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Keine Beziehung, keine Hoffnung, kein Lebenssinn

23. Oktober 2016 um 21:25 Letzte Antwort: 5. November 2016 um 21:38

Hallo zusammen,


ich heiße Alex, bin 26 und wohne in Dresden.
Leide seit langem an Depressionen, sozialer Phobie, Beziehungs- und Wahrnehmungsstörungen. Habe schon zwei ambulante und eine stationäre Therapie hinter mir, ohne großen Erfolg. Ich habe ein sehr gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl und empfinde mich als hässlich und unansehnlich, auch wenn andere dem widersprechen.
Ich wünsche mir so sehr eine Partnerin, hatte aber noch nie eine Beziehung. Sämtliche Versuche (zusammen mehr als 100), eine Frau kennen zu lernen, scheiterten in den vergangenen Jahren, sowohl real als auch mehrheitlich im Internet.
Mein sexuelles Bedürfnis versuche ich notgedrungen mit Bordellbesuchen zu befriedigen, was mich inzwischen auch finanziell stark belastet. Ich schaffe es kaum, Frauen anzuschauen, weil ich mich schäme oder als nicht gut genug empfinde. Deshalb komme ich jeden Tag deprimiert nach Hause. Inzwischen ertrage ich kaum noch den Anblick von glücklichen Pärchen.
Und selbst wenn ich eine Freundin finden sollte (was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann), so wird diese Beziehung nicht lange halten und früher oder später in die Brüche gehen, denke ich.
Ich glaube inzwischen, das ich beziehungsunfähig bin.


Unter diesen Umständen sehe ich keinen Lebenssinn. Hinzu kommen Todesängste vor dem Einschlafen, kaum positive Erlebnisse im Alltag und viele unerfüllte Bedürfnisse.
Ich spüre Tag für Tag den zunehmenden Drang, alles zu beenden und suche verzweifelt nach Argumenten, am Leben zu bleiben.
Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe auch niemanden, an den ich mich wenden kann, außer die Telefonseelsorge.
Ich erwarte nicht, dass mir hier geholfen wird. Ich wünsche mir ein wenig Trost und jemanden, der mich in den Arm nimmt und mir eine Perspektive aufzeigt, die ich selbst nicht im Stande bin, zu erkennen.
Freue mich über jede Nachricht.
Danke.   
 

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26. Oktober 2016 um 21:24

Ich habe bereits gefühlt mit über 1000 Frauen versucht, in Kontakt zu kommen, sowohl über Online-Portale als auch real. Mein Interesse wurde kaum erwidert.Die ständigen Enttäuschungen haben mich seelisch noch mehr runtergezogen. Ich habe schon so vieles ausprobiert und weiß einfach keinen Weg mehr... Ich fühle mich wie ein absoluter Versager 

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29. Oktober 2016 um 9:06
In Antwort auf harley_11938524

Hallo zusammen,


ich heiße Alex, bin 26 und wohne in Dresden.
Leide seit langem an Depressionen, sozialer Phobie, Beziehungs- und Wahrnehmungsstörungen. Habe schon zwei ambulante und eine stationäre Therapie hinter mir, ohne großen Erfolg. Ich habe ein sehr gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl und empfinde mich als hässlich und unansehnlich, auch wenn andere dem widersprechen.
Ich wünsche mir so sehr eine Partnerin, hatte aber noch nie eine Beziehung. Sämtliche Versuche (zusammen mehr als 100), eine Frau kennen zu lernen, scheiterten in den vergangenen Jahren, sowohl real als auch mehrheitlich im Internet.
Mein sexuelles Bedürfnis versuche ich notgedrungen mit Bordellbesuchen zu befriedigen, was mich inzwischen auch finanziell stark belastet. Ich schaffe es kaum, Frauen anzuschauen, weil ich mich schäme oder als nicht gut genug empfinde. Deshalb komme ich jeden Tag deprimiert nach Hause. Inzwischen ertrage ich kaum noch den Anblick von glücklichen Pärchen.
Und selbst wenn ich eine Freundin finden sollte (was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann), so wird diese Beziehung nicht lange halten und früher oder später in die Brüche gehen, denke ich.
Ich glaube inzwischen, das ich beziehungsunfähig bin.


