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Im Strudel der Depression?

24. April 2007 um 11:15

Hi ...
da ich mich in mehreren Beiträgen "wiedergefunden" habe, schreibe ich nun doch einen eigenen.
Seit ein paar Monaten ist mir eine Veränderung an mir selbst aufgefallen bzw genauer gesagt an meinem Verhalten.
Ich bin ständig niedergeschlagen, traurig und sogar depressiv. Fange grundlos an zu weinen (wenn ich alleine bin) und fühle mich oftmals so als wäre alles in meinem Leben hoffnungslos. Ich verzweifle an den kleinsten Dingen ... war sogar schon soweit, dass ich an solchen Tagen es nicht mal geschafft habe Einkaufen zu gehen.

Da dieser Zustand nun schon eine Weile andauert habe ich mir auch Gedanken über den Auslöser gemacht und gemerkt dass es mir in letzter Zeit total schwer fällt allein zu sein. Es ist jedoch nicht die Angst mir könnte was passieren sondern eher das Gefühl "alleine zu sein" und nichts zu tun. Nur herumzusitzen. Nun weiss ich nicht ob das ein Auslöser ist oder nur die Folge, da ich ja wie gesagt anfange zu weinen und total schwarz zu sehen wenn ich alleine bin.

Ich denke mal das Problem liegt in der Vergangenheit. Bin von der ersten bis zur 12 Klasse gemobbed worden und war eigentlich daher immer alleine. Ich war es also gewohnt alleine zu sein und das auch noch nach der Schulzeit, denn ich habe nicht viele Freunde, da ich mir damit immer noch schwer tue ... vor allem anderen zu vertrauen. Durch meinen Entschluss in einer anderen Stadt zu studieren hat sich mein Leben geändert. Ich habe erfahren dass es Menschen gibt die mich so akzeptieren wie ich bin. Ich hatte auf einmal jedes Wochenende und auch unter der Woche was zu tun (Parties, Treffen mit anderen, ...). Das hat mein Selbstbewusstsein richtig aufgebaut und alles schien in Ordnung. Doch irgendwas stimmt dieses Semeseter nicht. Ich habe auf einmal wieder das Gefühl ausgeschlossen zu werden da es ein paar Leute gibt die mich nicht akzeptieren und mich abblocken bzw nichts mit mir zu tun haben wollen. Allerdings gehören diese Leute zu dem Kreis mit denen ich im Studium viel zu tun habe. Ich dachte erst ich bilde mir das nur ein aber anscheinend gibt es wirklich ein Problem. Aber es gibt trotzdem em noch Leute die zu mir stehen, daher könnte mir das eignetlich egal sein.

Ein anderes Problem ist, dass mein bester Freund, mit dem ich auch mal zusammen war jetzt eine Freundin hat und daher eigentlich null Zeit für mich hat, da er auch mehrere 100 km entfernt wohnt in meiner Heimat. Er war früher immer für mich da ... Jetzt ist er es nicht mehr. Er schafft es noch nicht mal sich wirklich zeit für mich zu nehmen wenn ich in meiner Heimat bin.

Alleine bin ich eigentlich nicht wirklich. Aber ich schaffe es nicht mit meiner inneren Trauer umzugehn. Es wird von Tag zu Tag schlimmer, vor allem wenn ich mehrere Tage nichts unternehme und aus der Wohnung komme. Es ist wie verhext. Dazu kommt noch dass ich jede Nacht schlecht schlafe und schlecht träume. Es macht mich alles total fertig. Ich habe so eine Trauer in mir als wäre jemand gestorben. Mein Selstvertraun leidet darunter ... von meiner Laune ganz zu schweigen.

Ich habe versucht mein Leben zu ändern und "Balast" loszuwerden der mich belastet. Zum einen habe ich daher auch den Kontakt zu jemandem abgebrochen mit dem ich während des Studiums für ein paar Monate zusammen war. Ich trauere ihm schon fast ein Jahr hinterher und war darum auch nicht in der Lage wieder was neues einzugehn. Er sagt er empfindet auch noch was für mich aber er kann mir im moment nicht 100% geben ... damit hält er mich quasi (ob nun bewusst oder nicht) die Zeit über hin ... denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich schaffe es aber nicht ihn zu vergessen. Aber dies ist sicher nicht der Hauptgrund für meine Depression.

Jeder ist im Leben mal traurig oder sieht keinen Ausweg mehr aber normal fängt man sich wieder. Ich hab schon so viel durchgemacht und bin stark geblieben. Daher wundert es mich, dass mich das auf einmal alles so herunterzieht. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich im Moment das Gefühl habe dass ich keinen mehr habe mit dem ich reden kann. Bester freund ist wie gesagt anderweitig beschäftigt und meine "immer noch Flamme" versuche ich ja zu vergessen. Und der Studienkollege dem ich mich öfter mal anvertraut habe hat im Moment stress bzw ich hab das Gefühl ich hab mich zu oft bei ihm ausgejammert und er will mir nicht mehr zuhören.

Ich hoffe das hört bald auf denn ich sehe keine Lösung ... Ich will nicht in Selbstmitleid versinken ... doch genau das scheine ich zu tun auch wenn ich nicht weiss warum.

Vielleicht weiß ja jemand einen Rat wie man da wieder rauskommt???

Lg

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25. April 2007 um 20:00

Etwas weniger graue Wolken am Himmel
Heute geht es mir mal wieder ein bisschen besser ... ich glaube das Hauptproblem ist dass ich meinen besten Freund verloren habe ...
Er hat keine Zeit mehr und wenn er sie hätte dann macht seine eifersüchtige Freundin Stress ... das hat die Freundschaft alles so sehr belastet und unsere unschöne Trennung damals nachdem wir 2 Jahre ein Paar waren.
Ich glaube zu retten gibt es da nichts mehr. Es sind einfach zu viele Emotionen im Spiel und dazu noch der Stress mit dem nicht Sehen können. Es kocht immer wieder alles hoch wenn wir uns sehen und am Ende streiten wir uns. Vielleicht braucht es wirklich erst mal Zeit bis Gras über die Sache gewachsen ist und auch seine neue Freundin so viel Vertrauen hat und ihre Eifersucht abbaut. Im Moment ist es hart dies zu akzeptieren wenn man sich früher in jeder Situation beigestanden hat ... sich jeden Tag gesprochen hat (am Telefon) und jedes Wochenende versucht hat sich zu sehn (260 km sind halt schon ne Distanz aber das war es uns die Freundschaft damals wert).

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