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Kein spürbares Vorankommen in der Psychoanalyse

9. Juli 2009 um 16:23 Letzte Antwort: 11. Oktober 2009 um 2:06

Hallo und guten Tag,

ich befinde mich seit 2 Jahren in psychotherapeutischer Behandlung, nach etwas über einem Jahr Psychotherapie nun seit Beginn 2009 in Psychoanalyse. Ich verspüre jedoch keinerlei "Erfolg" und "Vorankommen", insgesamt und über den gesamten Zeitraum verteilt.

Für mein Empfinden und im Hinblick darauf, was ich im Vorfeld für Vorstellungen und Erwartungen hatte, stellt es sich so dar, dass ich die allermeiste Zeit rede und meine Therapeutin sich insgesamt sehr zurückhält und nur wenige Worte und Sätze zum besten gibt. Und die wenigen Worte und Sätze sind dann auch keine konkreten Tipps und Hinweise, die mir weiterhelfen (gewissermaßen Handwerkszeug, mit dem ich im normalen Leben arbeiten kann), sondern vielmehr Deutungen, Formulierungen, Spekulationen, Bewertungen.

Möglicherweise habe ich den Sinn einer Psychotherapie/Psychoanalyse nicht begriffen oder völlig falsche Erwartungen. Ich empfinde es jedoch so, dass ich alles selber machen muss, mir alles selber ableiten soll und dann noch nicht mal eine Rückmeldung bekomme, wie z.B. "...das sehen sie richtig, das würde ich auch machen, da sind sie auf dem richtigen Weg").

Auch gibt es zu Beginn einer neuen Sitzung keinen Einstieg seitens der Therapeutin ("beim letzten Mal haben wir ja da und da aufgehört"), sondern es muss alles von mir kommen. Neulich habe ich mal spaßeshalber einfach nichts gesagt, nachdem ich mich auf die Couch gelegt habe und es gab tatsächlich 20 Minuten Stille.

Ich fühle mich in der Behandlung alleine, muss alles alleine erarbeiten und empfinde das Ganze nicht als wirklich Hilfe. Allerdings kenne ich auch Menschen die sagen, es wäre schon der falsche Ansatz, "Handwerkszeug" zu erwarten.

Nur, wie komme ich dann voran?

Besten Dank und viele Grüße
YNurse

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11. Juli 2009 um 18:20

Analyse
Hallo Du
Grundsätzlich läuft eine Analyse so ab, wie von Dir beschrieben.Fer Analytiker ist angehalten sich betont zurückzuhalten, keine Bewertung oder so.
Du fragst, wie Du da vorankommst? Nun im Laufe der Zeit, werden Dir bestimmte Dinge bewußt.Du kannst Sie Dir dann anschauen und in der Bewußtheit bearbeiten bzw.verändern. Das ist dann der Lohn für Deine Arbeit. Hier ist Geduld angesagt. Eine Analyse ist das zeitaufwendigste Verfahren,was es gibt.
Das was Du als "Handwerkszeug" bezeichnest gibt es in vielen anderen Verfahren, ebenso den dialogischen Austausch, Diese werden aber, bis auf eine Ausnahme nicht von ger gesetzl.KK.bezahlt.Schau Sich doch mal bei www.Gabriela-von-Valentin.com um,da wird eine Menge angeboten.Dir alles Liebe

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18. August 2009 um 21:10

Vielleicht andere Therapie?
Liebe YNurse, dem was die anderen schreiben kann ich mich nur anschließen, genau so funktioniert eine Analyse. Aber eine Analyse ist nicht für alle Störungsbilder geeignet und nicht für jeden. Je nachdem wegen welchen Problemen Du in psychotherapeutischer Betreuung bist, gibt es vielleicht eine andere Therapieform, welche für Dich befriedigender ist: Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie oder anderes. Spreche doch mit Deinem Hausarzt darüber oder wende Dich an eine psychologische Ambulanz (oft an Unikliniken angehangen oder an Psychologische Institute), dort kannst Du dein Problem schildern und nach der passenden Therapieform fragen. Die Analyse kann eine tolle Sache sein, aber wenn Du vorankommen willst (und Du hast das Recht das zu wollen!) kann es sein, dass es die falsche Richtung ist. Alles Gute, nimm das selber in die Hand und suche was, was Dir Besserung bringt. Viele Grüße.

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11. Oktober 2009 um 2:06

Kein spürbares Vorankommen in der Psychoanalyse
pn unterwegs

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