Unter diesen Umständen sehe ich keinen Lebenssinn. Hinzu kommen Todesängste vor dem Einschlafen, kaum positive Erlebnisse im Alltag und viele unerfüllte Bedürfnisse.
Ich spüre Tag für Tag den zunehmenden Drang, alles zu beenden und suche verzweifelt nach Argumenten, am Leben zu bleiben.
Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe auch niemanden, an den ich mich wenden kann, außer die Telefonseelsorge.
Ich erwarte nicht, dass mir hier geholfen wird. Ich wünsche mir ein wenig Trost und jemanden, der mich in den Arm nimmt und mir eine Perspektive aufzeigt, die ich selbst nicht im Stande bin, zu erkennen.
Freue mich über jede Nachricht.
Danke.   
 

Hallo Alex,
zunächst einmal, Ich nehme Dich in den Arm und drücke Dich ganz fest. Ich weiß wie schwierig und verfahren die Situation für Dich ist und auch darüber, wie Du Dich nach den Therapien gefühlt haben mußt, als trotz Theraphie wieder alles so war, wie es immer war.
Und Sprüche wie: " Du mußt an Dir selber arbeiten", die helfen Dir auch nicht weiter, weil Du nur an Dir selber arbeiten kannst, wenn Du Lebensmut hast.
Ich habe eine Tochter, die sechs Jahre jünger ist als Du und die ähnliches wie Du erlebt hast und immer noch erlebt. Man lernt aber mit den Jahren, mit der Krankheit umzugehen und muss akzeptieren, dass diese nicht heilbar ist. Man weiss aber auch, dass nach ganz beschissenen tagen auch weniger beschissene Tage folgen. Und manchmal, da gibt es auch halbwegs gute Tage und ganz selten sehr gute Tage. Wenn Du einmal ganz unten bist, dann nimm das an und sage Dir, der nächste Tag wird wieder besser. Du schreibst:
"Mein sexuelles Bedürfnis versuche ich notgedrungen mit Bordellbesuchen zu befriedigen, was mich inzwischen auch finanziell stark belastet". Somit gehe ich davon aus, dass Du arbeiten gehst und dort auch Kontakte hast. Wie ist das so, kannst Du Dich mit Deinen Kollegen "normal" unterhalten, kennen die Deine Sorgen oder bist Du auf Arbeit nicht Du selbst ? Und noch etwas, eine ernsthafte Beziehung  aufzubauen, bedarf zu erst einmal Bekanntschaft, dann Freundschaft, dann Vertrauen und dann...wer weiß, was daraus wird.
Steht bei Dir aber der Sex bzw. deine sexuellen Bedürfnisseim Vordergrund, dann solltest Du Dir diesbezüglich ärtzliche Hilfe oder Beratung suchen. Stehen bei Dir das "in den Arm genommen werden" und die Zuwendung an erster Stelle, dann suche im Internet keine Partnerin sondern zunächst nur eine Freundin, die vielleicht auch Probleme hat und die genau so gerne wie Du, einfach erstmal nur reden möchte. Vielleicht wirst Du ja auch hier fündig.
Grüsse Angelika

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30. Oktober 2016 um 11:03

Hallo, man kann Dir nur wünschen, das Du nicht einmal psychisch krank wirst. Denn das die Psyche von Alex nicht gesund ist, das ist offensichtlich.
Und wie soll man sich denn Deiner Meinung nach " attraktiv" machen. Du denkst wohl eine schöne Verpackung über eine kranke Seele hilft weiter ?
Grüsse Angelika

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30. Oktober 2016 um 16:34
In Antwort auf tiamat_879401

Hallo, man kann Dir nur wünschen, das Du nicht einmal psychisch krank wirst. Denn das die Psyche von Alex nicht gesund ist, das ist offensichtlich.
Und wie soll man sich denn Deiner Meinung nach " attraktiv" machen. Du denkst wohl eine schöne Verpackung über eine kranke Seele hilft weiter ?
Grüsse Angelika

Du sagst gerade attraktiv sei nur aufs äußerliche beschränkt. Attraktiv ist eher der Mann, der mit sich selbst im reinen ist. Sich selbst lieben kann. Also nicht von wegen, schöne Verpackung um eine kranke Seele. Erstmal die Probleme lösen, selbstbewusster und selbstvertrauter werden, so wird man automatisch attraktiver

