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..keine Kraft mehr, aufzustehen.

28. September 2009 um 16:56

Hallo zusammen,
bevor ich hier mal runterschreibe was zurzeit mein problem ist, stell ich mich erstmal vor, damit ihr wisst um wen es geht.

Ich bin 19 Jahre alt und besuche zurzeit die 12. Klasse an einem Berufskolleg. Ich hab seit 3 Monaten ein Freund, er ist 20 Jahre und macht die 13. an einem anderen Berufskolleg. Ich hab eine Schwester, sie ist 22. Meine Mum ist seit 4einhalb Jahren mit meinem Stiefvater verheiratet, mit dem ich mich sehr gut verstehe und ich ihn als mein Stiefvater akzeptiere und er steht bei allem auch voll hinter mir und hilft mir wo er kann. Ich bin froh dass wir ihn haben. Mein leiblicher Vater ist Alkoholiker und lebt ca. 40 Min von uns entfernt, das Verhältnis zu ihm ist gut. und ich liebe ihn trotz allem.

Mein Problem ist es im Moment, mich selbst wieder zu finden, meine Kraft zu finden. Ich weiß zurzeit selbst nicht was mit mir los ist. Und ich kann bald nicht mehr. ): Da ist eine Blockade in mir, irgendwas zieht mich runter und entzieht mir die Kraft und ich weiß einfach nicht was und bin mit meinem Latein am Ende! Ich kann nicht mehr!

