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Je intelligenter ein mensch, desto unglücklicher kann er werden?

18. November 2012 um 10:27

meine frage beschränkt sich nicht auf den intelligentesten menschen der welt und wie weitreichend seine unglücklichkeit damit sein könne. ich bin erst 20 jahre, aber dennoch ist mir in meinem leben oftmals aufgefallen, dass menschen, die eine höhere intelligenz als andere aufweisen (damit muss nicht der bildungsstand eines menschen gemeint sein) oftmals zu depressionen neigen. die schwermütigen zustände kann jeder mensch haben, aber diese erkrankung kommt doch häufiger bei überdurchschnittlich intelligenten vor? im vergleich (ich will nicht in eine schublade stecken), so erschien es mir nur zu oft, menschen mit geringerer intelligenz stolpern durch ihr leben, die gegebenen möglichkeiten werden akzeptiert und - im übertragenem sinne - sie verweilen in ihrem hamsterrad.
- womöglich könnte man es gut mit einem hohen bewusstseinstand ausdrücken (ich will nicht herablassend von klugen und dummen menschen sprechen)
beispiel kind - erwachsener: ein kind nimmt geschenke an und freut sich einfach, denkt nicht viel über seine umwelt nach, es lebt so zu sagen eher im moment.
ein erwachsener macht sich bei einem geschenk gedanken darüber, wie er sich revanchieren könnte, etc etc

der zweite punkt wäre dann das suchtpotenzial, steigt es dann eurer meinung nach auch an?

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18. November 2012 um 21:40

Ja.
Ich kann nur ja sagen. Ja, intelligentere Menschen sind unglücklicher. Weil sie sich mehr Gedanken machen und die ganze Scheisse die in unserer Welt passiert durchschauen. Und weil sie auch genau wissen, dass sie nicht wirklich etwas daran ändern können.
Und ganz ehrlich, ich würde gerne durchs Leben gehen und mir keine Gedanken darüber machen.
Hmm das klingt jetzt blöd, ich will mich nicht selbst als hochintelligent hinstellen. Kenne meinen IQ nicht, aber ich weiß dass ich mit zwölf als "hochbegabt" gegolten habe, wurde getestet, IQ über 130. Ich frage mich wie viele Gehirnzellen ich mir seit damals schon weggesoffen- und gekifft habe oder ob mein früherer Konsum von harten Drogen etwas verändert hat.
Ich bin eine absolute Suchtpersönlichkeit und finde es furchtbar, dass mein Gehirn nie still ist. Dauernde Gedanken von wegen "Hast du das jetzt richtig gemacht, nein das war falsch". Auch noch mit wasweißichwieviel Promille.

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19. November 2012 um 10:16
In Antwort auf noele_12700300

Ja.
Ich kann nur ja sagen. Ja, intelligentere Menschen sind unglücklicher. Weil sie sich mehr Gedanken machen und die ganze Scheisse die in unserer Welt passiert durchschauen. Und weil sie auch genau wissen, dass sie nicht wirklich etwas daran ändern können.
Und ganz ehrlich, ich würde gerne durchs Leben gehen und mir keine Gedanken darüber machen.
Hmm das klingt jetzt blöd, ich will mich nicht selbst als hochintelligent hinstellen. Kenne meinen IQ nicht, aber ich weiß dass ich mit zwölf als "hochbegabt" gegolten habe, wurde getestet, IQ über 130. Ich frage mich wie viele Gehirnzellen ich mir seit damals schon weggesoffen- und gekifft habe oder ob mein früherer Konsum von harten Drogen etwas verändert hat.
Ich bin eine absolute Suchtpersönlichkeit und finde es furchtbar, dass mein Gehirn nie still ist. Dauernde Gedanken von wegen "Hast du das jetzt richtig gemacht, nein das war falsch". Auch noch mit wasweißichwieviel Promille.

/signed
zu viel wissen, zu viel sehen, zu viel denken = gigantisches Suchtpotential. Weil der Wunsch nach Stille irgendwann riesig wird und all die anderen Wege, die Stille zu erreichen, so mühsam und kraftraubend sind.

... "denn seelig sind die geistig Armen".

Naivität ist die menschliche Eigenschaft, mit der ich von allein die größten Probleme habe bei anderen - weil ich sie glühendst beneide. Wie schön muss es sein, wenn die Welt so wunderbar simpel ist und man für alles eine einfache Lösung - bei jeder Art von Problemen natürlich vorzugsweise bei anderen Personen als der eigenen - aus dem Ärmel ziehen kann.