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30. Oktober 2016 um 23:12

Hallo,
ich danke allen für eure Antworten.
Ein besonderes Dankeschön an Anika für deine lieben, ermutigenden und verständnisvollen Worte. Vor allem aber für deine Umarmung, wenn auch nur in Gedanken.
Ja, es stimmt. Ich bin berufstätig. Aber außer meiner Therapeutin und meinem einzigen Freund, den ich kaum sehe, weiß niemand von meinen Ängsten und Nöten.
Vieles, was ihr schreibt, ist richtig. Es ist wohl nicht (allein) meine äußere Erscheinung, die mich unsympathisch macht, sondern meine gesamte deprimierte Ausstrahlung, weil ich mich selbst nicht mag. Ich bezweifle, dass Kraftsport mein seelisches Leiden an sich lindern kann, aber vielleicht könnte es tatsächlich mein Selbstwertgefühl ein wenig steigern.


Wie gesagt, bin ich wegen meiner Depression bereits seit Jahren in therapeutischer und ärztlicher Behandlung und nehme Medikamente. Ich habe mich auch schon etliche Male an die Telefonseelsorge gewandt, wenn mein Zustand sehr kritisch war. Auch dort habe ich einige Perspektiven erhalten, wie ich mit meinen Problemen umgehen kann. Nur leider schaffe ich es nicht, all das umzusetzen. Mir fehlt der Mut, die Geduld und die Ausdauer. Außerdem fühle ich mich allein sehr hilflos. Und die tägliche Angst, dass mich meine psychosomatischen Beschwerden bald zum Aufgeben zwingen, wenn ich sie nicht mehr ertrage, hemmt mich zusätzlich.


Mir ist bewusst, dass mein seelischer Zustand eher hinderlich für eine Beziehung ist. Aber jeden Tag all die vielen Pärchen zu sehen und dabei den starken Wunsch nach einer Partnerin zu spüren, der womöglich nie in Erfüllung geht, ist für mich kaum zu ertragen, . Genauso wie das Gefühl, nicht einmal beachtet zu werden.
Ich versuche täglich wirklich krampfhaft, etwas zu ändern. Aber ich habe das Gefühl, dass mir nichts gelingt und mir zudem die Zeit davon rennt...
 

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31. Oktober 2016 um 7:58
In Antwort auf harley_11938524

Hallo,
ich danke allen für eure Antworten.
Ein besonderes Dankeschön an Anika für deine lieben, ermutigenden und verständnisvollen Worte. Vor allem aber für deine Umarmung, wenn auch nur in Gedanken.
Ja, es stimmt. Ich bin berufstätig. Aber außer meiner Therapeutin und meinem einzigen Freund, den ich kaum sehe, weiß niemand von meinen Ängsten und Nöten.
Vieles, was ihr schreibt, ist richtig. Es ist wohl nicht (allein) meine äußere Erscheinung, die mich unsympathisch macht, sondern meine gesamte deprimierte Ausstrahlung, weil ich mich selbst nicht mag. Ich bezweifle, dass Kraftsport mein seelisches Leiden an sich lindern kann, aber vielleicht könnte es tatsächlich mein Selbstwertgefühl ein wenig steigern.


Wie gesagt, bin ich wegen meiner Depression bereits seit Jahren in therapeutischer und ärztlicher Behandlung und nehme Medikamente. Ich habe mich auch schon etliche Male an die Telefonseelsorge gewandt, wenn mein Zustand sehr kritisch war. Auch dort habe ich einige Perspektiven erhalten, wie ich mit meinen Problemen umgehen kann. Nur leider schaffe ich es nicht, all das umzusetzen. Mir fehlt der Mut, die Geduld und die Ausdauer. Außerdem fühle ich mich allein sehr hilflos. Und die tägliche Angst, dass mich meine psychosomatischen Beschwerden bald zum Aufgeben zwingen, wenn ich sie nicht mehr ertrage, hemmt mich zusätzlich.


Mir ist bewusst, dass mein seelischer Zustand eher hinderlich für eine Beziehung ist. Aber jeden Tag all die vielen Pärchen zu sehen und dabei den starken Wunsch nach einer Partnerin zu spüren, der womöglich nie in Erfüllung geht, ist für mich kaum zu ertragen, . Genauso wie das Gefühl, nicht einmal beachtet zu werden.
Ich versuche täglich wirklich krampfhaft, etwas zu ändern. Aber ich habe das Gefühl, dass mir nichts gelingt und mir zudem die Zeit davon rennt...
 

