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Innerer Kampf in Kopf und Herz

10. Juli 2004 um 23:10

Hallo zusammen,

leider ist es viel zu lesen und ich hoffe es schreckt euch nicht gleich ab.

Bin seit längerer Zeit ziemlich durcheinander und die seelischen Belastungen scheinen mich bald aufzufressen .

Thema I: Habe eine ziemlich verworrene Familie. Eltern geschieden, zum Vater jahrelang keinen Kontakt gehabt, da er sehr aggressiv war und ist und ein massives Alkohlproblem hat.
Meine Mutter lernte ihre große Liebe kennen und zog zu ihrem Freund, den sie später auch heiratete.
Mich und meinen Bruder ließ sie in unserer ehemaligen gemeinsamen Wohnung zurück, mit der Gewißheit, dass ich von meinem Bruder immer massiv bedroht worden und unterdrückt wurde. Doch das war ihr egal, sie wollte mit ihrem "alten Leben" abschließen.

Gleichzeitig freute ich mich aber für sie, dass sie ihr Glück gefunden hatte und versuchte mich in ihre neue Familie zu integrieren, doch das wollte sie nicht. Trotz der Differenzen die wir öfters miteinander hatten, bemühte ich mich immer sehr um ein harmonisches Verhältnis, weil ich nach wie vor an ihr hang, da sie ja meine Mutter war. Doch irgendwann konnte und wollte ich es nicht mehr ertragen, dass sie mich immerzu schäbig behandelte und beendete den Kontakt zu ihr.

Als ich endlich meine eigene Wohnung hatte und mich von meinem Bruder befreit hatte, ging es mir zum ersten Mal richtig gut.

Die Jahre vergingen, ich hatte wieder Kontakt zu meinem Vater, weil ich ihn "neu kennenlernen" wollte und einen neuen Anfang mit ihm starten wollte. Dies ging anfangs gut, aber gestaltete sich zunehmend immer schwieriger, denn er war und ist noch sehr kompliziert und unbeherrscht und duldete nur seine eigene Ansichten und trank zudem auch noch. Kurzum: der Kontakt ist wieder abgebrochen, weil er mich auch immer wieder verletzt hat und ich nach einigen "Chancen" die ich ihm gab, auch keine Kraft mehr hatte, immer wieder auf ihn zuzugehen und ihm zu verzeihen.

Mein Bruder kam nur, wenn er was wollte ansonsten wurde ich von ihm mit Mißachtung gestraft.

Als ob das nicht schon genug wäre, habe ich eine grausige Schwiegermama und Schwägerin abbekommen, die mir deutlich suggerieren, dass sie mich ablehnen. Mein Mann hält zwar zu mir, doch er steht natürlich auch zwischen zwei Stühlen. Aber mittlerweile fühle ich mich so wahnsinnig unwohl, wenn sich die Familie trifft, denn ich spüre förmlich ihre Ablehnung und das macht mich auch fertig.

Seit ein paar Monaten besuche ich eine Psychotherapeutin um dies alles aufzuarbeiten, was mir auch guttut. Doch die Spitze des Eisberges ist, dass meine Therapeutin sagt, ich sei als Kind von meinem Vater und Bruder sexuell mißbraucht worden............

Ich bin absolut fertig und habe fast ununterbrochen Herzrasen und in meinem Kopf hämmert es nur so. Alle Versuche ruhig zu bleiben, scheitern, denn all diese Sorgen halten sich fest verankert in meinem Kopf und ich weiß nicht, wie ich mein Leben auf die Reihe kriege um endlich glücklich und in Frieden leben zu können, denn all das lässt mich einfach nicht los.

Habt ihr Tipps? Ich wäre sehr dankbar dafür.

Viele Grüße
monet9

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11. Juli 2004 um 0:30

Sich abgrenzen hilft
hallo, das hört sich ziemlich bedrückend an. Es scheint, als haben die "Familienangelegenheiten" einfach zu viel Gewicht.

Dies ist meist so, wenn man selbst keine Freunde/Freundinnen/Bekannte - oder eine richtig gute Freundin (=Wahlfamilie) hat. Ích Wenn man sich genug eigene Bereiche schafft, und Verbündete findet, bei denen man auch einmal ordentlich über die "ätzende" Familie ablästern kann, dann verlieren Schwiegermonster & Co. ihre Bedeutung - und letztendlich hat man dann für solche bedrückende Familientreffen einfach keine Zeit mehr.

Mein Tipp ist: distanziere dich von diesen Familientreffen. Es ist die Familie deines Mannes, also soll er doch alleine hingehen. Ich mache das auch so seit Jahren und lebe sehr gut damit. Für meinen Mann ist dies auch eine Entlastung. Es ist mir ziemlich egal, dass seine Familie sich ärgert, wenn ich nicht mitkomme. Was solls.

Ich würde darauf vertrauen, dass die Therapeutin dir hilft, aus dieser Unruhe und Verzweiflung wieder herauszufinden. Zu dem Thema Mißbrauch gibt es ein hilfreiches Buch: "Ich traue meiner Wahrnehmung" von Heinz-Peter Röhr, Walter-Verlag.

Grüsse

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11. Juli 2004 um 12:27
In Antwort auf madlyn_12839572

Sich abgrenzen hilft
hallo, das hört sich ziemlich bedrückend an. Es scheint, als haben die "Familienangelegenheiten" einfach zu viel Gewicht.

Dies ist meist so, wenn man selbst keine Freunde/Freundinnen/Bekannte - oder eine richtig gute Freundin (=Wahlfamilie) hat. Ích Wenn man sich genug eigene Bereiche schafft, und Verbündete findet, bei denen man auch einmal ordentlich über die "ätzende" Familie ablästern kann, dann verlieren Schwiegermonster & Co. ihre Bedeutung - und letztendlich hat man dann für solche bedrückende Familientreffen einfach keine Zeit mehr.

Mein Tipp ist: distanziere dich von diesen Familientreffen. Es ist die Familie deines Mannes, also soll er doch alleine hingehen. Ich mache das auch so seit Jahren und lebe sehr gut damit. Für meinen Mann ist dies auch eine Entlastung. Es ist mir ziemlich egal, dass seine Familie sich ärgert, wenn ich nicht mitkomme. Was solls.

