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Kann ich meinem Mann verbieten, Kontakt zu seiner Freundin zu haben?

12. März 2012 um 11:09

Hallo, ich bräuchte mal einen guten Rat! Ich bin 44 und seit fast 26 Jahren mit meinem Mann zusammen, fast 21 Jahre verheiratet. Wir haben zwei Jungs, 19 und 14. Unsere Beziehung ist gut, wir unterliegen natürlich auch dem Alltagstrott, aber machen auch einiges zusammen, unterhalten uns, haben tollen Sex.

Nun hat mein Mann Ende November '11 eine Frau, die er bis dahin beruflich kannte, näher kennen gelernt. Sie ist 34, verheiratet, seit 17 Jahren mit ihrem Mann zusammen, zwei kleine Kinder, 2 und 4 Jahre alt. Schon nach kurzer Zeit wurde diese Freundschaft sehr intensiv. Ich habe gleich eine Veränderung an ihm festgestellt, er schrieb dauernd emails, fing an sms zu schreiben, bewachte sein Handy. Er hat mir relativ schnell von ihr erzählt. Sie sei seine Seelenverwandte, mit ihr könne er Dinge teilen, die er bisher noch keinem Menschen sagen konnte. Es sei wie eine Therapie auf Augenhöhe. Er liebe sie und sie auch ihn. Baff! Da saß ich erst mal. Ich habe das Ganze zunächst hingenommen, dass er sie liebt habe ich soweit es ging verdrängt.

Ich wurde dann doch recht misstrauisch und eifersüchtig, was ich noch nie war und muss gestehen, dass ich anfing, seine emails zu lesen (das PW kannte ich, da ich ihm den account eingerichtet hatte). Es wurde in den mails klar, dass es im Januar wohl zu Zärtlichkeiten kam. Sie haben sich geküsst und waren kurz davor, es zu mehr kommen zu lassen, was dann aber nicht passiert ist. Aber es war auch klar, dass er mir zwar einiges erzählt, aber mehr verheimlicht hat. Er hat mich belogen. Mir in die Augen gesehen und versichert, er habe sie nicht gesehen, obwohl ich durch die mails wusste, dass dem so war.

Kurz vor Valentin habe ich es nicht mehr ausgehalten und ihm gesagt, dass ich alles wüsste, da ich die emails gelesen hatte. Er war völlig am Boden zerstört, versicherte mir, dass er mich liebe, mich nicht verlieren wolle usw. Er versprach mir, dass sie selbst schon erkannt hätten, dass sie ihre Partner nicht verlieren möchten, dass sie sich aber auch nicht aufgeben wollten und die Freundschaft wieder in "normale" Bahnen lenken würden. Normal sind die Bahnen dennoch nicht. Sie mailen sich fast täglich, mehrere sms pro Tag. Aus den mails (dich ich weiterhin lese, obwohl wir vereinbart haben, dass ich es nicht mehr mache) weiß ich von vielen Telefonaten, und email-Verkehr vom Büro aus, auch von mind. 2 Treffen von denen er mir nichts gesagt hat.

Vor ein paar Tagen hatten die beiden zusammen mit einer weiteren Frau einen offiziellen Termin am Abend und sind anschließend etwas essen gegangen. Soweit wusste ich es auch. Dass mein Mann allerdings erst um 4 Uhr nach Hause kommen würde nicht. Ich war natürlich wütend, zum einen, weil er es nicht einmal für nötig gefunden hat, mich mal zwischendrin anzurufen, über seine Rücksichtslosigkeit und weil mir klar war, dass sie sich an diesem Abend auch alleine gesehen hatten und habe ihn vor die Wahl gestellt: ich oder sie.

In einem guten Gespräch am nächsten Tag habe ich ihm meine Gründe geschildert, dass er mich sehr verletzt habe und es auch weiter tue, dass er rücksichtslos sei, dass ich nur so gut funktioniere könne, da ich seit Anf. Feb. ein Antidepressivum einnehme, dass ich nicht mehr könne, ich Angst hätte, dass es doch irgendwann mehr wird. Ich möchte, dass er jeglichen privaten Kontakt zu ihr abbricht, zumindest für genauso lange, wie der intensive Kontakt besteht, also mind. 2 Monate. Er meinte, er könne das nicht akzeptieren, denn er lasse sich von mir nichts verbieten ("und wenn ich dich darum bitte?" war meine Frage darauf) und hat dann versucht mir zu erklären, was sie füreinander bedeuten, dass sie sich wichtig sind, dass es eine reine Freundschaft sei, dass ihre Partner wichtig seien, dass sie ihn beflügeln würde, dass sie ihn sowohl privat, berufl. als auch in unserer Ehe (!) motivieren würde...
Wir sind zu keiner Entscheidung gekommen, wollen beide in den nächsten Tagen nochmal miteinander reden.