Hallo Alex,
Du schreibst, dass  außer Deiner Therapeutin und Deinem einzigen Freund, den Du kaum siehst, Keiner von Deinen Ängsten und Nöten weiß und Du täglich krampfhaft versuchst etwas zu ändern. Und Du schreibst, dass Dir nichts gelingt und Dir zudem die Zeit davon rennt und das Du die Situation kaum ertragen kannst. Hey, dann werden wir ab sofort zusammen versuchen, Dich aus dem " Loch" zu holen, wenn Du willst. Schreib Dir Alles von der Seele, frage was Du möchtest, sei verzweifelt- alles ist möglich. Du bist noch so jung und wir kriegen das schon hin. Du schreibst, Du bist in Behandlung bei Deiner Therapeutin, das ist auch gut so. Ich nehme an, Du gehst da 1x pro Woche hin und führst ein 45 minütiges Gespräch. Dann geht es Dir kurz besser und danach ist alles so wie es vorher war. Und wenn es dann so ist und Dir es besonders schlecht geht, dann melde Dich. Dann könnenn wir zusammen verzweifelt sein und wenn es so sein soll, auch zum Tausendsten Mal über die gleichen Dinge reden, denn glaube mir, Nichts hilft besser als mit Jemanden zu sprechen, der selbst die schlimmsten Situationen durchgemacht hat und noch durchmacht. Auf jeden Fall aber biete ich Dir meine Hilfe an, Du brauchst sie nur noch annehmen. Ich drücke Dich ganz fest, wünsche Dir einen guten Arbeitstag und bis bald. P.S. Nicht Anika, sondern Angelika


 

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31. Oktober 2016 um 18:21

Vielen lieben Dank für dein Hilfsangebot, Angelika. Du hast recht mit deiner Vermutung. Das Therapiegespräch erleichtert mein seelisches Leid - wenn überhaupt - nur kurz. Es tut gut, meine Sorgen hier von der Seele schreiben zu können und Verständnis und Rat zu erhalten. Aber auch das ändert nichts an meiner Situation. Heute habe ich eine furchtbare und anstrengende Nacht hinter mir. Es fällt mir immer schwerer, mich von meinen Wahrnehmungsstörungen beim Einschlafen abzulenken und auf andere Gedanken zu kommen. Ich habe das Gefühl, allmählich die Nerven zu verlieren. Ich sehe leider absolut keinen Ausweg aus meinem Elend.
Ich entschuldige mich für mein Jammern. Aber das ist das einzige, was ich noch kann.    

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1. November 2016 um 7:37
In Antwort auf harley_11938524

Vielen lieben Dank für dein Hilfsangebot, Angelika. Du hast recht mit deiner Vermutung. Das Therapiegespräch erleichtert mein seelisches Leid - wenn überhaupt - nur kurz. Es tut gut, meine Sorgen hier von der Seele schreiben zu können und Verständnis und Rat zu erhalten. Aber auch das ändert nichts an meiner Situation. Heute habe ich eine furchtbare und anstrengende Nacht hinter mir. Es fällt mir immer schwerer, mich von meinen Wahrnehmungsstörungen beim Einschlafen abzulenken und auf andere Gedanken zu kommen. Ich habe das Gefühl, allmählich die Nerven zu verlieren. Ich sehe leider absolut keinen Ausweg aus meinem Elend.
Ich entschuldige mich für mein Jammern. Aber das ist das einzige, was ich noch kann.    