Ich würde darauf vertrauen, dass die Therapeutin dir hilft, aus dieser Unruhe und Verzweiflung wieder herauszufinden. Zu dem Thema Mißbrauch gibt es ein hilfreiches Buch: "Ich traue meiner Wahrnehmung" von Heinz-Peter Röhr, Walter-Verlag.

Grüsse

Antwort auf deinen Beitrag
Hallo,

vielen vielen Dank für deine Antwort und deine Ratschläge, ich habe mich sehr gefreut.

Ich habe schon einige gute Freunde, aber ich scheue mich davor ihnen die "ganze Wahrheit" mitzuteilen, weil ich denke, dass sie nicht damit umgehen könnten bzw. auch ihre eigenen Probleme und Sorgen haben. Ich habe einfach Angst davor, wie sie reagieren könnten.
Meiner besten Freundin habe ich einiges erzählt, aber ich merkte, dass es ihr einfach zuviel war und sie nicht damit umgehen konnte. Sie sagte es zwar nicht, aber ich spürte es trotzdem. Seitdem habe ich nicht mehr versucht mit ihr über dieses Thema zu reden.

Auch habe ich zum Teil noch eine eigene Familie, drei Tanten mit Anhang und Cousinen und Cousins mit denen ich mich sehr sehr gut verstehe - aber trotzdem habe ich Angst davor, wie sie reagieren werden, würde ich Ihnen alles anvertrauen. Das ist wirklich blöd, ich weiss. Ich sollte es vielleicht einfach versuchen und dann werde ich sehen,wie sie sich verhalten...

Das mit dem "Abgrenzen" ist eine gute Idee und ich würde es gerne in die Tat umsetzen, nur fehlt mir im Moment der Mut dazu, dies in die Tat umzusetzen, weil ich Angst vor den Reaktionen dieser Personen habe und ich befürchte, dass dann mein Mann den "ganzen Unmut" abbekommt. Paradoxerweise denke ich als allerletzes an mich, obwohl ich doch der wichtigste Mensch für mich selber sein sollte...

Darf ich dich fragen, was bei dir der Ausgangspunkt dafür war, dass du dich abgegrenzt hast? ...und geht dein Mann wirklich so gut damit um? Wie verhält man sich aber, wenn mal Kinder da sind?

Ich denke ich könnte viel besser mit allem umgehen, wenn ich nicht ständig mit dieser Familie und meiner konfrontiert wäre, denn das "pikante" an der Sache ist, dass mein Vater mit meinem Schwiegervater befreundet ist und die beiden in ständigem Kontakt sind...

Danke auch für den Buchtipp.

Viele Grüße

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11. Juli 2004 um 23:49
In Antwort auf debora_12526337

Antwort auf deinen Beitrag
Hallo,

vielen vielen Dank für deine Antwort und deine Ratschläge, ich habe mich sehr gefreut.

Ich habe schon einige gute Freunde, aber ich scheue mich davor ihnen die "ganze Wahrheit" mitzuteilen, weil ich denke, dass sie nicht damit umgehen könnten bzw. auch ihre eigenen Probleme und Sorgen haben. Ich habe einfach Angst davor, wie sie reagieren könnten.
Meiner besten Freundin habe ich einiges erzählt, aber ich merkte, dass es ihr einfach zuviel war und sie nicht damit umgehen konnte. Sie sagte es zwar nicht, aber ich spürte es trotzdem. Seitdem habe ich nicht mehr versucht mit ihr über dieses Thema zu reden.

Auch habe ich zum Teil noch eine eigene Familie, drei Tanten mit Anhang und Cousinen und Cousins mit denen ich mich sehr sehr gut verstehe - aber trotzdem habe ich Angst davor, wie sie reagieren werden, würde ich Ihnen alles anvertrauen. Das ist wirklich blöd, ich weiss. Ich sollte es vielleicht einfach versuchen und dann werde ich sehen,wie sie sich verhalten...

Das mit dem "Abgrenzen" ist eine gute Idee und ich würde es gerne in die Tat umsetzen, nur fehlt mir im Moment der Mut dazu, dies in die Tat umzusetzen, weil ich Angst vor den Reaktionen dieser Personen habe und ich befürchte, dass dann mein Mann den "ganzen Unmut" abbekommt. Paradoxerweise denke ich als allerletzes an mich, obwohl ich doch der wichtigste Mensch für mich selber sein sollte...

Darf ich dich fragen, was bei dir der Ausgangspunkt dafür war, dass du dich abgegrenzt hast? ...und geht dein Mann wirklich so gut damit um? Wie verhält man sich aber, wenn mal Kinder da sind?

Ich denke ich könnte viel besser mit allem umgehen, wenn ich nicht ständig mit dieser Familie und meiner konfrontiert wäre, denn das "pikante" an der Sache ist, dass mein Vater mit meinem Schwiegervater befreundet ist und die beiden in ständigem Kontakt sind...

Danke auch für den Buchtipp.

Viele Grüße

Liebe monet,....
....denke jetzt zuallererst einmal an Dich selbst!
Du hast das Recht Dich von Menschen ,die Dich ablehnen oder schlecht behandeln zu lösen.
Ja es ist sogar Deine Pflicht,Dir Kraft von den Menschen zu holen, mit denen Du Dich gut verstehst (Tanten..).

Bei mir hat auch ein Elternteil getrunken, und es wird bis heute gedemütigt und erniedrigt, wo es nur geht.
Auch ich würde gerne den Kontakt brechen,muss aber noch eine zeitlang durchhalten.
Aber frage nicht wie es mir gesundheitlich geht.
Gerade im Hinblick auf zukünftige Kinder ist es enorm wichtig gut für sich selbst zu sorgen.

Denn sonst lernen sie, daß es normal ist , sich schlecht behandeln zu lassen.

Dein trinkender "Vater" und Dein "Bruder" können deshalb nicht Deine weitere Familie sein!
Halte größten Abstand und auch zum Schwiegervater, denn durch ihn kommst Du wieder in Berührung.
Erkläre das auch Deinem Mann, gerade er muß Dich verstehen, wenn ihm an Dir gelegen ist.

