Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Jeder hasst mich und ich mich selbst auch!

30. Mai um 23:27 Letzte Antwort: 11. Juni um 15:59

Guten Abend,

ich muss mal meinen Frust rauslassen und da ich niemandem zum reden habe, mache ich es mal hier.

ich bin 20 Jahre alt, war vor einem halben Jahr  3 Monate in der Psychatrie, da ich mein Leben beenden wollte.

Ich erzähle euch mal ein bisschen über mich. Ich kürze es ab, da ich sonst noch 2 Monate an diesem Text sitze. Ich glaube ich habe mit meinen 20 Jahren psychisch schon mehr durchgemacht als gesunde Menschen ihr ganzes Leben lang.

ich wurde schon immer gehasst. Auf der weiterführenden Schule auch gemobbt. Ich hatte damals Beziehungen, bei denen sich rausgestellt hat, dass die Jungs mich im Endeffekt nur bloßstellen wollten. ich war immer die versagerin. 
Auf der Berufsschule kannte ich keinen und trotzdem gab man mir von Anfang an das Gefühl, dass ich anders bin und nicht dazu gehöre. Ich hab auch dort immer mit Sprüchen zu kämpfen, obwohl ich nichts getan habe und niemand mich kannte als die Berufsschule begonnen hat.

ich habe das alles immer versucht mit Alkohol zu bekämpfen. Ich habe auch schon in der 10. klasse vorm Unterricht ne Flasche Sekt getrunken oder bin im Unterricht rausgegangen ("auf Toilette" um einen Shot zu trinken. Das hat das alles für mich erträglicher gemacht. Außerdem habe ich, bis ich vor einem halben Jahr in die Psychiatrie gegangen bin, jedes Wochenende über 2 Promille gehabt (mit Antidepressiva kommt Alkohol halt nicht so gut). Am Ende auch in der Woche. Jetzt trinke ich nicht mehr, da mir jetzt wohl genug Ärzte gesagt haben, dass ich ein Alkoholproblem habe (keine alkoholsucht). Meine Ausbildung musste ich auch unterbrechen, da ich Burn Out Symptome hatte und nicht mehr klar gekommen bin (habe mich in der Woche immer wegen dem arbeitsstress betrunken).
vorbein paar Wochen habe ich mit meinem Freund Schluss gemacht (über ein Jahr Beziehung). Es hat sich herausgestellt, dass er verheiratet ist, 5 Kinder hat, er auch mit denen während unserer Beziehung im Urlaub war und und und. Also die Beziehungsgeschichte ist filmreif. Er hat mich durchgehend manipuliert und belogen. Er wusste, dass ich Depressionen habe und hat das voll ausgenutzt. Er wusste, dass ich verlustängste habe und wusste, dass er sich natürlich alles erlauben kann, da ich ihn ja nicht verlassen konnte. Ich wollte nicht mehr ohne ihn leben, obwohl ich wusste, dass er mir nicht gut tut. Jetzt habe ich mir einen Hund gekauft und habe ihn quasi dadurch ersetzt. Ich lebe jetzt für meinen Hund und er ist mein "Lebenssinn".

dazu kommt noch, dass ich vor kurzem einen Rückfall hatte was den Alkohol betrifft. Ich habe mich betrunken und weiß von den letzten 4 Stunden NICHTS mehr. Als ich aufgewacht bin wusste ich nur noch, dass jemand mit mir geschlafen hat, ohne, dass ich das wollte. 

ausserdem werde ich von Bekannten bedroht und die machen Psychoterror und wollen mir das Leben zur Hölle machen. Von anderen werde ich durchgehend gemobbt / gestalkt etc.

und ich hasse mich selbst. Ich kann mich nicht mehr ertragen. Ich habe das Gefühl JEDER will mich los werden. Die Menschheit möchte mich tot sehen. Wäre mein Hund nicht da, hätte ich es schon längst getan. 

Bei meinen wenigen "Freunden" habe ich das Gefühl, dass die nur aus Mitleid mit mir befreundet sind. Ich kann einfach nicht verstehen wie man mich mögen kann. 

Mit meiner Psychologin kann ich auch nicht reden. Ich habe das Gefühl ich kann meine Gefühle nicht ausdrücken. Ich habe das Gefühl das bringt alles nichts. 