Selbstdisziplin hat nicht sonderlich viel mit Suchtpotential zu tun. Bei Suchtpotential geht es darum, wie viel man zu gewinnen und wie viel man zu verlieren hat. Selbstdisziplin als Lösung bedingt die Voraussetzung, dass man keine Drogen / illusionären Ersatzhandlungen *will* - was leider zuweilen sehr weit weg von der Realität ist.
Wer sich ständig kraftraubend durch den Alltag kämpfen muss, hat auf dem Weg der Tugend oft nicht sehr viel mehr zu gewinnen als zu verlieren.
Das kann aus den verschiedensten Gründen der Fall sein - Hypersensibilität kann einer davon sein und die ist meist mit hoher Intelligenz verknüpft.

fledermaus, es gibt psychologische Techniken, mit denen man solche Gedanken(-kreise) durchbrechen (und unterbinden) kann. Ich weiß nicht, ob Du die schon kennst? Ich weiß - Drogen sind einfacher, aber wie Du schon sagtest: Alk (und anderes) hilft nicht immer, manchmal kann das Schwein schwimmen. Also falls Du die Alternativen zur Betäubung nicht kennst - möchtest Du sie kennenlernen?

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19. November 2012 um 10:57

Ooh ja
Du liegst meiner Meinung nach vollkommen richtig!

Ich denke in diesem Fall gleich.. Das Leben ist definitiv einfach zu gestalten, wenn man mit weniger Intelligenz gesegnet wurde

Was man wiederum jetzt positiv oder negativ sehen kann

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19. November 2012 um 12:04


cool?

es geht doch nicht um "cool", es geht um "unpraktisch" und "anstrengend".

Cool bin ich by default Das ist nicht der Punkt.

Aber man hat es schwerer, wenn man darüber nachdenkt, was man tut, als wenn man einfach lostrampelt und hinterher ganz genau weiß, dass es entweder an jemand anders lag oder am Schicksal, wenn was schief ging.

Wissen ist Macht, Macht und Wissen ist Verpflichtung. Ohne Verpflichtung lebt sichs leichter. Und das praktische daran ist, dass man das zusätzliche Wissen nicht vermisst, wenn man es nicht kennt. Man hat also in dem Sinne keinen Nachteil, wenns nicht da ist.

Ich empfehle Thomas Mann "Buddenbrocks" - etwas komplexer, dafür sollte es noch aus der Schulzeit in Erinnerung sein und beschreibt das Phänomen der "blonden, blauäugigen Menschen" als die, die ich beneide.

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19. November 2012 um 12:20

Auf jeden Fall haben es Menschen mit "einfachem Gemüt" leichter
weil sie die Welt generell in Gut und Böse einteilen ohne sich Gedanken darüber zu machen warum der oder diejenige so handelt. So erspart man sich viel Denkarbeit!

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19. November 2012 um 12:24

Blödsinn,
Es schämt sich sicher keiner dafür intelligent zu sein. Warum sollte sich jemand schämen, für eine Eigenschaft die als positiv bewertet wird?
Nur wenn man seine (vermeintliche) Intelligenz überall raushängen lässt muss man mit negativen Reaktionen rechnen.
Das war aber wohl schon immer so.

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21. November 2012 um 0:11
In Antwort auf avarrassterne

/signed
zu viel wissen, zu viel sehen, zu viel denken = gigantisches Suchtpotential. Weil der Wunsch nach Stille irgendwann riesig wird und all die anderen Wege, die Stille zu erreichen, so mühsam und kraftraubend sind.

... "denn seelig sind die geistig Armen".

Naivität ist die menschliche Eigenschaft, mit der ich von allein die größten Probleme habe bei anderen - weil ich sie glühendst beneide. Wie schön muss es sein, wenn die Welt so wunderbar simpel ist und man für alles eine einfache Lösung - bei jeder Art von Problemen natürlich vorzugsweise bei anderen Personen als der eigenen - aus dem Ärmel ziehen kann.