Zu Familientreffen mit Schwiegervater und Verwandtschaft, die es Dir nicht gut meinen, muß er ohne Dich gehen.
Wenn er Dich nicht "versteht" und Dich mit Traurigkeit wieder zwingen will nachzugeben, solltest DU Dir überlegen, ob es auch der richtige Mann für Dich ist , er wäre ja dann auch der zukünftige Vater Deiner Kinder.

Und einzig und allein DEIN Wohlergehen sollte bei ihm an erster Stelle stehen!
Gerade wir erwachsene Kinder von Alkoholikern müssen wieder lernen genau hinzusehen ,wie andere mit uns umgehen,wie wir selber mit uns umgehen.
Früher hat das Wegsehen uns geschützt, heute schadet es uns.
Auch wenn es schmerzlich ist, heute ist das Hinsehen der erste Schritt, um Dinge zu ändern, die uns nicht gut tun.

Da wir aber auch mit den Schuldgefühlen umgehen müssen, die uns die "Eltern" zugedacht haben,suche Dir vielleicht noch eine Selbsthilfegruppe und hole Dir dort die Kraft, die Du dazu brauchst.

Was früher war, können wir nicht ändern, auch die Menschen nicht, die müssen mit ihrem eigenen Gewissen,sofern eines da ist, fertig werden.

Es ist nicht mehr Dein Leben!
Dein Leben ist da, wo Du geborgen bist,bei Menschen, die Dich achten und denen Du vertrauen kannst.
Und Du kannst das auch so Deinem Mann sagen.

Alles Liebe,
Schnitzi

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12. Juli 2004 um 11:05
In Antwort auf debora_12526337

Antwort auf deinen Beitrag
Hallo,

vielen vielen Dank für deine Antwort und deine Ratschläge, ich habe mich sehr gefreut.

Ich habe schon einige gute Freunde, aber ich scheue mich davor ihnen die "ganze Wahrheit" mitzuteilen, weil ich denke, dass sie nicht damit umgehen könnten bzw. auch ihre eigenen Probleme und Sorgen haben. Ich habe einfach Angst davor, wie sie reagieren könnten.
Meiner besten Freundin habe ich einiges erzählt, aber ich merkte, dass es ihr einfach zuviel war und sie nicht damit umgehen konnte. Sie sagte es zwar nicht, aber ich spürte es trotzdem. Seitdem habe ich nicht mehr versucht mit ihr über dieses Thema zu reden.

Auch habe ich zum Teil noch eine eigene Familie, drei Tanten mit Anhang und Cousinen und Cousins mit denen ich mich sehr sehr gut verstehe - aber trotzdem habe ich Angst davor, wie sie reagieren werden, würde ich Ihnen alles anvertrauen. Das ist wirklich blöd, ich weiss. Ich sollte es vielleicht einfach versuchen und dann werde ich sehen,wie sie sich verhalten...

Das mit dem "Abgrenzen" ist eine gute Idee und ich würde es gerne in die Tat umsetzen, nur fehlt mir im Moment der Mut dazu, dies in die Tat umzusetzen, weil ich Angst vor den Reaktionen dieser Personen habe und ich befürchte, dass dann mein Mann den "ganzen Unmut" abbekommt. Paradoxerweise denke ich als allerletzes an mich, obwohl ich doch der wichtigste Mensch für mich selber sein sollte...

Darf ich dich fragen, was bei dir der Ausgangspunkt dafür war, dass du dich abgegrenzt hast? ...und geht dein Mann wirklich so gut damit um? Wie verhält man sich aber, wenn mal Kinder da sind?

Ich denke ich könnte viel besser mit allem umgehen, wenn ich nicht ständig mit dieser Familie und meiner konfrontiert wäre, denn das "pikante" an der Sache ist, dass mein Vater mit meinem Schwiegervater befreundet ist und die beiden in ständigem Kontakt sind...

Danke auch für den Buchtipp.

Viele Grüße

Die Sehnsucht gemocht zu werden
Liebe monet9,

du wolltest von mir wissen, was der Ausgangspunkt war, dass ich mich abgegrenzt habe. So gesehen war es die Einsicht, dass ich niemanden dazu bringen kann, mich zu mögen, indem ich immer nett bin und mich anpasse. Ich kann nur dafür sorgen, dass man mich respektiert.

Den Mut zum Abgrenzen nehme ich aus der Tatsache, dass meine erste Ehe nach über 10 Jahren "zuende" war. Im Nachhinein war es meinem damaligen Mann und mir klar, dass seine Familie, die zu eng war und zu negativ, einen großen Teil (nicht alles, aber sehr viel) dazu beigetragen hat. Von unserer Liebe war am Ende nichts mehr übrig. Wir haben uns dann im guten getrennt. Dass soll mir in meiner zweiten Ehe nicht noch einmal passieren.

Mein heutiger Mann weiß, dass ich nicht bereit bin, nochmal unter irgendwelchen Schwiegereltern zu leiden. Ehr würde ich ihn verlassen. Aber auch er ist ein gebranntes Kind: denn ich bin nicht die erste Frau, die seine Eltern "verekelt" haben.

- Was zeigt, dass man als Schwiegertochter manchmal als Sündenbock mißbraucht wird, weil die Familie des Mannes von eigenen Familienkonflikten oder Problemen ablenken will, die nicht offen ausgetragen werden können.

Irgendwann gab es einen riesigen Krach, (es war wieder nach einem dieser Besuche, bei denen ich keine Chance hatte) bei denen mein jetziger Mann seiner Familie klar gemacht hat, dass er nicht noch einmal nur noch ein negatives Wort über mich hören will. Dieses ablehnende Verhalten mit gegenüber ist doch eigentlich auch ein Angriff auf ihn.

Er fand es ziemlich schlimm, dass ich immer so nett war, und mir so viel Mühe gegeben habe, aber die sich im Gegenzug mies verhalten haben. Er hat das im Streit auch auf den Punkt gebracht und sie mit ihrem Verhalten konfrontiert.

Sie haben ihm dann mit "enterben" gedroht. Ein halbes Jahr war Funkstille. Dann hat er sich wieder langsam angenähert, denn er liebt ja auch seine Familie. Jedoch bleibt er bis heute von weiterem "schlechtmachen" verschont. Sie wagen einfach nicht, noch mal die Beziehung zu ihrem Sohn auf das Spiel zu setzen. Die Botschaft von meinem Mann an seine Familie: Meine Frau hat nichts gegen euch, aber sie fühlt sich bei euch nicht wohl, weil ihr euch schlecht aufführt. Deshalb kommt sie nicht mehr mit.

