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Ist sich unterhalten gleich flirten?!

23. Juli 2014 um 21:14

Hallo ihr Lieben,

ich wusste jetzt nicht recht, wo ich mein Thema/Problem einordnen soll, aber da es ungefähr was mit ''Freundschaft zwischen Mann und Frau'' zu tun hat passt diese Kategorie ja.

Es war eigentlich schon seit der Grundschule so, dass ich mich mit Jungs einfach besser verstanden habe. Die waren immer so unkompliziert und garnicht zickig
Klar hatte ich auch Mädchen als Freunde, aber ich konnte schon immer besser mit Jungs. Das geht bis heute noch so.
Ab dem Gymnasium wurde das auch leider ein Grund, weshalb mich die anderen Mädels immer gemobbt haben .. Es hieß immer (schon in der 7. Klasse wohlbemerkt, ich frage mich ehrlich gesagt, ob man da überhaupt schon flirten kann ): lisa flirtet immer mit allen jungs, lisa ist ne schl**pe, hihihi.
Das war wirklich ne harte Zeit.
Und es war wirklich einfach so, dass ich mich nur mit denen unterhalten und in der Pause abgehangen hab. Viele von den Jungs sind heute noch enge Bekannte / Freunde.

Heute bin ich 21, Studentin und seit 3 Jahren glücklich vergeben, und ich frage mich wirklich, warum die Gesellschaft anscheinend erwartet, dass man sich als Nicht-Single für alle anderen Männer unsichtbar machen und die ignorieren soll.
Aber das beschäftigt mich auch erst seit heute so viel.

Ein Kommilitone schrieb mich gestern an und fragte, ob wir uns heute kurz treffen könnten, damit er sich meine Notizen aus einem Seminar kopieren kann. Für mich kein Problem.
Während ich auf ihn warte und wir uns unterhalten, kam eine Freundin von mir dazu. Statt mitzureden, starrt sich mich die ganze Zeit an. (Generell redet sie mit nicht vielen Leuten an der Uni, ich bin so ziemlich ihre einzige Bezugsperson auf dem Campus, obwohl sie wirklich kein schüchterner Mensch ist)
Naja, war ne lebendige Unterhaltung zwischem dem Kommilitonen und mir, ist ja auch normal, dass man zwischendurch mal lacht oder dass man dem anderen ins Gesicht schaut wenn der mit einem redet.

Nachdem sie und ich wieder alleine waren, schaut sie mich an und sagt: ''ach, ich kann verstehen warum dich früher alle Mädchen gemobbt haben, das war schon fast nicht auszuhalten wieviel du mit dem geflirtet hast!''

Puh, da musst ich erstmal schlucken. Ich fand das richtig gemein, vor allem weil ich ihr das anvertraut habe und sie genau weiß, wie sehr mich das damals mitgenommen hat.
Ich habe ihr nochmals erklärt, dass es für mich egal ist, ob ich mit einem Jungen oder einem Mädchen unterhalte, ich mache da keinen Unterschied. Ich hab da null Hintergedanken. Und ich hab dem ja auch nicht halb auf'm Schoß gesessen beim Reden.
Sie daraufhin: ''du scheinst dir dessen ja echt überhaupt nicht bewusst zu sein, dann kann man dir das ja eigentlich nicht übel nehmen'' und ein doofes Lachen kam dahinter.

Und vor ein paar Wochen hat mich ein anderer Kommilitone nach nem Kurs gefragt den ich schon gemacht habe, er aber nicht. Da kam auch am Ende von ihr: ''aha, haste wieder hart geflirtet?''



Ich verstehe einfach nicht, wieso ich die Männer ignorieren oder abwimmeln soll. Als offener und kontaktfreudiger Mensch mache ich wirklich so gut wie keinen Unterschied daraus, wenn ich mich mit nem Mädel oder nem Kerl anfreunde. Da ist immer von vornerein klar, dass ich vergeben bin und da auch kein Interesse habe.
Und ich mache das auch alles nicht heimlich, ich tausch mich da auch regelmäßig mit meinem Freund drüber aus und der hat kein Problem damit, weil er mir eben vertraut. Es gibt halt nicht nur Mädchen auf der Welt.
Und ein Treffen zu 2. gibt es auch dann nur wenn es sich gerade zufällig ergibt, sonst ist man immer in der Gruppe unterwegs, da kann man mir also nix unterstellen..
Grrrr das ärgert mich einfach so.

Ich hoffe ich konnte die Problematik jetzt ein bisschen klar machen, das ist alles ziemlich durcheinander geschrieben und auch ziemlich viel

Wie seht ihr das denn? Ich weiß, dass ihr das alles nur von Außen beurteilen könnt, aber vielleicht war jemand mal in einer ähnlichen Situation.
Ich finde das nämlich sehr schade, dass man als weibliches Wesen anscheinend auch nur weibliche Freunde haben darf ohne schief angeschaut zu werden.
Und ich will mir diesen Charakterzug auch eigentlich nicht nehmen lassen, ich mag meine Offenheit und dass ich gern Leute egal welchen Geschlechts kennenlernen will.
Aber dass ich mir dann von einer guten Freundin sowas anhören muss tut schon ein bisschen weh.