Selbstdisziplin hat nicht sonderlich viel mit Suchtpotential zu tun. Bei Suchtpotential geht es darum, wie viel man zu gewinnen und wie viel man zu verlieren hat. Selbstdisziplin als Lösung bedingt die Voraussetzung, dass man keine Drogen / illusionären Ersatzhandlungen *will* - was leider zuweilen sehr weit weg von der Realität ist.
Wer sich ständig kraftraubend durch den Alltag kämpfen muss, hat auf dem Weg der Tugend oft nicht sehr viel mehr zu gewinnen als zu verlieren.
Das kann aus den verschiedensten Gründen der Fall sein - Hypersensibilität kann einer davon sein und die ist meist mit hoher Intelligenz verknüpft.

fledermaus, es gibt psychologische Techniken, mit denen man solche Gedanken(-kreise) durchbrechen (und unterbinden) kann. Ich weiß nicht, ob Du die schon kennst? Ich weiß - Drogen sind einfacher, aber wie Du schon sagtest: Alk (und anderes) hilft nicht immer, manchmal kann das Schwein schwimmen. Also falls Du die Alternativen zur Betäubung nicht kennst - möchtest Du sie kennenlernen?

Den nagel auf den kopf getroffen
mir geht es ähnlich wie fledermaus
mein leben ist, auf diese paar wenigen dinge reduziert, exakt verlaufen wie seines
inzwischen versuche ich meine sucht mit sport zu kompensieren, nur ergibt es auf dauer keinen sinn, dass ich so lange laufe, bis ich nicht mehr kann....fix und fertig bin, bzw das gefühl jeden tag habe

ich würde dich gerne eine alternative kennenlernen

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21. November 2012 um 8:49
In Antwort auf gjon_12471463

Den nagel auf den kopf getroffen
mir geht es ähnlich wie fledermaus
mein leben ist, auf diese paar wenigen dinge reduziert, exakt verlaufen wie seines
inzwischen versuche ich meine sucht mit sport zu kompensieren, nur ergibt es auf dauer keinen sinn, dass ich so lange laufe, bis ich nicht mehr kann....fix und fertig bin, bzw das gefühl jeden tag habe

ich würde dich gerne eine alternative kennenlernen

...
Mein Leben ist ziemlich... kurvenreich verlaufen

Vor allem aber kenne ich das Gefühl, "dass mein Gehirn nie still ist" zu, zu, zu gut. Das Gefühl *zu viel* zu verstehen, leider auch, das Problem mit dem "nichts ändern können" (also nichts was ausserhalb der eigenen Person liegt), egal wie sehr man den Kopf gegen die Wand hauen möchte beim Gedanken daran, auch.
Und die Sehn-sucht nach Betäubung, alles einfach nur "abschalten" oder auf "schei**egal" stellen, fallen... Naja, wir wissen alle um die Nachteile dieses Weges und wohl denen, die sich nicht vorstellen können, wieso man das sehenden Auges wollen kann.

*Die* eine Lösung gibt es leider auch nicht, da habe ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt. Es ist eher so wie bei einem Menschen, der 130 kg wiegt und zu einem normalen Gewicht zurückkehren möchte - der muss im Grunde sein ganzes Leben umstellen. Im wörtlichen und im übertragenen Sinne mehr Bewegung rein bringen, nicht nur ändern, wieviel er isst, sondern auch wie und was, die simple Ausschüttung von "Glückshormonen" beim Essen auf etwas anderes kanalisieren bzw. vielmehr alles, was über Essen kompensiert wird, über etwas anderes lösen und bei all dem darauf achten, nicht so schnell voranstürmen zu wollen, dass er im Jojo oder einer anderen Eßstörung landet.

Ich bin kein Psychologe oder sonstiger Psychosendompteur und keine Suchtberatungsstelle, aber ich bin Freak genug, um einige mit Suchtprobleme zu kennen - und was mich selbst angeht - s.o.

Also ich würde sagen: verschiedene Schienen angehen.
1) Frustrationstoleranz (tolles Wort, aber wichtig) - Ereignisse, die eigentlich eher unbedeuten sind, können einen ganz schön runterreißen. Da hilft mit Maßstab zu bewerten. Bei allem, was Dich "ganz schön mitnimmt" mal ganz bewußt und in Ruhe nachdenken - wie wichtig ist das wirklich? Wenn es mir super gehen würde - hätte mich das auch so fertig gemacht? Eine andere Person, würde es die auch so "erwischen"?

