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Introvertiert im Studium/Betrieb

13. September um 3:08

Hallo,

wie im Titel schon genannt geht es hier um das Thema Introvertiert/Extrovertiert.

Ich selbst bin eher ein introvertierter Mensch, dh. ich brauche immer ein bisschen um mit neuen Leuten "warm" zu werden. Bei Einzelpersonen habe ich weniger Probleme ins Gespräch zu kommen. In Gruppen aber ist es mir oft schlichtweg zu anstrengend den Gesprächen zu folgen, da ich mich bei mehreren Stimmen nicht mehr auf eine konzentrieren kann.
Eigentlich habe ich mit mir selbst kein Problem ich bin zwar stiller, empfinde das aber nicht als negativ, weil ich für die Dinge, die mir wichtig sind immer einstehe und ich selbst Menschen schätze, die nicht einfach was sagen um etwa gesagt zu haben oder Sachen ständig wiederholen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich manche extrovertierte Menschen durchaus bewundere und ich schon auch mal gerne die Welt in ihrer Rolle erleben würde. Hierbei meine ich vor allem die Menschen die andere mit reißen können, mit jedem direkt ins Gespräch kommen, aber trotzdem keine Blender sind.

Im Moment bin ich im Studium und ich habe das Gefühl das jeder den anderen nur übertönen will. Ich habe auch das Gefühl, dass einen in der Arbeitswelt vermittelt wird, man solle laut und auffällig sein, sonst wird man übersehen und bringt es zu nichts. Davor habe ich ehrlich gesagt etwas Angst.
Insgesamt ärgert es mich, wenn ich Dinge nur zu einer Person sage und diese dann genau meine Sätze laut wiederholt und als eigenen Gedanken quasi verkauft.
Mich ärgert es, wenn ich ständig gefragt werde warum ich so schüchtern bin.
Mich ärgert es, dass Extrovertierte oft so viel sagen, was so ohne Inhalt ist und trotzdem viel Anerkennung erhalten.
Mich ärgert es, wenn ich Sätze 5 Mal anfangen muss, weil keiner zuhört.

Zwar hab ich in meinem Studiengang durchaus Freunde gefunden, mit denen ich auch oft etwas mache, aber ich komme mir meistens nur wie ein Anhängsel vor und kein individueller Mensch. Vielleicht braucht es einfach noch mehr Zeit bis man wirklich wie bei alten Freunden so geschätzt wird wie man ist. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die meisten schon so akzeptiert werden.

Ich weiß zwar nicht genau was ich hören möchte, da ich mir ziemlich sicher bin, mich nicht in einen lauten, auffälligen Menschen verwandeln zu können. Aber vielleicht habt ihr trotzdem Tipps für den privaten aber vor allem auch betrieblichen Bereich, da mir schon einmal gesagt wurde ich solle mehr auffallen. Dieser Kritikpunkt wurde zwar bisher nur in einer Abteilung genannt, in der ich, auf Grund des schlechten Klimas (sehr viele Lästereien), besonders still war. Zwar habe ich stets meine Aufgaben erledigt und die für mich nötigen Fragen gestellt, aber scheinbar war ein kommunikativierer Mensch gesucht, der ich ehrlicherweise nicht war. Ich habe eben nur geredet wenn es nötig war und das ist oft zu wenig bzw. wirkt evtl. desinteressiert.

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13. September um 18:48

Was du schilderst, klingt meinem Wesen nicht unähnlich. Ich kann dir versichern, auch als introvertierter Mensch findet man seinen Weg, beruflich und privat. Klar hat extrovertiertheit vorteile. Das sehe ich wie du, aber das  gute ist ja, dass wir auch mehr "auftauen", wenn uns die Personen vertrauter sind und die Situation und im beruflichen Umfeld hat man ja zumindest Kollegen,  die man irgendwann kennt und wo man dann auch weniger still ist. Zumindest geht es mir so, dass ich offener und kommunikativer werde, je sicherer und vertrauter mir die Situation und die Person ist und damit kann man durchaus seinen job gut machen und gute freunde haben. 

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18. September um 20:38
In Antwort auf jara28

Hallo, 

wie im Titel schon genannt geht es hier um das Thema Introvertiert/Extrovertiert. 

Ich selbst bin eher ein introvertierter Mensch, dh. ich brauche immer ein bisschen um mit neuen Leuten "warm" zu werden. Bei Einzelpersonen habe ich weniger Probleme ins Gespräch zu kommen. In Gruppen aber ist es mir oft schlichtweg zu anstrengend den Gesprächen zu folgen, da ich mich bei mehreren Stimmen nicht mehr auf eine konzentrieren kann. 
Eigentlich habe ich mit mir selbst kein Problem ich bin zwar stiller, empfinde das aber nicht als negativ, weil ich für die Dinge, die mir wichtig sind immer einstehe und ich selbst Menschen schätze, die nicht einfach was sagen um etwa gesagt zu haben oder Sachen ständig wiederholen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich manche extrovertierte Menschen durchaus bewundere und ich schon auch mal gerne die Welt in ihrer Rolle erleben würde. Hierbei meine ich vor allem die Menschen die andere mit reißen können, mit jedem direkt ins Gespräch kommen, aber trotzdem keine Blender sind. 

