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Keine Gefühle

13. Februar 2016 um 0:41

Zumindest Menschen gegenüber.

Hallo,
ich mache irgendwie langsam Sorgen. Ich, weiblich und bald 19 Jahre alt, habe irgendwie weder romantische Gefühle noch sonderlich starke freundschaftliche Gefühle.

Natürlich bin ich oft froh dass ich meine Freunde habe, aber wenn sie unglücklich sind, oder ihnen was Schlimmes passiert, empfinde ich irgendwie rein gar nichts. In so Momenten hätte ich lieber gar keine Freunde, weil ich immer überfordert bin, wenn jemand weint oder über Probleme berichtet. Ich versuche natürlich trotzdem immer zu helfen, und mache mir Gedanken, aber rein gefühlstechnisch rührt sich da gar nichts. Ich komme mir wirklich vor wie das Allerletzte.
Ich rede mit meinen Freunden auch nicht gerne über tief sitzende psychische Probleme bei mir- ich finde einfach das hat in unserer Freundschaft rein gar nichts zu suchen und geht niemanden was an, auch wenn sich das vielleicht seltsam anhört.

Von Liebe mal ganz zu schweigen. Ich hatte noch nie einen Freund, bin einem Junge noch nicht mal sonderlich nahe gekommen, ergo ungeküsste Jungfrau. Allerdings kann ich mir absolut nicht annähernd vorstellen mal mit einer Person zusammen zu sein, weder Junge noch Mädchen. Nicht auf romantischer Ebene, und nicht auf physischer. Ich finde den Gedanken an sexuellen Verkehr ekelhaft, kriege jedes mal Brechreiz wenn ich sehen muss wie sich jemand küsst, und finde es grausam einfach nur von Freunden oder Familie angefasst zu werden. Ugh, es gibt nichts Schlimmeres als eine bloße, warme Hand die plötzlich meine Schulter oder meinen Unterarm berührt.

Ich bin nicht der komplette Außenseiter. Ja, man würde mich als 'anders' einordnen weil ich mich sehr exzentrisch kleide, aber ich bin eigentlich kein Mensch der mit düsterer Aura in der Bibliothek sitzt und Bücher über Serienmörder liest.
Das Schlimme ist- ich empfinde ja durchaus Freude oder Traurigkeit. Allerdings nur wenn es um Bücher oder Filme geht. Eine Freundin von mir merkt bereits seit langem dass ich nicht gerade die 'Gefühlvolle' in der Freundschaft bin, und meinte mal: ''Manchmal versuche ich mich damit abzufinden, aber dann sehe ich wie du über irgendeine Lieblingsserie fangirlst, und denke mir: 'Oh, sie kann sich ja doch freuen.' Aber wenn wir dir was gutes tun wollen, kommt es nicht annähernd da ran.'
Was dazu führt, dass ich mich noch schlechter fühle.
Ich gehöre auch nicht zu der Sorte Person die soziale Events komplett meidet- Ja, ich war noch nie auf einer Party oder war betrunken, aber mit meinen Freundinnen gehe ich nen Kaffee trinken, was essen, oder Karaoke singen. Auch wenn ich nach außen hin immer lustig und nett bin, mache ich mir über jede Person manchmal fast schon berechnende Gedanken.

Psychisch gesehen bin ich zwar nicht gerade 'stabil', aber mit den Problemen die ich habe kann ich umgehen. Dass ist eh alles eher Essenstechnisch veranlagt, sprich Essstörungen verschiedenster Sorte die sich monatelang durchziehen, Selbsthass, SVV, blaaah blah... aber hat ja eigentlich nichts mit den oben genannten Sachen zu tun.

Anyways, ich fühle mich wie das reinste ...
In so vielen Momenten will ich Freude oder Trauer für meine Freunde oder Familie empfinden, aber ich kann nicht.

Geht es vielleicht irgendjemandem ähnlich, oder ist das Normal?
Würde mich wirklich über Antworten freuen, die mich etwas beruhigen...

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