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Ist mein Freund manisch-depressiv?

16. März 2009 um 18:28

Hallo!
Mein Freund ist bereits seit August/September arbeitslos. Seitdem ist er fast nur daheim, macht aber immerhin mal Wäsche und den Abwasch, räumt mal auf, typischen Hausmannpflichten eben, aber auch nicht jeden Tag natürlich.
Ich bin der Meinung er hat sich ganz schön verändert in der letzen Zeit.
Er hat zur Zeit null Bock auf Arbeit und wenn er sich bewirbt, dann schreibt er voll den Scheiß, wie "Ich bewerbe mich auf die Stelle, wo sie aufgegeben haben" oder so was.
Zu mir sagt er immer, er fängt an sich richtig zu bewerben, wenn er kurz vor Hartz4 steht. Ich sage ihm zwar immer wieder, dass er nicht damit rechnen kann, dann sofort wieder eine super Stelle zu bekommen, immerhin ist er ein jahr raus, aber das scheint ihm egal zu sein.

Die letzten Tage liegt er jeden Tag 2-3h im Bett, ist sehr oft total brummelig,wenn man ihn anspricht und hat sich die letzten 3 Tage immer beschwert, dass ihm schlecht ist nach dem Essen, weil er angeblich zu viel gegessen hat.
Dafür nascht er aber andauernd Süßes, was früher nicht so schlimm war - dadurch hat er auch bestimmt 7kg zugenommen seit Anfang des Jahres.
Außerdem hat er jetzt schon mehrmals erzählt, dass er an seinen Tod (aber nicht Selbstmord, sondern einfach so, wenn er stirbt) denkt.
Wenn er nicht grad schlechte Laune schiebt, dann spinnt er herum. Dann fängt er an zu singen und hüpft rum und drückt mich fest oder begrapscht mich o. Ä.

Zwischendrin gibts selten was, ganz selten kann man sich mal normal und sachlich mit ihm unterhalten.
In letzter Zeit beklagt er sich auch noch über schlechten Schlaf.

Denkt ihr, er könnte manisch depressiv sein? Ich finde, dass da schon einige Symptome da sind, wie die ständig wechselnden Launen, den vermehrten Appetit auf Süßes, Gedanken an den Tod, schlechten Schlaf, NullBock-Phasen...

Freue mich auf eure Antworten...grüße!

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26. März 2009 um 12:18

Ich lebe zeitlebens mit manischer Depression
Das Krankheitsbild ist etwa so: Es gibt die manische Phase, da fühlt man sich als hätte man 100 Tassen Kaffee getrunken, unbeschreiblich grossartig, packt alles an und verzettelt sich dabei. Man ist dann besonders geistreich, quatscht ohne Ende und merkt nicht, dass man anderen auf den Keks geht. So viel Energie, die aber nicht kanalisiert werden kann, um etwas Richtiges zu vollbringen.
Bei der depressiven Phase ist es genau umgekehrt. Man ist ständig müde und wenn man morgens aufwacht, ist der ganze Tag wie ein Riesenberg, den es zu bewältigen gilt. Man hat die Stimme gedrückt, ist kurzatmig und zu wenig Platz in der Lunge zum Atmen. Alles ist anstrengend. Man sieht keine Perspektive und fühlt sich lebendig tot. Nur eine lebendige Hülle, die nicht fähig ist, Emotionen zu empfinden.
Beide Phasen sind enorm anstrengend - auch wenn die Manische (scheinbar) besser zu ertragen ist.
Das Krankheitsbild ist für meine Begriffe nicht pathologisch, sondern die Reaktion auf den Arbeitsplatzverlust. Vielleicht solllte er mal bei einem Arzt vorbeischauen und sich ein leichtes Antidepressivum verschreiben lassen ,welches nicht abhängig macht.

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