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Ist es normal das Leben überwiegend als anstrengend und krampfig zu empfinden?

19. September 2017 um 13:06 Letzte Antwort: 28. September 2017 um 18:34

Hallo ihr Lieben,

ich frage mich oft ob ich eigentlich die Einzige bin, die das eigene Leben überwiegend als anstrengend und unbefriedigend empfindet oder ob ich einfach zu blöd bin mein Leben richtig auf die Reihe zu kriegen, damit ich darin glücklich werde.

Die einzige Zeit die ich wirklich dauerhaft als schön beschreiben kann war meine Kindheit, da war ich ständig mit meinen 3 besten Freundinnen draußen und haben einfach gespielt.

Ich würde sagen so ab der Mitte der Schulzeit wurde alles nur noch anstrengend. Ich habe die Schule gehasst weil ich das Prinzip von Schule schwachsinnig finde und man nicht wirklich viel über das Leben lernt. Die Leute aus meiner gesamten Schulzeit empfand ich auch als unpassend für mich.

Ab der Pubertät bekam ich schleichend eine Krankheit mit der ich mich knapp 10 Jahre herumschlagen musste, weil kein Arzt wusste was ich hatte und ich einen wahren Ärztemarathon hinter mir hatte. Heute kenne ich die Diagnose, muss aber mit einigen Symptomen mein Leben lang zurechtkommen. Leider muss ich sagen dass aufgrund dieser Krankheit mein Leben recht eingeschränkt war und ich damit meine Jugend ein Stück weit verpasst habe bzw. in die Tonne treten konnte. Aufgrund der Belastung musste ich über Jahre hinweg täglich mehrere Panikattacken aushalten, aber ich habe immer die Zähne zusammengebissen und weiter gemacht, als ob ich gesund und leistungsfähig wäre.

Das einzige was mir damals Energie gegeben hat um da rauszukommen und durchzuhalten war der Wunsch irgendwann meinen Traumjob ausüben zu dürfen, was ich auch mit viel Mühe erreicht habe. Nach einigen Jahren fühlte ich mich in meinem Job stark ausgelaugt und ich fing an in Teilzeit zu arbeiten. Endlich hatte ich mal Zeit über meine eigenen Bedürfnisse nachzudenken und ich spüre einen immer stärkeren Wunsch nach einer Beziehung die ich leider noch nie erleben durfte. Mein Umfeld fragt sich immer warum ich Single bin, aber ich glaube dass mich die ganzen Erfahrungen die letzten Jahre zu einem Typ Mensch hat werden lassen, der in die "normale" Gesellschaft nicht reinpasst. Ich weiß nicht ob man das versteht was ich sage, aber ich habe viel in dieser Zeit über mich gelernt, was zur Folge hat, dass ich mich selbst gut kenne und weiß wie ein Partner sein sollte, dass eine Beziehung stark und stabil sein kann. Leider treffe ich nicht auf solche Männer, das einzige was ich bisher "zustande" gebracht hatte war mal eine längere Affäre, die ich dann beendet habe.

Für meine Gesundheit musste ich kämpfen, um die Arbeit ausüben zu dürfen die ich wollte, musste ich kämpfen, um eine Beziehung zu bekommen musste ich kämpfen. Ich habe den Eindruck egal was ich mache, dass ich für alles kämpfen muss und mir absolut nichts einfach mal durch Glück zugeflogen kommt. Andere Leute haben keine Krankheit, der Partner kommt plötzlich einfach so in Leben zugeflogen, die Leute haben kein Problem gehabt mit der Schule, fühlen sich nicht in der Arbeit ausgebrannt usw. Stelle ich mich blöd an oder ist das einfach eine Aneinanderreihung von Pech ? Manchmal denke ich, dass ich in dieses Leben oder in diese Gesellschaft nicht rein passe.

Wünsche mir so sehr einfach mal nur dauerhaft glücklich in vielen Bereichen zu sein!!

Bin sehr gespannt und dankbar auf eure Antworten.
LG

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19. September 2017 um 13:25

nun, das wird auch so bleiben, so lange Du Dich weiter auf das konzentrierst, was bisher in Deinem Leben alles so schief lief.

Du kommst nach Hause und bist ausgebrannt - ok, geht mir auch so. Aber ich kenne mich auch gut und musst viel über mich lernen in meinem Leben - ich weiß auch sehr gut, was mir am besten den Akku wieder auffüllt und nicht nur, was ihn leert. Und was meine Seele streichelt, mir gut tut - und das gibt es dann. Und dann kann und werde ich damit selbst dafür sorgen, dass es mir wieder gut geht.

Ich komme auch mit wenigen Menschen wirklich gut klar und nur auf einigen Wegen (beispielsweise in virtuellen Welten grundsätzlich ungleich besser als bei einem persönlichen Treffen) - ich habe mich genau darauf eingestellt und mir da einen Bekannten- und Freundeskreis aufgebaut, mit dem ich zufrieden und glücklich bin.