Das haben sie geschluckt, und sie schämen sich sogar etwas.

Im Prinzip hat mein Mann auch einen Anteil, dass ich mich gut abgrenzen kann, weil er klar Stellung bezogen hat (auch aus einem Eigeninteresse - denn zwischen den Stühlen zu sitzen, ist sehr ungesund). Und er wollte nicht schon wieder eine Frau verlieren. Mein Anteil an der Sache ist, dass ich meinem Mann Klarheit gegeben habe, dass ich zu seiner Familie wirklich keinen Kontakt mehr will; und nicht ambivalent bin, weil ich insgeheim vielleicht doch noch hoffe, irgendwann gemocht zu werden.

Klare Entscheidungen ohne viel hin und her, sind da sehr wichtig.

Jedenfalls hat das sehr viel Entspannung in meine Ehe gebracht. Und auch für meinen Mann: Wenn er seine Familie besucht, bin ich inzwischen einfach nicht mehr Thema. Verärgert sind seine Eltern trotzdem (weil es keine Familienidylle gibt), aber das müssen sie mit sich selbst ausmachen.

Das ist, was ich zum abgrenzen sagen kann.
Es ist vielleicht etwas leichter, weil ich in dieser Ehe gemeinsamen Kinder habe.

Zu dem Thema "sich anvertrauen", kann ich dich nur bestärken, auf deine gute Wahrnehmung zu achten. Es ist - eine - Sache, sich mit anderen Frauen über die gegenwärtige Familiensituation auszutauschen, eine - andere - ist es, über eine schwere Kindheit zu reden.

Vielleicht hast du tatsächlich im Moment niemanden außer deiner Therapeutin, mit der du über den Mißbrauch reden kannst. Es ist jedenfalls gar nicht dumm, sondern richtig wichtig, wenn man genau überlegt, wem man sich anvertraut.

Ich glaube, dass du gut spürst, wem du was anvertrauen kannst.

Manchmal hilft es sich - neue Bereiche - zu suchen, wo man aktiv ist, um einfach neue Menschen kennenzulernen, die vielleicht ehr etwas mit einem gemeinsam haben. Ein Tipp wäre, sich ehrenamtlich sozial zu engagieren (z. B. Aidshilfe - weil dort auch über Sexualität freier gesprochen wird). Gerade im sozialen Bereich findet man Menschen, die Zugang zu schwierigen Themen haben. Natürlich dauert es einige Zeit bis man dann auch jemanden gefunden hat, mit dem man sich auch privat trifft und sich austauschen kann. Vielleicht gibt es aber auch in deiner Nähe frauenspezifische Vereine, Selbsthilfegruppen oder etwas richtig Konkretes zu diesem Thema :z. B. Zartbitter e. V..

Ich wünsche dir ganz viel Mut, zu dir selbst zu stehen.

Viele Grüsse





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12. Juli 2004 um 17:03
In Antwort auf madlyn_12839572

Die Sehnsucht gemocht zu werden
Liebe monet9,

du wolltest von mir wissen, was der Ausgangspunkt war, dass ich mich abgegrenzt habe. So gesehen war es die Einsicht, dass ich niemanden dazu bringen kann, mich zu mögen, indem ich immer nett bin und mich anpasse. Ich kann nur dafür sorgen, dass man mich respektiert.

Den Mut zum Abgrenzen nehme ich aus der Tatsache, dass meine erste Ehe nach über 10 Jahren "zuende" war. Im Nachhinein war es meinem damaligen Mann und mir klar, dass seine Familie, die zu eng war und zu negativ, einen großen Teil (nicht alles, aber sehr viel) dazu beigetragen hat. Von unserer Liebe war am Ende nichts mehr übrig. Wir haben uns dann im guten getrennt. Dass soll mir in meiner zweiten Ehe nicht noch einmal passieren.

Mein heutiger Mann weiß, dass ich nicht bereit bin, nochmal unter irgendwelchen Schwiegereltern zu leiden. Ehr würde ich ihn verlassen. Aber auch er ist ein gebranntes Kind: denn ich bin nicht die erste Frau, die seine Eltern "verekelt" haben.

- Was zeigt, dass man als Schwiegertochter manchmal als Sündenbock mißbraucht wird, weil die Familie des Mannes von eigenen Familienkonflikten oder Problemen ablenken will, die nicht offen ausgetragen werden können.

Irgendwann gab es einen riesigen Krach, (es war wieder nach einem dieser Besuche, bei denen ich keine Chance hatte) bei denen mein jetziger Mann seiner Familie klar gemacht hat, dass er nicht noch einmal nur noch ein negatives Wort über mich hören will. Dieses ablehnende Verhalten mit gegenüber ist doch eigentlich auch ein Angriff auf ihn.

Er fand es ziemlich schlimm, dass ich immer so nett war, und mir so viel Mühe gegeben habe, aber die sich im Gegenzug mies verhalten haben. Er hat das im Streit auch auf den Punkt gebracht und sie mit ihrem Verhalten konfrontiert.

Sie haben ihm dann mit "enterben" gedroht. Ein halbes Jahr war Funkstille. Dann hat er sich wieder langsam angenähert, denn er liebt ja auch seine Familie. Jedoch bleibt er bis heute von weiterem "schlechtmachen" verschont. Sie wagen einfach nicht, noch mal die Beziehung zu ihrem Sohn auf das Spiel zu setzen. Die Botschaft von meinem Mann an seine Familie: Meine Frau hat nichts gegen euch, aber sie fühlt sich bei euch nicht wohl, weil ihr euch schlecht aufführt. Deshalb kommt sie nicht mehr mit.

Das haben sie geschluckt, und sie schämen sich sogar etwas.

Im Prinzip hat mein Mann auch einen Anteil, dass ich mich gut abgrenzen kann, weil er klar Stellung bezogen hat (auch aus einem Eigeninteresse - denn zwischen den Stühlen zu sitzen, ist sehr ungesund). Und er wollte nicht schon wieder eine Frau verlieren. Mein Anteil an der Sache ist, dass ich meinem Mann Klarheit gegeben habe, dass ich zu seiner Familie wirklich keinen Kontakt mehr will; und nicht ambivalent bin, weil ich insgeheim vielleicht doch noch hoffe, irgendwann gemocht zu werden.

