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Jugendtrauma

20. Januar um 22:03

hey ihr, 
Mir liegt eine Geschichte auf dem Herzen, die ich eigentlich verdrängt habe, aber in den letzten Tagen wieder hochkommt, weil ich über meine Schulzeit mit Freunden geredet habe. 
In meiner Geschichte geht es um Missbrauch, welcher oft wie auch in meinem Fall todgeschwiegen wurde.
Ich war mit bevor ich 15 wurde immer eher ein zurückhaltendes, schüchternes braves Mädchen. Das hat sich innerhalb eines Jahres komplett gewandelt ich war völlig außer mir unglaublich unglücklich und einsam. Ich feierte viel trank Alkohol und kam in ein schlechtes Umfeld mit Drogen, das älter war als ich. 
Ich verheimlichte viel meinen Eltern. Auch als ich von einem 26 Jährigen Mann nach hause fuhr. Ich wollte von ihm Ecstasy bekommen. 
Erst waren wir in der Wohnung von Freunden von ihm. Er meinte wir müssten zu ihm, da wären die Pillen. Bei ihm schlug er mir vor eine zu probieren als Geschenk. Ich war ein dummer, naiver, selbstzerstörerischer Teenager. Ich dachte ich würde danach eh sofort abhauen. Ich probierte. Die Dosis setzte ein. Er fing an mich anzufassen. Ich wollte das nicht. Aber körperlich habe ich mich nicht gewehrt. Ich weiß noch wie ich dachte: was solls, ich warte bis er fertig ist. Dieser Mann hatte mit mir sex, während ich alles über mich ergehen ließ. was genau ich gesagt habe weiss ich nicht mehr.. ob ich direkt das Wort nein gesagt habe. Was auch nichts zur Sache tut. Dieser Mann hat einer Minderjährigen Drogen gegeben um sie danach vorsätzlich zu missbrauchen oder zum sex zu nötigen. 
Ich weiss das er mich danach im Auto mit seinen kumpels in die Stadt gefahren hat. Er wollte feiern. Ich war inzwischen total high. Mein Gedanke war als wir da waren und er sich mit wem unterhielt.. jetzt renn. Ich sprintete in die nächste Bar in die Menge.
Völlig zugedröhnt. Die Dosis war stark. Ab diesem Moment ging ein komischer Film ab in meinem 
Kopf. Ich wollte alles vergessen und die Situation überschreiben.
Zwei Männer sind auf mich aufmerksam geworden. Ein einsames, völlig dichtes Mädchen. Sie fingen an zu flyrten. Ich wollte nur vergessen und war auf Ecstasy. Kuschelte mich an sie. Sie tuschelten. Einer sagte hey willst du mit uns mit? 
ich bejate - Log sie an  ich sei 18. Beide Männer waren um die 23. 

Diese beiden Männer schliefen einvernämlich mit mir. 
Als der einer mich mit dem Auto in die Stadt zurück fuhr erzählte er, dass sie beide nüchtern gewesen waren.

Ich bin 22. Lebe ein normales Leben. Gehe kaum feiern, studiere und frage mich wer dieses arme kleine Mädchen war, der sowas passiert ist. Ich schäme mich über meine Promiskuivität. 
Wie soll man mit so einer Geschichte nur umgehen. Ich habe bis vor einem Jahr niemandem davon erzählt, dann aber eine Therapie angefangen. 
In unserer Gesellschaft spricht man über solche Themen nicht. Für mich ist die Täter-Opfer Rolle auch gar nicht so klar. 
Wie würdet ihr mit so einer Geschichte umgehen? Geht das überhaupt? 
Ich fühle mich nicht als wäre ich die Person, der das passiert ist. 

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21. Januar um 8:24


Neugierde ist nicht immer sinnvoll, die eigene Verantwortung für sich selbst abzulegen und sich treiben lassen noch viel weniger... Ich finde, dass du weniger schüchtern und einsam warst als viel mehr labil und verzweifelt. Schüchterne und einsame Menschen gehen nicht mit Fremden mit, schüchterne und einsame Menschen haben natürliche Ängste, welche ihnen als Schutzmechanismus dienen. Du warst labil und verzweifelt. Das würde ich hinterfragen, dem würde ich nachgehen. Denn eines Tages könnte es in deinem Leben erneut schwierige Lebensumstände geben, die dich instinktiv und unbewusst in deine Jugend versetzen könnten.

Das was dir widerfahren ist, könnte dir jederzeit als Erwachsene wieder passieren. Vielleicht sogar dann, wenn du glaubst das Geschehene bereits verarbeitet und es vergessen zu haben, weil du scheinbar 1.) zu den suchtgefährdeten Menschen gehörst und 2.) weil es immer Männer geben wird, die nicht weiterdenken/fühlen wollen und übergriffig werden.

Ich empfehle dir deine Therapie fortzusetzen und hoffe, du hast einen guten Therapeuten. Auch empfehle ich dir, dir selbst zu verzeihen, um mit der Vergangenheit abschließen zu können.

Weißt du denn, wer der 26 Jährige damals war, der dir die Drogen gab?


Ich habe hier ein paar Gedanken aus einem Artikel für dich kopiert:

"Hat man einmal eine Suchterkrankung entwickelt, bleibt man für die jeweilige Substanz anfällig. Das ist der Irrglaube vieler: Wenn ich mal ein halbes Jahr abstinent war, kann ich wieder normal konsumieren. Das Suchtgedächtnis im Gehirn erinnert sich wieder..."
 
"Was konsumiert wird, ist Ausdruck des Zeitgeistes. Unsere heutige Gesellschaft lässt sich mit den Begriffen narzisstisch, selbstdarstellerisch und leistungsorientiert beschreiben. Das kann man auch an den konsumierten Drogen ablesen. Gerade Substanzen, die aufputschen, die „die Performance verbessern“, wie man sagt, sind beliebt. Die Botschaft dabei ist: „Ich bin gut drauf, ich bin immer fit, ich bin toll.“ Jeder will sich ja heutzutage in Szene setzen, sein eigener kleiner Superstar sein. Das ist eben der Zeitgeist. Die Drogen machen da keine Ausnahme."
 
 

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