Im Moment bin ich im Studium und ich habe das Gefühl das jeder den anderen nur übertönen will. Ich habe auch das Gefühl, dass einen in der Arbeitswelt vermittelt wird, man solle laut und auffällig sein, sonst wird man übersehen und bringt es zu nichts. Davor habe ich ehrlich gesagt etwas Angst. 
Insgesamt ärgert es mich, wenn ich Dinge nur zu einer Person sage und diese dann genau meine Sätze laut wiederholt und als eigenen Gedanken quasi verkauft. 
Mich ärgert es, wenn ich ständig gefragt werde warum ich so schüchtern bin. 
Mich ärgert es, dass Extrovertierte oft so viel sagen, was so ohne Inhalt ist und trotzdem viel Anerkennung erhalten. 
Mich ärgert es, wenn ich Sätze 5 Mal anfangen muss, weil keiner zuhört. 

Zwar hab ich in meinem Studiengang durchaus Freunde gefunden, mit denen ich auch oft etwas mache, aber ich komme mir meistens nur wie ein Anhängsel vor und kein individueller Mensch. Vielleicht braucht es einfach noch mehr Zeit bis man wirklich wie bei alten Freunden so geschätzt wird wie man ist. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die meisten schon so akzeptiert werden. 

Ich weiß zwar nicht genau was ich hören möchte, da ich mir ziemlich sicher bin, mich nicht in einen lauten, auffälligen Menschen verwandeln zu können. Aber vielleicht habt ihr trotzdem Tipps für den privaten aber vor allem auch betrieblichen Bereich, da mir schon einmal gesagt wurde ich solle mehr auffallen. Dieser Kritikpunkt wurde zwar bisher nur in einer Abteilung genannt, in der ich, auf Grund des schlechten Klimas (sehr viele Lästereien), besonders still war. Zwar habe ich stets meine Aufgaben erledigt und die für mich nötigen Fragen gestellt, aber scheinbar war ein kommunikativierer Mensch gesucht, der ich ehrlicherweise nicht war. Ich habe eben nur geredet wenn es nötig war und das ist oft zu wenig bzw. wirkt evtl. desinteressiert. 
 

Du beschreibst auch mich ziemlich gut. 
Bei mir ist das Problem, dass ich hörgeschädigt bin und sehr viele Dinge um mich herum nicht mitbekomme. Dadurch mache ich auch einen sehr introvertierten Eindruck, obwohl ich das nicht bin. Ich kann auch nur Gespräche oder spannende Unterhaltungen führen, wenn ich selbst aktiv frage und mich komplett auf mein Gegenüber konzentriere. 

Dabei bin ich nicht introvertiert. Wenn ich einen Witz auch sofort akustisch verstehe oder mir irgendjemand dumm kommt, kann ich sehr gut kontern. Auf Partys, auf denen auf meine Behinderung Rücksicht genommen wird (in dem die Musik nicht so laut ist und nicht alle auf einmal sondern nacheinander sprechen) , bin ich auch echt der Kracher. Die Menschen wollen mich dann nochmal sehen.

Ich habe eine sehr leise Stimme. Du hast wahrscheinlich auch eine, wenn du 5 mal den Satz anfangen musst, damit dir überhaupt einer zuhört.
Vor einer Woche habe ich, um meine Stimme lauter und besser auszubilden, einfach mal ein paar Kapitel in einem Buch laut vorgelesen und aufgenommen mit dem Handy. Teilweise über 30 minuten lang. Danach hab ich mir die Aufnahme unterwegs im Bus angehört.
Das hat schon gereicht, dass mich am nächsten Tag auf der Arbeit alle gehört haben und ich mich auch. 

Dich ärgert, das Extrovertierte soviel ohne Inhalt sagen und trotzdem Anerkennung bekommen. Das hat mich auch lange wahnsinnig gestört.Das Ding an der Sache ist die: Extrovertierte bekommen keine "Anerkennung". Exrovertierte finden schneller Freunde, weil sie alles auf den Punkt bringen und dabei auch witzig sein können. Sie erzählen die banalsten Dinge oder sprechen über den dümmsten Scheiß, weil sie damit zum Ausdruck bringen, wie sie sich dabei gefühlt haben und  wie sie sich jetzt gerade bei den Menschen, mit denen sie sprechen, fühlen. Das schafft Verbindung. So lernt man sich viel schneller und besser kennen. Und extrovertierte Menschen sind auch öfter unterwegs, verbringen mehr Zeit unter anderen, fremden Menschen (Feiern, Reisen, usw) und haben dadurch auch mehr zu erzählen, als introvertierte Menschen.  

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