Ich habe so viel in meinem Kopf aber kann es einfach nicht sagen und ich weiß nicht warum

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31. Mai um 0:16

Du musst das abee alles in Gesprächen auf den Tisch bringen.  Wie soll man diesen sonst helfen? Du brauchst therapeutische und medizinische Versorgung.  Schön dass du Tiere magst aber du hättest dir ein Hund holen sollen, wenn du einigermaßen gesund bist. Weißt du ein Tier hat auch ein Anrecht auf ein stabiles zu Hause, das bist du nicht. Wer kümmert sich um deinem Hund, wenn du in der Psychiatrie bist oder völlig besoffen bist? Du hast jetzt noch mehr einen Grund, all die Dinge aufzuarbeiten 

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11. Juni um 15:59

Guten Tag, 

es tut mir unheimlich leid, dass du dich so fühlst. Ich selbst bin 20 Jahre alt und hatte mich lange Zeit nicht gemocht, mich abgemagert und selbst denunziert, hatte nie viele Freunde. Wahrscheinlich denkst du, dass sich niemand in deine Lage versetzen kann oder will und dass du ganz auf dich alleine gestellt bist. Ich denke es ist wichtig, sich vor Augen zu führen, dass du nie alleine bist. Kein Mensch hat das Recht, dich so zu behandeln, wie du es geschildert hast.
Vielleicht tut dir ein Neuanfang gut. In eine andere Stadt zu ziehen, wo du ganz von vorne anfangen kannst und dir selbst aussuchen kannst, wie du dein Leben gestalten möchtest. Jeder Mensch hat irgendein Talent oder eine Begabung, die er verfolgen sollte und vielleicht zum Beruf machen kann. Sei stolz auf dich, dass du jeden morgen aufwachst, aufstehst und weitermachst, auch wenn die Situation für dich vielleicht manchmal aussichtslos erscheint. Alleine das zeigt, wie stark du bist. Es gibt viele Menschen, die sich so fühlen wie du. Medizinische, therapeutische Unterstützung ist unabdingbar. Unter Umständen ist eine Selbsthilfegruppe auch ratsam. Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und sich verstanden zu fühlen, kann helfen.
Vielleicht findest du ein Ventil, deinen Frust und deine Gefühle zum Ausdruck zu bringen und zu verarbeiten. Joggen, eine bestimmte Sportart, Gedanken in Gedichte verpacken oder in Form von Kunst oder Musik?

Suche deine Stärken, mache sie zu deinem Vorteil und fange an, dich selbst zu lieben. Diese Welt ist voll von so vielen wunderschönen Dingen und wunderbaren Menschen. Wir dürfen leben und dies nur einmal. Es ist nie zu spät, etwas zu ändern und die Vergangenheit hinter dir zu lassen. Sicher schmerzt es und manchmal wird sie dich vielleicht einholen. Aber ich bin mir sicher, dass du ein wunderbarer Mensch bist, der das Leid, das dir zugefügt wurde, unter keinen Umständen verdient hat. Andere Menschen grundlos zu mobben, zeugt von einem unheimlich schwachen Charakter und ist oft darauf zurückzuführen, dass Mobber selbst Probleme haben, die sie versuchen zu kompensieren, indem sie andere nieder machen.

Ich kann mir vorstellen, dass es unheimlich schwer ist, wenn man so tief in diesen Gedanken und in diesem Loch steckt, da wieder rauszukommen. Es ist auch absolut in Ordnung, Trauer zuzulassen. Jedoch nicht in Form von Alkohol. Auch hier würde ich dir zu einer Selbsthilfegruppe raten. Vielleicht gelingt es dir, ein anderes Ventil zu finden. Dabei steht dir die ganze Welt offen. Du solltest dir selbst so viel wert sein, deinem Körper keinen Schaden zuzufügen. Du bist genausoviel wert wie jeder andere Mensch. Es gibt viele gute Bücher zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Es gibt auch gute Videos auf Youtube zum Thema Selbstliebe. Es ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert. Und auch wenn ich nur eine Fremde für dich bin möchte ich dir abschließend sagen: Glaube an dich, mache vermeintliche Schwächen zu deinen Stärken. Suche dir weiterhin therapeutische Hilfe, dies ist der erste wichtige Schritt. Leb dein Leben so, wie du es möchtest. Du hast dein Glück selbst in der Hand. Lass dich nicht unterkriegen, sondern sei stolz auf dich, dass du noch nicht aufgegeben hast. Das Leben wird nicht leichter werden aber den Kampf ist es absolut wert. 

Ich bin mir sicher, dass du deinen Weg gehen wirst. Lass dich nicht unterkriegen und schon gleich gar nicht von dir selbst


Ich sende dir liebe Grüße und ganz viel Kraft! Du bist nicht allein.
 

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