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Keine Höchstleistung mehr nach Burn-Out

Letzte Nachricht: 27. Mai um 14:39
23.05.21 um 23:42

Hallo zusammen,

ich hatte meinen ersten Burn-out Ende 2017, wahrscheinlich habe ich darauf hingearbeitet seit 2012.

Ende 2017 hatte ich Konzentrationsstörungen und Schlaftsörungen, diese gipfelten darin, dass ich nachts nur 1h schlafen konnte und das über mehrere Monate. Ich war in 2018 52 Wochen krankgeschrieben, habe Anfang 2018 meine Job aufgegeben.
Den Burn-out hatte ich nach 4 Monaten überstanden, jedoch hab eine schwere Depression entwickelt.

Nach Therapie und Medis hatte ich auch die schwere Depression bis Mitte 2019 überstanden. Wobei ich glaube, dass ich weiterhin eine Art "Grundrauschen-Depression" hab, eine Art egal-was-mir-geschieht Haltung.

Mit Start der Pandemie mussten wir ins Home Office wechseln, anfangs war es leicht für mich, jetzt seit 15 im Home Office geht es richtig an die Substanz.

Ich arbeite seit 2019 wieder, in einer deutlichen einfacheren Tätigkeit.

Jedoch kann ich keine Höchstleistung mehr bringen. Sowohl an der Arbeit oder bei privaten Tätigkeiten, bei denen Konzentration gefordert ist, habe ich das Gefühl nicht an "früheren" Leistungen anzuknüpfen.

Hat jemand Erfahrung mit wiederkehrenden Burn-out?

Hat jemand die Erfahrung gemacht, dass man nach einem Burn-out nie wieder Höchstleistung oder konzentriert und fokussiert arbeiten?

Sofern jemand professionell in dem Bereich arbeitet, bitte ich dies zu erwähnen.

CIL

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27.05.21 um 12:24

Hallo CIL,

du solltest nicht den Wunsch haben an Situationen und Anspruchshaltungen anzuknüpfen, die vor deinem Burn-out stattfanden. Burn-out soll dich veranlassen dein Leben zu überdenken und grundlegend zu ändern. Höchstleistungen haben dich in den Burn-out getrieben, eine berufliche, wie auch private Verausgabung von Ressourcen und Kapazitäten. 

Wenn du in den vergangen Jahren eine Dystymie entwickelt hast (permanentes Vorhandensein Grundrauschen) sind die Konzentrationsschwierigkeiten und auch die Schlafstörungen sehr wahrscheinlich darin zu suchen. Deine "ist-egal-was-mir-geschieht" Haltung ist ganz bestimmt nicht förderlich, weil darin viel Rückzugstendenzen liegen und eigentlich eine Vorstufe ist, die dich veranlasst sämtliche Aktivitäten weiter einzuschränken. 

Mit professioneller Begleitung könntest du einen gezielten Aufbau von Aktivitäten angehen. Das würde sich auf längere Sich positiv auswirken und nach und nach zu einer besseren Konzentration führen, denn alles, was du mit Freude tust weckt automatisch mehr Interesse und hilft bei der Fukussierung. Auch deine Haltung und die damit verbunden Gedanken könnte man nochmal angehen, dies würde dir helfen mit den Routineanforderungen des täglichen Lebens besser zurechtzukommen. 

LG Sis 

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27.05.21 um 14:39

eigentlich sollte man doch spätestens nach dem ersten Burnout lernen, dass "Höchstleistung" ein grottenschlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis hat... beruflich und privat noch mehr.

Wenn es Dir um andauernde Konzentrationsprobleme geht und "Höchstleistung" nur ein schlecht gewähltes Wort war: in dem Kontext und soweit ich das ohne Dich und Deine Situation zu kennen sagen kann: Dir fehlt der Ausgleich bzw. der Ausgleich passt bei Dir nicht. Also der "Akku wird nicht richtig voll". Während Deiner Therapie solltest Du gerlent haben, was Du da machen kannst und worauf Du achten musst - also nimm es als Alarmzeichen ernst und handle entsprechend.

 

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