Klare Entscheidungen ohne viel hin und her, sind da sehr wichtig.

Jedenfalls hat das sehr viel Entspannung in meine Ehe gebracht. Und auch für meinen Mann: Wenn er seine Familie besucht, bin ich inzwischen einfach nicht mehr Thema. Verärgert sind seine Eltern trotzdem (weil es keine Familienidylle gibt), aber das müssen sie mit sich selbst ausmachen.

Das ist, was ich zum abgrenzen sagen kann.
Es ist vielleicht etwas leichter, weil ich in dieser Ehe gemeinsamen Kinder habe.

Zu dem Thema "sich anvertrauen", kann ich dich nur bestärken, auf deine gute Wahrnehmung zu achten. Es ist - eine - Sache, sich mit anderen Frauen über die gegenwärtige Familiensituation auszutauschen, eine - andere - ist es, über eine schwere Kindheit zu reden.

Vielleicht hast du tatsächlich im Moment niemanden außer deiner Therapeutin, mit der du über den Mißbrauch reden kannst. Es ist jedenfalls gar nicht dumm, sondern richtig wichtig, wenn man genau überlegt, wem man sich anvertraut.

Ich glaube, dass du gut spürst, wem du was anvertrauen kannst.

Manchmal hilft es sich - neue Bereiche - zu suchen, wo man aktiv ist, um einfach neue Menschen kennenzulernen, die vielleicht ehr etwas mit einem gemeinsam haben. Ein Tipp wäre, sich ehrenamtlich sozial zu engagieren (z. B. Aidshilfe - weil dort auch über Sexualität freier gesprochen wird). Gerade im sozialen Bereich findet man Menschen, die Zugang zu schwierigen Themen haben. Natürlich dauert es einige Zeit bis man dann auch jemanden gefunden hat, mit dem man sich auch privat trifft und sich austauschen kann. Vielleicht gibt es aber auch in deiner Nähe frauenspezifische Vereine, Selbsthilfegruppen oder etwas richtig Konkretes zu diesem Thema :z. B. Zartbitter e. V..

Ich wünsche dir ganz viel Mut, zu dir selbst zu stehen.

Viele Grüsse





Meine Antwort zu deinem Beitrag
Liebe cat1201,

vielen Dank für deine zweite Antwort!

Ich erkenne mich in der Frau, die du früher warst: ich bin "leider" auch immer "zu" nett, "zu" angepasst und "zu" brav (gewesen). Aber durch dieses Verhalten wird man nicht automatisch gemocht und es gibt sogar Leute die dies schamlos ausnützen und einen als Sündenbock für ihre persönlichen Defizite benutzen. Das sehe ich mittlerweile ein.

Ich finde es ganz toll, dass du den "Absprung" zu der Familie deines Mannes gefunden hast und dein Mann auch hinter dir steht und sich für euch, insbesondere für dich, so einsetzt und klare Prioriäten setzt. Das traurige aber ist, dass durch die Ablehnung der Schwiegerfamilie eine Beziehung zu bruch gehen kann, aber ich kann das gut nachvollziehen und auch, dass es für den Partner auf Dauer ungesund ist, sich zwischen zwei Stühle zu setzen - doch vermutlich muß derjenige dann tatsächlich erstmal selber darauf kommen und sich aus dem Einfluß seiner Eltern entziehen.

Zum Thema Anvertrauen: Heute vormittag war ich spontan mit einer meiner Tanten zum Frühstück verabredet und ich habe ganz offen über das, was mich bewegt geredet. Sie hat ganz prima reagiert und fand es gut, dass ich mich von einer Therapeutin Hilfe hole. Sie bestärkte mich auch darin, dass ich vor allem an mich denken und nichts darauf geben sollte was Schwiegermutter & Co. von sich geben und versuchen mich davon zu distanzieren. Hinterher hatte ich ein gutes Gefühl und ich denke ich habe mich richtig entschieden, indem ich mich ihr anvertraut habe.
..und über das Thema Mißbrauch werde ich hauptsächlich mit meiner Therapeutin reden, um diesbezüglich mir erst einmal Klarheit zu allem zu verschaffen und ob es tatsächlich so geschehen ist, wie sie vermutet.

Nochmal vielen Dank für deine Antworten und ich wünsche dir in Zukunft alles Gute, auch für deine eigene Familie!

Schöne Grüße
monet9


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12. Juli 2004 um 17:53
In Antwort auf galia_12655080

Liebe monet,....
....denke jetzt zuallererst einmal an Dich selbst!
Du hast das Recht Dich von Menschen ,die Dich ablehnen oder schlecht behandeln zu lösen.
Ja es ist sogar Deine Pflicht,Dir Kraft von den Menschen zu holen, mit denen Du Dich gut verstehst (Tanten..).

Bei mir hat auch ein Elternteil getrunken, und es wird bis heute gedemütigt und erniedrigt, wo es nur geht.
Auch ich würde gerne den Kontakt brechen,muss aber noch eine zeitlang durchhalten.
Aber frage nicht wie es mir gesundheitlich geht.
Gerade im Hinblick auf zukünftige Kinder ist es enorm wichtig gut für sich selbst zu sorgen.

Denn sonst lernen sie, daß es normal ist , sich schlecht behandeln zu lassen.

Dein trinkender "Vater" und Dein "Bruder" können deshalb nicht Deine weitere Familie sein!
Halte größten Abstand und auch zum Schwiegervater, denn durch ihn kommst Du wieder in Berührung.
Erkläre das auch Deinem Mann, gerade er muß Dich verstehen, wenn ihm an Dir gelegen ist.

Zu Familientreffen mit Schwiegervater und Verwandtschaft, die es Dir nicht gut meinen, muß er ohne Dich gehen.
Wenn er Dich nicht "versteht" und Dich mit Traurigkeit wieder zwingen will nachzugeben, solltest DU Dir überlegen, ob es auch der richtige Mann für Dich ist , er wäre ja dann auch der zukünftige Vater Deiner Kinder.

