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Ist Untreue des Partners vorprogrammiert?

10. April 2011 um 18:02 Letzte Antwort: 18. April 2011 um 0:43

.. es fällt mir sehr schwer das zu posten, da ich dieses Thema mein Leben lang verdränge.
Als Kleinkind wurde ich in einem kath. Heim missbraucht.
Dies wurde so gut von mir verdrängt, dass ich mich fast nicht mehr daran erinnere, ich spüre es nur.

So.. mittlerweile bin ich zwei Jahre mit meinem Freund zusammen. Ich habe es auch geschafft, ihm das kurz und knapp zu erzählen. Doch oft glaube ich, dass er es vergessen hat oder so..
Es gab mal eine Zeit, in der es sexuell gut lief, da wurde mein Trauma perfekt verdrängt, doch das ist schon eine Weile her.
Ich habe oft nach dem Sex still geweint, es kam irgendetwas hoch. Oftmals hat er es mitbekommen, doch er ignorierte es (viell. weiß er auch nicht, wie er damit umgehen soll..).
Manchmal, eher selten, habe ich ihn abgewiesen und ihn somit gekränkt. Dies gab er mir auch zu spüren, deshalb habe ich mich oft gezwungen mit ihm zu schlafen, weil ich Angst habe ihn zu verlieren. Es fällt mir leicht, wenn ich vorher viel Alkohol konsumiere, denn dann kommt dieses eklige Gefühl nicht hoch.

Komisch ist auch, dass wenn ich auf ihm liege, dieses widerliche Gefühl am heftigsten, am extremsten ist.. Ich frage mich oft weshalb das so ist..
Deshalb traue ich mich das nicht mehr, doch das mag er am meisten, leider.
Ich weiß auch nicht...
Er ist eig. ein sehr fürsorglicher Mensch, beinahe wie ein Vater. Er hat mich noch nie angeschrien oder wurde aggressiv. Ich liebe ihn und möchte ihn nicht verlieren... doch ich befürchte, dass er sich nach einer Partnerin sehnt, die ihm mehr an Sexualität geben kann.. denn er betont oft, dass Leidenschaft das Wichtigste in einer Beziehung ist.

Was soll ich denn bloß tun?

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10. April 2011 um 22:40

Danke
Ok.. das wäre wohl das Vernünftigste..
Ich habe 2,5 Jahre Therapie hinter mir (wegen Borderline u. Depression) und konnte nie darüber reden.. Als ob mich eine 'Mundsperre' davon abhielt..
Und ich habe Angst, dass wenn ich mich intensiv mit diesem Thema auseinandersetze, ich wieder in ein Loch fallen könnte..
Hmm.. naja, da muss man durch.

Jedenfalls vielen Dank für deinen Beitrag!!!

Liebe Grüße

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10. April 2011 um 23:06

Danke
Ja, da hast du recht.. ich muss mit ihm endlich darüber reden und die Angst überwinden..
Es ist noch so neu, dass ich mich damit auseinandersetze.. also das ist hier das erste mal, dass ich so richtig darüber reden kann..
Wenn ich das jetzt durchziehe, mit einer Therapie und alles.. habe ich dann auch noch genügend Konzentration zum Lernen?
Ich habe Angst, dass deshalb meine beruflichen Ziele darunter leiden.. obwohl das ja eig. wichtiger sein sollte.
Solch eine Lektüre muss ich mir mal kaufen.. werde mich mal im Internet informieren.

Der Vergleich mit dem Vater war doof.. wollte damit sagen, dass ich mich ansonsten geborgen fühle bei ihm und alles..
Also er ist auch nicht viel älter als ich.

Habe mir das mal durchgelesen mit der DBT, das hört sich gut an.. meine ehemalige Therapeutin ist sehr gut.. Sobald ich wieder versichert bin, schreibe ich ihr mal..

Vielen Dank, Anja!!!

Liebe Grüße.

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11. April 2011 um 17:31

Interessant
das Ganze aus der männlichen Perspektive zu hören.
Ich bin keinesfalls sauer darüber, dass ihm Leidenschaft wichtig ist, nur traurig, dass ich ihm das zu oft nicht geben kann, jedenfalls in sexueller Hinsicht.
Ja.. Reden ist das A und O in einer Beziehung, nun sollte ich dies auch in die Tat umsetzen. Habe gestern langsam damit angefangen, lief nicht ganz so gut von meiner Seit aus, aber ich nehme nun immer größere Schritte in Angriff.

Ich danke dir für deinen Beitrag und wünsche Euch ebenfalls viel Glück weiterhin!

Liebe Grüße

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12. April 2011 um 17:07

Liebe Anja
mit deinen Sätzen gibst du mir wirklich Mut, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine Therapie zu beginnen.
Das Gespräch lief in sofern nicht gut meinerseits, da ich es abgebrochen habe und das Thema gewechselt habe. Das Einzige was zur Sprache kam, war, dass ich mich dazu zwinge mit ihm zu schlafen, er meinte ''das sollst du doch nicht''.
Wenn ich ihn das nächste Mal persönlich treffe, dann versuche ich es noch einmal. Und falls es schlecht laufen sollte, dann wäre eine Trennung auch keine Untergang, denn Liebesschmerz vergeht irgendwann. Na mal sehen..
Deine tolle Idee, ich solle alles einmal aufschreiben, habe ich schon in die Tat umgesetzt, das war erleichternd..
Vielleicht gebe ich ihm das lieber beim nächsten Treffen..

