann mir vorstellen, wie sehr dich die Situation belastet. Ich gehe davon aus, du möchtest deine Ängste loswerden. Oder gibt es vielleicht Gründe, warum diese Störung gerade recht kommt. Gibt es Vorteile, die du davon hast? Ich weiß, die Frage wirkt provokant, sie ist allerdings nicht böse gemeint sondern ganz ernsthaft zum Überdenken. 

In der Therapie begegnen dir möglicherweise Inhalte, mit denen du dich gar nicht auseinandersetzen magst. Vielleicht denkst du, wie kann es mir helfen wenn ich über mein Elternhaus sprechen soll oder darüber, wie meine Eltern mit Konflikten umgingen. Das könnte ein Anhaltspunkt sein, wie und ob du gelernt hast Konflikte auszuhalten oder wie du mit ihnen heute umgehst. Es könnte eine Selbstwertthematik erklären und lohnt sich dran zu bleiben. 

Citalopram sollte nur in Verbindung mit einer Therapie eingenommen werden. Erfolge werden in einer Kombination erzielt, nicht in der alleinigen Medikamenteneinnahme, die "nur" Angstsymptome lindert. Das heißt, du darfst auch aktiv etwas tun. Nämlich nach einem angemessenen Zeitraum und in deinem Tempo, die Auseinandersetzung mit deinen Ängsten. Das lässt sich zunächst in einem geschützten Rahmen üben und wird dann in der Regel "draußen" erprobt. Von heute auf morgen funktioniert dies allerdings nicht. Bitte wende dich an einen Verhaltenstherapeuten mit Erfahrung auf diesem Gebiet. 

LG Sis

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