Und einzig und allein DEIN Wohlergehen sollte bei ihm an erster Stelle stehen!
Gerade wir erwachsene Kinder von Alkoholikern müssen wieder lernen genau hinzusehen ,wie andere mit uns umgehen,wie wir selber mit uns umgehen.
Früher hat das Wegsehen uns geschützt, heute schadet es uns.
Auch wenn es schmerzlich ist, heute ist das Hinsehen der erste Schritt, um Dinge zu ändern, die uns nicht gut tun.

Da wir aber auch mit den Schuldgefühlen umgehen müssen, die uns die "Eltern" zugedacht haben,suche Dir vielleicht noch eine Selbsthilfegruppe und hole Dir dort die Kraft, die Du dazu brauchst.

Was früher war, können wir nicht ändern, auch die Menschen nicht, die müssen mit ihrem eigenen Gewissen,sofern eines da ist, fertig werden.

Es ist nicht mehr Dein Leben!
Dein Leben ist da, wo Du geborgen bist,bei Menschen, die Dich achten und denen Du vertrauen kannst.
Und Du kannst das auch so Deinem Mann sagen.

Alles Liebe,
Schnitzi

Meine Anwort
Liebe schnitzi,

vielen Dank für deine Antwort und deine Meinung, ich habe mich sehr gefreut!

Zu allererst tut es mir für dich auch leid und ich wünsche dir viel Kraft um dich auch von deinen negativen Beziehungen lösen zu können. Aber irgendwann hat man keine Energie mehr und spätestens dann mußt du einen Schlußstrich ziehen. Es ist unheimlich schwer, gerade wenn es ein Elternteil oder auch beide Eltern sind, aber irgendwann mußt du dir selber am wichtigsten sein, denn sonst geht man wirklich zugrunde.

Ich würde lieber heute als morgen sagen, dass ich in Zukunft auf keines dieser Familientreffen mehr mitgehen, aber bisher habe ich noch nicht den Mut dazu gefunden, es tatsächlich wahr werden zu lassen.
Wahrscheinlich brauche ich es erst noch den sprichwörtlichen Holzhammer auf den Kopf um endlich den Absprung zu finden. ...und so paradox es vielleicht jetzt klingt, aber ich hoffe den bekomme ich bald, um endgültig einen Schlußstrich ziehen zu können. Zudem wünsche ich mir, dass mein Mann seiner Familie deutlich klarmacht, dass ich für ihn am wichtigsten bin und er es auch nicht mehr zulassen wird, wie sie ( auch uns beide zum Teil ) behandeln, denn auch mein Mann hat das Problem, sich gegen seine Eltern zu behaupten und klar Stellung zu beziehen, hm...

Ich wünsche dir auch alles Gute und hoffe, dass du bald die Stärke besitzt, dich von deinen negativen Beziehungen zu lösen, um auch deinen persönlichen glücklichen Weg zu finden.
Wenn du magst, kannst du mir natürlich auch gerne erzählen, was dich noch "hält" und warum du durchhalten mußt. Vielleicht kann ich dir ja auch helfen?

Alles Gute
monet9

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12. Juli 2004 um 18:03

Dein sehr kompliziertes Leben
Hallo
Also dein Leben scheint wirklich nicht allzu besonders schön zu sein, wenn man bedenkt, mit was du dich beschäftigen musst.
Ich finde es gut, dass du zu einem Psychologen gehst. Das ist schon ein großer Schritt.
Wie du ja selbst sagst, tut es dir gut dorthin zu gehen.

Mit deinen Schwiegereltern ists wirklich beschissen. Ich kann mir gut vorstellen wie schlimm das sein muss. Ich selbst bin zwar gerade mal 18 Jahre, aber meine Mutter hatte auch dasselbe Problem mit meiner Oma.
Ich selbst und meine kleine Schwester sind Pflegekinder. Da meine Pflegemutter aber uns beide genau wie ihre leibliche Tochter behandelt hat, hatte sie großen Ärger und seelischen Stress mit meiner Oma, also sozusagen Pflegeoma, welche die Mutter meines Pflegevaters war. Diese war der Meinung, man könne uns Pflegekinder überhaupt nicht genauso lieben wie die leiblichen, denn Blut sei dicker als Wasser.
Nunja, ich bin sehr jung, hoffe dies stört dich aber nicht.

Was ich ein wenig komisch fand war, dass deine Psychologin behauptet du seist sexuell missbraucht worden.
Ich weiß nicht wie sie es gesagt hat, aber ich glaube gerade ein Psychologe sollte sehr behutsam mit seinen Patienten umgehen.
Erkundige dich, auf welches Gebiet dieser Psychologe wirklich spezialisiert ist.

Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber entweder dein Psychologe ist inkompetent oder es kann wirklich sein, dass du missbraucht worden bist.
Falls du dich nicht erinnern kannst, dass soetwas passiert ist, versuche zu einem Psychologen zu gehen, der sich auf

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12. Juli 2004 um 18:43

Nochmal zu deinem leben
sorry, gab probleme werde meine antwort nun ergänzen.
Du solltest einen Tiefenpsychologen besuchen. Denn gerade die können dir wirklich helfen bei so einem Thema.
Es kann gut sein, dass du dieses Erlebnis Missbrauch, falls es so geschehen ist, aus deinem Gedächtnis verdrängt hast.
Gerade äußerst junge Kinder löschen es gerade zu aus ihrem Gedächtnis und können sich überhaupt nicht mehr daran erinnern. Dies ist eine Schutzfunktion des Menschen, dass auf eine normale weitere Entwicklung des Menschen abzielt.
Also du solltest auf jeden Fall zu einem Tiefenpsychologen gehen.
Viele von ihnen machen von der Hypnose Gebrauch und du solltest dich nicht scheuen einen aufzusuchen.
Es hört sich sicherlich absurd an. Ich würde mir auch an den Kopf packen und mir denken, wieso soll ich das denn tun, ich bin schließlich nicht missbraucht worden.
Aber wenn es so sein sollte und du es mit Hilfe eines Psychologen ergründest, darfst du dich nicht davon zurückwerfen lassen sondern musst gerade dann daran arbeiten.