Ich habe auch so manche Krankheiten und einige Einschränkungen, was bei mir eben im Unterschied zu anderen nicht geht - tja, kann ich akzeptieren und damit leben und mich auf das konzentrieren, was ich habe oder erreichen möchte und was mir gefällt - oder mich daran aufreiben, was ich alles nicht habe und nicht haben kann. Meine Entscheidung.

usw. usf.

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26. September 2017 um 18:17
In Antwort auf gruenemartina

Hallo ihr Lieben,

ich frage mich oft ob ich eigentlich die Einzige bin, die das eigene Leben überwiegend als anstrengend und unbefriedigend empfindet oder ob ich einfach zu blöd bin mein Leben richtig auf die Reihe zu kriegen, damit ich darin glücklich werde.

Die einzige Zeit die ich wirklich dauerhaft als schön beschreiben kann war meine Kindheit, da war ich ständig mit meinen 3 besten Freundinnen draußen und haben einfach gespielt.

Ich würde sagen so ab der Mitte der Schulzeit wurde alles nur noch anstrengend. Ich habe die Schule gehasst weil ich das Prinzip von Schule schwachsinnig finde und man nicht wirklich viel über das Leben lernt. Die Leute aus meiner gesamten Schulzeit empfand ich auch als unpassend für mich.

Ab der Pubertät bekam ich schleichend eine Krankheit mit der ich mich knapp 10 Jahre herumschlagen musste, weil kein Arzt wusste was ich hatte und ich einen wahren Ärztemarathon hinter mir hatte. Heute kenne ich die Diagnose, muss aber mit einigen Symptomen mein Leben lang zurechtkommen. Leider muss ich sagen dass aufgrund dieser Krankheit mein Leben recht eingeschränkt war und ich damit meine Jugend ein Stück weit verpasst habe bzw. in die Tonne treten konnte. Aufgrund der Belastung musste ich über Jahre hinweg täglich mehrere Panikattacken aushalten, aber ich habe immer die Zähne zusammengebissen und weiter gemacht, als ob ich gesund und leistungsfähig wäre.

Das einzige was mir damals Energie gegeben hat um da rauszukommen und durchzuhalten war der Wunsch irgendwann meinen Traumjob ausüben zu dürfen, was ich auch mit viel Mühe erreicht habe. Nach einigen Jahren fühlte ich mich in meinem Job stark ausgelaugt und ich fing an in Teilzeit zu arbeiten. Endlich hatte ich mal Zeit über meine eigenen Bedürfnisse nachzudenken und ich spüre einen immer stärkeren Wunsch nach einer Beziehung die ich leider noch nie erleben durfte. Mein Umfeld fragt sich immer warum ich Single bin, aber ich glaube dass mich die ganzen Erfahrungen die letzten Jahre zu einem Typ Mensch hat werden lassen, der in die "normale" Gesellschaft nicht reinpasst. Ich weiß nicht ob man das versteht was ich sage, aber ich habe viel in dieser Zeit über mich gelernt, was zur Folge hat, dass ich mich selbst gut kenne und weiß wie ein Partner sein sollte, dass eine Beziehung stark und stabil sein kann. Leider treffe ich nicht auf solche Männer, das einzige was ich bisher "zustande" gebracht hatte war mal eine längere Affäre, die ich dann beendet habe.

Für meine Gesundheit musste ich kämpfen, um die Arbeit ausüben zu dürfen die ich wollte, musste ich kämpfen, um eine Beziehung zu bekommen musste ich kämpfen. Ich habe den Eindruck egal was ich mache, dass ich für alles kämpfen muss und mir absolut nichts einfach mal durch Glück zugeflogen kommt. Andere Leute haben keine Krankheit, der Partner kommt plötzlich einfach so in Leben zugeflogen, die Leute haben kein Problem gehabt mit der Schule, fühlen sich nicht in der Arbeit ausgebrannt usw. Stelle ich mich blöd an oder ist das einfach eine Aneinanderreihung von Pech ? Manchmal denke ich, dass ich in dieses Leben oder in diese Gesellschaft nicht rein passe.

Wünsche mir so sehr einfach mal nur dauerhaft glücklich in vielen Bereichen zu sein!!

Bin sehr gespannt und dankbar auf eure Antworten.
LG

Ja, das Leben kann schon ne B...tch sein.
Also ich empfinde den Alltag oft auch nicht als wirklich entspannend. Stoße recht oft an Grenzen, wo mir einfach jedes Verständnis fehlt. Wo ich mich frage, in was für einer Welt ich hier lebe, als ob ich wo anders hin gehören würde.
Du glaubst jetzt, dass anderen vieles zugeflogen kommt. Das glaube ich so nicht. Ich denke, jeder muss irgendwo dafür Arbeiten, was er hat oder haben möchte. Selbst wenn es von außen alles easy scheint, kann es hinter der Fassade ganz anders aussehen. Ein Partner z.B. kommt einem nicht einfach in den Schoß geflogen, man lernt halt Menschen kennen und lieben. Man muss da auch oft akzeptieren, dass der Partner eben nicht genauso ist, wie man ihn sich wünscht. Dass der Job, den man sehr attraktiv fand im Laufe der Zeit seinen Reiz verliert.