2) In Sachen Hypersensibilität: Wahrnehmung einschränken. Schon ein MP3-Player verringert das, was so an Wahrnehmungen auf einen einprügelt, ganz deutlich. Musik ist auch eine Droge, aber eine von den "guten".
Bewußt reizarme Zeiten schaffen. Man kann nicht "zur Ruhe kommen", wenn man ständig massiven Reizen ausgesetzt ist. Auf ihre Art betäuben die auch, aber sie verhindern auch die Ruhe

3) In Sachen "Gedanken, die nicht still sind" - man kann lernen Gedanken zu blocken oder Gedankenkreise zu durchbrechen. Mit Konzentrationstechniken wie Visualisierungen geht das beispielsweise

4) In Sachen "Glück und Lebensfreude": Aufräumen!!! Bestandsaufnahme machen. Was tut man eigentlich alles so dieser Tage und wieviel davon *will* man wirklich und wieviel vom Rest *muss* tatsächlich sein. Man glaubt sehr viel machen zu *müssen* - es lohnt das mal zu sezieren, danach bleiben nur noch 5-10% übrig, wenn man das ernstlich macht - damit 90-95% WENIGER Stress, die Dich sonst Kraft kosten würden.
Glück und Lebensfreude zum zweiten: Etwas für sich tun. Zeit für sich selbst - wirklich für sich selbst. Min 3h pro Woche konsequent von allen (!) Pflichten säubern. Keine Ausnahmen für diese Zeit - und etwas tun, was man wirklich will, gern macht. Dem was man tun *möchte* mindestens den gleichen Stellenwert geben wie dem, was man tun *muss*
Glück und Lebensfreude zum dritten: mit Entspannungstechniken kann man innere Ruhe erreichen und allgemein etwas "entspannter" durch die Welt stapfen. Die Schwierigkeit liegt darin, eine passende zu finden, aber es gibt ziemlich viele Alternativen. Mit "Aufmerksamkeitstraining" gewinnt man bewusste Kontrolle über Wahrnehmung, Erleben, Gefühlszustände.

5) In Sachen akutes Verlangen: da kann Sport helfen, ein paar andere Möglichkeiten stehen in meinem Borderline-Thread unter "Skills" - für Menschen, die sich (wie ich auch) selbst verletzen, ist auch das oft eine Droge.

Was ist bei Dir das dringendste Problem (ggf. PN, muß vllt. nicht alles ins Forum)?

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21. November 2012 um 8:51
In Antwort auf avarrassterne

...
Mein Leben ist ziemlich... kurvenreich verlaufen

Vor allem aber kenne ich das Gefühl, "dass mein Gehirn nie still ist" zu, zu, zu gut. Das Gefühl *zu viel* zu verstehen, leider auch, das Problem mit dem "nichts ändern können" (also nichts was ausserhalb der eigenen Person liegt), egal wie sehr man den Kopf gegen die Wand hauen möchte beim Gedanken daran, auch.
Und die Sehn-sucht nach Betäubung, alles einfach nur "abschalten" oder auf "schei**egal" stellen, fallen... Naja, wir wissen alle um die Nachteile dieses Weges und wohl denen, die sich nicht vorstellen können, wieso man das sehenden Auges wollen kann.

*Die* eine Lösung gibt es leider auch nicht, da habe ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt. Es ist eher so wie bei einem Menschen, der 130 kg wiegt und zu einem normalen Gewicht zurückkehren möchte - der muss im Grunde sein ganzes Leben umstellen. Im wörtlichen und im übertragenen Sinne mehr Bewegung rein bringen, nicht nur ändern, wieviel er isst, sondern auch wie und was, die simple Ausschüttung von "Glückshormonen" beim Essen auf etwas anderes kanalisieren bzw. vielmehr alles, was über Essen kompensiert wird, über etwas anderes lösen und bei all dem darauf achten, nicht so schnell voranstürmen zu wollen, dass er im Jojo oder einer anderen Eßstörung landet.

Ich bin kein Psychologe oder sonstiger Psychosendompteur und keine Suchtberatungsstelle, aber ich bin Freak genug, um einige mit Suchtprobleme zu kennen - und was mich selbst angeht - s.o.

Also ich würde sagen: verschiedene Schienen angehen.
1) Frustrationstoleranz (tolles Wort, aber wichtig) - Ereignisse, die eigentlich eher unbedeuten sind, können einen ganz schön runterreißen. Da hilft mit Maßstab zu bewerten. Bei allem, was Dich "ganz schön mitnimmt" mal ganz bewußt und in Ruhe nachdenken - wie wichtig ist das wirklich? Wenn es mir super gehen würde - hätte mich das auch so fertig gemacht? Eine andere Person, würde es die auch so "erwischen"?

