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Jugendschwarm hat sich umgebracht: völlig irrationale Vorwürfe!

6. März 2017 um 21:41 Letzte Antwort: 8. März 2017 um 15:19

Als Teenager habe ich ein Schülerpraktikum gemacht. Im Zuge dieses Praktikums habe ich einen Mann „kennengelernt“ (ich fand ihn toll, er kannte mich gar nicht). Es ist natürlich nie etwas passiert oder zu richtigem Kontakt gekommen, da er schon Ende 20 und ich noch in der Schule war. Was ich über ihn wusste, habe ich über andere erfahren oder habe ihn „zufällig“ reden gehört.


Ich musste oft an ihn denken, auch als ich älter war. Später habe ich erfahren, dass dieser Mann Selbstmord begangen hat (schon vor Jahren). Das hat mich tief getroffen, gerade weil ich ihn nie richtig kennenlernen konnte. Ich weiß, er hatte ein schweres Leben (schlimme Familie etc.). Ich hätte ihn so gerne mal in den Arm genommen und ihm gesagt, dass es Menschen gibt, die auf seiner Seite stehen und ihn nicht verurteilen etc. (es gab ein paar unschöne Geschichten).
Das war meine einzige Schwämerei für jemanden in meiner Jugend! Manchmal muss ich heute noch an ihn denken und dabei muss ich weinen. Es macht mich fertig, dass ich ihn nie richtig kennengelernt habe, dass ich ihm keine Hilfe angeboten habe, dass ich ihm nie etwas positives gesagt habe. Ich mache mir Vorwürfe. Ich hätte ihm so gerne geholfen.


Ich weiß, dass das total irrational ist, weil ich ihn sicherlich oder wahrscheinlich nicht vom Selbstmord hätte abhalten können. Ich weiß das alles, aber dennoch bleiben diese Fragen, diese Gedanken, diese Vorwürfe mir selbst gegenüber,dieses „was wäre gewesen wenn ...“.


Da ich in meinem Umfeld mit niemandem darüber reden kann bzw. möchte, wollte ich euch das einfach mal anonym erzählen. Ich weiß nicht, ob ich die Situation verständlich geschildet habe, ich hoffe es. Ich würde gerne ganz generell wissen, was ihr darüber denkt, was ich geschrieben habe. Könnt ihr das irgendwie verstehen, wie es mir geht?
 

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6. März 2017 um 22:15

Der Tod ist unwiderruflich und daher sehr traurig.Der Selbstmord ist ein sehr schwieriges Thema.

Wie lange ist das her?

Menschen, die sterben wollen, kann man manchmal leider nicht helfen, nicht mal als Nahestehender. 

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6. März 2017 um 22:24
In Antwort auf frowin_11854170

Der Tod ist unwiderruflich und daher sehr traurig.Der Selbstmord ist ein sehr schwieriges Thema.

Wie lange ist das her?

Menschen, die sterben wollen, kann man manchmal leider nicht helfen, nicht mal als Nahestehender. 

Für mich ist es so schwer, weil ich ihm immer sagen wollte, dass ich ihn mag und dass ich so für ihn geschwärmt habe. Aber ich habe das nie gemacht

Der Selbstmord ist schon ein paar Jahre her.

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7. März 2017 um 9:01
In Antwort auf cecil_12766219

Als Teenager habe ich ein Schülerpraktikum gemacht. Im Zuge dieses Praktikums habe ich einen Mann „kennengelernt“ (ich fand ihn toll, er kannte mich gar nicht). Es ist natürlich nie etwas passiert oder zu richtigem Kontakt gekommen, da er schon Ende 20 und ich noch in der Schule war. Was ich über ihn wusste, habe ich über andere erfahren oder habe ihn „zufällig“ reden gehört.


Ich musste oft an ihn denken, auch als ich älter war. Später habe ich erfahren, dass dieser Mann Selbstmord begangen hat (schon vor Jahren). Das hat mich tief getroffen, gerade weil ich ihn nie richtig kennenlernen konnte. Ich weiß, er hatte ein schweres Leben (schlimme Familie etc.). Ich hätte ihn so gerne mal in den Arm genommen und ihm gesagt, dass es Menschen gibt, die auf seiner Seite stehen und ihn nicht verurteilen etc. (es gab ein paar unschöne Geschichten).
Das war meine einzige Schwämerei für jemanden in meiner Jugend! Manchmal muss ich heute noch an ihn denken und dabei muss ich weinen. Es macht mich fertig, dass ich ihn nie richtig kennengelernt habe, dass ich ihm keine Hilfe angeboten habe, dass ich ihm nie etwas positives gesagt habe. Ich mache mir Vorwürfe. Ich hätte ihm so gerne geholfen.