Danke, das ist lieb von dir!

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16. April 2011 um 18:55

Ja..
du hast Recht..
Zur Zeit lebe ich nicht in Deutschland und kann somit Abstand zu dem Ganzen gewinnen.
Falls die kommenden Gespräche zu nichts führen, werde ich die Beziehung beenden.

Vielen Dank, Sternennacht!!!

Ganz liebe Grüße

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17. April 2011 um 0:29


Glaube mir das dein Freund es nicht vergessen hat. Er weiss wirklich nicht damit umzugehen. Woher auch. Wenn du dich ihm öffnest und ihm mal erzählst was da an Gefühlen in dir hochkommt, kann er besser verstehen. Ich weiss, dass sowas schwer ist und Überwindung kostet. Aber wie soll er lernen mit dem was du speziell erlebt hast sensibel umzugehen wenn er darüber fast nichts weiss. Ich kenne die Sätze... Du bist kein Therapeut und kannst mir nicht helfen. Ich will nicht darüber reden weil sonst wieder alles hochkommt.
Professionelle Hilfe brauchst du auch (Therapie). Um Skills zu erlernen, Traumreisen zu machen und so weiter. Aber es ist auch wichtig deinen Partner einzubeziehen. Er liebt dich! Sonst würde er nicht zu dir halten. Das er Sex von dir möchte erinnert dich an das Trauma aber er kann vielleicht noch nicht ermessen wie tief es in dir steckt und was er wachruft. Er sieht es aus seiner Sicht. Er hat wunderschöne Gefühle mit dir beim Sex und möchte diese Gefühle mit dir gemeinsam erleben und sie dir im gleichen Maße schenken. Er sieht nur das du danach weinst. Vorher bist du ja für ihn normal. Er will dich sicher zu nichts drängen. Er möchte dir nur seine Liebe körperlich zeigen. Du wirst ihn nicht verlieren wenn ihr weniger oder keinen Sex mehr habt, solange er den Grund kennt und ein Licht am Ende des Tunnels sieht. Er sieht eine wundervolle Frau vor sich die er liebt. Sein Kopf muss aber erst einmal begreifen das diese Frau nicht gesund ist. Es gibt Gruppen/Therapeuten wo Männer hingehen können dessen Frauen betroffen sind. So lernt er verstehen solange du ihm noch nicht dein Herz voll ausschütten kannst. Sicher habt ihr einen langen und auch steinigen Weg vor euch... aber der lohnt sich doch !!!

Alles Gute

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18. April 2011 um 0:43

Hallo Sternennacht,
ja stimmt, es sind Erlebnisse.

Das mit dem Alkohol... es kann doch auch sein, dass Sie heimlich trinkt. Zudem war ich auch mal so dumm und habe vieles nicht bemerkt. Mann lernt mit der Zeit (zum Teil leider aus Fehlern).

Sicher kann es sein, dass er was Sex angeht, ein Egoist ist und nicht ablässt. Dann ist Sie besser ohne ihn dran. Dagegen spricht aber das er noch nie laut wurde oder aggressiv. Das spricht für Liebe. Auch das er nicht gegangen ist nachdem klar war, das Sex selten sein wird spricht dafür. Vielleicht lese ich da auch das Falsche zwischen den Zeilen raus und gehe zu viel von mir aus.
OK nach zwei Jahren sollte er sich informiert haben... aber weisst du was er gelesen oder gehört hat... Ich will den Mann hier bestimmt nicht in Schutz nehmen, denn auf der anderen Seite hat er Sie zum Sex gedrängt...
Vielmehr möchte ich sie ermutigen mehr mit ihm zu reden da er sonst nicht wirklich begreifen wird wie es in Ihr aussieht.
Jeder Mensch ist unterschiedlich und muss seinen eigenen Weg finden mit erlebtem klarzukommen.

Sie sollte lernen zum GV nein zu sagen und nicht es durch Alkohol zu ermöglichen. Er muß unbedingt erkennen wann und was Sie mag - nicht nur auf Sex bezogen.

Mit den Ablehnenden Sätzen, die ich mal gehört habe, wollte ich Ihr einen Gedankenanstoß geben. Sie hat es bisher nur einmal geschafft mit ihm darüber zu reden... OK das ist ein super Anfang aber sie muss sich auch Ihm gegenüber öffnen und nicht nur den Therapeuten. Denn die zwei wollen ja eine funktionierende Beziehung... dass kann aber doch nur klappen wenn Sie sich nicht einigelt... und den Weg hat Sie bis heute eingeschlagen...

Sicher war das ein grauenvolles und einschneidendes Erlebnis. Aber man kann es von zwei Seiten sehen. Entweder ich füge mich den Tatsachen und versuche so gut es geht Alles zu verdrängen oder ich habe einen Partner an meiner Seite und versuche mit seiner Unterstützung zu kämpfen und das Leben so weit zu geniessen wie es noch geht. Das ist sehr sehr schwer... aber ich weiss das es geht!

Übrigens habe ich mal auf dein Alter gesehen... wow. In den jungen Jahren war ich noch nicht so clever und erfahren! Aber ich kann mir auch denken was dich so gemacht hat.

Viel Glück! Poldi

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