2) In Sachen Hypersensibilität: Wahrnehmung einschränken. Schon ein MP3-Player verringert das, was so an Wahrnehmungen auf einen einprügelt, ganz deutlich. Musik ist auch eine Droge, aber eine von den "guten".
Bewußt reizarme Zeiten schaffen. Man kann nicht "zur Ruhe kommen", wenn man ständig massiven Reizen ausgesetzt ist. Auf ihre Art betäuben die auch, aber sie verhindern auch die Ruhe

3) In Sachen "Gedanken, die nicht still sind" - man kann lernen Gedanken zu blocken oder Gedankenkreise zu durchbrechen. Mit Konzentrationstechniken wie Visualisierungen geht das beispielsweise

4) In Sachen "Glück und Lebensfreude": Aufräumen!!! Bestandsaufnahme machen. Was tut man eigentlich alles so dieser Tage und wieviel davon *will* man wirklich und wieviel vom Rest *muss* tatsächlich sein. Man glaubt sehr viel machen zu *müssen* - es lohnt das mal zu sezieren, danach bleiben nur noch 5-10% übrig, wenn man das ernstlich macht - damit 90-95% WENIGER Stress, die Dich sonst Kraft kosten würden.
Glück und Lebensfreude zum zweiten: Etwas für sich tun. Zeit für sich selbst - wirklich für sich selbst. Min 3h pro Woche konsequent von allen (!) Pflichten säubern. Keine Ausnahmen für diese Zeit - und etwas tun, was man wirklich will, gern macht. Dem was man tun *möchte* mindestens den gleichen Stellenwert geben wie dem, was man tun *muss*
Glück und Lebensfreude zum dritten: mit Entspannungstechniken kann man innere Ruhe erreichen und allgemein etwas "entspannter" durch die Welt stapfen. Die Schwierigkeit liegt darin, eine passende zu finden, aber es gibt ziemlich viele Alternativen. Mit "Aufmerksamkeitstraining" gewinnt man bewusste Kontrolle über Wahrnehmung, Erleben, Gefühlszustände.

5) In Sachen akutes Verlangen: da kann Sport helfen, ein paar andere Möglichkeiten stehen in meinem Borderline-Thread unter "Skills" - für Menschen, die sich (wie ich auch) selbst verletzen, ist auch das oft eine Droge.

Was ist bei Dir das dringendste Problem (ggf. PN, muß vllt. nicht alles ins Forum)?

Mal was schöneres...
motten fliegen in das licht,
und unterscheiden zur flamme nicht.
doch die, die träumen vom licht der sterne,
nähren sich von deren ferne.

stiere messen ihre kraft auf den weiden,
zeiten, die für nichts anderes bleiben.
doch die, die dort die blumen sehen,
werden durch die zeit mit einem lächeln gehen.


tränen des leides und der freude habe ich geweint,
so wie nur ein menschliches herz sie eint.
Weiter werde ich träumen, weiter werde ich brennen,
weiter werde ich kämpfen, weiter werde ich die schönheit kennen

ich werde das herz meiner tränen trinken
in den tiefen meiner phantasie versinken
Ich bin der mensch, die motte und der stier
frei in meinen gedanken und doch hier

-----------------------------

world in my realms

2012 - 04 - 04
~ DS ~

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21. November 2012 um 18:55

Inwiefern?
Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin und ich will es auch längst nicht mehr sein, aber welcher Schlüssel ist das?

All das was ich geschrieben habe, macht das Verlangen nach Drogen kleiner - es ändert aber nicht dessen Existenz. Ich wüßte nicht, dass es möglich ist, dass das ganz verschwindet. Man kann nur damit umgehen. Meistens zumindest.

Es geht bei mir nicht darum, zu akzeptieren, dass ich fehlbar bin, es geht um den Wunsch mit den drei Äffchen. Nicht wahrnehmen müssen, nicht fühlen müssen, nicht denken müssen. Einfach Stille.
Man kann das reduzieren, was den Wunsch zu stark macht.
Es gibt Alternativen, das zu erreichen.
Das Problem ist "nur" der Unterschied zwischen "ich schieb mir was in den Mund" - Zustand erreicht - auf der einen Seite und
"ich achte immer auf meine Belastungen, ich kontrolliere meine Gefühle und ändere sie ggf., ich hinterfrage, relativiere und korrigiere meine Wahrnehmung, ich zappel und kämpfe um auf dem "richtigen Weg" klar zu kommen" auf der anderen Seite.

Klar, der "richtige" Weg ist nachhaltiger. Er hat Zukunft und reißt nichts... naja, reißt weniger ein. Er ermöglicht ein Leben, was auch über das Gefühl, high zu sein, hinausreicht. Aber er hat seinen Preis und der ist nicht eben winzig.