Guten Morgen Alex,
das ist o.k. mit dem Jammern, das gehört dazu und es ist gut, dass Du darüber schreiben kannst. Heute geht es Dir viellleicht besser und Du bist vielleicht nicht ganz so weit unten wie gestern abend. Dann gehe mal ins Netz und suche Dir in deiner Umgebung eine  Klinik ( Psychatrie/ Psychosomatik), die Dich stationär aufnimmt. Und hey, keine Angst vor dem Wort Psychatrie. Nach einem stationären Aufenthalt, kommt dann vielleicht eine Tagesklinik für Dich in Frage- aber das ist erst mal nicht so wichtig. Eine Überweisung dorthin gibt Dir Deine Hausärztin. Und nun, ganz wichtig: Ich empfehle Dir das Nicht, weil ich denke, dass Dir die Therapeuten kurzfristig helfen können. In der Regel hat man bei einem Aufenthalt nur alle paar Tage ein Gespräch, ansonsten Gruppentheraphie, Malen, Sport, etc. Das hilft Dir nur wenig weiter. Was aber Deine große Chance ist, während der Theraphie auf Gleichgesinnte zu treffen, neue Freunde zu finden, die auch nach dem Aufenthalt für Dich da sind und für die Du auch da sein kannst. Als meine Tochter vor 3 Jahren in die Klinik kam, waren die ersten Tage ganz schrecklich. Sie war 17 und für sie war das Leben zu Ende. Auch konnten ihr die Ärzte überhaupt nicht helfen. Nach einigen Tagen aber hat sie gemerkt, dass es den Anderen genauso beschissen geht und sie begann zu reden. Nach 2 Wochen kamen Neue in die Klinik und auf einmal war meine Tochter in der Lage, den Neuen zu helfen und Ihnen Mut zu geben. Als der Klinikaufenthalt beendet war, kam dann noch eine Tagesklinik. Sie wurde nicht geheilt, hat immer noch sehr schlechte Tage, an denen sie sich häßlich und minderwertig fühlt. Aber was sich geändert hat, sie hat in der Klinik echte Freunde gefunden, die noch heute für sie da sind und für die meine Tochter da sein kann und mit denen sie auch mal um die "Ecke" ziehen kann. " Gemeinsam, statt einsam"- der erste Schritt raus aus der Isolation.
Versuche es, suche im Internet die Klinik oder sprich gleich mit Deiner Ärztin. Sie überweist Dich dann. Du kannst in etwa mit 8- 12 Wochen Aufenthalt rechen, in der Zeit bist Du krank geschrieben und nachdem was Du so schreibst, würdest Du auch eine Notaufnahme bekommen. Habe keine Angst davor, auch wenn Du schon in Kliniken warst, jeder Aufenthalt ist eine neue Chance neue Freunde zu treffen bzw. Menschen, die genauso fühlen wie Du, mit denen Du Dich austauschen kannst- und darauf kommt es an !!!!
Liebe Grüsse
Angelika

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5. November 2016 um 21:38

Hallo Angelika,
entschuldige bitte meine späte Reaktion. Vielen Dank für deine ermunternden Zeilen. Ich wünschte, es ginge mir besser, aber das tut es nicht. Deine Empfehlung, eine stationäre Therapie zu machen, ist leider keine Option für mich, da ich bereits eine erfolglose teilstationäre Behandlung in einer tagesklinik hinter mir habe, obwohl das eine sehr gute Einrichtung gewesen ist.
Inzwischen ist es so, dass mir alles gleichgültig ist. Auch meine Bemühungen, mit Menschen in Kontakt zu kommen, scheitern weiterhin. Vor allem aber belasten mich meine Wahrnehmungsstörungen zunehmend. Ich quäle mich von Tag zu Tag in den Schlaf. Ich habe nicht die Nerven und die Geduld, das immer wieder auf's Neue durchzustehen. Und meine Hoffnung, dass sie wieder verschwinden, ist inzwischen auch weg. Selbst wenn, würde es sicher Jahre oder Jahrzehnte dauern. Und so lange halte ich nicht durch.


Ich habe deshalb beschlossen, meine jetzige Therapie abzubrechen. Sie bringt mir einfach nichts. Alle wichtigen Erkenntnisse über meine Depression und wie ich mir helfen kann, habe ich, auch dank deiner/eurer Hilfe. Ich werde jetzt einfach schauen, wie lange ich diesen Zustand noch ertrage und hoffen, dass sich meine derzeitigen Bemühungen, etwas in meinem Leben zum positiven zu wenden, bald auszahlen. Ansonsten war's das. Ich muss mich damit allmählich abfinden. Es geht nicht mehr nur um fehlenden Lebensmut und keine Hoffnung auf Besserung meiner Krise, sondern darum, dass ich an meiner Belastungsgrenze angekommen bin, was die psychosomatischen Beschwerden angeht.


Ich danke an dieser Stelle nochmals allen für Ihre Beiträge und Ratschläge, insbesondere Angelika für deine verständnisvollen und wertschätzenden Worte - und wünsche euch alles Gute. 
 

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