Liebste Grüße,
Lisa

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17. August 2014 um 23:45

Es gibt also noch vernünftige Frauen.
" Es hieß immer (schon in der 7. Klasse wohlbemerkt, ich frage mich ehrlich gesagt, ob man da überhaupt schon flirten kann lisa flirtet immer mit allen jungs, lisa ist ne schl**pe, hihihi. "
Flirten (können und/oder wollen) ist sicher nichts, was man am Alter festmachen kann; eher daran, ob man sich seiner Wirkung auf Andere bewusst ist und darauf dann bewusst Einfluss nehmen kann/will.
Ich würde mal stark annehmen, dass deine Mitschülerinnen in dem Alter eher neidisch auf dich waren, weil du unbefangener mit den Jungs umgehen konntest als sie; einfach, weil du ihnen da Erfahrung voraushattest, und vermutlich auch Gelassenheit, da du einfach anderes von ihnen wolltest und das auch bekamst.
Das war sicher eine harte Zeit für dich, aber darüber brauchst du dir heute wirklich keinen Kopf mehr zu machen.

"Viele von den Jungs sind heute noch enge Bekannte / Freunde."
Ist doch super für dich. Langanhaltende Freundschaften, die einen durchs Leben begleiten, wo man sich seit Jahren und auch durch die eigene Entwicklung hinweg kennt und schätzt, sind etwas unheimlich wertvolles.
Ist auch super für deine Bekannten/Freunde, eine echte Männerversteherin zum Kumpel zu haben.

" ich frage mich wirklich, warum die Gesellschaft anscheinend erwartet, dass man sich als Nicht-Single für alle anderen Männer unsichtbar machen und die ignorieren soll. " Die meisten Menschen sind sozialmoralisch auf dem Stand von vor hundert Jahren eingefroren und auch gar nicht bereit, ihre Vorurteile zu überdenken.
Die meisten Menschen sind viel zu feige, öffentlich dagegenzuhalten, wenn ihre eigenen Vorstellungen von denen der Mehrheit abweichen.
Die meisten Menschen sind emotional so verkorkst, dass sie sich gar nicht mehr darauf einlassen wollen, irgendetwas zu fühlen, denken, ausagieren, dass auf den Spott der Gesellschaft treffen könnte.
Es ist erstmal verdammt hart, diese traurigen Punkte anzuerkennen, aber wenn man erstmal begriffen und angenommen hat, dass die Welt eben so ist, kann das auch sehr entlastend sein, weil man dann endlich nicht mehr sich selbst für seltsam hält, sondern frei ist, sich sich in gesunder Distanz über diese Erwartungen zu stellen, zu sich zu stehen, und sich Leute zu suchen, die das ebenfalls wollen.

"Nachdem sie und ich wieder alleine waren, schaut sie mich an und sagt: ''ach, ich kann verstehen warum dich früher alle Mädchen gemobbt haben, das war schon fast nicht auszuhalten wieviel du mit dem geflirtet hast!''"
Ich höre mich wahrscheinlich wie ein arroganter alter Sack an, aber wenn ich lese, was du über sie schreibst, und dass du selbst 21 bist, dann denke ich mir da nur: Wo manche in der siebten Klasse stehen, stehen manche mit Anfang zwanzig immer noch - und damit meine ich jetzt nicht dich...
Sie mag ja ne liebe und nette Kommilitonin sein und vielleicht auch nicht doof, aber ich vermute mal stark, dass es bei ihr in Sachen Selbstbewusstsein im Umgang mit dem anderen Geschlecht einfach nicht weit her ist. Da würde ich dir raten, nicht allzuviel auf solche Sprüche zu geben bzw. sie einfach als leicht schräges und die Situation etwas verfehlendes Kompliment (um) zu interpretieren. Damit lebt es sich leichter und freier.


"Ich verstehe einfach nicht, wieso ich die Männer ignorieren oder abwimmeln soll. Als offener und kontaktfreudiger Mensch mache ich wirklich so gut wie keinen Unterschied daraus, wenn ich mich mit nem Mädel oder nem Kerl anfreunde. Da ist immer von vornerein klar, dass ich vergeben bin und da auch kein Interesse habe.
Und ich mache das auch alles nicht heimlich, ich tausch mich da auch regelmäßig mit meinem Freund drüber aus und der hat kein Problem damit, weil er mir eben vertraut. Es gibt halt nicht nur Mädchen auf der Welt. [...] Und ich will mir diesen Charakterzug auch eigentlich nicht nehmen lassen, ich mag meine Offenheit und dass ich gern Leute egal welchen Geschlechts kennenlernen will. " Bewahr dir das. Sowas wünscht man sich doch, ob als Kumpeline oder feste Freundin.

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24. August 2014 um 12:51

Der Unterschied...
zwischen Männern und Frauen ist, dass Frauen fast alle anderen Frauen als Konkurrenz sehen, Männer dagegen sehen sich als so toll, dass sie keine Konkurrenz haben. Deswegen zicken Frauen sich immer so an und Männer eigentlich nicht so (wenn dann behaupten sie hintenrum, dass jmd schwul ist). Die die dich gemobbt haben und auch deine komische Freundin da von der du erzählt hast, sehen dich als Konkurrenz und sind neidisch, ganz einfach. Und deswegen ist es auch nicht leicht mit Frauen zu tun zu haben. Aber das was die da gesagt hat ist schon wirklich mies, ich würd mich mit der an deiner Stelle nicht mehr abgeben und den Kontakt langsam einschlafen lassen. Man kann jmd sowas auch anders sagen, aber nicht so.
Zum Flirten gehört schon deutlich mehr dazu, als nur nett sein, lachen usw und wenn man mit jmd redet sollte man grundsätzlich dem in die Augen schaun XD

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30. August 2014 um 23:58

Ich sehe das Problem nicht...zumindest nicht bei dir..
sondern bei ihr. Sie ist schlicht und ergreifend keine gute Freundin.

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