Einfach dauerhaft glücklich zu sein, ist eigentlich recht einfach.
Erstmal sollte man Dinge, die jetzt Fakt sind hinnehmen! Ohne Wenn und Aber. Du hast keine Zeitmaschine, also akzeptiere was war und was jetzt grad Fakt ist. Krankheit, Single, Arbeit. Die drei Hauptthemen scheinen Dich zu beschäftigen. Nimm sie erstmal einfach so hin.
Dann probier neue Sachen aus, eine Reise in ein Land, dass du nicht kennst, einen Sport, ein Buch oder Spiel. Eigentlich egal was. Alles, was du bislang vielleicht unbedingt wolltest. Einfach mal ausprobieren und den Horizont erweitern. Neue Dinge zu lernen ist für viele Glück pur. Wie ein Kind, dass ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist. Richte Dein Leben so ein, dass du genau so lebst wie es für Dich gut ist, Dinge tust, die dir gefallen.

Ich hab mich sehr lange Zeit als unglücksraben gesehen. Heute sehe ich mein ich von damals als unfähigen Jammerlappen, der gern die Schuld bei anderen suchte.

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28. September 2017 um 18:34

Liebe Gm!

Die Schule, ja. Meine Güte, wie sehr ich sie hasste. Wenn ich nur das Wort Lehrer höre, läuft`s mir heute noch eiskalt den Rücken runter. Nun, in der Schule KANN man aber nichts übers Leben lernen, das macht das Leben selbst! Nein, nein, Du bist nicht zu blöd für dies oder jenes. Was würde denn da ich erst sagen? HA! Vielleicht passen andere Leute nicht in Dein Leben? Weißt Du was ich glaube? Ich glaube, dass Du händeringend nach einem Partner suchst, nur noch nicht gefunden hast, aus welchen Gründen auch immer. Das Leben ist eben ungerecht, da brauchen wir gar nicht lange zu diskutieren. Es ist wie eine Arena, ein einziger Kampf. Man muss nur dazu bereit sein, zu kämpfen. Manche gewinnen den Fight, manche scheitern. Für das, was ich heute bin, musste auch ich kämpfen. Wenn Du verstehst, dass ein Krieg noch nie den anderen verhinderte, Dir eingestehst, dass es anderen Menschen noch sehr viel schlechter ergeht, wenn Du noch Deinen Atem spürst, Dein Herz schlagen hörst,  dann ist das schon die halbe Miete. Das Leben verschenkt nichts, Du musst es Dir  h o l e n ! Denn: Wenn DU es nicht tust, liebe Grünemartina, dann tun`s andere, und zwar umsonst! Nur DU bestimmst Dein Leben, sonst keiner. Du bist der einzige Mensch, der über Dein Leben das Sagen hat. Du bist der Kapitän Deines eigenen Schiffs. Kämpfe weiter und zeig`s den Anderen! Viel dürfte dann nicht mehr schiefgehen, oder? Du schaffst das - da bin ich mir sicher!

Gutes Gelingen!

Liebe Grüße,

der alte lib 

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28. September 2017 um 18:34

Liebe Gm!

Die Schule, ja. Meine Güte, wie sehr ich sie hasste. Wenn ich nur das Wort Lehrer höre, läuft`s mir heute noch eiskalt den Rücken runter. Nun, in der Schule KANN man aber nichts übers Leben lernen, das macht das Leben selbst! Nein, nein, Du bist nicht zu blöd für dies oder jenes. Was würde denn da ich erst sagen? HA! Vielleicht passen andere Leute nicht in Dein Leben? Weißt Du was ich glaube? Ich glaube, dass Du händeringend nach einem Partner suchst, nur noch nicht gefunden hast, aus welchen Gründen auch immer. Das Leben ist eben ungerecht, da brauchen wir gar nicht lange zu diskutieren. Es ist wie eine Arena, ein einziger Kampf. Man muss nur dazu bereit sein, zu kämpfen. Manche gewinnen den Fight, manche scheitern. Für das, was ich heute bin, musste auch ich kämpfen. Wenn Du verstehst, dass ein Krieg noch nie den anderen verhinderte, Dir eingestehst, dass es anderen Menschen noch sehr viel schlechter ergeht, wenn Du noch Deinen Atem spürst, Dein Herz schlagen hörst,  dann ist das schon die halbe Miete. Das Leben verschenkt nichts, Du musst es Dir  h o l e n ! Denn: Wenn DU es nicht tust, liebe Grünemartina, dann tun`s andere, und zwar umsonst! Nur DU bestimmst Dein Leben, sonst keiner. Du bist der einzige Mensch, der über Dein Leben das Sagen hat. Du bist der Kapitän Deines eigenen Schiffs. Kämpfe weiter und zeig`s den Anderen! Viel dürfte dann nicht mehr schiefgehen, oder? Du schaffst das - da bin ich mir sicher!

Gutes Gelingen!

Liebe Grüße,

der alte lib 

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