Mit der Frage, ob man sich akzeptiert oder nicht, hat das leider herzlich wenig zu tun. Ich nehm keine Drogen, um mich als jemand zu fühlen, der ich nicht bin. Nach meiner Erfahrung - und ich kenn manchen, der legales und / oder illegales nascht - tun das sehr, sehr wenige. Die meisten haben nicht das Problem, dass sie ihr Spiegelbild nicht sehen wollen, sondern das Problem, dass sie dieser Welt nicht im Zustand geistiger Klarheit gegenüber treten wollen.

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21. November 2012 um 19:35

Ich versteh immer Pinky & The Brain nicht
Ok, Weltherrschaft. Alles meins.

Und dann? Unendlich viele Menschen, die irgendwas wollen, die man mit Zuckerbrot und Peitsche regelmässig schön auf Line bürsten muss. Ein Haufen Idioten, der zu faul ist, zu denken und noch schlimmer: ein noch größerer Haufen Idioten der sich für Schlaubi Schlumpf himself hält und eher das ist, was Verona ehemals Feldbuch und Danile Katzenberger spielen.

Ein Haufen Organisation und Logistik, der zu erledigen ist und massenweise unfähige Untergebene (Wenn Du willst, dass etwas richtig gemacht wird...) Exekutive und Legeslative, Steuerung, Machterhalt, ...

Wozu?

Ich mach mir zu viele Gedanken, was alles passieren kann - bzw. wird.
Ich glaub Diktator kann man echt nur werden, wenn man ein *sehr* grosser Patriot ist und / oder noch wesentlich irrer als ich.

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23. November 2012 um 15:58

Tja - ein Beispiel
Meine Schwester ist ein Mensch, für die Mann und Kind die Manifestation des Wortes "richtig" sind. Sie ist das Lehrbuchbeispiel eines Gutmenschen. Sie war ihr Leben lang so sehr, unabänderlich und unausweichlich das "weiße Schaf" wie ich das schwarze bin. Das leuchtende Beispiel des perfekten Menschen.

Sie hat jede Hoffnung, jede Sehnsucht, jede Erfüllung in ein Kind hineinprojeziert und mit verzweifelter Intensität den Glauben daran manifestiert, dass ihre Welt perfekt ist, wenn sie Mann und Kind hat.

Nun, sie ist verheiratet und ihre Tochter ist 1 1/2 Jahre. und jetzt steht sie an einer Stelle, wo das schon sehr lange nach dem "es kann nicht sein, was nicht sein darf" Prinzip läuft. Sie ist überfordert. Ihr Mann distanziert sich. Natürlich hat ein Kind nicht das ganze Leben in Ordnung gebracht, alle Träume, Wünsche und Sehnsüchte erfüllt.
Dazu kommt, dass sie sich darüber definiert, anderen zu "helfen" - so wie sie gerade in Richtung Abgrund kutschiert, bin ich mir nicht wirklich sicher, was daraus wird, wenn ihr Kind keine Hilfe mehr braucht.

Rat von mir würde weder bei meiner Mutter noch bei meiner Schwester noch bei irgendwem sonst in der Verwandschaft auch nur von den Ohren bis zum Hirn kommen, wenn ich nicht mit aller Gewalt manipuliere.

Also, soll ich im Zug nach hinten gehen?
Mich freuen, dass ich weiß, dass es in einem Absturz endet und ich damit planen kann?

Machst Du auf Arbeit nie wissentlich Unsinn? Kennst Du keine Dialoge wie "Ich brauche... bis ganz dringend, Entwickler geht nicht, Kunde will mit Vorschlägen nicht behelligt werden, können wir das so machen dass..." "ja, technisch möglich aber hoch riskant, fahrlässig und dumm!" "ja aber machen kann man das so?" "ja, technisch möglich aber hoch riskant, fahrlässig und dumm!" "ok, dann mach das so!"
Ist Dein Verständnis von Deinem Job dann so, dass Du mit "Ich hab es Dir gesagt" beruhigt bist?

Der Wunsch nach Stille liegt an einer Hypersensibilität in einem oder mehreren Bereichen - meine Meinung als Laie. Wenn man nicht hypersensibel ist, mag das kein Problem sein, aber bei Hypersensibilität ist es eben per Definition "zu viel".
Hypersensibilität hat m.E. auch durchaus einen Kontext zur Intelligenz. Ich hab zumindest noch kein Gegenbeispiel gesehen und rein logisch / psychologisch macht das auch Sinn.

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23. November 2012 um 18:52

Jein...
Ich würde das auf die Emotionale Intelligenz beziehen...

Ich kenne einige Menschen mit weniger, mittlerer und hoher Intelligenz.