Ich weiß, dass das total irrational ist, weil ich ihn sicherlich oder wahrscheinlich nicht vom Selbstmord hätte abhalten können. Ich weiß das alles, aber dennoch bleiben diese Fragen, diese Gedanken, diese Vorwürfe mir selbst gegenüber,dieses „was wäre gewesen wenn ...“.


Da ich in meinem Umfeld mit niemandem darüber reden kann bzw. möchte, wollte ich euch das einfach mal anonym erzählen. Ich weiß nicht, ob ich die Situation verständlich geschildet habe, ich hoffe es. Ich würde gerne ganz generell wissen, was ihr darüber denkt, was ich geschrieben habe. Könnt ihr das irgendwie verstehen, wie es mir geht?
 

wenn jemand Todessehnsucht hat, dann ist demjenigen seltenst zu helfen, indem man "ihn mal in den Arm nimmt" und "mal was positives sagt" oder "sagt, dass Menschen an seiner Seite stehen".

Mach Dir bitte mal vor allem eines klar: Depressionen sind eine Krankheit. Da kann man als Laie (und Du bist doch kein Facharzt, oder?) nicht wesentlich mehr helfen, als bei einer Krebserkrankung.

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7. März 2017 um 9:10
In Antwort auf cecil_12766219

Als Teenager habe ich ein Schülerpraktikum gemacht. Im Zuge dieses Praktikums habe ich einen Mann „kennengelernt“ (ich fand ihn toll, er kannte mich gar nicht). Es ist natürlich nie etwas passiert oder zu richtigem Kontakt gekommen, da er schon Ende 20 und ich noch in der Schule war. Was ich über ihn wusste, habe ich über andere erfahren oder habe ihn „zufällig“ reden gehört.


Ich musste oft an ihn denken, auch als ich älter war. Später habe ich erfahren, dass dieser Mann Selbstmord begangen hat (schon vor Jahren). Das hat mich tief getroffen, gerade weil ich ihn nie richtig kennenlernen konnte. Ich weiß, er hatte ein schweres Leben (schlimme Familie etc.). Ich hätte ihn so gerne mal in den Arm genommen und ihm gesagt, dass es Menschen gibt, die auf seiner Seite stehen und ihn nicht verurteilen etc. (es gab ein paar unschöne Geschichten).
Das war meine einzige Schwämerei für jemanden in meiner Jugend! Manchmal muss ich heute noch an ihn denken und dabei muss ich weinen. Es macht mich fertig, dass ich ihn nie richtig kennengelernt habe, dass ich ihm keine Hilfe angeboten habe, dass ich ihm nie etwas positives gesagt habe. Ich mache mir Vorwürfe. Ich hätte ihm so gerne geholfen.


Ich weiß, dass das total irrational ist, weil ich ihn sicherlich oder wahrscheinlich nicht vom Selbstmord hätte abhalten können. Ich weiß das alles, aber dennoch bleiben diese Fragen, diese Gedanken, diese Vorwürfe mir selbst gegenüber,dieses „was wäre gewesen wenn ...“.


Da ich in meinem Umfeld mit niemandem darüber reden kann bzw. möchte, wollte ich euch das einfach mal anonym erzählen. Ich weiß nicht, ob ich die Situation verständlich geschildet habe, ich hoffe es. Ich würde gerne ganz generell wissen, was ihr darüber denkt, was ich geschrieben habe. Könnt ihr das irgendwie verstehen, wie es mir geht?
 

Es spielt meiner Meinung nach keine Rolle, dass deine Gedanken "irrational" sein könnten. Eine Schwärmerei ist nun mal eine stark idealisierte Figur, auf die du deine Wünsche und Sehnsüchte übertragen hast. Vielleicht ist dieser Mann auch ein Symbol für verpasste Chancen. 
Ich schätze, deine jetzige Lebenssituation spielt eine Rolle. Aus irgendeinem Grund brauchst du ihn noch. Vielleicht weißt du nicht so genau, wohin du in deinem Leben steuern sollst. 

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7. März 2017 um 17:36
In Antwort auf avarrassterne1

wenn jemand Todessehnsucht hat, dann ist demjenigen seltenst zu helfen, indem man "ihn mal in den Arm nimmt" und "mal was positives sagt" oder "sagt, dass Menschen an seiner Seite stehen".

Mach Dir bitte mal vor allem eines klar: Depressionen sind eine Krankheit. Da kann man als Laie (und Du bist doch kein Facharzt, oder?) nicht wesentlich mehr helfen, als bei einer Krebserkrankung.

Das habe ich schon geschrieben, dass ich weiß, dass ich ihm nicht einfach so hätte helfen können. Aber es macht mich unendlich traurig, dass ich ihm nie gesagt habe, dass ich auf seiner Seite stehe, dass ich ihn sehr mochte etc. Das tut wirklich sehr weh!