Natürlich denke ich an fast nichts anderes mehr. Zweifel kommen auf. Darf und kann ich ihm den Kontakt verbieten? Treibe ich ihn wieder in die Heimlichkeit, dahin, mich zu verlassen? Über Euren Rat würde ich mich freuen. Babs

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14. März 2012 um 10:56

Ganz schwierige Situation
Immerhin seid ihr sehr früh zusammen gekommen und seid auch schon sehr lange zusammen.

Da gibt es sicherlich viel, für das man kämpfen kann und sollte. Wäre ja schade, dass Handtuch zu früh hinzuschmeißen, wenn es sich nur als eine "dumme Phase" entpuppen würde.

Doch genau das ist das Problem. Du weißt nicht was es bei deinem Mann ist. Vielleicht möchte er wie viele andere Männer auch sein kleines Abenteuer haben, seine kleinen Geheimnisse, weil er mehr Ehemann und Vater ist, als ein Mann, sexuell attraktiver Mann

Das gibt ihm die Frau sicher und natürlich sehr viel Verständnis. Schließlich kennt sie ja nur seine Sicht der Dinge.

Den Kontakt kann man nicht wirklich verbieten, da er ihn heimlich fortsetzen kann. Schließlich kann er sich jederzeit eine neue email-Adresse zulegen oder Chatprogramme, von denen du nichts weißt, insbesondere bei Smartphones.

Er hat jedoch Angst dich zu verlieren, möchte dich, die andere, alles.

Sag deinem Mann doch, dass du die Frau mal kennenlernen möchtest - alleine. Dann kannst du ihr alle Fragen stellen und deine Sicht der Dinge schildern.

Andere Möglichkeit, die aber nach hinten losgehen kann. Entziehe dich ihm, style dich vielleicht etwas mehr oder kaufe andere Kleidung. Zeige ihm, dass ander Männer ruhig mitkriegen sollen, dass du evtl. bald wieder auf dem Markt bist.

Das mit dem Kennenlernen finde ich jedoch besser, wenn du sie noch nie vorher getroffen hast. Anschauen, beschnuppern...vielleicht hat sie ja gar keinen Mann?

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft und Durchhaltevermögen. Es ist sehr gemein und egoistisch von ihm, was er gerade abzieht und den Bodenkontakt verloren hat. Hat er vielleicht schon die Midlife-Crisis?

Als letzte Möglichkeit bliebe dann nur, ihn erstmal zu bitten bei einem Freund unterzukommen, damit du zur Ruhe kommen kannst und er einen Vorgeschmack darauf, was ihn erwartet, wenn er so weitermacht wie bisher.

Für mich wäre es kein Dauerzustand und auch bei denen wird es sich bald ausgesimst haben. Irgendwann verschieben sich die Fronten und einer will vielleicht mehr als der andere oder beide wollen es probieren

Also: Triff dich alleine mit ihr, schreibe ihm einen Brief, in dem du nochmal deine Gefühle und Verletztheit erklärst und auch die Gefährdung eurer Beziehung.
Momentan nutzt er deine Angst vor einem Aus etwas aus und versucht Zeit zu gewinnen.
Diese Zeit wird aber nur an dir nagen....

Aber das ist nur meine Sicht

Alles Gute

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14. März 2012 um 19:49

...die Situation kenne ich und bereitete mir mehr als Bauchschmerzen
Zunächst einmal kenne ich das Ganze auch, wir sind mehr als 21 Jahre zusammen und fast 19 verheiratet....ich würde mich gerne mal mit Dir unterhalten...wenn Du möchtest, kann ich Dir dazu einige Tipps geben. Da das ganze jedoch den Rahmen sprengt schicke ich Dir per PN meine Tel.-Nr. !! Das ist zwar nicht üblich bei mir,daß ich meine Nr. so rausgebe, aber ich kann da ziemlich gut mitreden!!

LG sechstersinn

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15. März 2012 um 20:11

Gebessert
Hallo meine Lieben! Erstmal möchte ich mich bei Euch bedanken, Ihr habt mir neue Impulse gegeben, zum einen tw. meine Meinung bestätigt, zum anderen gezeigt, was ich nicht machen könnte/würde.