Zu depressiver Sichtweise, zum Grübeln, zum alles hinterfragen neigen lediglich die, die ein hohes Maß an Empathie haben und das gehört wenn, zur Emotionalen Intelligenz

Nur wenige intelligente Menschen die ich kenne, besitzen sonderlich viel Einfühlungsvermögen. Entsprechend wenig machen sie sich solche Gedanken.

Hingegen Menschen, mit normaler Intelligenz die ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen besitzen machen sich durchaus solche Gedanken.

Psychisch sensiblere sind anfälliger für Depressionen etc.
Menschen mit mehr Einfühlungsvermögen machen sich viel mehr Gedanken wie was auf andere wirkt, Wie man sich z.B. revanchieren kann worin, die Probleme liegen, fühlen mit anderen mit.

Ein intelligenter Mensch macht sich Gedanken wie er seinen Maschinenbauplan verbessern kann. Es werden Thesen über poiltische und weltwirtshaftliche Entwicklungen erstellt. Es wird stundenlang geknobelt wo der Fehler bei weiß gott was liegt. Warum sich die Erde nicht schneller dreht. Wie man morgens sein Frühstück voll automatisch serviert bekommt. Wie die geschichtliche Entwicklung anders hätte laufen können - darüber denken Intelligente Menschen nach. Wenn sie nicht ständig am arbeiten sind oder sich über ihre Arbeit und die damit weitreichenden wirtschaftlichen oder technischen Themen befassen oder unterhalten.

Aber NICHT wie man sich bei der Nachbarin für das Stück Kuchen revanchieren kann oder wie man das Beziehungsproblem der besten Freundin lösen kann. Man zerbricht sich nicht Stundenlang den Kopf worin da wohl die Ursache besteht.


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23. November 2012 um 19:18

Gut geheult, Wolf
Das ist eine fürchterlich tolle Sache - in der Theorie.

Das eigenständige Kurieren von Depressionen ist auf jeden Fall möglich. Ja, über Selbsterkenntnis, Selbstreflektion usw.
Aber ich kann Dir versichern, wenn Du das ein paar mal machen müßest, würde es auch für Dich deutlich an Sexappeal verlieren.

Ich liebe meinen Beruf. Keine Frage. Aber ich würde ihn nicht lieben, wenn ich deutlich unterbelichteter wäre, dann hätte ich an anderen Dingen mehr Freude.

Ich muss mich selbst verstehen, selbst reflektieren, selbst kontollieren und zuweilen selbst kurieren. Aber ich habe das gaaaaaaaaaanz starke Gefühl, dass meine Intelligenz mir da hilft, Proleme zu lösen, die ich ohne sie nicht hätte.

Ich bin was ich bin. Mit oder ohne Intelligenz. Müßig eigentlich, sich etwas anderes zu wünschen.
Aber der Neid auf die, die sich bei der Verteilung der Intelligenz nicht in die ersten 10 Reihen gestellt haben, bleibt mir.

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24. November 2012 um 20:38

...
Ich mische mich an dieser Stelle mal wieder ein.
"Liegt dann der Schlüssel nicht in der Akzeptanz der eigenen Grenzen und Fehlbarkeit?", das ist etwas worüber ich angefangen habe nachzudenken. Hatte erst gestern das Gespräch mit meinem besten Freund und er meinte "Du willst immer alles perfekt machen aber das kannst du nicht denn du bist nur ein Mensch"
Merkwürdig dass diese Diskussion gerade jetzt hier entstanden ist, denn sie spiegelt alles wieder worüber ich zur Zeit nachdenke.

Ich denke, jeder muss dieses Problem mit den nie schweigenden Gedanken selbst lösen. Manche Menschen stört es, andere nicht. Es gibt endlose Möglichkeiten. Mich persönlich stört es sehr.

Jeder muss herausfinden, was gut tut und was nicht. Ich habe momentan heraugefunden dass ich mich beschäftigen muss. Nicht geistig. Ich brauche den Ausgleich, etwas zu tun worüber ich nicht nachdenken muss. Spazieren gehen und Musik hören, schnitzen, malen. Mich betrinken und über völlig belanglose Themen diskutieren. Sonst bringen mich meine Gedanken eines Tages um. Das klingt jetzt bescheuert, aber ich habe ernsthaft Angst davor.
In meiner Familie gibt es viele Fälle von Schizophrenie und ich merke selbst dass es Dinge gibt über die ich nicht nachdenken darf. Ich würde verrückt werden wenn ich es machen würde. Muss dann meine eigenen Gedanken stoppen und mir darüber klar werden, dass es nicht gut tut darüber nachzudenken. Mein Cousin (ernsthaft an Schizophrenie erkrankt) hat es so erklärt: Er ist eines schönen Tages die Strasse entlang gegangen und plötzlich sind alle Gedanken dieser Welt auf ihn eingeströmt. Er konnte wirklich fühlen, wie winzig klein und unwichtig er in dieser Welt ist. Sozusagen eine Erkenntnis. Dann ging es los und heute sitzt er quasi mit dem halbem Bein in der Gummizelle.
Naja, ich bin auch im Moment in diesem Alter wo die Krankheit normalerweise ausbricht. Deswegen habe ich solche Panik davor.