Auch wenn Dinge von Menschen nicht nur verdrängt sondern geradezu aus dem Gedächtnis gelöscht werden, beeinflussen sie im Unterbewusstsein das Denken, Fühlen und schließlich natürlich auch Handeln eines Menschen.
Ich denke deine Ehe ist dir am aller wichtigsten, oder hast du auch schon Kinder?,dann mögen diese dir vielleicht wichtiger sein.
Ich weiß es natürlich nicht.

Aber wenn du deine Ehe willst, dann musst du erstmal vor allem anderen deinem Mann ohne jeden Zweifel klar machen, dass er Prioritäten setztn muss.
Er soll noch mehr zu dir stehen als er es schon tut, sich auf keinen Fall von seinen Eltern enschüchtern lassen und ihnen klar machen, dass du die Frau bist, mit der er sein ganzes Leben verbringen will und das sie dies zu respektieren haben.

Darüberhinaus muss er ihnen auch klar machen, mit größtem Nachdruck, dass sie sich auch entsprechend zu verhalten haben und das es seine Gründe haben wird, warum du und nicht jemand andere seine Frau geworden ist und es sich sicherlich lohnen wird dich richtig kennen zu lernen.
Denn ein liebenswerter Mensch bist du ohne Zweifel.

Ich wünsche dir alles Glück und hoffe zudem auch wirklich, dass du nie missbraucht worden bist.

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12. Juli 2004 um 19:53
In Antwort auf loreto_11845677

Nochmal zu deinem leben
sorry, gab probleme werde meine antwort nun ergänzen.
Du solltest einen Tiefenpsychologen besuchen. Denn gerade die können dir wirklich helfen bei so einem Thema.
Es kann gut sein, dass du dieses Erlebnis Missbrauch, falls es so geschehen ist, aus deinem Gedächtnis verdrängt hast.
Gerade äußerst junge Kinder löschen es gerade zu aus ihrem Gedächtnis und können sich überhaupt nicht mehr daran erinnern. Dies ist eine Schutzfunktion des Menschen, dass auf eine normale weitere Entwicklung des Menschen abzielt.
Also du solltest auf jeden Fall zu einem Tiefenpsychologen gehen.
Viele von ihnen machen von der Hypnose Gebrauch und du solltest dich nicht scheuen einen aufzusuchen.
Es hört sich sicherlich absurd an. Ich würde mir auch an den Kopf packen und mir denken, wieso soll ich das denn tun, ich bin schließlich nicht missbraucht worden.
Aber wenn es so sein sollte und du es mit Hilfe eines Psychologen ergründest, darfst du dich nicht davon zurückwerfen lassen sondern musst gerade dann daran arbeiten.

Auch wenn Dinge von Menschen nicht nur verdrängt sondern geradezu aus dem Gedächtnis gelöscht werden, beeinflussen sie im Unterbewusstsein das Denken, Fühlen und schließlich natürlich auch Handeln eines Menschen.
Ich denke deine Ehe ist dir am aller wichtigsten, oder hast du auch schon Kinder?,dann mögen diese dir vielleicht wichtiger sein.
Ich weiß es natürlich nicht.

Aber wenn du deine Ehe willst, dann musst du erstmal vor allem anderen deinem Mann ohne jeden Zweifel klar machen, dass er Prioritäten setztn muss.
Er soll noch mehr zu dir stehen als er es schon tut, sich auf keinen Fall von seinen Eltern enschüchtern lassen und ihnen klar machen, dass du die Frau bist, mit der er sein ganzes Leben verbringen will und das sie dies zu respektieren haben.

Darüberhinaus muss er ihnen auch klar machen, mit größtem Nachdruck, dass sie sich auch entsprechend zu verhalten haben und das es seine Gründe haben wird, warum du und nicht jemand andere seine Frau geworden ist und es sich sicherlich lohnen wird dich richtig kennen zu lernen.
Denn ein liebenswerter Mensch bist du ohne Zweifel.

Ich wünsche dir alles Glück und hoffe zudem auch wirklich, dass du nie missbraucht worden bist.

Hallo 66chucky!
Vielen Dank für deine offene Meinung und deine, wie bei den anderen auch, mutmachenden Zuspruch und Ratschläge, ich habe mich sehr gefreut! Es stört mich keinesfalls, dass du "erst" 18 Jahre alt bist, denn ich glaube soooo alt bin ich auch noch nicht: ich bin 27 und ich finde das Alter spielt doch diesbezüglich überhaupt keine Rolle, oder?

Zuerst einmal: tut mir echt leid, dass deine "Pflegeoma" so eine Einstellung hat, denn ich finde das nur unmöglich, echt. Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Mum sehr darunter gelitten hat und ich hoffe sie konnte deiner Oma kräftig Paroli bieten. Das war bestimmt sehr verletzend, bestimmt auch für euch.
So schwer das für dich und deine kleine Schwester sein mag, aber versucht diesen Kommentar von eurer Oma zu vergessen, denn diese Aussage ist sowas von absurd und absolut nicht vertretbar. Ihr seid die Kinder deiner Mum, egal ob biologisch oder nicht. Eine wahre Mutter zeichnet sich dadurch aus, dass sie für ihre Kinder da ist und ihnen Liebe und Geborgenheit schenkt, ganz gleich ob sie euch geboren hat oder nicht. ..und ich denke, dass es deine Mum auch so sieht, oder? Also lass dir nichts anderes einreden und ich hoffe für deine Oma, dass sie irgendwann sieht, was für tolle Enkelinnen sie hat !