Mein Mann und ich hatten gestern ein Gespräch und er versprach mir, dass er den privaten Kontakt abgebrochen habe. Es würde sowohl ihr als auch ihm schwer fallen, aber sie aktzeptieren es beide, denn sie wollen beide ihre Partner und Familien nicht verlieren. Er erklärte mir, er liebe mich und wolle mich nicht verlieren - und ja, er habe sich in den vergangenen Wochen oft die Frage gestellt, ob er mich wirklich liebe oder ich nur ein bekanntes, wohliges Element mit einer langen gemeinsamen Vergangenheit sei - ich sei diejenige mit der er sich eine Zukunft vorstellen, mit der er alt werden könne.

Ob ich es ihm glaube? Ich möchte es. Aber er hat dieses tiefe Misstrauen, dieses Nicht-Glauben-Können in mir gesät und das verschwindet nicht so einfach. Das ist ihm auch klar und er hofft, dass es mit der Zeit wieder wachsen kann. Ich liebe ihn und möchte ihn wirklich nicht verlieren, aber ich habe ihm auch klar gemacht, dass er mich verlieren würde, würde er diese "Freundschaft" weiterführen.

Vielleicht hat ihn das doch zum Nachdenken gebracht. Denn bis jetzt war es doch sehr bequem für ihn: er hatte zu Hause mich und die Jungs, das Gewohnte aber auch geliebte, das Sichere - und bei ihr hatte er das Kribbeln im Bauch, das "Abenteuer", das Verbotene. Ich drohte ihm das eine wegzunehmen, und er kommt zum Nachdenken. Simpel? Naiv? Möglicherweise! Aber auch: Hoffnung! Denn ich hoffe nach wie vor, dass ich diese Ehe retten kann. Wenn auch mit Wunden die sicherlich Narben hinterlassen werden. Ich werde weiter berichten. Aber Euch nochmal vielen Dank! Ihr habt mir sehr geholfen!!

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20. März 2012 um 13:36
In Antwort auf zvonko_11954560

Gebessert
Hallo meine Lieben! Erstmal möchte ich mich bei Euch bedanken, Ihr habt mir neue Impulse gegeben, zum einen tw. meine Meinung bestätigt, zum anderen gezeigt, was ich nicht machen könnte/würde.

Mein Mann und ich hatten gestern ein Gespräch und er versprach mir, dass er den privaten Kontakt abgebrochen habe. Es würde sowohl ihr als auch ihm schwer fallen, aber sie aktzeptieren es beide, denn sie wollen beide ihre Partner und Familien nicht verlieren. Er erklärte mir, er liebe mich und wolle mich nicht verlieren - und ja, er habe sich in den vergangenen Wochen oft die Frage gestellt, ob er mich wirklich liebe oder ich nur ein bekanntes, wohliges Element mit einer langen gemeinsamen Vergangenheit sei - ich sei diejenige mit der er sich eine Zukunft vorstellen, mit der er alt werden könne.

Ob ich es ihm glaube? Ich möchte es. Aber er hat dieses tiefe Misstrauen, dieses Nicht-Glauben-Können in mir gesät und das verschwindet nicht so einfach. Das ist ihm auch klar und er hofft, dass es mit der Zeit wieder wachsen kann. Ich liebe ihn und möchte ihn wirklich nicht verlieren, aber ich habe ihm auch klar gemacht, dass er mich verlieren würde, würde er diese "Freundschaft" weiterführen.

Vielleicht hat ihn das doch zum Nachdenken gebracht. Denn bis jetzt war es doch sehr bequem für ihn: er hatte zu Hause mich und die Jungs, das Gewohnte aber auch geliebte, das Sichere - und bei ihr hatte er das Kribbeln im Bauch, das "Abenteuer", das Verbotene. Ich drohte ihm das eine wegzunehmen, und er kommt zum Nachdenken. Simpel? Naiv? Möglicherweise! Aber auch: Hoffnung! Denn ich hoffe nach wie vor, dass ich diese Ehe retten kann. Wenn auch mit Wunden die sicherlich Narben hinterlassen werden. Ich werde weiter berichten. Aber Euch nochmal vielen Dank! Ihr habt mir sehr geholfen!!

Wie schön
Ich wünsche euch alles Gute und hoffe für euch, dass sich das Thema erledigt hat.

Mit dem Vertrauen hätte ich da auch mein Problem, aber es bleibt dir nicht viel anderes übrig und es lebt sich nun mal auch besser mit. Immerhin hast du dich ja für ihn entschieden

Sehr schön finde ich, dass ihr nochmal darüber reden konntet und er dich anscheinend auch ernst genommen hat. Das ist die beste Basis für eine gute Beziehung.

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