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7. März 2017 um 20:06
In Antwort auf cecil_12766219

Das habe ich schon geschrieben, dass ich weiß, dass ich ihm nicht einfach so hätte helfen können. Aber es macht mich unendlich traurig, dass ich ihm nie gesagt habe, dass ich auf seiner Seite stehe, dass ich ihn sehr mochte etc. Das tut wirklich sehr weh!

und ich habe das geschrieben, weil ich Todessehnsucht zu gut kenne und schon oft mit dem Gedanken gespielt habe in meinem Leben - und weiß, dass das fast nie helfen kann - aber manchmal alles noch viel schlimmer machen kann.
Du hast auch geschrieben, dass Du ihm "so gern geholfen hättest" - weißt Du überhaupt, was Du da sagst? Klingt nicht so, wenn ich so ehrlich sein darf.

Du steigerst Dich da im Moment in etwas hinein, denke ich. Aber mit Anlauf. Warum? Was pojizierst Du darauf?

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8. März 2017 um 12:41


Es ist ja wohl ein Unterschied, ob jemand von seinem Umfeld fertig gemacht wird, wegen etwas wofür er nichts kann (was in seiner Familie passiert ist etc.) oder ob jemand eine Neigung zu Depressionen hat!!

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8. März 2017 um 12:45
In Antwort auf cecil_12766219


Es ist ja wohl ein Unterschied, ob jemand von seinem Umfeld fertig gemacht wird, wegen etwas wofür er nichts kann (was in seiner Familie passiert ist etc.) oder ob jemand eine Neigung zu Depressionen hat!!

und woher bittschön glaubst Du zu wissen, was bei mir der Fall war / ist?!?

Naja, wie auch immer, ich habe verstanden und verziehe mich aus Deinem Thread.

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8. März 2017 um 15:03
In Antwort auf cecil_12766219


Es ist ja wohl ein Unterschied, ob jemand von seinem Umfeld fertig gemacht wird, wegen etwas wofür er nichts kann (was in seiner Familie passiert ist etc.) oder ob jemand eine Neigung zu Depressionen hat!!

wobei, wenn ich einmal die böse vom Dienst bin, kann ich auch noch antworten.

Nein, es ist wohl KEIN Unterschied. Es ist immer Neigung / Veranlagung / Persönlichkeitsstruktur und Anlass.

Glaubst Du nicht, was? Nun, dann denk mal kurz nach. Es gibt sehr viele Menschen, die können von ihrem Umfeld gar nicht "fertig gemacht werden". Weil sie das Umfeld ganz zügig verlassen würden (doch, das geht! IMMER! Man kann zu jedem Menschen den Kontakt abbrechen und notfalls in einer anderen Stadt in einem anderen Umfeld neu anfangen.) und / oder die Fähigkeit haben, das emotional nicht an sich heran zu lassen, so dass es ihnen nicht weh tun kann und / oder die zu einem Gegenangriff übergehen würden, der sich gewaschen hat (und den auch gewinnen würden) statt sich fertig machen zu lassen. Ja, egal, um welches Thema es geht. Das ist der erste Teil.

Der zweite Teil ist, dass es herzlich egal ist, wenn man ein gebrochenes Bein hat, ob man sich das beim Ski-Fahren gebrochen hat, von der Leiter gefallen ist oder was auch immer.
Genauso ist es egal, ob in einer Situation, wo man einen Freitod in Erwägung zieht, die Lage wirklich aussichtslos ist, ob sie nur aussichtlos erscheint und ob andere das auch als aussichtslos ansehen würden und WARUM es aussichtslos ist / erscheint.

Also: nein, Du weißt nicht, wovon Du redest. Du bist einfach total verschossen in Deine Vorstellung von der holden, tapferen Maid, die den schönen Prinzen in einer Stunde größter Not heldenhaft und natürlich liebevoll retten kann, worauf er voller Dankbarkeit ihr Heldentum pries und mit ihr glücklich wart bis ans Ende ihrer Tage. Und wenn sie nicht gestorben sind...
Das ist sooooooo toll, dass man aus diesem Märchen gar nicht mehr raus will, auch wenn man sich nur noch damit zerfleischt, dass eine Illusion, die nie hätte eintreten können, nun auch ... nie eintreten kann.
Sorry, so drastisch wollte ich es eigentlich nicht formulieren, aber ich sehe nicht, dass die Aussage dezenter formuliert bei Dir ankommt.

So und jetzt lasse ich Dich mit meinen unwillkommenen Meinungen zu dem, was Du geschrieben hast, auch wirklich in Ruhe.

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8. März 2017 um 15:19


Ich frage mich, warum du es als so negativ darstellst, was du schreibst.

Du sagst mir ja im Grunde nur, dass ich ihn nicht hätte retten können. Kein Grund, dass du so dramatisierst und dein eigenes Leiden auf mich pro­ji­zie­rst.

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