Zitat Fenris: "Ich fühle mich durch einen größeren Überblick in gewissem Sinne für andere verantwortlich. Und das ist etwas das ich nicht oder nur schwer abstellen kann."
So geht es mir auch. Aber ich merke dann, wie es mich selbst auffrisst wenn ich mich zu sehr damit beschäftige.

Zu viele Gedanken, die mich verrückt machen. Ich wünsche mir wirklich, irgendwann eine Lösung zu finden.

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25. November 2012 um 12:16

Selbstverständlich...
...kann man sich das gehirn zermartern, über die alte frage was war zuerst da das huhn oder das ei? man kann es sich aber auch einfacher machen und beides verspeisen.entscheitent ist doch, den punkt zu finden wo man abschalten kann.es sind doch die einfachen dinge des lebens welche glücklich machen zb. die tasse kaffee nach einem spaziergang durch dem wald bei herbststurm,oder den ohrenschmaus der vielen verschieden zwitschernden vögel im sommer.der wilkommenskuss auf der wange der, des liebsten, nach einem langen arbeitstag.mus es immer erst einen persönlichen tiefschlag geben bevor man seine interligenz für die eigene innere zufriedenheit einsetzt? bei mir war es drüsenfieber mit angehendem zerfall der leber ohne jemals in den genus von alkohol gekommen zu sein, ich stand zwei zentimeter vor dem abgrund, und? heute?bin ich in der glücklichen lage auch die einfachen dinge zu sehen.

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4. Dezember 2012 um 18:42

Ein Songtext...
Hab ich grad auf dem Heimweg gehört und paßt irgendwie so gut zum Thema...

----------------------

Umbra et Imago - Lieber Gott

Was ich seh, dass saug ich auf und geb euch den Wiederschein
Ich seh den Weg der Welt genau, will gut und muss auch böse sein
Freude will ich trinken, ich sauge deine Liebe ein
Die Welt lässt mich ins Dunkel sinken, ich werde stehts einsam sein...

Einen Menschen will ich haben, der mich aufrecht liebt
Ich sehe einen toten Körper, der blutend auf der Straße liegt
Einen Menschen will ich haben, der mich aufrecht liebt
Ich sehe einen toten Körper, der blutend auf der Straße liegt

Lieber Gott... mach mich hart, für diese Welt
Und töte den Verstand, der mich quält
Lieber Gott... warum lässt du mich dies Elend sehn
Und warum lässt du meinen Schmerz nicht vergehn
Lieber Gott...

Ein kaltes Fühlen deiner Hand
Ein Lächeln, dass mich nicht mehr wärmt
Obwohl schon tausend Mal erduldet, hab ich nichts dazugelernt
In hundertfacher Ausgeburt
Habe ich das Leid erlebt
Erzeugt von einer Menschenheit, die am Rand des Abgrunds steht

Ich glaub noch immer an die Welt
Die ewig ihre Runden zieht
An eine Liebe, die mir bleibt
Egal was auch geschieht
Ich glaub noch immer an die Welt
Die ewig ihre Runden zieht
An eine Liebe, die mir bleibt
Egal was auch geschieht

Lieber Gott... mach mich hart, für diese Welt
Und töte den Verstand, der mich quält
Lieber Gott... warum lässt du mich dies Elend sehn
Und warum lässt du meinen Schmerz nicht vergehn
Lieber Gott...

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6. Dezember 2012 um 15:07

Zum thema
Habe ein gutes eBook zu diesem Thema gelesen: schaut mal unter www.schicksalsvogel.de.tl ! Sehr gut! Kann es nur empfehlen!

Gruß Hilde

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6. Dezember 2012 um 15:08

Mei beitrag
Habe ein gutes eBook zu diesem Thema gelesen: schaut mal unter www.schicksalsvogel.de.tl ! Sehr gut! Kann es nur empfehlen!

Gruß Hilde

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