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Knopfphobie - Trauma?

11. Dezember 2011 um 22:43 Letzte Antwort: 12. Dezember 2011 um 13:49

Hallo an alle,

ich habe ein Problem und weiss keinen an den ich mich wenden kann.

Mein Sohn knapp 6 Jahre trägt fast keine Knöpfe und es ekelt ihn auch an, wenn andere diese tragen, besonderst beim Essen. Nun habe ich im Internet gesehen, dass dies manchmal als Phobie bezeichnet werden kann "Koumpounophobie" ist der Fachausdruck dafür. Zunächst beruhigte mich dies, aber mit der Zeit machte ich mir Sorgen, da es bei vielen Betroffenen nie wegging und es den Alltag erwschwert. Keine Mutter hört gerne, dass ihr Kind mal einen schweren Alltag haben wird.

Schwerer wiegt, dass die Ursache von Traumatas häufig mit traumatischen Erlebnissen in der frühen Kindheit zusammenhängen. Deshalb kann ich jetzt nicht mehr schlafen. Weil ich mir Sorgen mache. Bis unser Sohn 2 1-2 Jahre alt war hatten wir eine jungen Mann zur Unterstützung im Haus bei uns. Wir fanden dann heraus, dass er pädophil war und haben ihr rausgeschmissen. Mein Sohn hatte ihn sehr gern, deshalb gehe ich nicht von Gewalteinwendung i.S. einer Vergewaltigung aus. Ausserdem hat der Typ sich eher für Jungs ab 4/5 und aufwärts interessiert. Ich habe mit einem Ergotherapisten mal offen darüber gesprochen und er sagte, dass Kindheitserinnerung erst ab 2 1/2 Jahren bleiben, falls etwas gewesen sein soll. Vielleicht habe er "nur" mit ihm "geschmust".

Nun, bin ich aber doch alarmiert, wegen dieser Knopfphobie. Mein Mann macht mir Vorwürfe, dass ich soviel sofrüh wieder gearbeitet habe und er kann noch weniger als ich mit dem Thema umgehen, deshalb kann ich nicht mit ihm darüber reden.

Ist mein Sohn misshandelt worden? Wie gehe ich mit der Knopfphobie um? Ich möchte doch, dass er ein Leben so angenehm wie möglich führen kann?

Weiss jemand Rat?
Eure Katrin

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11. Dezember 2011 um 22:52

So schnell wie möglich
musst du einen Kinderpsychologen aufsuchen und mit ihm versuchen alles aufzuarbeiten... das ist so wichtig und je früher desto besser! Ihr schafft das schon...

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11. Dezember 2011 um 22:59
In Antwort auf tara_12126167

So schnell wie möglich
musst du einen Kinderpsychologen aufsuchen und mit ihm versuchen alles aufzuarbeiten... das ist so wichtig und je früher desto besser! Ihr schafft das schon...

Meinst Du wirklich...
... unser Sohn ist ansonsten ganz normal. Die Wahrscheinlichkeit der Misshandlung geht doch gegen Null. Vielleicht mache ich ihn damit unnötig auf etwas aufmerksam?

Mein Mann und ich waren viel getrennt in den letzten Jahren, geografisch und haben oft vor unserem Sohn gestritten. Der Knopekel könnte ja auch eine Belastung dahingehend sein. Das machen wir nun schon seit einigen Monaten nicht mehr. Wenn ich ab jetzt alles richtig mache, dann kann er sich doch noch weiterentwickeln als ganz normales glückliches Kind, oder?

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12. Dezember 2011 um 7:21

Sich im Internet informieren
ist das eine, aber hier ist ganz dringend Hilfe gefragt, da müssen Fachleute ans Werk. Zunächst wäre ein Kinderarzt mal Ansprechpartner. Dort kann man dir bestimmt Adressen geben. Es gibt Traumatherapeuten. Und wenn eure Beziehung schwierig ist, dann solltet ihr euch auch Hilfe holen, evtl in einer Paarberatung. Oft sind Kinder nur der Anstoß , dass was verbessert werden muß. Ihr seid als Eltern gefordert , dem Kind Hilfe zukommen zu lassen. Was nun die Ursache ist steht zunächst im Hintergrund.
Gruß melike

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12. Dezember 2011 um 10:40

Danke Arabella
hm, vielleicht mache ich dies mal.

