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Irgendwann kann man nicht mehr

19. Januar 2013 um 23:13

Wo soll man anfangen, wenn das Leben einfach scheiße läuft. Wo soll man aufhören, wenn es scheinbar nie ein Ende gibt..

Ich bin 22 und wurde mehrmals in meinem Leben missbraucht. Mit jemanden geredet hab ich darüber noch nie. Warum auch? Ich habe angst nicht verstanden zu werden; keine Wörter der Welt würden den Hass beschreiben den ich fühle, um ehrlich zu sein auch gegen mich.
Das erste mal war ich noch wirklich jung. Vielleicht fünf Jahre. Ich war die Nacht in dem Bett meiner Eltern; mein Vater hat ein Alkoholproblem und kam erst nachts nach Hause, und war so weit ich mich erinnere, betrunken. Er dachte vielleicht, dass meine Mutter neben ihm liegt, jedenfalls ging seine Hand in meinen Schritt. Da wurde ich wach. Ich hab so getan, als würde ich weiterschlafen, gehofft, dass es jeden Moment aufhört, gebetet, dass es gleich vorbei ist. Ich weiß nicht mehr viel, aber es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Oft frage ich mich ob er wusste, dass ich es war, und ob er sich erinnert. Gleichzeitig dacht ich, dass ich das vielleicht nur geträumt hab.
Jedoch ist gleiche ist meiner Schwester passiert. Sie ist 9 Jahre jünger als ich. Und eines morgens, nachdem mein Vater mal wieder betrunken nach Hause kam, meinte meine Mutter: er ist an .... gewesen. Sie hat es ihr gesagt, sie sagt alles, was sie denkt. So bin ich leider nicht. Da wusste ich, dass ich es auch erlebt hab.

Das zweite mal war ich etwa elf. Es waren Sommerferien. Der Bruder meiner damaligen besten Freundin hatte eine Kamera zum Geburtstag geschenkt bekommen, und wollte diese testen. Ich weiß nicht mehr was meine beste Freundin in den Moment tat, wo genau sie war. Wir waren in seinem Zimmer, auf seinem Bett. Ich sollte mich auf ihn legen, und so tun als würde ich mit ihm schlafen. Die Kamera war natürlich an. Warum hab ich mich nicht gewehrt? Ich finde bis heute keine Antwort.

Über all die Jahre hab ich die Ereignisse, so dacht ich, gut verdrängt. Und dann war da noch ein Vorfall, noch eine Person, die meine Seele verletzte. Ich kann nicht mehr.
Es war Silvester, er hatte eine Freundin, ich war angetrunken und hab ein wenig geflirtet. Wir waren in einer lustigen Runde zusammen draußen unterwegs, und plötzlich meinte er, er führe eine offenen Beziehung. Das fand ich ein wenig komisch. Ich hab nicht weiter gedacht. Ziemlich dämlich. Irgendwann hat er mich einfach hinter eine Hecke gezogen und geküsst. Das fand ich noch nicht schlimm. Ich fand ihn nett, aber ich hab mich scheiße gefühlt, schließlich hatte er ja eine Freundin. Bei jemanden zu Hause ging er dann jedoch weiter. Er ist mir in die Küche hinterher gelaufen, und plötzlich waren seine Hände überall an meinen Körper, unter meinem Tshirt an meinem Gürtel. Ich hab gesagt, dass ich das nicht will. Er hat mich irgendwann gehen lassen, und hatte dann nochmal eine Gelegenheit genutzt mich anzufassen. Ich weiß nicht wie oft ich nein gesagt hab.

Ich kann wirklich nicht mehr. Ich will nicht drüber reden, aber immerhin hab ich es mal niedergeschrieben.
Danke fürs lesen

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20. Januar 2013 um 19:21

Hallo
ich kann mir sehr gut vorstellen ,wie du dich gefühlt haben musst .Ich war selber sehr oft so in einer Situation geraten .Für mich war es die Hölle gewesen .Um aus so einer Situation zu entkommen ,manchmal hilft leider nicht nur ein nein sondern ein Tritt ins Geschlecht oder eine Ohrfeige und laut schreien .Ich bin sonst gegen Gewalt nur schon mal geht es nicht anders .Es gibt leider manche Männer die kein nein akzeptieren können und kein Verständnis dafür haben können .Was er mit dir gemacht hat ,war ziemlich sehr respektlos gewesen .Keine Person hat das Recht ,gegen dein Willen dich anzufassen .

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