Zum Thema Mißbrauch: ich mache mir sehr viele Gedanken darüber und bin auch sehr selbstkritsch mit mir, d.h. ich versuche auf jeden Fall erstmal alle Anschuldigungen bzw. diesen Verdacht ganz objektiv und weitgehend nüchtern zu betrachten - ohne ( so weit es natürlich geht ) Emotionen.
Bei unseren Therapie-Stunden hinterfrage ich sehr viel und sehe vieles auch sehr kritisch. Mein Problem im Moment ist auch, dass ich noch nicht unterscheiden kann, ob die Bilder die ich im Kopf habe und die mit Mißbrauch zu tun haben, meiner Fantasie oder der vergangenen Realität entsprechen. Das mag jetzt für Außenstehende vielleicht befremdlich erscheinen, aber ich weiß nicht, wie ich diese Szenen einordnen soll.....
Ich habe auch viel über Mißbrauch recherchiert, habe auch ein Buch darüber gelesen und versuche die "Rückführung in meine Kindheit" langsam anzugehen. Zudem ist es auch so, dass man als Kind schlimme Erlebnisse die einem zugestossen sind, ganz weit weg, in die hinterste Ecke des Unterbewußtseins schiebt - damit man sich nicht mehr bewußt erinnern kann. Die Erinnerungen kommen irgendwann bruchstückweise oft Jahre oder sogar Jahrzehnte später ins Bewußtsein zurück ( habe ich gelesen ).
Hypnose habe ich meiner Psychotherapeutin auch schon vorgeschlagen, jedoch riet sie mir davon ab mit folgender Begründung: wenn man versucht das Unterbewußtsein durch Hypnose zu erforschen, wäre das so, als ob man versucht eine Nuss aufzuknacken, d.h. mit Gewalt in das vergangene Bewußtsein zu dringen. Dies sei fatal, denn zum einen wisse der Patient nicht, mit was er konfrontiert wird und zum anderen könnte das traumatische Folgen nach dem Erwachen für den Betroffenen bedeuten und vielleicht auch, dass sich sein Inneres in Zukunft total für weitere Öffnungen ( in normaler therapeutischer Weise ) sperren könnte.
Dies brachte mich auch zum Nachdenken und die Argumente dagegen sind für mich durchaus gewichtig, obwohl ich weiß, dass sie durchaus eine gängige Methode in anderen therapeutischen Praxen ist. Aber da ich selbst ein Laie auf diesem Gebiet bin, hoffe ich, dass ich meiner Therapeutin vertrauen kann, denn ich habe keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Behandlungsmethoden.
Ich warte daher erstmal ab und hoffe, dass ich auch so herausbekomme, was der Wahrheit entspricht - ich bin zuversichtlich, egal ob es sich bestätigt, aber Hauptsache ich weiß dann bescheid.....

Also nochmal vielen Dank liebe 66chucky und ich wünsche dir auch alles Gute!

Liebe Grüße

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12. Juli 2004 um 20:03
In Antwort auf loreto_11845677

Nochmal zu deinem leben
sorry, gab probleme werde meine antwort nun ergänzen.
Du solltest einen Tiefenpsychologen besuchen. Denn gerade die können dir wirklich helfen bei so einem Thema.
Es kann gut sein, dass du dieses Erlebnis Missbrauch, falls es so geschehen ist, aus deinem Gedächtnis verdrängt hast.
Gerade äußerst junge Kinder löschen es gerade zu aus ihrem Gedächtnis und können sich überhaupt nicht mehr daran erinnern. Dies ist eine Schutzfunktion des Menschen, dass auf eine normale weitere Entwicklung des Menschen abzielt.
Also du solltest auf jeden Fall zu einem Tiefenpsychologen gehen.
Viele von ihnen machen von der Hypnose Gebrauch und du solltest dich nicht scheuen einen aufzusuchen.
Es hört sich sicherlich absurd an. Ich würde mir auch an den Kopf packen und mir denken, wieso soll ich das denn tun, ich bin schließlich nicht missbraucht worden.
Aber wenn es so sein sollte und du es mit Hilfe eines Psychologen ergründest, darfst du dich nicht davon zurückwerfen lassen sondern musst gerade dann daran arbeiten.

Auch wenn Dinge von Menschen nicht nur verdrängt sondern geradezu aus dem Gedächtnis gelöscht werden, beeinflussen sie im Unterbewusstsein das Denken, Fühlen und schließlich natürlich auch Handeln eines Menschen.
Ich denke deine Ehe ist dir am aller wichtigsten, oder hast du auch schon Kinder?,dann mögen diese dir vielleicht wichtiger sein.
Ich weiß es natürlich nicht.

Aber wenn du deine Ehe willst, dann musst du erstmal vor allem anderen deinem Mann ohne jeden Zweifel klar machen, dass er Prioritäten setztn muss.
Er soll noch mehr zu dir stehen als er es schon tut, sich auf keinen Fall von seinen Eltern enschüchtern lassen und ihnen klar machen, dass du die Frau bist, mit der er sein ganzes Leben verbringen will und das sie dies zu respektieren haben.

Darüberhinaus muss er ihnen auch klar machen, mit größtem Nachdruck, dass sie sich auch entsprechend zu verhalten haben und das es seine Gründe haben wird, warum du und nicht jemand andere seine Frau geworden ist und es sich sicherlich lohnen wird dich richtig kennen zu lernen.
Denn ein liebenswerter Mensch bist du ohne Zweifel.

Ich wünsche dir alles Glück und hoffe zudem auch wirklich, dass du nie missbraucht worden bist.

Nachtrag zu meiner Antwort:
Hallo 66chucky,

habe noch keine Kinder, wünsche mir aber in ferner Zukunft gerne welche. Doch zuvor möchte ich zuallerst mit mir selber ins reine kommen und alle belastenden familären Begebenheiten loszuwerden. Aber da bin ich ganz zuversichtlich und ich hoffe auch, dass mein Mann der Papa mal sein wird, sofern er sich, ich wünsche es mir sehr, auch deutlich zu mir steht und seinen Eltern kräftig Paroli bieten kann. Ansonten hätte ich Bammel vor einer gemeinsamen Zukunft mit Kindern....

Schöne Grüße

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16. Januar 2006 um 21:05

Selbsthilfe
Es ist immer ein guter Schritt sich an eine Selbsthilfegruppe für Erwachsene Kinder von Alkoholikern zu wenden.Wenn du spürst das du nicht allein bist und lernst das du angenommen wirst und nichr kritisiert und gemobbt ,ist das ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Viel Glück und eine warme Umarmung von jemandem der selbst in einer Alkfamilie aufgewachsen ist.

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17. Januar 2006 um 19:49

Spinnt die?
deine therapeutin scheint nicht viel von ihrem job zu verstehn, entschuldige wenn das hier jetzt schon jmd andes geschrieben hat, aber wenn du wirklich missbraucht wurdest, dann musst du das selber rauskriegen, dass deine therapeutin dir das so einfach sagt ist das letzte. ich kann verstehen wie es dir jetztz geht, da zweifelt man an den eigenen fähigkeiten."wieso kann ich mich dann nicht daran erinnern"

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