Meine Eltern sind seit 15 Jahren geschieden. Und mein Vater seit ca.15 - 16 Jahren Alkoholiker. Die Beziehung zu ihm ist eig ganz gut, wir verstehen uns super und er ist für mich und meine Schwester da und war uns gegenüber noch nie gewalttätig oder ähnliches. Wir lieben unseren Vater. Jedoch ist das mit dem Alkohol nicht vergessen. Ich muss lernen dass das nicht mein Problem ist, sondern ein Problem von ihm ist und dass ich nicht dran schuld bin. Aber ich weiß noch nicht recht wie. Ich bin damit aufgewachsen und mir wurde auch während meiner Erziehung erklärt, was das mit dem Alkohol ist und dass mein Vater krank ist. Und damit bin ich großgeworden. Es gab viele Probleme in meiner Kindheit, meine Mum war und ist immer für uns Kinder da (meine Schwester ist 22) sie hat sehr viel durchgemacht als Alleinerziehende und ich hab das als Kind mitbekommen. Ich vermute dass ich das nicht verarbeitet habe was alles in meiner Kindheit passiert ist und ich das immer geschluckt habe. Trotz der Probleme hatte ich eine sehr schöne Kindheit, ich war immer ein fröhliches, aufgewecktes Kind und hatte immer Spaß und hab meist immer das Positive in einer Situation gesehen. Auch als Teenager war ich fröhlich und aufgeweckt und unternehmungsfreudig. Klar, ich wusste dass das mit meinem Vater mich irgendwie bedrückt, vorallem weil man merkt wie der Alkohol meinen Vater "kaputt" macht. Alkoholiker suchen auch Mitleid bei angehörigen, das ist ein typisches Verhalten, und das hat mein Vater bei mir auch gemacht. Wir telefonieren oft und schreiben Briefe und in den letzten Monaten wurd das mehr mit dem Berichten seiner Leiden. Ich habs verdrängt, ich liebe meinen Vater und ich wollte ihm nie böse sein, deshalb hab ich das immer "schön" geredet und habs halt ualles verdrängt. Ich hatte nie die Stärke zu sagen, wie weh das wirklich tut. Es tut sehr weh, vorallem wenn man andere Familien sieht die "perfekt" sind. Ich hab immer alles verdrängt und wollte nur das positive sehen. Mein Vater ist runde ein toller Mensch ist, aber im endeffekt ist er sehr sturr, er will sich nicht helfen lassen, er sagt zwar dass er krank ist, und weiß das, aber er will sich nicht helfen lassen. Er war schonmal damals 9 Monate in einer Psychatrie und hat einen Entzug versucht. Ist aber gescheitert und er fing an die Ärzte in der Klinik zu beleidigen, sie würden nicht wissen was sie da tun und würden ihn mit sinnlosen Medikamenten vollpumpen. Das habe ich nicht mitbekommen ich war noch klein und zu der zeit waren meine Eltern schon getrennt und wir wohenen etwas weiter entfernt von meinem Dad.
Wir waren ihn regelmäßig bei ihm zuhause besuchen und hatten auch immer Spaß. Doch je mehr das mit den Berichten seines Leidens mehr wurde, je weniger haben wir ihn besucht. Ich mein, wer sieht seinen Vater schon gerne leiden? Wem kommt da nicht die Angst, ihm könnte bald etwas passieren? Da macht man automatisch zu. Mein Problem ist da, ich kann damit im moment nicht umgehen. Ich habs nie gekonnt und hab immer alles runtergeschluckt und mir gesagt "so ist es, machste nichts!". Dadurch dass das nicht das einzige ist, was mich belastet, und der Schulische Druck im moment sehr hoch ist und sich in den letzten Jahren auch anderes angesammelt hat, was ich runtergeschluckt habe und nie verarbeitet habe, sprich Geldprobleme, Streiterein und einige "Kleinigkeiten", war letzte Woche ein Punkt, wo ich nicht mehr konnte. ich kam weinend aus der Schule, wollte alles abbrechen was ich angefangen habe wollte mich am liebsten für immer in meinem Zimmer einschließen. Aber so bin ich nicht! Das bin ich nicht! ich bin normaler weise jemand ich kämpfe, ich gehe gerne raus bin gerne unter leute und weiß auch, dass ich das mit der schule packen kann. Ich weiß dass ich das kann. Aber im moment hab ich, ich würds schon als Nervenzusammenbruch bezeichnen. Ich kann einfach nicht mehr, ich weine und kann nicht erklären warum. Ich finde mich selbst nicht wieder. Meine kraft ist einfach verloren, ich schaff es nicht zur schule zugehen. Ich hab Magenkrämpfe und starke Übelkeit, sobald irgendetwas aufbrausendes auftaucht. Sowohl Seelisch als auch Körperlich bin ich am ende, ich hab keine Kraft mehr. ich mache seid 12 jahren regelmäßig sport (Judo) mit sher viel spaß. aber jetzt wenn ich mal bisschen jogge, bekomme ich sofort seitenstische, ich war schon 3 Monate nicht mehr beim Training, zumindest nicht regelmäßig..ich wurd nach und nach immer schwächer und meine Kraft ging verloren und letzte woche war der Tiefpunkt erreicht. Ich konnte nicht mehr, dass war auch der Punkt wo ich mir selbst gesagt habe, dass ich hilfe Brauche. Diese Hilfe bekomme ich am Donnerstag um 15 Uhr. und ich bin etwas stolz auf mich, dass ich slebst die Kraft habe, zu sagen, dass ich hilfe brauche um einiges aufzuarbeiten und überhaupt genau herrauszufinden, was jetzt genau los ist, damit ich weiß woran ich arbeiten muss, damit ich auch die 12. Klasse erfolgreich beenden kann und ich einfach wieder ich sein kann. ich will meine verrückte, fröhliche Art wieder haben und einfach nur ICHsein!
meine Lehrer wissen bescheid, weil auch die schule im moment sehr darunter leidet, was mich dann auch wieder belastet.
Mein Freund weiß auch über alles bescheid, und er steht voll hinter mir. er hat mich weinend in den Armen genommen und gesagt wie sehr er mich liebt. Er ist immer für mich da, wenn ich ihn anrufe, kommt er sofort. Ich liebe ihn. und er ist ein Punkt der mir auf einer art viel kraft gibt. aber im moment ist es eher so, dass ich mich bei ihm verstecke, wenn ich am wochenende was mit ihm mache oder bei ihm bin, vergess ich alles andere und mir geht es gut...aber ich will dass es mir auch gut geht wenn er mal nicht da ist. ich will mich nicht verstecken, ich will mir da helfen lassen und dagegen was unternehmen, damit ich so schnell wie möglich aus diesem tief rauskomme. Es ist schlimm nicht sich selbst sein zu können, weil irgendetwas in dir dich daran hindert. ich fühl mich im moment so, als hätte ich ein Fass in mir, was rand voll ist und bei jeder kleinigkeit überschwappt. Das volle Fass zieht mich runter, drückt mir auf den Magen und entzieht mir die Kraft, nach neuen Gedanken zu greifen und zu verarbeiten. Ich will dass es Donnerstag ist und ich endlich die Hilfe bekomme die ich brauche. ):
Meine Menschen in meiner Umgebung, sprich mein Freund, meine Mum, meine Schwester, mein Stiefdad, meine Freunde, und selbst mein Dad stehen voll hinter mir und wollen nur das beste für mich und helfen mir so viel sie können. es tut mir leid dass ich im moment so ein sorgenfall bin und meine Familie sich dabei den Kopfzerbricht. Aber ich kann sagen, hätte ich diese Menschen nicht, hätte ich nicht die Kraft zu sagen, dass ich hilfe brauche und das schnell.
Naja, jetzt liegt nicht nur bei der sache mit meinem Vater das Problem, sondern auch in der Schule. Der Schuldruck belastet mich zusätzlich, ich weiß dass ich das schaffen kann, aber in meinem momentanen Zustand hab ich nicht die Kraft dazu. Ich hab ne Blockade in mir, ich schaff es teilweise nicht zur schule zugehen und ich weiß nicht warum. ich werde nicht gemobbt oder ähnliches.. Ich weiß einfach nicht was los ist und was ich dagegen unternehmen kann ): ich bin einfach nur noch fertig und am Boden. Jetzt kommt auch noch die Zeit der Klausuren. Am Donnerstag schreib ich eine und nächste Woche 3...Ich bin nicht mehr ich, irgendetwas blockiert mich! ):

hat vllt jemand ähnliche erfahrungen? und kann mir sagen obs wir vllt donnerstag nach dem gespräch besser geht? ich halt das nicht mehr lange aus ):

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28. September 2009 um 21:19

Kopf hoch!
Nun, ich hab insofern ähnliche Erfahrung, als dass ich weiss, wie es ist, wenn man zu vieles in sich hinein frisst.

Du bist auf jeden Fall schon auf dem richtigen Weg!

Ich bin auch ganz sicher, dass dir dein Termin am Donnerstag helfen wird! Du solltest aber auch keine Wunder erwarten, denn psychologische Probleme lassen sich nicht auf Knopfdruck lösen.

Ich wünsch dir viel Erfolg!

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