Ich habe übrigens gestern gelesen, dass Pädophile sich erst erst für Kinder ab frühstens 4 Jahren interessieren. Das hat mich nochmal beruhigt und als traumatisches Kindheitserlebnis kann irgendetwas mit Knöpfen vorgefallen sein.

Ich bin ab jetzt beruhigter und werde versuchen sachlich daran zu gehen, denn ich habe einen grossartigen Jungen. Nur, kann ich mir nicht verzeihen so oft mit meinem Mann vor meinem Sohn gestritten zu haben. Ich hoffe, dass hintereläßt keine bleibende Schäden.

Danke!
Katrin

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12. Dezember 2011 um 11:02
In Antwort auf melike13

Sich im Internet informieren
ist das eine, aber hier ist ganz dringend Hilfe gefragt, da müssen Fachleute ans Werk. Zunächst wäre ein Kinderarzt mal Ansprechpartner. Dort kann man dir bestimmt Adressen geben. Es gibt Traumatherapeuten. Und wenn eure Beziehung schwierig ist, dann solltet ihr euch auch Hilfe holen, evtl in einer Paarberatung. Oft sind Kinder nur der Anstoß , dass was verbessert werden muß. Ihr seid als Eltern gefordert , dem Kind Hilfe zukommen zu lassen. Was nun die Ursache ist steht zunächst im Hintergrund.
Gruß melike

Liebe Melike,
meinst Du wegen unserem Hausangestellten oder wegen der Knopfgeschichte?

Die Knopfgeschichte gibt es häufiger als man denkt. In den meisten Fällen geht es mit der Zeit weg. Meins Sohn kann aber sogar Poloshirt tragen, also so drastisch wie bei anderen ist es nicht. Ich will ihn jetzt langsam schritt für schritt mit Knöpfen konfrontieren, ihn aber nicht zwingen Hemden oder Cardigans mit dicken Knöpfen zu tragen.

Mit einem Kinderarzt habe ich ja bereits über den Hausangestellten gesprochen. Er meinte es wäre nicht bedenklich aufgrund des Alters.

Ich will ehrlich nicht wegschauen oder es selbst verdrängen, aber ich denke es ist nicht richtig etwas zum Thema zu machen für meinen Sohn, dass vielleicht nie statt gefunden hat. Ich finde es wichtiger, dass aus ihm ein selbstbewusster Junger Mann wird, der sich wehren kann und nein sagen kann und der seinen Eltern so sehr vertrauren kann, dass er uns alles erzählen kann. Wenn er wegen etwas in Therapie geht, was mit einer großen Wahrscheinlichkeit nie passiert ist, dann kommt er in so eine Opferhaltung.

Ich hoffe Ihr versteht was ich meine.

Wichtig ist für mich, dass ich sehe, dass mein Mann und ich zu jung oder zu unreif waren als wir unseren Sohn bekommen haben, irgendwie waren wir zu sehr mit uns beschäftigt und dass wir ab jetzt klar unserem Kind die oberste Priorität einräumen müssen. Ich fühle mich sogar erstaunlich gut jetzt und dankbar, dass ich diese Erkenntnis jetzt bekommen habe.

Gruss
Katrin

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12. Dezember 2011 um 13:49

Stimmt Arabella,
da hast Du natürlich Recht. Ich werde mich darum kümmern. Das ist jetzt das wichtigste, denn ein Leben ohne Knöpfe geht halt, aber würde schon anstrengend werden für meinen Kleinen. Das Leben ist ohnehin anstrengend genugt.

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